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Selēn

ahd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Selēn

Bd. 18, Sp. 320
Selēn Se, chemisch einfacher Körper, findet sich in der Natur weit verbreitet, aber immer nur in geringer Menge und niemals in freiem Zustand. Er begleitet sehr allgemein den Schwefel, und mehrere Selenmetalle (Blei, Kupfer, Quecksilber und Silber) treten als seltene Mineralien auf; mit Kupfer, Silber und Thallium bildet S. den Crookesit und Berzelianit. In sehr geringer Menge findet sich S im Schwefelkies, Kupferkies, in der Zinkblende und in dem Flugstaub, der sich beim Rösten derselben bildet; bei der Verarbeitung der Kiese auf Schwefelsäure sammelt sich S. in dem Schlamm der Bleikammern in größerer Menge, und aus diesem wird es dargestellt. S. wird aus Seleniger Säure durch Schweflige Säure als rote, flockige, sehr voluminöse Masse vom spez. Gew. 4,26–4,28 gefällt. Dies amorphe oder glasige S. verwandelt sich bei 100° unter starker Volumenverminderung und Erhitzung in dunkel bläulichgraues, in dünnen Schichten rubinrot durchscheinendes kristallinisches S. Aus der Lösung von amorphem S. in Schwefelkohlenstoff kristallisiert S. in dunkelroten Prismen vom spez. Gew. 4,47, die beim Erhitzen auf 100° in kristallinisches S. sich verwandeln. Geschmolzenes S. gibt bei schnellem Abkühlen glasiges S. Wird aber geschmolzenes S. rasch auf 210° abgekühlt und auf dieser Temperatur erhalten, so steigt die Temperatur plötzlich auf 217°, und das S. erstarrt dann zu grobkörnig kristallinischem, bleigrauem metallischen, etwas hämmerbarem S. vom spez. Gew. 4,8. Dies ist unlöslich in Schwefelkohlenstoff, schmilzt, ohne vorher zu erweichen, bei 217°, siedet bei 690° unter Bildung eines dunkelgelben Dampfes und ist sublimierbar. Metallisches S. gewinnt durch Belichtung die Eigenschaft, Elektrizität zu leiten. Eine gewisse Form des Selens (die weiche) ist für schwache Lichteindrücke außerordentlich empfindlich, ändert aber bei intensiver Belichtung ihren Widerstand relativ weniger als eine zweite, harte Form, die bei schwacher Belichtung ihren Widerstand relativ wenig ändert. Das Atomgewicht des Selens ist 79,2 Es bildet mit Sauerstoff Selendioxyd SeO2 und Selentrioxyd SeO3. Beim Erhitzen an der Luft verbrennt es mit hellblauer Flamme und unter Verbreitung von Rettichgeruch zu Selendioxyd SeO2, das farblose Kristalle bildet, flüchtig ist und sich in Wasser löst. Aus dieser Lösung kann Selenige Säure H2SeO3 in farblosen Kristallen erhalten werden. Diese nimmt an der Luft keinen Sauerstoff auf, wird vielmehr sehr leicht, z. B. durch hineinfallenden Staub und durch Schweflige Säure, vollständig reduziert. Chlor oxydiert sie zu Selensäure H2SeO4. Diese bildet eine farblose, der Schwefelsäure ähnliche Flüssigkeit vom spez. Gew. 2,7, löst Gold und Kupfer unter Bildung von Seleniger Säure, Eisen, Zink etc. unter Entwickelung von Wasserstoff; sie wird nicht von Schwefliger Säure zersetzt, gibt aber mit Salzsäure Selenige Säure und Chlor; ihre Salze gleichen den Schwefelsäuresalzen. Mit Wasserstoff bildet S. direkt sehr giftiges Selenwasserstoffgas H2Se, das wie Schwefelwasserstoff riecht, aber sehr heftig auf Augen und Respirationsorgane wirkt und den Geruchsinn auf längere Zeit zerstört. Man benutzt S. zur Konstruktion von Elektroradiophonen, Photophonen in der Lichttelegraphie und -Telephonie, zum Entscheinen grünen Glases, auch in der Porzellanmalerei. Es wurde 1817 von Berzelius entdeckt. Vgl. Ruhmer, Das S. und seine Bedeutung für die Elektrotechnik (Berl. 1902).
3417 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sêlen

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    gisêlenAWB sw.v. I, in Gl. 2,208,1 (10. Jh., alem.). 212,30 (1. Viertel des 12. Jh.s, alem.). 527,2 (10. Jh., alem.): ‚b…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sêlenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    sêlen swv. s. gesêlen, s. gesêlt.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    selensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    selen , sw. V. Vw.: s. sellen (1) L.: MndHwb 3, 196 (selen)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    selenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    selen , verb. , s. sielen, sülen.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Selen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Selen (selenium) , einfacher metallischer Stoff, 1817 von Berzelius entdeckt; kommt in Verbindung mit einigen Schwefelme…

  6. modern
    Dialekt
    selenadj. u. adv.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    selen II [Zélən D. Si. ] adj. u. adv. selten: e selene Gâscht. E kent selen häm er kommt selten nach Hause. — lux. 407 e…

  7. Spezial
    selen

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    selen [se·lę̄n] m. ‹chim› Selen n.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit selen

207 Bildungen · 54 Erstglied · 149 Zweitglied · 4 Ableitungen

selen‑ als Erstglied (30 von 54)

Selēnblei

Meyers

selen·blei

Selēnblei ( Klausthalit ), Mineral, dem Bleiglanz ähnlich, aber statt des Schwefels Selen (27,6 Proz.) enthaltend, findet sich in hexaedrisc…

sêlenbrût

BMZ

selen·brut

sêlenbrût eine seele, die Christus zu ihrem bräutigam hat. MS. 1,131. a.

Selenga

Meyers

Selenga , Fluß im nördlichen Asien, entspringt auf dem Changaigebirge in der Mongolei, nimmt rechts Eder und Orkhon, links den Ekegol, Abflu…

Selenginsk

Meyers

Selenginsk , Hauptstadt des Kreises Selenga in Transbaikalien, liegt 570 m hoch am Ufer der Selenga, auf der es durch Dampfschiffe von dem B…

Selenit

GWB

sele·nit

Selenit mineralog a durchsichtig-kristalline Gipsvarietät; (in Wiedergabe von JScafes engl Lehrdichtung ‘King Coal’) personifiziert als ‘süß…

Selenitblättchen

GWB

Selenitblättchen ein..Stück Holz..mulmig wie Braunkohle, aber kalkartig inkrustirt und, wie es scheint, mit kleinen S. übersäet B39,131,11 G…

Selenīten

Meyers

sele·niten

Selenīten (griech.), die hypothetischen Mondbewohner, die aber sicher nicht existieren.

Selenitmaterie

GWB

Selenitmaterie ‘Selenit Materie’ (in kleinste Partikel zerlegtes) Material der Gipsvarietät Selenit T1,313,2 v 20.10.86 Claudia Ristau C.R.

Selenka

Meyers

Selenka , Emil , Zoolog, geb. 27. Febr. 1842 in Braunschweig, gest. 20. Jan. 1902 in München, studierte seit 1863 in Göttingen, wurde 1868 P…

Selenkīa

Meyers

Selenkīa ( Seleukeia ), Name mehrerer, meist von Seleukos I. gegründeter Städte in Asien: 1) S. in Babylonien , am rechten Ufer des Tigris, …

Selenkos

Meyers

selen·kos

Selenkos , Name mehrerer Könige von Syrien. S. I. Nikator , Sohn des Antiochos, geb. 365 v. Chr., machte als einer der Führer der Phalanx de…

sêlenkrü̂der

MNWB

° sêlenkrü̂der , pl. , bezogen auf die Allegorie vom „Geistlichen Garten”: „ de allerbesten Seelenkrüder / uth der hemmelschen apoteeken der…

Selēnkupfer

Meyers

selen·kupfer

Selēnkupfer ( Berzelin ), Mineral, besteht aus Kupfer und Selen Cu 2 S, findet sich als dendritischer, silberweißer Anflug, weich, geschmeid…

sêl(en)mȫrder

MNWB

selen·moerder

sêl(en)mȫrder , m. , Bezeichnung pflichtvergessener Prediger und Seelsorger (Reformationszeit) .

selen als Zweitglied (30 von 149)

aberīselen

KöblerMhd

*aberīselen , V. nhd. „abreiseln“ E.: s. aberīsel

bīgeselen

KöblerMhd

*bīgeselen , V. nhd. „beigesellen“ E.: s. bī, gesellen W.: nhd. beigesellen, sw. V., beigesellen, DW 1, 1372, DW2 4, 757

erviselen

KöblerMhd

*erviselen , V. nhd. „enthülsen“ Hw.: s. erviselunge E.: s. er, viselen

hasselen

KöblerMnd

*hasselen , Adj.? nhd. „Hasel...“ Hw.: s. hasselenbōm, hasselenbusch, hasselenholt, hasselenhōn, hasselenhorst, hasselenlōf, hasselenmīs, ha…

knüselen

KöblerMhd

*knüselen , sw. V. nhd. beschmutzen Vw.: s. be- E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW-

spērwesselen

KöblerMnd

*spērwesselen , sw. V. nhd. Speer wechseln, kämpfen Hw.: s. spērwesselinge E.: s. spēr (1), wesselen (1)

tuselen

KöblerMhd

*tuselen , sw. V. Vw.: s. be- E.: Herkunft ungeklärt?

twisselen

KöblerMnd

*twisselen , sw. V. nhd. zwieträchtig sein (V.) Hw.: s. twisselinge, twisselīk E.: Herkunft ungeklärt?

vörbēselen

KöblerMnd

*vörbēselen , sw. V. nhd. verwirrt machen?, verrückt machen?, wahnsinnig machen? Hw.: s. vörbēselet E.: s. vör, ?

vīselen*?

KöblerMhd

*vīselen*? , sw. V. Hw.: s. vīselen* E.: s. vīsel

wedderwesselen

KöblerMnd

*wedderwesselen , V. nhd. umtauschen, gegen etwas tauschen Hw.: s. wedderwessele, wedderwesselinge, wesselen E.: s. wedder (2), wesselen (1)

wesselen?

KöblerMnd

*wesselen? , N. nhd. „Wechseln“ Vw.: s. af- E.: s. wesselen (1)

abewehselen

KöblerMhd

abe·wehselen

abewehselen , sw. V. nhd. „abwechseln“, auswechseln, austauschen, umtauschen, durch Tausch erwerben Hw.: vgl. mnd. afwesselen Q.: NüP, Tuch,…

afwesselen

MNWB

afwesselen , swv. , eintauschen, durch Tausch von jem. empfangen.

ahselen

KöblerMhd

ahse·len

ahselen , sw. V. nhd. verächtlich über die Achsel sehen Q.: Helbl (1290-1300) E.: s. ahsele W.: nhd. (ält.) achseln, sw. V., achseln, über d…

aneeselen

KöblerMhd

ane·eselen

aneeselen , sw. V. nhd. sich zum Esel machen Q.: Teichn (1350-1365) (FB aneseln) E.: s. ane, eselen W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 233 (ane eseln)…

baselen

KöblerMnd

base·len

baselen , sw. V. nhd. unsinnig reden, unsinnig handeln, kopflos handeln Hw.: s. bāschen, bāsen E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 27b (baseln)

bedūselen

KöblerMhd

bedūselen , sw. V. nhd. „beduseln“, betäuben Hw.: vgl. mnd. bedǖsen E.: s. be, dūselen W.: nhd. (dial.) beduseln, sw. V., beduseln, DW- L.: …

beknüselen

KöblerMhd

beknüselen , sw. V. nhd. beschmutzen Q.: Minneb (um 1340) (FB beknüseln) E.: s. be, knüselen W.: nhd. DW- L.: Lexer 371a (beknüseln), FB 32b…

bemüselen

KöblerMhd

bemüselen , sw. V. nhd. beschmieren, beschmutzen, beflecken Q.: BDan (FB bemüseln), HBir (um 1300) E.: s. be, müselen W.: nhd. (ält.) bemüse…

beselen

MNWB

bese·len

beselen (Red. Ostersp. 173) l. bespēl(e)n s. d. 2.

betuselen

KöblerMhd

betuselen , sw. V. nhd. betäuben Q.: BDan (um 1331) (FB betuseln) E.: s. be, tuselen W.: nhd. beduseln, V., beduseln, DW2 4, 458 L.: FB 42b …

bochselen

KöblerMhd

boch·selen

bochselen , sw. V. nhd. krachen, knarren, dumpf tönen Q.: Ring (1408/1410) E.: s. bochen (1) W.: nhd. (ält.) bochseln, sw. V., verstärktes p…

brohselen

KöblerMhd

broh·selen

brohselen , sw. V. nhd. lärmen, tosen Hw.: s. brohsen Q.: Tauler (vor 1350) (FB brohseln) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Lexer 26c…

brünselen

KöblerMhd

brünselen , sw. V. nhd. brenzeln, nach Brand riechen, verbrannt riechen, züngeln ÜG.: lat. fucare Gl Q.: Cranc (FB brünseln), BdN (1348/1350…

brūselen

KöblerMhd

brū·selen

brūselen , sw. V. nhd. knistern E.: s. brūsen L.: LexerHW 1, 371 (brûseln), Benecke/Müller/Zarncke I, 271b (brûsele)

bōsselen

KöblerMnd

bōs·selen

bōsselen , sw. V. nhd. „bosseln“, mit Kugeln spielen, Kegel spielen, kegeln Hw.: s. bōssen; vgl. mhd. bōzelen E.: s. bōssel L.: MndHwb 1, 33…

Ableitungen von selen (4 von 4)

beselen

MNWB

beselen (Red. Ostersp. 173) l. bespēl(e)n s. d. 2.

gesêlen

Lexer

ge-sêlen swv. BMZ mit einer seele versehen, beseelen Narr. ;

SELÉNE

Hederich

SELÉNE , es, Gr . Σελήνη, ης, Hyperions und der Basilea Tochter, stürzete sich von dem Hause herab, als die Titanen ihren Bruder, den Helius…

unselen

WWB

unselen V. verschmutzen ( Tek Hb).