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Stänkern

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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14

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stänkern

Bd. 4, Sp. 295
Stänkern, verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Als das Iterativum oder Intensivum des Activi stinken, so fern es ehedem auch riechen, den Geruch zu empfinden suchen, bedeutete, ist stänkern eigentlich, den Geruch mit mehrmaliger und heftiger Einziehung in die Nase zu empfinden, und dadurch zu entdecken suchen, wofür im gemeinen Leben auch schnobbern üblich ist. Man gebraucht es nur figürlich für, aus Vorwitz durchsuchen. Im Hause herum stänkern. Ein Buch durchstänkern, durchsuchen. Etwas aufstänkern, aufsuchen. In Meißen lautet es in dieser Bedeutung, und vielleicht richtiger stankern. 2. Als das Factitivum von stinken, einen Gestank verursachen. So auch in den Zusammensetzungen einstänkern, durchstänkern. 3. Einen Zank, Streit, Händel anfangen, ingleichen andere zu unnöthigen Händeln reitzen; alles nur in den gemeinen Sprecharten. So auch das Stänkern. Anm. Im Nieders. gleichfalls stänkern. Die erste Bedeutung läßt sich füglich von Stank, stinken, ableiten; es kann aber in derselben auch vermittelst des n euphonici, welches die Gaumenlaute so gerne begleitet, von dem Nieders. staken, aufsuchen, stöchern, stören, abstammen, wovon man daselbst auch stakern, stochern oder stöchern hat. Wenigstens stammet die dritte Bedeutung am wahrscheinlichsten von diesem Worte ab; denn im Niedersächs. ist Quadstaker und Stakebrand, ein Mensch, der durch Verhetzung Zank, Streit und Händel stiftet, und upstakern, aufhetzen, verhetzen. Im Schwed. ist stinka, cum impetu ferri.
1494 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stänkern

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Stänkern , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Als das Iterativum oder Intensivum des Activi stinken, so fe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stänkern

    Goethe-Wörterbuch

    stänkern [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stänkern

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    stänkern Streit anfangen. Zss.: af-, an- , in- , rüm- , rut- , ut- , verstänkern . Br. Wb. 4, 1037; Dä. 456 a ; Da. 209 …

  4. Sprichwörter
    Stänkern

    Wander (Sprichwörter)

    Stänkern In allem herumstänkern. – Eiselein, 577. Lat. : Coeni agitator. ( Eiselein, 577. )

  5. Spezial
    stänkern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stän|kern vb.intr. (Unfrieden stiften) zibiché (-chëia), sceché (sceca), trazé (-za).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staenkern

7 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von staenkern 2 Komponenten

staen+kern

staenkern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

staenkern als Zweitglied (4 von 4)

ausstänkern

DWB

aus·staenkern

-stänkern , s. ebenda ( Lessing 12, 148 ) und Stieler 2170 ( s. oben ): einen anschlag ausstänkern, subodorari consilia. ebenda. —

durchstänkern

DWB

durch·staenkern

durchstänkern durchstankern, eigentlich mit geruch, gestank erfüllen ( vergl. Gramm. 2, 36) Steinbach 2, 759 . Frisch 2, 336 c . meist uneig…

rümstänkern

MeckWBN

ruem·staenkern

Wossidia rümstänkern zanksüchtig reden: de Bur ... stänkert mit de 'n beten rüm Hack. Papp. 28.

Ableitungen von staenkern (3 von 3)

bestänkern

DWB

bestänkern voll gestanks machen ( vgl. bestänken , theil 1, 1655): alsz der das hüttlein sah' erfüllt mit ( ausgebrochenen ) unflatsbrocken …

erstänkern

DWB

erstänkern , 1 1) dasselbe: ein ganzes haus erstänkern. Scherfer 28 . 2 2) was durchstänkern, pervestigare. 2, 1689. Luther setzt es ohne um…

verstänkern

DWB

verstänkern , verb. , intensive weiterbildung oder eher wohl neubildung mit dem subst. stänker, hat das vorige verdrängt und erscheint seit …