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schnöde

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 8 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schnöde Adj.

schnöde Adj.

schnöde Adj. ‘verächtlich, geringschätzig, gemein’, mhd. snœde ‘Verachtung ausdrückend, vermessen, übermütig, rücksichtslos’, mit passivischer Bedeutung ‘verächtlich, ärmlich, erbärmlich, schlecht, gering’, mnd. snȫde ‘wertlos, klein, gering, armselig, schlecht, kümmerlich, ungesund, gemein, ehrenrührig’, mnl. snōde, nl. snood ‘verrucht, boshaft, niederträchtig’, anord. snauðr ‘arm, kahl’, schwed. snöd ‘schnöde’, ablautend aengl. besnyþian ‘berauben’ sowie anord. snoðinn ‘kahlgeschoren’, frühnhd. (alem.) beschnotten ‘knapp, kaum hinreichend’ (15. Jh.) und anord. snøggr ‘kurzhaarig’. Geht man von einer Bedeutung ‘beißend, greifend, schnappend’ mit Weiterentwicklung zu ‘kahl, geschoren’ aus, so ist Anschluß der genannten Formen an die verbreitete lautmalende, mit germ. sn- anlautende Wortgruppe (s. Schnabel) möglich. Allerdings kann auch aind. kṣṇáuti ‘schleift, wetzt, schärft’, kṣuráḥ ‘Rasiermesser’ und lat. novācula (als Ableitung von *novāre aus *ksneu̯ā-) ‘Scher-, Rasiermesser’ vergleichend herangezogen werden, so daß sich über ie. *ksneu- Anschluß an die Wurzel ie. *kes- ‘kratzen, kämmen’ (wozu aslaw. česati ‘kämmen, abstreifen’) bzw. deren Erweiterung ie. *ksen-, *kseu- ergibt. Während in älterer Sprache die ursprüngliche passivische Bedeutung vorherrscht, heute nur noch in Wendungen wie schnöder (‘erbärmlicher’) Lohn, Undank, schnödes Gold, setzt sich in nhd. Zeit die mhd. noch zurückstehende aktivische Bedeutung ‘Geringschätzung, Verachtung ausdrückend’ durch, vgl. eine schnöde (‘gemeine’) Antwort, jmdn. schnöde (‘geringschätzig’) behandeln.
1573 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnöde

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Schnöde , -r, -ste, adj. et adv. welches in doppelter Bedeutung vorkommt. 1) In einer subjectiven, weder den innern Wert…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnöde

    Goethe-Wörterbuch

    schnöde 1 armselig, gemein, nichtswürdig, auch: verachtenswert, verwerflich; gelegentl (zugl) iSv ehrenrührig, unehrenha…

  3. modern
    Dialekt
    schnöde

    Rheinisches Wb.

    schnöde für das Wort, mhd. snœde »verächtlich, gering, rücksichtslos« entsprechend, liegen aus drei getrennten Geb. Einz…

  4. Spezial
    schnöde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schnö|de adj. (schändlich) plëgn de desprisc, desprijënt (-nc, -a), infam (-s, -a). ▬ ein schnöde r Verrat n tradimënt i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnoede

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schnoede

schnodeln + -e

schnoede leitet sich vom Lemma schnodeln ab mit Suffix -e, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schnoede 2 Komponenten

sch+n+oede

schnoede setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnoede‑ als Erstglied (2 von 2)

schnödesenf

DWB

schnoede·senf

schnödesenf , m. 1) erysimum barbarea, die winterkresse Nemnich ( barbaraea vulgaris Pritzel-Jessen ). 2) raphanus raphanistrum, ackerrettig…