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Pfuhl

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Pfuhl

Bd. 6, Sp. 797
Pfuhl das Wort ist, abgesehen von dem Geb. der uSaar von Merz an (in Merz-Losh nur noch im FlN. Intenp.) u. Bitb w. Kyll u. uMos von Koch an, Goar (wo pu·l. ‘Pudel’) allg., u. zwar Rhfrk pūl, –ou-, –ōu-, Pl. -ī-, –ei-, –ēi-; Mosfrk in Saarl -ū:-, –ōu-,-o ·u.-, Pl. -ī:-, –ēi-, –e·i.-; sonst -ū:-, –ō:-, Pl. -ī:-, –ē:- [Siegl Pl. pēlər]; Rip -ō:-, Pl. -:-; Berg -ō:-, –ō, –ou-, –ū(ə)-, Pl. -:-, –-, -øy-, –ȳ(ə)-; SNfrk -ō:-, –o·u.-, –ǫ·u.-, Pl. -:-, –ø·y.-, –·y.-; Klevld ū-, Pl. -lə; Demin. pīlχə usf. [Eup-Stdt pø·l.tjə; SNfrk p·l.kə; Klevld pylkə (-ȳ-)] m.: 1. Wasserlache, Pfütze, stillstehendes, meist faulendes Wasser. a. natürlich, ohne Zutun des Menschen entstanden. α. eine Wasserlache, durch Regen, nach einer Überschwem· mung auf Wegen, im Felde, auf der Wiese entstanden; grosse Moor-, Bruchstelle im Walde; Lache, durch Ausschütten von Wasser in grösserer Menge entstanden Allg., doch Mosfrk hierfür mehr Pudel; e Dreckp. Schmutzpfütze Nahe; enne P. Water, enne Waterp. Nfrk; ene grusse, klene P. (e Pöhlche); et hät ene P. gerent (geregnet), — Pöhl (Pöhlcher) g.; om Weg es (steht) Pöhlchen an P. Rip, Allg.; do hot so en P. gestann Simm; et hät gerent, dat Pöhl stohn Neuw-Dattenbg; he geht (tratsch, patsch usf.) durch de Pöhl; he tritt (tratsch usf.) en de P. Rip, Allg.; et Water stunn in grote Puhle Rees, Allg. RA.: Owesrut es Lüttbedrog (Leutebetrug), rent et nit, dann wengkt (windet) et doch, more sind de Pühl grut Sol. Völ Dröppe make ne Pölltje Eup. De Mond hot e P. es gibt Regen Kreuzn-Boos. Jeder hät sing Pöhlche uszedrinke hat sein Leid Köln-Stdt. De hät sinne P. muss sich sehr plagen, um sein Auskommen zu haben MGladb-Rheind. De Pöuhl treəne müssig umherschlendern Aach-Stdt. Ich moss jed Pöhlche ustredde alles tun, für alles sorgen Rheinb-Meckenh; manch Püəhlschen uttreden Remschd; en trött ale Pihlchern de Auen aus muss überall hin, muss sich unnütze Beschäftigungen machen Trier, Mosfrk; de moss männichem Pöhlche de Oge ustredde manches Leid erfahren Rip, NBerg; anner Löcks (Leuten) Pöhl de Ogen ustr. für andere arbeiten müssen, keine selbständige Lebensstellung einnehmen Malm-Bütgenb. Er es en de P. getret ist bezecht Wend-Marping. Doə kanns öm e Pöhlchen erömguəhn, da fällste net dren die Gefahren meiden Eup-Raeren. — β. ausgehöhlte Tiefe im Bache, Bachtümpel, durch Wasserwirbel entstanden Nahe, Simm-Henau, Bernk-Allenb Woppenr, Bitb, Prüm, Malm, Schleid, dann noch vereinzelt Waldbr-Bergerhsn Lichtenbg Mennekausen Morsb OAgger, Lennep Dhünn Lüttringhsn, Sol-Bürrig Gräfr, Jül-Broich, Heinsb-Kirchhv; auch die tiefe, unbewegte Staustelle im Flusse, z. B. de Dichp. vor dem Deich Siegld; der uwwere u. der unnere P. heissen in Meis-Meddersh die durch einfache Stauvorrichtungen im Bach aufgespeicherten Wassermengen; heelige P. tiefe Stelle in der Work (Warche) unterhalb Malm-Weywertz; dann auch das am Bachrande absichtlich durch Stauung gesammelte Wasser, um darin zu waschen oder um darin Fische zu fangen, die durch die leicht verschliessbare Öffnung zum Bache hin von diesem abgesperrt werden Bitb, Prüm, Malm. — γ. in der Wend.: He es üvver de (grusse) P. übers Meer nach Amerika Rip. — δ. eine Blutlache; et log e ganze P. (Blut) do Prüm, Allg. — ε. Urinlache; en P. mache (secke, pisse), en Pöhlche m. (s., p.) von Kindern Rip, Allg.; do hot de Hund wedder e P. hinggemacht Saarbr. RA.: Mir zwei pissen zesammen en en Pöhlchen on tratschen et och z. us wir halten zusammen Sieg-Hennef. — b. durch Menschenhand entstanden. α. kleiner, meist verschlammter, mit Wasserlinsen überdeckter, an den Rändern mit Wasserpflanzen besetzter Weiher (dieser grösser u. reiner), auch als Brand-, Garde-, Wäschpohl benutzt; nach der Lage Mart-, Kirch-, Schullp., verächtl. Kradep. (Frosch-); auch sonst unterschiedlich bezeichnet, z. B. Bahner-, Krütz-, Tönnesp. Grevbr-Otzenr; am schwarte P. Kref-Anr; der P. stenk, es voll Mudd (Schlamm), — drüg us, es verdrüg, leddig, müərt (trübt) sech, löf üvver; mach ene P. en de Wis, dann kriste se drüg; holl es ene Emer Wasser us dem P. für de Böm; et Wasser rüch no(m) P. Rip, Allg.; iwer'm (inner'm) P. in der Nähe eines Pf. Trier-Heidenbg; de P. as haut (heute) esu grin, et get sicher Ren (Regen) Trier-Mehring; wenn de P. zor Zett (Zeit) opgeschla (gereinigt) wiərd, da stenkt e net Monsch-Witzerath. RA.: Et es geə Pöuhlchen esu klang (klor, rein), et mürt (muddelt, dröf) sich at ens Aach, Rip. Morgenroət (Owesr.) sind am Owend de Pühl groət bei Morgenrot (s. d.) gibt es abends Regen Berg. Nu ös der P. voll! nun aber aufgehört Rip. Wann et Känd versoffen äs, deck mer de P. zo Neuw-Asb. Mer kann sich och an einem kleine Pöhlche satt drinke, an em Pöhlche evven esu got wie an em P. Köln-Stdt. Wer an jedem Pihlche drinkt, muss an j. Hiwelche (Hügel) ruhe Simm-Horn. Besser an enem klene Pöhlche sich satt drenke, als en enen gruəsse versenke Jül-Inden. Al Lef (Liebe), de ros (rostet) nit, un wann se sibbe Johr em P. lit Köln-Stdt. Setz en Krad op ene golde Stohl, se höpp doch widder en der P.! ebd. Du bruchs doch net (glich) en de P. ze sprönge! zu verzweifeln Rip. Et ging e Männche üwwer en Bröck, lag sech en de P.; de P., de krach, dat M. lach, pi, pa, en de Bach! Neuw-Leubsd. He geiht no der gruəte P. wo die grössten Schnapsgläser sind Eup. De es üvver de Pöhl ist geflüchtet Geilk-Prummern. En as von em P. an (in) den anern gesprungen, bas en ersoff as vom Regen in die Traufe Prüm-Waxw. — Pöhlche werpe einen Stein über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft Eusk-Dirmerzh, MülhRh-BGladb Refr. — β. Grube (Behälter) mit frischem Wasser, in das die gesalzenen Felle kommen, damit das Salz weggeschwemmt wird, in der Gerberspr. Trier. — γ. Jauchegrube mit Inhalt, entstanden aus Jauche, ausgelaufenem Dünger u. Regenwasser, meist Mistep. [im Geb. von Mar bedeutet M. eine grössere Ansammlung von Jaucheflüssigkeit neben dem Mistplatz, P. die Jauche, insofern sie als Dünger ausgefahren wird]. P. fahren die Jauche aufs Feld fahren Verbr. ist das Simpl. nach Wk. III 29 in Birkf, Kreuzn, Simm, Saarl, Saarbg-Canzem, Trier-Issel Longuich, Bernk, Zell, Ahrw, Schleid, Monsch, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, SGrevbr, SNeuss, Sieg, MülhRh, Sol (für das Rhfrk u. Mosfrk bis Ahr u. NWied s. auch Puddel). RA.: Je nödder (näher) am P., je schleiter Mes; je n. am Dom, je schl. Kres (Christ) Grevbr-Otzenr. — δ. Pf. am Hause, worin das schmutzige Schrupp- u. Spülwasser geschüttet wird, Sudep. Mettm. — ε. im Rätsel von dem Ölbehälter der alten Öllampe: En iser (zennen) Stöhlche, en fett Pöhlche, en wölle (rauh) Därmche (Docht) (en langen Därm, mät alles wärm; e w. Zippzäppche, e w. Pittermännche) Rip, Berg, — oəve drop e Flämmke MGladb. — 2. übertr. a. verächtl. eine grosse Menge Flüssigkeit; du häs ene grusse P. gemach zuviel Wasser (z. B. in die Suppe) hineingeschüttet); de hät ene P. Bier udgl. gesoffe; de kann ene grusse P. verdrage viel trinken; em P. Brei, Zupp, Kaffe, Melch Rip, Allg.; en hat e P. Tringe (Tränen) gekrosch (gekrischen); e gude P. Melch Prüm. — b. in der Wend.: Dat es mar P. ein schlechtes Getränk Geld-Leuth. — c. in der Wend.: Ich sall der P. bezahle die Zeche Aach-Stdt. — d. Pihlchen Malzeichen, Kaule beim Klickersp. Bitb-Fliessem. — e. am Pöhlche Schöpfstelle am Gärfass Sieg-ODollend. — f. Zemmerer Pihlchen Neckn. derer von Trier-Zemmer; Pihlcher derer von Kreuzn-Monzing. — Abl.: dat Gepöhls verächtl. viele hinderliche Lachen Rip.
7505 Zeichen · 206 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Pfuhl

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Der Pfuhl , des -es, plur. die Pfühle, in der Baukunst, S. Adelung Pfühl .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfuhl

    Goethe-Wörterbuch

    Pfuhl auch -ul; pejor 1 (brackiges) verschmutztes Gewässer a für die Venedig durchziehenden Kanäle u dessen Lagune; auch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfuhl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Pfuhl , soviel wie Jauche, s. Dünger , S. 277.

  4. modern
    Dialekt
    Pfuhl

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Pfuhl Band 2, Spalte 2,700

  5. Sprichwörter
    Pfuhl

    Wander (Sprichwörter)

    Pfuhl 1. Aus dem Pfuhl kommt mancher in die Pfütze. – Altmann VI, 408. 2. Aus einem Pfuhl kann man kein reines Wasser sc…

  6. Spezial
    Pfuhl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfuhl m. (-[e]s,-e) (Weiher, Teich) lagosc m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfuhl

130 Bildungen · 127 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

pfuhl‑ als Erstglied (30 von 127)

Pfuhlbauer

SHW

Pfuhl-bauer Band 1, Spalte 813-814

Pfuhlbaum

SHW

Pfuhl-baum Band 1, Spalte 813-814

Pfuhlbiene

SHW

Pfuhl-biene Band 1, Spalte 813-814

Pfuhlecke

SHW

Pfuhl-ecke Band 1, Spalte 813-814

Pfuhleimer

SHW

Pfuhl-eimer Band 1, Spalte 813-814

Pfuhleva

SHW

Pfuhl-eva Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlfaß

SHW

Pfuhl-faß Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlfloß

SHW

Pfuhl-floß Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlgrube

SHW

Pfuhl-grube Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlgäte

SHW

Pfuhl-gäte Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlheim

SHW

Pfuhl-heim Band 1, Spalte 815-816

Pfuhljoch

SHW

Pfuhl-joch Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlkarch

SHW

Pfuhl-karch Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlkaute

SHW

Pfuhl-kaute Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlkopf

SHW

Pfuhl-kopf Band 1, Spalte 815-816

Pfuhlloch

SHW

Pfuhl-loch Band 1, Spalte 815-816

pfuhl als Zweitglied (1 von 1)

Äntenpfuhl

Adelung

anten·pfuhl

Der Äntenpfuhl , des -es, plur. die -pfühle, ein Teich auf welchem man Änten hält; ingleichen ein Pfuhl, neben welchem sich ein Vogelherd be…

Ableitungen von pfuhl (2 von 2)

bepfuhlen

RhWB

be-pfuhlen: das Feld, die Wiese b., bejauchen Rip (wie Simpl.).

Pfuhle

Meyers

Pfuhle , soviel wie Sölle, s. Text zur Tafel »Erosion« .

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APA
Cotta, M. (2026). „pfuhl". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfuhl/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „pfuhl". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfuhl/rhwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pfuhl". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfuhl/rhwb.
BibTeX
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