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naber

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

naber m.

Bd. 13, Sp. 8
näbiger, naber, neber, m. der bohrer; in der schriftsprache nicht mehr gebräuchlich. II. Formen und herkunft. In ahd. glossen nabagêr napugêr, nabigêr, darnach umgedeutet nebigêr, versetzt nageber (gl. Fuld. 14, 33b) Graff 4, 225; mhd. nabegêr nabigêr, versetzt nageber, nagber nägber Lexer 2, 1; altmd. neuiger Germania 9, 25; in vocabularien des 15. jahrh. nawiger nebiger nebeger neibiger, contr. neiger (neiger und neuger aus dem 16. jahrh. bei Schm. 1, 1733 Fromm.), versetzt negber negwer, contr. neber neper näper näpper, terebellus, terebellum, terebrum. Dief. 578a, nov. gloss. 362; umgedeutet auf boren : negebor Mone zeitschr. 16, 159, negebor voc. opt. 12, 10. bei Stieler 1307 negber neber nepper, bei Dasyp. 282b näpper, bei Aler 1448b napper. bair. österr. nabiger näbiger, nabinger näbinger, näber nepper neiber (neuber Aventin s.näberloch) Schm. 1, 1713 Fromm. Höfer 3, 278. Lexer 195. Schöpf 455. Hintner 171; cimbr. nebegar und ebegar Schmeller cimbr. wb. 149b; schweiz. nägwär nägwer näuer Stalder 2, 229; schwäb. alem. nepper (s. näberschmied) näpper Maaler 301d. Frischlin nomencl. 328. Bürster 188; neber neper näpper Schaidenreiszer 38b (Voss Od. 9, 384); westerw. naber Schmidt 120; schles. naber nabrig Berndt 89; nordböhm. naber nabrich Peters beitr. (1864) 6. — ags. nafegâr nabegâr, nebagâr Leo 600, 43; nd. neveger neviger mnd. wb. 3, 182b, brem. wb. 3, 225; never städtechron. 6, 246; bei Kil. 113b mit aphärese evegher, holl. eveger egger, engl. auger. auf das deutsche wort geht auch zurück it. naverare, prov. nafrar, franz. navrer Diez4 221. — Das wort ist zusammengesetzt aus obigem nabe und gêr, also ursprünglich ein gêr spitzes eisen, um damit eine nabe zu bohren. gramm. 2, 246. Weigand 2, 174. IIII. Bedeutung. II@11) nabenbohrer: näber oder neber, ein borer nabenlöcher in die räder zu machen. Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1283; naber, grosser bohrer die nabe zu bohren. Frisch teutschfranz. lex. (1716) 252a; dieselbe bedeutung auch im teutsch-lat. wb. 2, 3a mit dem hinzufügen: darnach sagt man näber auch von andern groszen und kleinen bohrern. II@22) brunnenröhrenbohrer: negwer Tucher baumeisterb. 197, 29 ff.; nabrich Peters beitr. (1864) 6. II@33) groszer oder kleiner bohrer überhaupt Frisch 2, 3a; nabinger, ein holtzbohrer Hohberg 1, 340a. mhd. daʒ man dâ nie gehôrte axtslac noch nebeger. Berthold 2, 35, 1; sô borte man etlichen die ougen ûʒ mit einem nabegêr. 155, 39; den stam durchporn mit aim nägbær. Megenberg 315, 27; nhd. secht hie ist ein negber dar zu, do muesz man im stet vor mit poren. fastn. sp. 1057, 21; porer und negbor darf man wol, wer anders etwas bessern sol. 1219, 8; wann er neber haben sol, hacken oder beil. Uhland volksl. 719; im sommer durchboret man diesen baum mit einem näbiger bis zum mark. Tabernaem. 1349; sol einer (zimmermann) haben ein axst, ein seg und gewenden nebiger. reisbuch 70; rat, so man mer darzu thut, so es groszer wirdt? antw. ein nebiger oder börer. das ratbüchlein 16. jahrh.; da bracht der meyster zwei hörner her, damit einn neber, dem bern zwey löcher in kopf zu boren. S. Frank sprichw. 1, 126b (Agricola 370b); so bor mit einem neber creutzweis dardurch. Fronsp. kriegsb. 2, 206a; den neber in das holtz schrauffen. Braunschweig 12; usus die besten künst erfindt, sprach der, so d'kuh mit nebern schindt. Kirchhof wendunm. 3, 162, 8; der hat inen gerathen, das kalb mit aim neper zu tödten. Zimmer. chron. 2, 534, 38. 535, 1; nun haben sie dise vier (humores) so lang geschmidet zum näper, dasz am letzten löcher gebort het. Paracels. chirurg. schriften (1618) 357b; bohre mit dem nabinger ein loch (in den baum). Hohberg 1, 446a; im ersten früling bohrt man mit einem näbinger in den stamm, so flieszet ein liebliches süszes wasser heraus. 2, 589a.
3840 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nâber

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    nâber s. nâchbûre;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    naberM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    naber , M. Vw.: s. nāber (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    naberm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    näbiger , naber , neber , m. der bohrer; in der schriftsprache nicht mehr gebräuchlich. I I. Formen und herkunft. In ahd…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Naber

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Naber , Samuel Adrian , Philolog, geb. 16. Juli 1826 im Haag, studierte 1845–50 in Leiden, war seit 1851 Gymnasialrektor…

  5. modern
    Dialekt
    Naber

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Naber = Nachbar (s. d.);

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit naber

52 Bildungen · 46 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

naber‑ als Erstglied (30 von 46)

naber(t)

Idiotikon

naber(t) Band 4, Spalte 807 naber(t) -ä- 4,807

nâber°bôk

MNWB

naber·bok

nâber ° bôk , n. , Verzeichnis von Mitgliedern einer organisierten Straßengemeinschaft (Coesfeld) . —

nberen

WWB

nabe·ren

naberen V. [verstr.] Nachbarschaft pflegen, Besuche bei den Nachbarn machen. Nōabern gōan ( Dor Wl ). Dai alen Lühe nowertent geren ( Olp Rü…

Nberfrūe

WWB

Naber-frūe f. Nachbarin; Frau des Nachbarn ( WmWb ).

Nberkind

WWB

naber·kind

Naber-kind n. [verstr.] Nachbarskind. — Sprichw.: Well de frēt (heiratet) ’n Naoberkind, de wēt, wat he find’t ( Ahs Le || (ähnl.) mehrf.). …

Nberkoffi

WWB

Naber-koffi m. [ Bch Sos Arn] Kaffeetrinken mit Nachbarn (nach Hausneubau oder Hochzeit).

Nberkurste

WWB

naber·kurste

Naber-kurste f. das bisweilen am gemeinsamen→ Bakkes II anklebende Stück vom Brot des Nachbarn ( Enr Hd).

nâberlĩk

MNWB

naber·lik

nâberlĩk (nabur-) , adj. , nâberlĩk(en) , adv. , nachbarschaftlich, wie es dem Nachbarn gebührt , von ihm erwartet wird, n.e hülpe, freundna…

Nberlǖde

WWB

naber·luede

Naber-lǖde Pl. [verstr.] Nachbarsleute. — Sprichw.: Naoberslü Rüens bit’t sick nich in der Nachbarschaft wird nicht gefreit ( Stf Ka).

nabern I

RhWB

nabern I = nachbaren (s. d.).

naber als Zweitglied (6 von 6)

knaber

KöblerMhd

*knaber , M. Vw.: s. *knabære?

dorpnâber

MNWB

dorp·naber

° dorpnâber, m. , Hofnachbar (Rüg. LandR. 89). nâberbôk, ~vörste, ~hêre, ~lach, ~lant, ~pērt, ~plicht, ~stat

mēdenâber

MNWB

mede·naber

° mēdenâber , mēdnâbûr , m. , Mitnachbar (Belege nur aus Lübeck).

veltnâber

MNWB

velt·naber

veltnâber , m. , Feldnachbar, Besitzer des anliegenden Feldes; Arbeiter auf diesem.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „naber". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/naber/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „naber". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/naber/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „naber". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/naber/dwb.
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