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Reim

an. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
46 in 18 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
38
Verweise raus
52

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Reim

Bd. 16, Sp. 752
Reim, im allgemeinsten Sinne der Gleichklang von Teilen verschiedener Wörter. Man unterscheidet speziell zwei Arten: den Stabreim oder die Alliteration (s. d.) und den Endreim oder den R. im engern Sinne. Der letztere ist der volle Gleichklang von Silben und Wörtern bei verschiedenen Anfangsbuchstaben. Er tritt in der modernen Poesie gewöhnlich am Ende der Verse auf und dient so dazu, einerseits den Vers zu einem relativ selbständigen und klar abgeschlossenen Gliede des rhythmischen Ganzen zu machen, anderseits wieder solche Glieder in unmittelbar in die Ohren fallender Weise zusammenzuschließen. Je kräftiger und klarer der R. hervortritt, um so weniger bedarf der Vers der künstlichen rhythmischen Gliederung; wo das eine Ausdrucksmittel vorherrscht, tritt das andre an Bedeutung zurück. Man teilt die Reime in bezug auf die Silbenzahl in männliche oder stumpfe (einsilbige), z. B. Baum, Saum; weibliche oder klingende (zweisilbige), z. B. Waffen, schaffen; gleitende (dreisilbige, aus Daktylen bestehend), z. B. wonnige, sonnige. Das Ideal des Reimes ist Reinheit, d. h. vollständiger Gleichklang der reimenden Laute, doch verstoßen gegen diese Forderung auch die besten deutschen Dichter infolge des Einflusses der dialektischen Aussprache. So reimt Goethe »schaden« zu »raten«, »neige« zu »Schmerzenreiche« etc. Vokalisch unreine Reime wie: »Willen« zu »füllen«, »Deutsche« zu »Peitsche« sind weitverbreitet und bei der Reimarmut der deutschen Sprache kaum ganz zu entbehren. Werden gleiche Wörter oder Silben auseinander gereimt (z. B. Liebe und Liebe), so entsteht der sogen. identische R., der aber für fehlerhaft gilt. Dagegen gilt der rührende R., bei dem die gleichen Laute verschiedene Bedeutung haben, als erlaubt; z. B. »triebe« (Verbalform) zu »Triebe« (Substantivum). Die Stellung der Reime ist sehr mannigfaltig. Zwei auseinander reimende Verse heißen Reimpaare (Stellung: a a, b b etc.); daneben kommen vor die Formen der Kreuzung (a b a b), Umschlingung (a b b a) und mannigfaltigere Verbindungen (wie a b c a b c etc.). Sehr selten kommt vor der sogen. Anfangsreim, zu Anfang des Verses, z. B.: Zage nicht, wenn dich der grimme Tod will schrecken, Zage nicht das flücht'ge Reh des Weltgenusses. Durch die Vorbilder der orientalischen Poesie ist der Doppelreim, der schon früher vorkam, in der deutschen Dichtung des 19. Jahrh. zu größerer Verbreitung gelangt; er erstreckt sich auf mehrere Wörter, z. B. »Leben habe« zu »gegeben habe«; auch drei, ja vier Wörter reimen gelegentlich aufeinander, z. B.: Du mußt mit mir wandern Nach der lieben, alten, schaurigen Klause, In dem trüben, kalten, traurigen Hause. (Heine.) Als Mittelreim bezeichnet man häufig den R. in der Mitte zweier Langzeilen, z. B.: Nun ist's dem alten Recken ein lieber Zeitvertreib, Zu waschen und zu strecken den narbenvollen Leib. (Uhland.) Der Binnenreim (s. d.) steht innerhalb einer einzelnen Verszeile, z. B.: Durch Korn und Dorn, durch Heid' und Stoppel. (Bürger.) Der seltene Kettenreim liegt vor, wenn sich das Endwort eines Verses mit der Mitte des folgenden reimt, z. B.: Wenn langsam Welle sich an Welle schließet, Im breiten Bette fließet still das Leben. (F. v. Schlegel.) Über den Kehrreims. d. – Der R. fehlte der klassischen Literatur des Altertums; aus der christlichen lateinischen Hymnenpoesie des Mittelalters drang er in die Vulgärsprachen ein; in Deutschland erscheint er unter den uns erhaltenen Denkmälern zuerst in Otfrids »Krist« (868); er verdrängte seitdem den altheidnischen Stabreim oder die Alliteration. Überall aber erscheint der R. zuerst als unmittelbar gebunden (rimes plates) und als stumpfer oder männlicher, und erst mit der Ausbildung der Kunstpoesie wurden auch die weiblichen und gleitenden Reime sowie die verschiedenen Gattungen der verschränkten Reime (rimes croisées) eingeführt. Durch die höfische Kunstlyrik, namentlich durch die der Troubadoure, und später die deutschen Minne- und Meistersinger kamen neben den einreimigen Tiraden und den Reimpaaren der Volkslieder die künstlich verschlungenen, genau gebundenen Reimsysteme in die Poesie, und je mehr die Poesie selbst in Verfall kam, um so größern Wert legte man auf die gesuchten Reimspiele. Zur Erleichterung des Aufsuchens von Reimen entstanden Reimlexika, Zusammenstellungen aller in einem Sprachschatz enthaltenen Reimendungen, von denen wir, von ältern Versuchen absehend, nur das »Allgemeine deutsche Reimlexikon« von Peregrinus Syntax (Ferd. Hempel, Leipz. 1826, 2 Bde.) und Steputats »Reimlexikon« (in Reclams Universal-Bibliothek) anführen. Vgl. Poggel, Grundzüge einer Theorie des Reims (Hamm 1834); W. Grimm, Zur Geschichte des Reims (Berl. 1852, auch im 4. Bd. der »Kleinen Schriften«); Ehrenfeld, Studien zur Theorie des Reimes (Zür. 1897) und Studien zur Theorie des Gleichklangs (das. 1904).
4821 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    reimst. F. (ō)?, sw. F. (n)?

    Köbler An. Wörterbuch

    reim , st. F. (ō)?, sw. F. (n)? nhd. Band (N.), Riemen (M.) (1) I.: Lw. mnd. rēme E.: s. mnd. rēme, F., Band (N.), Rieme…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    reimm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    reim m. tendicula, -lum raim, reim Dfg. 577 b . vgl. rieme.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Reim

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Reim , des -es, plur. die -e, Diminut. das Reimchen, Oberd. Reimlein. 1) Zwey oder mehr ähnlich klingende Wörter, un…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Reim

    Goethe-Wörterbuch

    Reim ‘Reime’ B49,399,5 Konjektur für ‘Räume’; pl ‘Reim'’ 6,35 Vs 12 1 Gleichklang mindestens zweier Wörter vom Vokal der…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Reim

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Reim , Gleichklang der Silben am Ende der Verszeilen; männlicher R., wenn er sich bei 2 schweren Silben (z.B. Raum, Baum…

  6. modern
    Dialekt
    Reim

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    † Reim in Ingereims [Inkəraims Geisp. ] n. Eingeweide. — Bayer. 2, 167 Ingereusch, Gereusch.

  7. Sprichwörter
    Reim

    Wander (Sprichwörter)

    Reim 1. Es stehet der Reyme zu Nürnberg noch ohn aussgeleschet, dann sich keiner noch zur Zeit dran wagen dörffen. – Die…

  8. Spezial
    Reimm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +29 Parallelbelege

    Reim , m рифма , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit reim

208 Bildungen · 179 Erstglied · 22 Zweitglied · 7 Ableitungen

reim‑ als Erstglied (30 von 179)

Reimanklang

GWB

reim·anklang

Reimanklang die akustisch wahrnehmbare Ähnlichkeit der Lautung von Silben od Wörtern am Versende B7,48,3 Kayser 25.4.85 [ Zit s v Reim 1a ] …

Reimann

Herder

reim·ann

Reimann , Jakob Friedrich, geb. 1688 zu Gröningen im Halberstädtischen, gest. 1743 als Superintendent zu Hildesheim, gilt durch seinen „Vers…

Reimar

Meyers

rei·mar

Reimar , Freimund , Pseudonym des Dichters Friedrich Rückert (s. d.).

reimarm

DWB

reim·arm

reimarm , adj. , ebenso schwed. rimfattig, arm an reimen: eine reimarme sprache. dazu reimarmut, f.

reimart

DWB

reim·art

reimart , f. art zu reimen: klingende, stumpfe reimart; seine reimart ist nicht kunstvoll; in deine reimart hoff' ich mich zu finden, das wi…

Reimarus

Herder

Reimarus , Herm. Sam., geb. 1694 zu Hamburg, gest. 1767 daselbst als Gymnasialprofessor, besaß tüchtige philologische, naturhistorische und …

reimast

KöblerAn

reim·ast

reimast , sw. V. nhd. spuken Hw.: s. reimir, reimuðr L.: Vr 438b

reimaufgabe

DWB

reim·aufgabe

reimaufgabe , f. aufgabe, aus gegebenen reimworten ein gedicht zu machen. Campe.

reimband

DWB

reim·band

reimband , n. : ist mir ie das saiten-werck und ein reimband wolgelungen, ... o so werd an diesem tage der sonst müde geist erweckt. Chr. Gr…

reimbar

DWB

reim·bar

reimbar , adj. was im reim gebunden werden kann. ebenso unreimbar. von reimbar gebildet reimbarkeit, f.

reimbildend

DWB

reimbildend , adj. : die reimbildenden wörter.

reimbildung

DWB

reim·bildung

reimbildung , f. : selbst bei Blumauer, dessen vers- und reim-bildung den komischen inhalt leicht dahinträgt, ist es eigentlich der schroffe…

reimbinder

DWB

reim·binder

reimbinder , m. schlechter reimer: kommet her, ihr reimenbinder, ihr der musen hurenkinder. Reinh. v. Freientahl (1700) 50 .

reimbold

DWB

reim·bold

reimbold , m. schlechter, unverwüstlicher, eitler reimer: drum jage vers und reim zum satan, und hör', o Reimbold, statt des raths der falsc…

reimbuch

DWB

reim·buch

reimbuch , n. im älteren nhd. ein buch in versen: derselbige hat die glossen ausz andern reymbüchern darzugesetzt. Rollenhagen froschm. (159…

reimbuchstabe

DWB

reimbuch·stabe

reimbuchstabe , m. Harsdörfer im poetischen trichter nennt den anlaut der reimsilben den oder die reimbuchstaben: in behagen, jagen, sie lag…

reimchen

DWB

reim·chen

reimchen , n. , diminutiv von reim; spöttisch: duftig schwebeln, luftig tänzeln nur in reimchen, assonänzeln, nur in tönen mag sie ( die aft…

Reimchroniken

Meyers

Reimchroniken , eine Art historischer Gedichte, die gewöhnlich einen längern Zeitraum der Geschichte darstellen. Sie haben weniger poetische…

reimdichter

DWB

reim·dichter

reimdichter , reimendichter , m. , nld. rijmdichter poeta rhytmicus Kilian. nur dem älteren nhd. angehörig, reim- oder verschdichter, poeta,…

reimdichtung

DWB

reim·dichtung

reimdichtung , f. gleich dem vorhergehenden worte nur dem älteren nhd. angehörig, allgemein poesis bezeichnend: dasz du, der menschen frewd,…

reimdrechsler

DWB

reim·drechsler

reimdrechsler , m. ein mit übertriebener sorgsamkeit, ein mühsam und handwerksmäszig reimender.

Reimdunst

GWB

reim·dunst

Reimdunst ‘Reim- und Strophendunst’: bildl für eine übersinnliche Stoffe mit gereimten Versen behandelnde Dichtungsweise Unser Balladenstudi…

Reimerisses

SHW

Reime-risses Band 4, Spalte 1339-1340

reim als Zweitglied (22 von 22)

Kehrreim

RDWB1

Kehrreim m (kein Bezug zu "мести") рефрен

Achterreim

MeckWBN

achter·reim

Wossidia Achterreim m. vom hinteren Mann in der Jolle geführtes Ruder: Achterreem ( Wi Wismar@Poel Poel ) Rud. Handb. Boote 130.

Backenreim

MeckWBN

backen·reim

Wossidia Backenreim m. Teil des Zaumzeuges beim Pferd, s. Pierd I 4.

Bilderreim

Adelung

bilder·reim

Der Bilderreim , des -es, plur. die -e, gereimte Zeilen, welche so zusammen gefüget werden, daß sie durch ihre Stellung eine Art eines Bilde…

Braukreim

MeckWBN

Wossidia Braukreim m. a. Spr. Hosenriemen; PN.: 'brocreme' Brockm. 93.

endreim

DWB

end·reim

endreim , m. versus similiter desinens, nnl. eindrijm.

Grotreim

MeckWBN

grot·reim

Wossidia Grotreim m. 20 Fuß langes Ruder: bei der Fahrt zu den Fangplätzen wurden in der Jöll neben einem Vörenreem zwei Grotreems benutzt (…

Halsreim

MeckWBN

hals·reim

Wossidia Halsreim m. Halsriemen des Pferdes, s. Pierd I 4.

Hollreim

MeckWBN

holl·reim

Wossidia Hollreim m. wie Uphollerreim, s. Pierd I 4.

irreim

DWB

irr·eim

irreim , m. (irr-reim): ein irr reim oder irr gedicht ist, worin die reimung irrig laufet, oder also herüm irret, dasz sie sich kaum ein- od…

Kastenreim

MeckWBN

kasten·reim

Wossidia Kastenreim m. Ruder mit vierkantigem Schaftquerschnitt: Kastenreem ( Wi Wismar@Hoben Hob ) Rud. Handb. Boote 79; 126.

kettenreim

DWB

ketten·reim

kettenreim , m. ' ein ehemaliges poetisches spielwerk, da sich jeder vers mit sich selbst am anfange und ende, ingleichen zwei verse mit ein…

Klampreim

MeckWBN

klamp·reim

Wossidia Klampreim m. Ruder mit vierkantigem Schaftquerschnitt ( Schö Schönberg@Boltenhagen Bolt , Wi @ Poel) Rud. Handb. Boote 126; 79.

leberreim

DWB

leber·reim

leberreim , m. eine gattung reime aus dem stegreif, die über eine hechtleber gesprochen wurden: leber-reime, sind eine gewisse art 4 zeilige…

liehtstreim

Lexer

lieht·streim

lieht-streim stm. BMZ radius Dfg. 483 a , vgl. 312 b ( auch liech strîme, -streimel ), liecht strein Voc. S. 1,5 b .

Middelreim

MeckWBN

middel·reim

Wossidia Middelreim m. das vom zweiten Mann benutzte Ruder, wenn die Jöll mit vier Mann besetzt war: Middelreem ( Wi Wismar@Poel Poel ) Rud.…

Middenreim

MeckWBN

midden·reim

Wossidia Middenreim m. 17 Fuß langes Ruder, beim Aufnehmen der Netze in der linken Hand (Steuerbord): Mierdenreem ( Wi Wismar@Hoben Hob ) Ru…

ringelreim

DWB

ringel·reim

ringelreim , m. , im 17. jahrh. nach dem franz. rondeau gebildet. reim trägt hier die ältere bedeutung ' spruch, kleines gedicht ' ( s. oben…

Schandreim

DRW

schand·reim

Schandreim, m. wie Schandgedicht wer den andern mit schandreimen oder liedern schmaͤhet, sol nach der kaiserlichen hals-gerichts-ordnung ges…

Schreim

Wander

sch·reim

Schreim Mit einem schrayme gwyt ghain. – Tappius, 167 a .

streim

DWB

streim , streime, streimen , m., f. , ' streifen, strahl '. ausführliches zu herkunft und form s. unter dem nhd. verbreiteteren, nach bedeut…

Ableitungen von reim (7 von 7)

bereimen

DWB

bereimen , in reime bringen, versificieren, besingen: den gekreuzigten und auferstehenden Jesum unter der person des hirten Daphnis poetisch…

ERREIMEN

DWB2

ERREIMEN vb. präfixbildung zu reimen vb. mittels reim zum ausdruck bringen, erschaffen: 1645 mein reim erreimt es nicht, diß rümen fleucht d…

gereime

DWB

gereime , n. 1 1) das reimen, besonders in verächtlicher bedeutung. 2) das gereimte, gedicht: md. daʒ her gesmuckte rede hobischlichen kan u…

reime

DWBQVZ

reime dich, oder ich fresse dich s. Reinhold, Hartmann.

unreim

DWB

unreim , m. , gegenstück zu reim. mit un IV B: winter, mantel, unreime auf kinder, handel J. Grimm gramm. 1 2 , 525 ; der vorgedachte (reim)…

unreimlich

DWB

unreimlich , adj. adv. , gth. v. reimlich ( s. d.; Staub-Tobler 6, 904 ). vgl. ungereimlich. veraltet u. mundartlich. wie unreimisch a: ' ve…

Verreimen

Campe

Verreimen , v. trs . 1) I Reimen verbrauchen, alle machen. Die Wörter auf and sind nun verreimet , man muß einen neuen Reim wählen. 2) Falsc…