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rotzen

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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15

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rotzen verb.

Bd. 14, Sp. 1328
rotzen, verb. 11) jüngere ableitung von rotz, laborare gravedine, gravedinosum esse, rheumatismos pati. Stieler 1627. den schleim aus der nase entleeren: warum nicht auch was du vor dich kotzest und rotzest? G. Reimhold reime dich (1673) 38; mach auch kein unlust mit rotzen, domit niemands machst zu kotzen. Wickram kunst zu trinken I, C 2b. im bilde: da stecken wir noch im schlam und unflat unsers alten Adams halben, der sich noch unrein machet, spützet, und rotzet, dem müssen wir sein anklebend unflat, gebrechen, und sünde lassen, bis er gar verscharret werde. Luther 5, 504a. im übertragenen sinne, sich über etwas aufhalten, spotten: der rotzt über alles (eigentlich beschmiert alles mit seinem rotz, vgl. rotz) Schmidt westerw. idiot. 166. Kehrein 332. 22) in der bedeutung 'heftig weinen' ist rotzen intensivbildung zu dem starken verb. ahd. rioʒan (Graff 2, 560), mhd. rieʒen, flere, das auch im ags. reótan in derselben bedeutung erscheint. sicherlich hat auf die formentwicklung (man erwartet rützen) rotz einflusz geübt (vgl.rotz und wasser weinen sp. 1326). in neueren dialekten hat es meist verächtlichen nebensinn. Schm. 2, 196. Schöpf tirol. idiot. 565. Hügel Wiener dial. 130. 33) ein drittes rotzen ist aus mhd. rohezen, intensivbildung zu mhd. rohen, ruohen, grunzen, brüllen entstanden (vgl.rochsen, rochzen sp. 1092). es nimmt dann die specielle bedeutung 'aufstoszen, rülpsen' an: ructare Dief. gloss. 506, eructare 209a. Schm. 2, 196: von huosten, rützen und speiben mocht wir in der kirchen nit pleiben. fastn. sp. 472, 1; sie thet stets rötzen, hustn und kreisten, kratzen, jucken, scheissen und feisten. H. Sachs 5, 344b. dasz die formen so auszerordentlich wechseln, darf bei einem lautmalenden worte nicht auffallen. vgl. die formen bei Dief. und Schmeller a. a. o.
1832 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rotzen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    rotz , rotzen , rotzic s. roz, rohezen, rützic.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rotzen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Rotzen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, den Rotz mit einem lauten Geräusche aufziehen; wo es doch, so wie d…

  3. modern
    Dialekt
    (rotzen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    ( rotzen in ) gerotzt [kərotst M. ] Adv. g. voll dick voll, dicht gedrängt = grutschelig. — vgl. Schwäb. 443 grozzelt vo…

  4. Sprichwörter
    Rotzen

    Wander (Sprichwörter)

    Rotzen Rotzen und Weinen, Zanken und Greinen, Hoffart und Verführung ist der Weiber Hantierung. – Parömiakon, 2404.

  5. Spezial
    rotzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rot|zen vb.intr. 1 (sich schnäuzen) snortlé (-la), se mocé 2 (spucken) spodé (spöda) 3 (Schleim aus der Nase in den Mund…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rotzen

24 Bildungen · 3 Erstglied · 17 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von rotzen 2 Komponenten

rot+zen

rotzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rotzen‑ als Erstglied (3 von 3)

Rotzenberg

SHW

Rotzen-berg Band 4, Spalte 1483-1484

Rotzenwiese

SHW

Rotzen-wiese Band 4, Spalte 1483-1484

rotzen als Zweitglied (17 von 17)

smarotzen

KöblerMnd

*smarotzen , sw. V. nhd. „schmarotzen“, betteln Hw.: s. smarotzære E.: s. Kluge s. u. schmarotzen W.: s. nhd. schmarotzen, sw. V., schmarotz…

a(n)trotzen

Idiotikon

a(n)trotzen Band 14, Spalte 1671 a(n)trotzen 14,1671

abprotzen

DWB

abprotzen , franz. démonter, ein geschütz vom protzwagen heben, gegensatz von aufprotzen : das stück ist abgeprotzt, demontiert.

abtrotzen

DWB

abt·rotzen

abtrotzen , minis obtinere, durch trotz und drohung abnöthigen: er würde mich nie ansehen können, ohne mich heimlich anzuklagen, wie viel ic…

aufprotzen

DWB

auf·protzen

aufprotzen , franz. monter, ein stück, eine kanone aufprotzen, gegensatz von abprotzen. figürlich, im zorn auffahren: sinnbilder der aufprot…

ertrotzen

DWB

ert·rotzen

ertrotzen , extorquere, abtrotzen, so lange trotzen, bis man seine absicht erreicht: er hat es endlich ertrotzt. Stieler 332 ; vertraun und …

gerotzen

KöblerMhd

gerot·zen

gerotzen , sw. V. nhd. „rotzen“, rülpsen Q.: OvW (2. Viertel 15. Jh.) E.: s. ge, rotzen (?) W.: nhd. DW- L.: Lexer 402c (grotzen), LexerHW 1…

schmarotzen

DWB

schma·rotzen

schmarotzen , verb. parasitari, älter smorotzen, schmorotzen, schmorutzen, schmarutzen ( so noch in klassischer zeit ), vereinzelt schmalotz…

smorotzen

Lexer

smorotzen swv. mendicare Voc. 1482. schmorotzen, schmarotzen Zimr. chr. 4. 204,6 ;

sprotzen

DWB

sprot·zen

sprotzen , verb. , mit ō, tirol. stier mit weitgeöffneten augen dreinsehen, glotzen, den sprōzer haben, stier dreinschauen. Schöpf 694 . vgl…

strotzen

DWB

strotzen , vb. , tumere. herkunft und form: das wort begegnet in dieser form nicht vor der mittleren sprachperiode: mhd. strotzen, strozzen,…

use(n)strotzen

Idiotikon

use(n)strotzen Band 11, Spalte 2470 use(n)strotzen 11,2470

zuprotzen

BWB

zuprotzen Band 3, Spalte 3,505f.

Ableitungen von rotzen (4 von 4)

berotzen

DWB

berotzen , muco polluere: wie sonderlich der schneiderknecht mit seiner nasen umb sich schlecht, berotzet manchen fromen man, ders affenreic…

gerotzen

KöblerMhd

gerotzen , sw. V. nhd. „rotzen“, rülpsen Q.: OvW (2. Viertel 15. Jh.) E.: s. ge, rotzen (?) W.: nhd. DW- L.: Lexer 402c (grotzen), LexerHW 1…

verrotzen

MeckWB

verrotzen verschnupfen: ick bün verköhlt, versnöölt un verrotzt Ha Red .