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Oele

mhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Oele

Bd. 4, Sp. 378
Oele heißen verschiedenartige Dinge, namentlich: 1) Fette O., fette Substanzen des Pflanzenreichs, obgleich ganz die gleichen Bestandtheile auch im Thierreich vorkommen. Die fetten O., z.B. das Mandel-, Mohn-, Reps- und Leinöl sind Gemische von mehren Fetten, jedoch so: daß das eigentliche Oelfett, Elain, neben dem Stearin od. Margarin das Uebergewicht hat. Die fetten O. als Ganzes sind chemisch-neutrale Substanzen, unauflöslich im Wasser, bei gewöhnlicher Temperatur dickflüssig, in Weingeist wenig, dagegen in Aether löslich; für andere brennbare Substanzen: Harze, feste Fette, flüchtige O., Wachs, Schwefel und Phosphor sind die fetten O. ein Lösungsmittel. Eine Temperatur von etwa 300° bringt die O. in das Kochen, dabei wird das Oel zugleich zersetzt; die dabei entstehenden Bläschen sind Gase, welche angezündet mit heller Flamme brennen. Wegen ihrer geringen Fähigkeit sich zu verflüchtigen, lassen die O. als Ganzes sich nicht entzünden, sondern bedürfen hiezu eines angezündeten Dochtes, welcher sowohl die zum Brennen der O. nöthige hohe Temperatur vermittelt, als auch durch seine Capillarität stets frisches Oel zuleitet. Ihre Dickflüssigkeit, vermöge welcher sie eine glatte und dünne Mittelschichte zwischen 2 Reibungsflächen zu bilden fähig sind, macht die nicht trocknenden O. als Schmiermittel der Maschinen ebenfalls zu einem ungemeinen Consumtionsartikel. Die trocknenden, welche an der Luft durch Aufnahme von Sauerstoff zäh werden und in dünnen Schichten aufgetragen eine Haut, einen wasserdichten Ueberzug bilden, finden dagegen ihre Anwendung zur Bildung von Oelfarben, wobei die Metallkalke unter Mitwirkung des Sauerstoffs der Luft eine unter Umständen Jahrhunderte dauernde Verbindung eingehen. Zu den nicht trocknenden O.n gehören: das Oliven-, Mandel- und Repsöl etc.; zu den trocknenden: das Mohn-, Lein- u. Wallnußöl etc. Unter Einwirkung von Alcalien u. Wasser bilden sich aus den neutralen Fetten des Oels Säuren: Oel-, Margarin-, Stearinsäure, die sich mit den Alcalien verbinden; ein weiteres Zersetzungsproduct, das Glycerin, scheidet sich dabei aus u. löst sich in Wasser. Darauf beruht die Fabrikation der Oelseifen (Oliven- und Cocosöl. Eine Hauptanwendung der O. endlich ist ihre Verwendung als Nahrungsmittel sowohl für Menschen als Thiere. Das Oel der ölhaltigen Samen bildet mit Wasser eine Pflanzenmilch, die erste Nahrung für das junge Pflänzchen, bis es dieselbe durch die Wurzel aus dem Boden zieht. Fette O. kommen bei Pflanzen, hauptsächlich in den Samen u. seinen Hüllen vor. Die Elemente der fetten O: sind: C. H. und O. in verschiedenen Verhältnissen, jedoch so, daß der Sauerstoff nicht hinreicht, um C. und H. in Kohlensäure und Wasser zu zersetzen. 2) Die flüchtigen O., ätherische O. oder Essenzen, sind unter sich noch weit verschiedener als die fetten O. u. haben nur ihre Abstammung aus der organischen Welt und den Geruch gemein. Einige bestehen nur aus C. u. H. zu gleichen Atomen verbunden, z.B. das Terpentin-, Citronen-, Nelken-, Baldrianöl zum Theil, das Copaiva-Wachholderöl etc.; die meisten bestehen aus C. H. O., jedoch auch immer in dem Verhältniß, daß O. nicht hinreicht, um C. u. H. vollständig zu oxydiren, sind deßhalb brennbar, wenig löslich in Wasser, dagegen in Weingeist und Aether; ihre Reaction ist meistens neutral, auch sauer. In der Hitze von 80° R. verflüchtigen sie sich ohne Zersetzung, bei höherer Temperatur mit Zersetzung. Sie dienen als Lösungsmittel für Harze, Fette, Kautschuk, als Beleuchtungsmaterial (Camphin ist gereinigtes Terebintinöl), als Arzneimittel, Parfümerieen. 3) Die brenzlichen, empyreumatischen O. sind chemisch von den ätherischen O.n nicht, sondern nur durch ihre Abstammung verschieden, indem sie stets das Product einer Zersetzung irgend eines organischen Stoffes sind. Ihre physikalischen Eigenschaften und ihre Verwendung haben sie mit den ätherischen O.n gleichfalls gemein. Empyreumatisches Oel kommt als Bergöl oder Naphtha auch in der unorganischen Natur vor, ist aber nichts als Zersetzungsproduct vorweltlicher Organismen.
4051 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ölestn.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz)

    öle stn. Will. Anno Mar. PsM. LBarl. Ren. RAlex. RWchr. +5 LvReg. Enik. DSp. Brun SGPr. Vät. Märt. SHort HvNst. Apk. Ot.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ȫle

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ȫle s. ȫlie-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ölef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    öle , f. schwäb.-alem. ölmühle, sowol das gebäude als die darin befindliche presse Schmid 414 . Staub - Tobler 1, 182 : …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Oele

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Oele heißen verschiedenartige Dinge, namentlich: 1) Fette O., fette Substanzen des Pflanzenreichs, obgleich ganz die gle…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oele

79 Bildungen · 24 Erstglied · 54 Zweitglied · 1 Ableitungen

oele‑ als Erstglied (24 von 24)

Öle, ätherische

Meyers

Öle, ätherische , oder flüchtige , s. Ätherische Öle .

Öle, heilige

Meyers

oele·heilige

Öle, heilige , sind in der katholischen Kirche das Krankenöl und das Katechumenöl (reines Olivenöl) sowie der Chrisam (Olivenöl und Balsam),…

ölelen

DWB

oele·len

ölelen , verb. schwäb. - alem. nach öl riechen, schmecken, aussehen Schmid 414 . Staub-Tobler 1, 182 . vgl. ölenzen .

ölemâgen

AWB

oele·magen

ölemâgen mhd. sw. m. , nhd. ölmage(n). oli-mage: nom. sg. Gl 3,679,39 ( Innsbr. 711, 13. Jh. ). Verstümmelt ( ? ) : ol .-mage: nom. sg. Gl 3…

ölen

FWB

1. ›etw. mit Öl bestreichen, einschmieren‹; tropisch: ›jn. verprügeln‹; jeweils schwach belegt; 2. ›jm. die Krankenölung zuteil werden lasse…

ölenzen

DWB

oelen·zen

ölenzen , verb. nach öl riechen, schmecken Stieler 1382 . vgl. ölelen .

Ȫ¹ler(t)

WWB

oel·ert

Ȫ¹ler(t) m. [ Hfd Hal] 1. Rüssel des Schweins ( Hfd En ). — 2. unordentliche, unsaubere Person.

ölete

DWB

oel·ete

ölete , f. schweiz. so viel leinsamen, nuszkerne u. s. w., als man auf einmal zu öl presst. Staub-Tobler 1, 182 .

ölevaʒ

Lexer

oele·vaz

öle-vaʒ , öl-vaʒ stn. BMZ ölgefäss, lecythus, oleagimen Dfg. 322 a . 395 a , n. gl. 230 b . ein olvaʒ mit dem hêren balsamum Antichr. 165,8.…

ölezwî

Lexer

oele·zwi

öle-zwî , öl-zwî stn. BMZ ölzweig. ölzwî Karl. ole-, olzwî Anno , Diem. Griesh. Gen. D. 28,26. daʒ oleizwîc Geo. 2861.

oele als Zweitglied (30 von 54)

beddepȫl(e)

MNWB

beddepȫl(e) , m. (f.) , Bettkissen, Pfühl.

b.smȫle

MNWB

b.-smȫle bischöfliche Mühle. b.-srêde Räte des Bischofs.

hantmȫle

MNWB

hant·moele

hantmȫle „mola trusatilis, manuaria, quer(n)möle, senpmöle ” (Chyträus).

harn(e)s(ch)mȫle

MNWB

harnesch·moele

harn(e)s(ch)mȫle , herns- , f. , Harnischmühle , Triebwerk, Schleifmühle um Harnisch und Waffen zu reinigen, „ dar me dat h. up pullereth un…

hērpö̑l(e)

MNWB

hērpö̑l(e) , hēre- , m. , zum hērwêde , zur Feldausrüstung des Mannes gehörendes Bett, im allg. ên bedde ên küssen unde ên lîlāken, doch auc…

klikmȫle

MNWB

klik·moele

° klikmȫle , f. , Mühle die zur Tonverarbeitung dient ? (Hannover, Hildesheim).

kûlemȫle

MNWB

kule·moele

° kûlemȫle (-molle) , f. , als Ortsbezeichnung (vgl. schildermȫle ).

mette, mȫle

MNWB

mette·moele

° ~mette, mȫle-, f. , Mahlmetze, Abgabe für die Müllerarbeit (ostfäl. Belege). Vgl. 2 matte. —

ȫvermȫle

MNWB

oever·moele

ȫvermȫle (-moele , oͤvermoͤle , oeuermohle) , ōver- , f. : oberhalb eines Ortes, am oberen Flußabschnitt gelegene Mühle.

pēpermȫle

MNWB

peper·moele

pēpermȫle , *° -mölle (Hartich Sierk 232), ° -māle (Lemcke Hss. 33), f. : Hand-, Gewürzmühle, „Mola piperis ... piperalium fractillum” (Voc.…

petekemȫle

MNWB

° petekemȫle , f. : Bez. einer Mühle (1287; Hoyer Ub. 6, 19); — mit Jellinghaus (Nd. Kbl. 32, 34) zu deuten als pǖtkemüele „Mühle die nicht …

pulvermȫle

MNWB

pulver·moele

pulvermȫle , f. : Mühlwerk, Mühle zur Herstellung von Schießpulver, Pulvermühle.

quernemȫle

MNWB

querne·moele

quernemȫle , ° quernen- (Brem. Rqu. ed. Eckhardt 294), ° quern- (Dief. 109), *° quēr- (Chytr.), f. ( Pl. -n ): handbetriebene Mühle, „Manari…

Ableitungen von oele (1 von 1)

Geöle

Campe

Х Das Geöle ,

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „oele". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oele/herder
MLA
Cotta, Marcel. „oele". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oele/herder. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „oele". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oele/herder.
BibTeX
@misc{lautwandel_oele_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-09},
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