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schlunz

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlunz m. f.

Bd. 15, Sp. 837
schlunz, schlunze, m. f. 11) im unpersönlichen gebrauch, eigentlich wol etwas lose baumelndes, schlaffes (vgl.schlunzen), daher dann schlunz, m. lumpen, zerlumptes kleidungsstück, dürftiges bett Kleemann 19b, nd. slunte, slunt, lappen, fetzen, lumpen ten Doornkaat Koolman 3, 216b: fule slunten, schmutzige lumpen Richey 265, auch assimiliert slunnen brem. wb. 4, 849. hierher gehört wahrscheinlich das oben angeführte schlunt, das wol eigentlich eine lose baumelnde, tragbare laterne meint. über die nebenform schlunsje s. 2. neben slunt begegnet nd. in gleichem sinne slunts, m. zerrissenes, schmutziges kleidungsstück, lappen Woeste 242b, slunz, m. schlechtes stück der inbetten Schambach 196a. hier kann entlehnung aus dem hd. vorliegen, die ten Doornkaat Koolman 3, 217a auch für niederl. slons schlumpe (demin. slonsje, s. 2) und slonsen, slonzen, nachlässig sein (vgl.schlunzen) vermutet. doch bietet schon Kilian slons, sluns, laxus, so dasz diese ndl. wörter eher als selbständige, stammverwandte bildungen aufzufassen sind. ihnen steht in formaler beziehung nahe nd. slunsz, plur. slünsze, stück fett, schleim in der suppe: dar sünd slünsze inne Strodtmann 216. den übergang in die bedeutung des dickflüssigen, breiigen, die hier erscheint, zeigt auch schlunz im sinne von 'mus, frühstückssuppe', das Frischbier 2, 291a als in der soldatensprache üblich verzeichnet, ebenso als name des Erfurter biers Jacobsson 7, 242b: der Erdtfortisch schluntz und kidegern. Garg. 86 neudr., in gleichem sinne schluntze zeitvertreiber (1668) 158 und mit scherzhafter latinisierung slunza Trochus Q 2b. der begriff des unsauberen, der wenigstens in den soldatenausdrücken durchschimmert, scheint vorzuwiegen, wenn die soldaten nach Frischbier a. a. o. die kaserne schlunz nennen, was wol kaum anders als 'schmutziger ort' gedeutet werden kann. schlunz heiszt auch geradezu schmutz, so der am rande eines frauenkleids befindliche Kleemann 19b. einen milderen sinn hat thüring. schlunze, f. verwirrung im zwirn, garn. der zuerst erwähnten bedeutung 'lumpen' dem sinne nach eng verwandt ist schlunzen, plur. alte pantoffeln Liesenberg 196. im Fallerslebischen sagt man dafür schlunschen, das dort auch kaldaunen (wol wegen der schlaffheit) bedeutet. Frommanns zeitschr. 5, 294. 22) auf personen übertragen. schlunz, mulier sordida Wachter 1437. schlunz, f. m. unordentlicher, unsauberer mensch, besonders von frauenzimmern und dann mehr schlunze Frischbier 2, 291a, schlunze, träges, unsauberes frauenzimmer Vilmar 357. Liesenberg 196. abweichung im stammvocal zeigt schluenz, schluenze, f. feile metze Stalder 2, 332; doch hat hier wol spätere unorganische umbildung stattgefunden. nd. slunte, slunt, nachlässige, schlotterige, unreinliche person, schlaffer mensch ten Doornkaat Koolman 3, 216b, mischform schlunte Frischbier 2, 291a. daneben mit affricata (vgl. 1) slunz, ein loser vogel brem. wb. 4, 849. slunz, schimpfwort, unordentliches frauenzimmer Schambach 196a, sluntse, f. schlumpe Woeste 242b. in der folgenden stelle, in der bauern gemeint sind, liegt ein schwaches slunz, m. vor: hilff gott, was findt man grobe sluntzn! (: cuntzen). Hollonius somnium vit. hum. 42, 802 neudr. in einem gedichte von 1356 begegnet die deminutivform sluntzel als fingierter name: Slupphart, Sluntzel, Slappergil, slint vast jn dich und frisz vil. fastn. sp. nachlese 295 Keller. nd. erscheint als deminutiv zu slunte, f., schlumpe, in gleichem sinne wie dieses sluntje Richey 265. Schambach 196a. ten Doornkaat Koolman 3, 216b. die endung -je weist auf das niederl., doch kennt dieses anscheinend nur die lautlich nicht ganz entsprechende bildung slonsje, die allerdings die gleiche bedeutung hat und wahrscheinlich stammverwandt ist. in der seemannssprache ist schlunsje die bezeichnung einer laterne. vgl. 1.
3856 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchlunzDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Der Schlunz , — es, Mz. — e , im N. D. ein unordentlicher, nachlässiger Mensch. I Hannöverschen, ein loser Vogel.

  2. modern
    Dialekt
    Schlunz

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schlunz [ʿSlyùnts M. ] f. faules Weib. Vgl. Schlunze Hess. 357.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlunz

25 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schlunz 2 Komponenten

sch+lunz

schlunz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlunz‑ als Erstglied (23 von 23)

Schlunzel

SHW

Schlunz-el Band 5, Spalte 475-476

Schlunzarsch

RhWB

schlunz·arsch

Schlunz-arsch Saarl-Beaumarais m.: verächtl. unsauberes, in Kleidung u. Arbeit ganz unordentliches Weib.

schlunzen

DWB

sch·lunzen

schlunzen , verb. mit schleppendem kleide, nachlässig, müszig gehen Liesenberg 196 , müszig gehen, nachlässig gekleidet gehen Vilmar 357 , u…

schlunzen II

RhWB

sch·lunzenii

schlunzen II -u- Kreuzn-Münster Sarmsh schw.: ein Schläfchen halten; s. lunzen. — Abl.: die Schlunzerei, das Geschlunz.

Schlunzer

ElsWB

Schlunzer [ʿSlùnsər Bisch. ] m. zerlumpter Strolch. — Schwäb. 467. vgl. Bayer. 2, 529.

Schlunzert

LothWB

schlunz·ert

Schlunzert , Schlounzert m. Bo. D. Si. unordentlicher, nachlässiger Mensch, Strolch, Müßiggänger. — els. 2, 468 Schlunzer; baier. 2, 529 Sch…

schlunzig

PfWB

 schlunzig Adj. : ' unordentlich, schlampig ', schlunzich [ Krämer Gal 257]. Südhess. V 476 ; Rhein. VII 1404 .

Schlunzjunge

RhWB

schlunz·junge

Schlunz-junge -jo·ŋ. Bergh-NEmbt m.: J., jüngster Knecht, der die Schweine zu füttern hat.

Schlunzkippe

RhWB

schlunz·kippe

Schlunz-kippe -kip Dinsl-Vörde f.: verächtl. unordentliches, liederliches Weib, Schl.arsch (s. d.).

Ableitungen von schlunz (2 von 2)

Schlunze

PfWB

Schlunze f. , Schlunz m. : 1. a. 'Speiseröhre des geschlachteten Schweins als Spielzeug der Kinder', Schlunz (šlunds), f. [Kirchhbol]; vgl. …

verschlunzen

PfWB

 ver-schlunzen schw. : = verschlampen 1, verschlunze [ Gal-Josbg ]. — Zu Schlunze 'schlampige Frau'. — Rhein. VII 1404 ; Saarbr. 220.