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seige

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

seige f.

Bd. 16, Sp. 196
seige, f. senkung, neigung, gesenkte rinne u. ä., zu sîgen, sinken, fallen: mhd. seige mhd. wb. 2, 2, 268a. Lexer mhd. handwb. 2, 855, vgl. Graff 6, 131: daʒ leben ist ûf der neige, diu werlt ist ûf daʒ herbest komen ... diu sunne ist ûf der seige. Frauenlob 272, 7; hinsaige, f. inedia cimbr. wb. 224b. das zielen (zunächst bei wurf oder schusz, das bemessen der senkung, des falles bis zum ziele): einen wurf und einen swanc (der eisenstange) der was grôʒ unde lanc: dem hæte er sîne mâʒe an der seige und an dem lâʒe rehte in der merke gegeben, daʒ er Tristande an sîn leben solte sîn gegangen. Tristan 402, 24; der selben pfeil schussens menglich gestrags in dy häh, uber sich. sy hielten sy in solcher naig, daʒ sy geleich nach rechter saig von den lüfften herwider in dy purg vielen nider. M. Beheim buch von den Wienern 85, 1. kampf: die triben spâte unde fruo die von Arrogûn ze seige. Ottokar reimchr. 4381; vgl. unten seigen 2, zielen. seige, seihe, seie erscheint wie geseige theil 4, 1, 2, sp. 4023 in der bedeutung: eichung, eichmasz, geeichtes masz. s. die belege im mhd. wb. a. a. o. seige für münzgewicht: bii solker vorscrevenen wichte unde witte willen desulven stede bliven upper zaygen to holdende. d. städtechron. 16, 548, 32. mhd. seigen, wägen, prüfen, messen (s. Germ. 7, 294). ob seigen, seige, geseige (in diesem sinne) von seigen, sinken aus zu erklären ist, scheint sehr zweifelhaft, wenn man romanische und mittellateinische wörter beachtet wie ital. saggio, assaggio, versuch, probe, prüfung eines metalls, einer legierung u. ähnl., saggiare, assaggiare, proben, franz. essai, essayer, stammend von lat. exagium, gewichtsbestimmung, zeichen der gewichtsbestimmung, s. Ducange unter exagium; saga, saiga bladi, vermessung des korns (Ducange unter saga 4); sagiator, approbator monetae; saggiatore, goldwäger, sagiator, ponderator, examinator, officium in moneta Florentina (14. jh.) Ducange; sais, silberprobe. d. städtechr. 1, 495b; sagium, festgesetztes münzgewicht. an eine entlehnung aus dem deutschen ist schon wegen des exagium nicht zu denken (vgl. Diez etym. wb.4 279), das umgekehrte verhältnis ist wahrscheinlicher. mhd. seigære, die wage zum sortieren und prüfen der münzen, kann von dem deutschen verb. sîgen, sinken aus nur gezwungen erklärt werden; sagiator, der münzprüfer, ital. saggiatore spricht für entlehnung. vertiefte stelle, rinne, wo sich das wasser sammelt, wasserscheide u. ä., gegen tag geneigte stollensohle zum ablaufen der grubenwasser, s. waʒʒerseige mhd. wb. 2, 2, 268a. Lexer mhd. handwb. 3, 713; die seigen, vertiefte stelle auf dem felde, wo sich das regenwasser zu sammeln und später als anderswo zu versiegen pflegt, dann überhaupt vertiefung im terrain Schm. 2, 242, vgl. Bayerns mundarten 2, 257; die seichen, sega, söga, senkung des bodens, sumpf Frommanns zeitschr. 3, 328 (Tirol); saigh, seigh, f. senkung, neigung, vertiefung im terrain. wassaseigh, f. neigung des bodens, welcher der abflusz des wassers folgt. Neubauer Egerländer mundart 91a, vgl. auch Kehrein 374. Pfister 274; sâg, wassersâg, f. wasserscheide, bergrücken Lexer 230; söige, f. vertiefung im terrain Hintner 204; seichrinne, dachtraufe, die das wasser von zwei zusammenlaufenden dachseiten aufnimmt; seichrinnige schindeln, schindeln mit rinnenförmigen vertiefungen Schm. 2, 242, vgl. auch 249; das gesig, bergrinne, wohin die gewässer ablaufen. 242, vgl. auch oben seiche, senkung, neigung, abzugsbahn, senkröhre (sp. 168), ferner seiger 4. seige als bergmannsausdruck, gewöhnlich in der composition wasserseige bezeichnet die gesenkte sohle des stollens, auf der das grubenwasser abläuft; darüber befindet sich das tragewerk, die holzbahn zur fahrung und förderung. Veith bergwb. 561. wurzelverwandt sind isländ. sík, síki, n. graben, ags. síc, n. wasserlauf; nd. sīk, sīke, niederung, senke, niedrige sumpfige, seichte stelle, pfütze, pfuhl, sumpf. vgl. auch Prien, über den flurnamen sēgen im nd. correspondenzbl. 15, 81 ff. Vilmar 383.
4022 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SEIGE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SEIGE s. SÎGE, SÎHE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    seigeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    seige , F. nhd. Goldprobe, Silberprobe, Münzprüfung, Probiereisen Hw.: s. saie (1) E.: s. saie (1) L.: MndHwb 3, 187 (se…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seige

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Seige , S. Adelung Seihe .

  4. modern
    Dialekt
    Seige

    Rheinisches Wb.

    Seige ze·i., Pl. -ə in der Bergmspr. Wurmgeb . f.: Sohle der Abbaustrecke u. Querschläge.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seige

147 Bildungen · 136 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von seige

se + -ig + -e

seige leitet sich vom Lemma se ab mit Suffixen -ig und -e.

seige‑ als Erstglied (30 von 136)

seige(n) I

Idiotikon

seige(n) I Band 7, Spalte 483 seige(n) I 7,483

seige(n) II

Idiotikon

seige(n) II Band 7, Spalte 601 seige(n) II 7,601

Seigelberg

SHW

Seigel-berg Band 5, Spalte 967-968

Seigelbir(eⁿ)

Idiotikon

Seigelbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1494 Seigelbir(eⁿ) 4,1494

seigelen

KöblerMnd

seig·elen

seigelen , sw. V. Vw.: s. sēgelen (1) L.: Lü 342b (seigelen)

seigeln

DWB

seig·eln

seigeln , verb. tröpfeln, schwach regnen Neubauer Egerl. mundart 91 a .

Seigelwīⁿ

Idiotikon

Seigelwīⁿ Band 16, Spalte 208 Seigelwīⁿ 16,208

seigelīk

KöblerMnd

seigelīk , Adj. nhd. demütig? E.: ?, līk (3) L.: Lü 342b (seigelik)

seigelōt

KöblerMnd

seige·lōt

seigelōt , N. nhd. Probierlot, Senkplei ÜG.: lat. perpendiculum Gl Hw.: s. seigærelōt Q.: Gl (12. Jh.) E.: s. seige, lōt (2) L.: MndHwb 3, 1…

seigemēster

KöblerMnd

seigemēster , M. nhd. Münzmeister, Münzwardein E.: s. seige, mēster L.: MndHwb 3, 187 (seygemê[i]ster), Lü 342a (seggemêster)

Seigeneck

PfWB

seige·neck

Seigen-eck n. : FlN, amtl. Seigeneck [Bergz]; vgl. Seigen . —

Seigengärten

PfWB

Seigen-gärten Pl. : FlN, amtl. Seigengärten [ Kreuter Haust 46]; vgl. Seigen . —

seigerabtreiber

DWB

seiger·abtreiber

seigerabtreiber , m. ' der arbeiter, welcher das von absaigerung der kupfer erhaltene werk auf dem treibherde abtreibet ' ( das silber aussc…

Seigeramt

DRW

seiger·amt

Seigeramt, n. Posten, Aufgabenbereich eines ¹Seigers [Burggraf:] do lech ich J.E., dem faszzieher, daz seger anbaht 1378 StraßbUB. IV 2 S. 2…

Seigeranrichter

Campe

seiger·anrichter

Der Seigeranrichter , — s, Mz . gl. in den Seigerhütten, derjenige, welcher die Beschickung zur Seigerarbeit macht; auch Seigerhüttenanricht…

seigerarbeit

DWB

seiger·arbeit

seigerarbeit , f. das ausscheiden des im kupfererz vorhandenen silbers durch zusetzung von blei. Jacobsson 3, 485 a .

seige als Zweitglied (7 von 7)

aneseige

MWB

anes·eige

aneseige Adj. ‘feindlich gesonnen’ ouch enwas der helt niht veige, / swie im anseige / der rîche wirt wære UvZLanz 1618 MWB 1 274,49; Bearbe…

anseige

Lexer

ans·eige

an-seige adj. BMZ mit dat. zudringlich, feindlich Lanz.

besêi(g)e

MNWB

bes·eige

beseye , besêge , besêi(g)e , f. , Besäung, Aussäung , Ackerbestellung.

geseige

DWB

ges·eige

geseige , n. , verkürzt geseig, verbalsubstantiv zu mhd. seigen, die wagschale senken, wägen, prüfen, eichen, visieren, ich seig, collimo, i…

hunnengeseige

MWB

hunnen·geseige

hunnengeseige stN. ein unter Aufsicht eines hunnen geeichtes Hohlmaß (vgl. hunne 1): 4 malter weizen hunnengesei DRW 6,105 (ZRG.² Germ.; a. …

wasserseige

DWB

wasser·seige

wasserseige , f. Adelung, auch -seihe Campe, das wassersieb ( s. d. ) des bäckers, vgl. seihe . —

waʒʒerseige

Lexer

wazzer·seige

waʒʒer-seige stswf. BMZ neigung des bodens, welcher der abfluss des wassers folgt, wasserscheide Gr.w. 4,501. Oest. w. 205,20. 267,24 u. o. …

Ableitungen von seige (4 von 4)

besêi(g)e

MNWB

beseye , besêge , besêi(g)e , f. , Besäung, Aussäung , Ackerbestellung.

erseige

BMZ

erseige swv. wäge aus. hierher wohl den hort kunde nieman erseigen zu ende wägen kl. 1325. doch kann das wort an dieser stelle auch erschöpf…

geseige

DWB

geseige , n. , verkürzt geseig, verbalsubstantiv zu mhd. seigen, die wagschale senken, wägen, prüfen, eichen, visieren, ich seig, collimo, i…

verseige

BMZ

verseige swv. seihe aus, lasse ausfliessen. si kan wol vröude in sendiu herzen heigen, vil grôʒen kumber balde drûʒ verseigen MS. 1,45. a.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „seige". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/seige/dwb?formid=S25213
MLA
Cotta, Marcel. „seige". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/seige/dwb?formid=S25213. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „seige". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/seige/dwb?formid=S25213.
BibTeX
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