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Ruder

mnd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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18 in 16 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Ruder

Bd. 17, Sp. 228
Ruder (Steuerruder), Vorrichtung zum Lenken (Steuern) des Schiffes, bestehend aus einem hölzernen oder eisernen Blatt, das in vertikaler Ebene drehbar am Hinterende des Schiffes befestigt ist. Man unterscheidet am R. das Ruderblatt, unter Wasser, und den Ruderhals mit dem Ruderkopf, die, wasserdicht im Hennegatt oder im Ruderkoker durch die Schiffswand geführt, in den innern Schiffsraum hineinragen. Das R. wird meist mit Fingerlingen in Scheren oder Augbolzen aufgehängt, die am Achtersteven oder Rudersteven angebracht sind. Am Ruderkopf greift die Ruderpinne an, ein hölzerner oder eiserner einarmiger Hebel, oder das Ruderjoch, ein eiserner zweiarmiger Hebel. Während die Pinne mit dem Ruderblatt in einer Ebene liegt, steht das Ruderjoch querschiffs. Durch Drehung der Pinne oder des Joches wird das R. um einen Winkel gegen den Längsplan des Schiffes geneigt. Das Schiff wird dadurch gezwungen, von seiner bisherigen Fahrtrichtung nach der Seite zu drehen, nach der das Ruderblatt gedreht wurde. Größere Schiffe führen meist ein Balanceruder, dessen Drehachse (Ruderspindel) die Fläche des Ruderblattes ungefähr in dem Verhältnis von 1: 2 teilt, so daß ein Drittel der Fläche des Blattes vor der Drehachse liegt. Das Balanceruder bedarf weniger Kraft zum Drehen als ein ebenso großes gewöhnliches R. Ein- und Dreischraubenschiffe haben das R. meist hinter der Schraube an einem zweiten Steven, dem Rudersteven. Doppelschraubendampfer, Raddampfer, Reaktionsdampfer und Segelschiffe haben das R. stets am Hintersteven. Außer dem Heckruder kommen auf Torpedobooten und Fährdampfern (vorn und hinten gleichgebauten Doppelendern) noch Bugruder vorn unter dem Bug oder am Vorsteven vor, zur Vergrößerung der Steuerfähigkeit. Die Drehfähigkeit eines Schiffes hängt ab von der Größe des Ruderwinkels (zum Längsplan des Schiffes), von dem Wasserdruck auf das R. und vom Trägheitsmoment des Schiffes um seine senkrechte Drehachse. Als Maximalruderwinkel rechnet man mit Rücksicht auf die Festigkeit der Ruderverbände 35 bis höchstens 42°. Die günstigste Größe der Ruderfläche ist abhängig von der Größe der eingetauchten Längsschiffsfläche und von der Geschwindigkeit des Schiffes; sie beträgt 1/30 bis 1/70 der eingetauchten Schiffsfläche. Tatsächlich steuert jedes Schiff um so besser, je größer seine Ruderfläche ist; aber mit Rücksicht auf die Kraft, die zum Drehen des Ruders erforderlich ist, beschränkt man die Ruderfläche je nach dem Zwecke des Schiffes auf das zulässige Mindestmaß. Nur bei Booten und kleinen Schiffen wird das R. mit der Pinne durch Handkraft gedreht; bei Handelsschiffen mittlerer Größe findet man noch Ruderräder für Handbetrieb, die ein Steuerreep drehen, das durch Flaschenzüge mit der Pinne verbunden ist. Bei allen Kriegsschiffen bis zum Torpedoboot sowie bei allen größern Handelsdampfern wird die Arbeit zum Drehen des Ruders von Dampfmaschinen (Dampfruder oder Dampfsteuer), hydraulischen oder elektrischen Rudermaschinen geleistet. Diese Maschinen drehen Trommeln, auf denen sich das Ruderreep oder die Ruderkette auf- und abwickelt und so die Pinne dreht, oder sie wirken auf Stangenleitungen mit Schraubenspindeln und Schneckenrädern, die auf einem Zahnkranz laufen. Die Steuereinrichtungen moderner Kriegsschiffe sind sehr verschiedenartig und sehr kompliziert, man bevorzugt dabei unbedingt zwangsläufige Bewegungsmechanismen; jedes Kriegsschiff erhält an verschiedenen Stellen, auf der vordern und hintern Kommandobrücke, in den Kommandotürmen und unter dem Panzerdeck, Handsteuerräder für den Rudersmann, die durch Kammradgestänge oder Telemotoren die Rudermaschinen oder Ruderzwischenmaschinen in der gewünschten Drehrichtung in Betrieb setzen oder stoppen. Besondere Drehvorrichtungen für das R. sind: die Liedemannsche Steuereinrichtung (mit Reep), die Harfieldsche (mit Schneckenrad und Segment), die Kettenradsteuereinrichtung, die Schraubenspindelsteuerung, die Egellsche Rudermaschine. Hydraulische Ruderbremsen bremsen bei nicht zwangsläufigen Rudermaschinen die Stöße des Ruders großer Schiffe in bewegter See; das Notruder (Notsteuervorrichtung) soll das R. ersetzen, wenn es unbrauchbar geworden ist; je nach Größe und Bauart der Schiffe und nach den verfügbaren Bordmitteln bereitet man solche Notruder aus Trossen, Spieren, Rahen, Gerüsten, Flößen, Baljen, Säcken etc. Vgl. Ruderkommando. – Im Binnenland bezeichnet man mit R. die »Riemen« (s. d.). – In der Jägersprache versteht man unter R. die Füße der Schwimmvögel.
4492 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rûder

    Mittelniederdeutsches Wb.

    rûder s. 3 rôder.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ruder

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Ruder , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein langes Werkzeug, einen andern Körper damit umzurühren; eine nur in den Br…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ruder

    Goethe-Wörterbuch

    Ruder 1 (hölzernes) Gerät zum Fortbewegen von Wasserfahrzeugen durch Armzug, Riemen; wiederholt in bildkünstlerischer Da…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ruder

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ruder ( Steuerruder ), Vorrichtung zum Lenken (Steuern) des Schiffes, bestehend aus einem hölzernen oder eisernen Blatt,…

  5. modern
    Dialekt
    Ruder

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Ruder , Rude n [Rýtə Brum. Lobs. Rothb. ; Rýtər Betschd. Lohr Büst Wh. Dehli. ] m. Bed. wie Rud 4. Dismol han m i r's ni…

  6. Sprichwörter
    Ruder

    Wander (Sprichwörter)

    Ruder 1. Das Ruder im Land ruht am besten in Einer Hand. »Regierungsruder muss nur einer führen.« ( Chaos, 970. ) 2. Das…

  7. Spezial
    Ruder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ru|der n. (-s,-) rëmbl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruder

261 Bildungen · 109 Erstglied · 151 Zweitglied · 1 Ableitungen

ruder‑ als Erstglied (30 von 109)

Ruderschiff

SHW

Ruder-schiff Band 4, Spalte 1507-1508

Ruderarbeit

DRW

ruder·arbeit

Ruderarbeit, f. zu Ruder (II) Rudern als Strafe vgl. Galeerendienst, Ruderknecht (II) wir schickend eine anzahl [teüffer] ... an eisen gefeß…

ruderarm

DWB

ruder·arm

ruderarm , m. : ihr schwinger des ruderarms. Stolberg 14, 187 .

Ruderast

RhWB

rude·rast

Ruderast rūdərast  Gummb-Ründeroth Sg. t. m.: Schutt, Geröll, Abfälle; es war eine Tür durch eine Wand gebrochen worden, do mott noch der…

Ruderāten

Meyers

ruder·aten

Ruderāten ( Ruderalpflanzen , v. lat. rudera , s. oben), auf Schutt sich ansiedelnde Pflanzen, meist überall die gleichen Arten, wie Balsamk…

Ruderbälle

Meyers

Ruderbälle , Signale, welche die Ruderlage eines Kriegsschiffes andern Schiffen anzeigen; es sind im Geschwader rote und grüne Kegel, die am…

ruderband

DWB

ruder·band

ruderband , n. : und da sie die ancker auffgehuben, lieszen sie sich dem meer, und löseten die ruderband ( τὰς ζευκτηρίας τῶν πηδαλίων ) auf…

ruderbank

DWB

ruder·bank

ruderbank , f. : ruderbanck, darauff man sitzt, wenn man am ruoder zeucht, transtra. Maaler 338 c ; die anderen setzten auf ruderbänke sich …

ruderberühmt

DWB

ruder·beruehmt

ruderberühmt , adj. : dort mit geflügelten worten besprachen sich untereinander ruderberühmte Phaeaken umher, schiffkundige männer ( Φαίηκες…

ruderbesteurer

DWB

ruderbesteurer , m. der matrose am steuer. Campe ( s. rudergänger).

ruderboot

DWB

ruder·boot

ruderboot , n. mit rudern bewegtes boot, im gegensatz zu segelboot.

Ruderbuchsgeld

DRW

Ruderbuchsgeld, n. schon kontemporär mit unklarer Bedeutung schipper H.L. hausfrau klaget, daß herr R.K. ihr vermöge churfürstlicher assigna…

ruderer

DWB

rude·rer

ruderer , m. rudrer, remex, remigator, mhd. ruoderære: das schiff fliegt im sturme, und die wallenden segel bedürfen des ruderers hülfe nich…

rudereⁿ

Idiotikon

rudereⁿ Band 6, Spalte 626 rudereⁿ 6,626

ruderfest

DWB

ruder·fest

ruderfest , n. fest eines rudervereins, fest mit veranstaltungen wie schifferstechen, wettfahren u. ähnl.

ruderflosse

DWB

ruder·flosse

ruderflosse , f. so heiszen die seitlichen flossen der fische, mit welchen sie sich vorwärts bewegen. Oken 4, 340 .

ruder als Zweitglied (30 von 151)

bruder

BWB

-bruder Band 3, Spalte 3,550

Duzbruder

RDWB1

Duzbruder m auch Duzfreund давно на "ты"; давний приятель; закадычный друг; кто-л. с кем-л. не разлей вода идиом. , разг.

Halbbruder

RDWB1

Halbbruder m сводный брат (при общем отце) единоутробный брат (при общей матери)

Ziehbruder

RDWB1

Ziehbruder m weibl. Ziehschwerster f сводный брат (жен. сводная сестра)

Adelbruder

DRW

adel·bruder

Adelbruder ehelich (und daher besser) geborener Bruder des Unehelichen Abymelech ... was kevessone unde slůch siner adelbrodere seventich do…

Alchbruder

DRW

Alchbruder Landstreicher 1624 Unger,SteirWsch. 14 [vgl. auf der alg gehen betteln. Zinkernagel 511] Faksimile

Außenbruder

DRW

außen·bruder

Außenbruder die dorfkuͤster und schulmeister nicht gehalten seyn, sich als aussenbruͤder bey den gilden der staͤdte aufnehmen zu lassen 1776…

betbruder

DWB

bet·bruder

betbruder , m. simulator pietatis, frömmling: wenn eine betschwester einen betbruder heiratet, so gibt das nicht immer ein betendes ehepaar.…

Bêthbruder

Adelung

beth·bruder

Der Bêthbruder , des -s, plur. die -brüder, eine Person männlichen Geschlechtes, welche aus Heucheley beständig bethet, im verächtlichen Ver…

Blasibruder

Wander

Blasibruder Der ist ein Blasibruder. So sagte man im vorigen Jahrhundert, wenn man einen Mann bezeichnen wollte, dessen Handlungsweise nicht…

bruwruder

KöblerMnd

bruwruder , N. Vw.: s. brūwrōder*

Dutzbruder

Adelung

dutz·bruder

Der Dutzbruder , des -s, plur. die -brüder, in den niedrigen Sprecharten, eine Person männlichen Geschlechtes, welche man aus Vertraulichkei…

duzbruder

DWB

duz·bruder

duzbruder , m. den man du anredet, mit dem man brüderschaft getrunken hat; vergl. duzschwester. in solchem reden erkenne ich einen, so mein …

eidbruder

DWB

eid·bruder

eidbruder , m. eodem juramento obstrictus, unter marksteinsetzern üblich.

fatzbruder

DWB

fatz·bruder

fatzbruder , m. scurra: ein sehr guter fatzbruder. Wickram rollw. 64 b .

frauenbruder

DWB

frau·n·bruder

frauenbruder , m. 1 1) uxoris frater, schwager. 2 2) carmelita. voc. 1482 i 2 a .

Fressbruder

Wander

fress·bruder

Fressbruder Ein Fressbruder ist immer gern bei vollen Schüsseln. Dän. : En god fœtali broder som vil have hekke fulde. ( Prov. dan., 152. )

gartbruder

DWB

gart·bruder

gartbruder , gartenbruder , m. gleich gartknecht. 1 1) gartbruder, landsknecht der auf der gart umzieht ( s. gart f. 2, b ), bruder weil sie…

Geißelbruder

Adelung

geissel·bruder

Der Geißelbruder , des -s, plur. die -brüder, eine ehemahlige Secte im 13ten und 14ten Jahrhunderte, welche sich aus verdienstlicher Absicht…

Ableitungen von ruder (1 von 1)

geruder

DWB

geruder , n. 1 1) collectivum zu ruder, das ruderwerk Eger techn. wb. 2, 331 b : wendet er links, anstrebend dem bord, das geruder. Baggesen…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ruder". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ruder/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „ruder". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ruder/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ruder". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ruder/meyers.
BibTeX
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