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Moos

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Moos

Bd. 3, Sp. 720
Moos 1. Ist kein Moos1 in Schränken, ist doch Pump in Schenken. 1) In der Studentensprache = Geld. 2. Moos macht den Acker los, Laub macht ihn taub, Stroh macht ihn froh, Mist allein der rechte Dünger ist. – Schmitz, 175, 9. 3. Wenn ich Moos habe, sprech' ich den König nachts um zwölf. 4. Wenn Moos auf einem Dache wachsen soll, so muss es lange liegen. 5. Wer auf Moos sich kann betten, macht sich kein steinern Lager. 6. Aufs Moos kommen. Eine alte Jungfer werden, als alte Jungfer sterben. Die Schweiz besitzt mehrere Moore, weiche der Volkswitz zum Aufenthalt ledig verstorbener Jungfrauen bestimmt hat. Das bekannteste ist das Moos, das in der obigen Redensart gemeint ist, auf welchem die Mädchen, welche unverheirathet gestorben sind, wie in Baiern Geibitzen (Kiebitze) hüten müssen. Für nicht heirathen gebraucht man auch in demselben Sinne die Redensart: Auf das Gyritze- Moos kommen. In Appenzell: Is Henamoos (ins Hühnermoor) cho; und am Bodensee: ins Gewizzamoos. Im Pinzgau kommen sie auf das Brugger Moos, um dort Bachscheider (Scheite, mit denen der Backofen geheizt wird) zu roseln (sieben, reinigen) und Ladhölzer zu säen, d.h. Bohlen, Pfosten, dicke Breter, wie Getreide zu sieben. Bei Winterthur ist es ein kahler Heideplatz, Gerütze, Geritze oder Grutz genannt, auf dem die alten Jungfern sitzen und Hosen flicken müssen. In Tirol ist das störz'gar (sterzinger) Moos, ein ehemaliger Seeboden von 1/12 Quadratmeile im Umfange und die tiefste Stelle des weiten Thalbeckens von Sterzing, der Strafort für alle Mädchen des ganzen Landes, die durch das Reitern (Sieb) fallen oder ins Moos gehören, d.h. ledig sterben. – Nach dem Volksglauben kriechen sie am Tage als hässliche Moosschnecken herum und tanzen des Nachts als Spukgestalten, oder tragen, wie man in Kastelrut (Kreis Botzen) glaubt, den Junggesellen die Nas- oder Schnupftücher nach. Nach einer andern Volksmeinung müssen sie im nasskalten Moorboden stehen und bis zum Jüngsten Tage das sterzinger Moos mit den Fingern nach Spannen ausmessen, wobei ihnen nur der Trost bleibt, dass auch die alten Junggesellen ihre Züchtigung erhalten. – Die Bewohner der Färöer schicken ihre ledigen Männer in den Nåkarlskrog und ihre unverheiratheten Mädchen auf die Skålebånk. (Vgl. Illustrirte Zeitung, Nr. 1322, S. 299.) 7. Da ist kein Moos im Hintergrunde. »Die Braut kann aus allen Ständen sein, wenn nur Moos im Hintergrunde ist.« (Friedrich Friedrich, Das Buch von der Liebe, Wien 1865.) 8. Das Moos abmähen. Wenn man gegen etwas Zartes und Unreifes zu hart verfährt oder den Nutzen vor der Zeit haben will. Von denen, die, sobald nur das Gras anfängt Spitzen zu treiben, es abmähen, ohne es die gehörige Grösse erlangen zu lassen. 9. Er hat (kein) Moos. Geld in der Sprache der Studenten und in dieser Bedeutung durch ganz Deutschland bekannt. (S. Mops 7 und Moses.) 10. Es wechst iehm 's Mies (Moos) aufm Mantel. (Baiern.) Von alten Studenten, weil früher der Mantel ein wesentliches Kleidungsstück der Studenten war. 11. Ins brucker Moos kommen. (S. 6.) 12. Ke Mies onder de Füesse wachsa lô. – Tobler, 206. [Zusätze und Ergänzungen] 13. Aufs sterzinger Moos wandern. (S. Moos 6.) Eine alte Jungfer werden. »Und Diandl, was thätst du, wenn treffet mi 's Loos? (Zum Eintritt ins Heer.) Du müsstest halt wandern aufs sterzinger Moos.« (Gartenlaube, 1861, S. 182a.) 14. Gee hin af des Sterzinger Moos, dort liegt o toadtes Roos, ist Mösser und Gobel dabei, koscht was 's wol' soll sey. Mit diesem Spruch verweiset man den »Horcher an der Wand« in den unter dem Namen »Sterzinger Moos« bekannten Moorgrund. (Westermann, 25, 618.)
3613 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Moos

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Moos , des -es, plur. die -e. 1) Eine Art sehr zarten Gewächses mit unkenntlichen Blüthen, welches nicht nur an feuc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Moos

    Goethe-Wörterbuch

    Moos 1 kleine (auf sauren Böden wachsende) dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanze a als einzelnes (fossiles) Pflanze…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Moos

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Moos , Salomon , Ohrenarzt, geb. 15. Juli 1831 zu Randegg im Großherzogtum Baden, gest. 15. Juli 1895 in Heidelberg, stu…

  4. modern
    Dialekt
    Moosn.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Moos n. jiddisch Geld Ro Marl ; Wa Jab ; Sta AStrel ; H. Schröd. Buerh. 1, 72; Wolf 3676.

  5. Sprichwörter
    Moos

    Wander (Sprichwörter)

    Moos 1. Ist kein Moos 1 in Schränken, ist doch Pump in Schenken. 1 ) In der Studentensprache = Geld. 2. Moos macht den A…

  6. Spezial
    Moos

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Moos n. (-es,-e/Möser) 1 müstl (-i) m. 2 (Sumpf, Moor) parü (-s) m. ▬ Isländi sches Moos ‹bot› (Cetraria islandica) pöss…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moos

215 Bildungen · 187 Erstglied · 24 Zweitglied · 4 Ableitungen

moos‑ als Erstglied (30 von 187)

Moos I

SHW

Moos I Band 4, Spalte 749-750

Moos II

SHW

Moos II Band 4, Spalte 749-750

Moosapfel

SHW

Moos-apfel Band 4, Spalte 749-750

Moosberg

SHW

Moos-berg Band 4, Spalte 749-750

Moosbuckel

SHW

Moos-buckel Band 4, Spalte 749-750

Moosgeld

SHW

Moos-geld Band 4, Spalte 749-750

Moosgockel

SHW

Moos-gockel Band 4, Spalte 749-750

Mooshummel

SHW

Moos-hummel Band 4, Spalte 749-750

Mooskopf

SHW

Moos-kopf Band 4, Spalte 749-750

Moosnickel

SHW

Moos-nickel Band 4, Spalte 749-750

Moosrose

SHW

Moos-rose Band 4, Spalte 749-750

Mooszinken

SHW

Moos-zinken Band 4, Spalte 749-750

Moosabdruck

GWB

moos·abdruck

Moosabdruck Pl zu ‘Moos’ 1a; mBez auf einen fossilen Fund N10,252 MinGeol Plp Juliane Brandsch J.B.

moosachat

DWB

moos·achat

moosachat , m. eine art achat, mit moosförmiger zeichnung seiner fläche.

Moosalb

PfWB

moos·alb

Moos-alb f. : FlN, Name eines Baches zur Schwarzbach und zur Blies, Moosalb [mancherorts], Musalb [ Schandein Ged. 243]. a. 1179: pradium me…

Moosapfel

Campe

moos·apfel

Der Moosapfel , — s, Mz. — äpfel , eine Art Äpfel. Frisch.

moosartig

GWB

moos·artig

moosartig einmal subst a in seiner äußeren Gestalt dem Moos ähnlich; einmal von pflanzlichen Mißbildungen Kalksinter, rothgelb, m. geformt N…

moosasche

DWB

moos·asche

moosasche , f. asche von moos: eure augen, trübe wie ein morgenhimmel, und eure backen, wie mit moosasche überstreut. Veit Weber sagen d. vo…

Moosbär

Adelung

moos·baer

Der Moosbär , des -en, plur. die -en, oder des -es, plur. die -e, ein Nahme der größern Art Bäre, welche sich in den morastigen Gegenden Poh…

moosbank

DWB

moos·bank

moosbank , f. bank die von moos hergestellt oder mit moos bedeckt ist: sie saszen auf einer moosbank.

moos als Zweitglied (24 von 24)

Astmoos

Adelung

ast·moos

Das Astmoos , des -es, plur. die -e, ein Nahme, welchen einige neuere Kräuterkenner dem Hypnum des Linné gegeben haben, weil es ich in viele…

baummoos

DWB

baum·moos

baummoos , n. muscus arboreus. bei Maaler 51 c baummiesz.

Dachmoos

Adelung

dach·moos

Das Dachmoos , des -es, plur. inus. eine Art Flechte, welche fadenförmig und sehr ästig ist, aufrecht wächst, und häufig auf den Schindeldäc…

Êrdmoos

Adelung

erd·moos

Das Êrdmoos , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, Moos, welches auf der Erde wächset, zum Unterschiede von dem Baum- und Steinmoose; b…

Farnmoos

Adelung

farn·moos

Das Farnmoos , des -es, plur. inus. im gemeinen Leben, eine Art Moos, welches dem Farnkraute ähnlich ist.

Flußmoos

Adelung

fluss·moos

Das Flußmoos , des -es, plur. von mehrern Arten die -e, eine Art Mooses, welches in den Europäischen Flüssen wächset; Muscus Fontinalis L.

Girizemoos

Wander

giriz·e·moos

Girizemoos Sie kumt uf das Girizemoos. (S. Giritzenried.) – Eiselein, 238.

schirmmoos

DWB

schirm·moos

schirmmoos , n. splachnum Nemnich 5, 506 , kugeliges schirmmos, sphaericum, flaschenförmiges, splachnum ampullaceum.

seemoos

DWB

see·moos

seemoos , n. in der see wachsendes moos. Adelung, vgl. meermoos ( theil 6, 1854) und nl. see - mos muscus marinus. Kilian. — dazu seemoossch…

steinmoos

DWB

stein·moos

-moos , n. , name mehrerer pflanzen. 1) ( herrschend ) lichen saxatilis Nemnich 570 ; Krünitz 172, 632 ; steinflechte, st. Holl 334 a ; Prit…

sternmoos

DWB

stern·moos

sternmoos , n. , eine häufig angewendete bezeichnung gewisser moosgattungen und arten ( mnium, jungermannia, bryum ), s. Nemnich wb. 573 ; C…

Teilmoos

DRW

teil·moos

Teilmoos, n. (landwirtschaftlich genutzte) Feuchtwiese in Gemeinschaftsbesitz vgl. Moos (II), Teilgras es soll auch das wasser der dritthail…

violenmoos

DWB

violen·moos

-moos , n. , flechte, die auf steinen wächst und wie veilchen riecht ( byssus iolithus ) Adelung ; solche steine heiszen veilchensteine. —

wandmoos

DWB

wand·moos

wandmoos , n. , ein an wänden und baumstämmen wachsendes astmoos, hypnum parietinum Nemnich 5, 626 . Adelung.

zahnmoos

DWB

zahn·moos

zahnmoos , n. , zahnähnliche moosart Adelung, eine pflanze, die lange strickartige reben treibt, woraus wiederum kleine zweige mit kleinen b…

Ableitungen von moos (4 von 4)

bemoosen

Pfeifer_etym

1Moos n. Name für kleine, dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanzen, ahd. (8. Jh.), mhd. mos ‘Moos, Sumpf, Moor’, mnd. mos, mōs, aengl. mo…

Moose

Meyers

Moose ( Bryophyta , Muscineen , hierzu Tafel »Moose I« in Farbendruck, mit Erklärungsblatt, und Tafel II–III), Abteilung des Pflanzenreichs,…

Urmoose

Meyers

Urmoose , s. Archidiazeen .

vermoosen

DWB

vermoosen , verb. eigentlich zu moos werden, d. h. mit moos sich überziehen. in ursprünglicher sinnlicher bedeutung: die dächer mit groben g…