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Salbung

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Salbung

Bd. 17, Sp. 463
Salbung. Die im Orient sowie in Südeuropa ehemals und hier und da jetzt noch herrschende Sitte, die Haut wegen der starken Ausdünstung in dem heißen Klima mit wohlriechenden Ölen, besonders bei festlichen Gelegenheiten, einzureiben. Schon bei den Israeliten galten Salben fast als unentbehrliche Lebensbedürfnisse, wie auch als Äußerung jeder festlich gehobenen Stimmung, und umgekehrt das Unterlassen der S. als Zeichen der Trauer. Könige, Priester, zuweilen auch Propheten, weihte man durch S. zu ihrem Amt ein (»Gesalbter des Herrn«, »Gesalbter«; vgl. Chrisma). In Frankreich bildete die in der Kathedrale zu Reims stattfindende S. der Könige noch im 19. Jahrh. eine große Staatsaktion, obwohl das angeblich vom Himmel herabgebrachte Salbfläschchen Chlodwigs in der Revolution zertrümmert worden war. Mit der S. empfingen die französischen Könige die vorgebliche Gabe, durch Berührung Kröpfe zu heilen, weshalb die Massenkropfheilung einen wichtigen Teil der französischen Salbungszeremonien, des sogen. Sacre, bildete. Das hebräische Wort »Messias« (griech. Christus) bedeutet soviel wie Gesalbter. Die Salben selbst bestanden meist aus einem Gemisch von seinem Olivenöl und wohlriechenden, vornehmlich ausländischen, harzigen und öligen Pflanzenstoffen, z. B. Narde, Myrrhe etc. Die Griechen wandten die S. ferner bei gymnastischen Übungen an, um die Glieder geschmeidig und unfaßbar zu machen; bei ihnen fand auch noch die bei Naturvölkern und auch bei den alten Hebräern übliche S. der Götzenbilder und heiligen Steine statt. Vgl. Culmann, Das Salben im Morgen- und Abendland (Leipz. 1877). Bei vielen Zeremonien der katholischen Kirche bedeutet die S. mit Öl (s. Öle, heilige) Heiligung und Mitteilung von Kraft und Gnade, bei der Priesterweihe auch Vollmacht, zu weihen und zu segnen. – Mit S. (suavitas) einer Predigt oder Rede bezeichnet man das Weihe- und Gefühlvolle und Erbauliche derselben.
1910 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SalbungDie

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Die Salbung , Mz. — en, s. Salben .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Salbung

    Goethe-Wörterbuch

    Salbung 1 rituelle Benetzung (meist des Kopfes) mit geweihtem Salböl bei der feierlichen Einsetzung in die Herrscherwürd…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Salbung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Salbung mit wohlriechendem Oel u. Essenzen war als Stärkungs- u. Schönheitsmittel in heißen Ländern von jeher bekannt un…

  4. modern
    Dialekt
    Salbungf.

    Mecklenburgisches Wb.

    Salbung f. Salbung, Ölung: dee (ein sterbender Katholik) kriggt de letzte Salbung; dann auch vom Schwerkranken gesagt, d…

  5. Spezial
    Salbung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sal|bung f. (-,-en) (Kirche) unziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit salbung

6 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von salbung

salb + -ung

salbung leitet sich vom Lemma salb ab mit Suffix -ung.

salbung‑ als Erstglied (4 von 4)

salbungsgebrauch

DWB

salbung·s·gebrauch

salbungsgebrauch , m. , nach salben II, 1, b: es ( ist ) blos gefabelt, guter nachbar, wenn sie sagen, ... dasz vielleicht die hebräischen w…

salbungsgeschäft

DWB

salbung·s·geschaeft

salbungsgeschäft , n. , nach salben II, 1, b: es ( ist ) blos gefabelt, guter nachbar, wenn sie sagen, .. dasz es vielleicht ein doppeltes s…

salbungsreich

DWB

salbung·s·reich

salbungsreich , adj. , nach salbung 3: ein salbungsreicher sermon. Müller bei Campe ; der erbauungssüchtige und salbungsreiche diaconus. bei…

salbungsvoll

DWB

salbung·s·voll

salbungsvoll , adj. , nach salbung 3: unterbrach Schlurck den salbungsvollen redner. Gutzkow ritter vom geist 1 , cap. 6; bei welcher kirche…

salbung als Zweitglied (1 von 1)

Ansalbung

Idiotikon

Ansalbung Band 7, Spalte 815 Ansalbung 7,815

Ableitungen von salbung (1 von 1)

salbunge

Lexer

salbunge stf. unctura Dfg. 626 b . Pass. 18,6.