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metall

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

metall n.

Bd. 12, Sp. 2142
metall, n. aus lat. metallum, griech. μέταλλον. 11) die entlehnung dieses wortes vor dem 13. jahrh. ist nicht wahrscheinlich; in der guten mhd. zeit, wie im ahd. war der fremde ausdruck durch das deutsche wort gesmîde, gasmîdi übersetzt worden, das sich auch später noch hält: daʒ ist nu daʒ sibend stuck des puoches, in dem wir sagen wollen von dem gesmeid (de metallis). wan daʒ ist sibenlai: golt silber gunderfai (electrum) kupfer zin plei und eisen. Megenberg 474, 4; metallum gesmide. voc. opt. 11, 23 s. 24b; aber wol nach dem vorgange des französischen, wo metal seit dem 12. jahrh. in poetischen wie prosaischen denkmälern häufiger sich zeigt (belege bei Littré 2, 536c), wenn auch unter anlehnung an die gelehrte lat. form (denn zufrühest heiszt es metalle), erobert es sich seinen platz auch im deutschen, wo es seit anfang des 14. jahrh. nachgewiesen wird, einmal als fem.: wan mîner zungen lobes hamer ist weich gen der metalle, dâ vrouwen lop sich würket abe. Frauenlob s. 30, 33, 2 Ettmüller (wenn die lesart sicher und nicht vielmehr gen dem metalle zu lesen ist), sonst als neutr.; im 15. jahrh. darf es als eingebürgert gelten: metallum metalle (von 1414), metal, metail, metael Dief. 359b; niederl. metael, metallum Kilian; die betonung bleibt eine fremde (metálle, metáll). 22) metall, als allgemeiner name für bergmännisch gewonnene schmid- und gieszbare körper jeder art: metallum, allerlei erz oder metall Dasyp.; das metall, allerlei erz, das man grabt, als gold, silber, metallum, aes Maaler 289b; als collectivbezeichnung im sing.: am Schneeberg hat man erst angefangen metall zu suochen anno Christi 1470. S. Münster cosmographie (1578) 967; oder im vereinzelnden plural: der bergmeister soll macht und gewalt haben, auf den gebürgen, so ihm befohlen sein, nach bergwerks gebrauch und bergrecht, auf alle metall bergwerk zu verleihen. Löhneys regierkunst 571a; für ihn (den philosophen) ist der erden schoos von metallen schwanger, und ihre oberfläche an pflanzen fruchtbar. Kästner verm. schriften 1, 35; und still gewebt durch die felsenwand, erglänzt das licht der metalle (im bergwerk). Körner 2, 87; metall im gegensatz zu stein: ungeheure gebürge, .. innwendig mit allerlei metallen, steinen und mineralien bereichert. Hohberg 1, 76b; da legt ein tiefer schacht ein reiches vorrahtshaus, metall und stein vermischt, in krausen klumpen aus. Drollinger 82; und bilder von metallen, von holz, von stein und thon. P. Gerhard 281, 125; gern wird der name auf gold und silber angewendet: die (gelbe) farb hat auch das köstlich golt, dem jetzund sind all menschen holt, das köstlichst under alln metallen. Grobian. A 3b (v. 185); von den edelsten metallen hält ein reif ihr haupt umzogen. Freiligrath dicht. 1, 38; ich wünsche blosz deswegen dieses verrätherische metall (das gold) in meiner gewalt zu haben, um die fehler der götter zu ersetzen. Cronegk 1, 359; und auf das aus ihnen gefertigte, namentlich die gold- oder silbermünze: bedenke doch, was geld ist ... vor sich selbst ist es ein glänzend metall. Chr. Weise erzn. 64 Braune; drei tage, mehr bedarf es nicht, so steht er dem Marbod schon am bord der Weser gegenüber und zahlt, vorn an der pfeile spitzen, ihm das metall, das er gewagt, dir als tribut, der trotzge, abzufordern. H. v. Kleist Hermannsschlacht 2, 1; wissenschaftlich kannte man bis ins vorige jahrhundert sechs (gold, silber, kupfer, zinn, eisen, blei) und nach entdeckung des platins, [] sieben metalle, von denen man die beiden ersten edle, hohe, die andern niedere, unedle nannte; die spätere wissenschaft bereicherte die zahl und unterschied ganzmetalle und halbmetalle, s. d. Auf die altrömische bedeutung von metallum = bergwerk (damnare in metalla, ad metallum, zur bergwerksarbeit verurtheilen) wird witzig angespielt: so sehr ist sogar der gröszte schriftsteller, gleichsam wie jetzt Europa, zu den metallen verurtheilt, wie ein Römerknecht. J. Paul leben Fibels s. 101. 33) metall bildlich, menschen werden daraus geformt dargestellt: so hatte er doch, so bald er merkte, dasz es um eine heirath zu thun sei, einen beweggrund, der auf leute von seiner art eben so kräftig zu wirken pflegt, als die persönlichen reizungen auf liebhaber von feinerm metall. Wieland 11, 105. 44) metall, in eingeschränkterem sinne, von der masse, aus der glocken- und erzgieszer ihre stücke bereiten: metallum metal, alse klockenspise Dief. 359b; metall, nennen die glockengieszer auch das grobe erz, woraus sie glocke und stücke geschützes gieszen. Frisch 1, 661b; glockengut, glockenspeise, metall, die metallmischung, woraus die glocken und stücke gegossen werden. Jacobsson 2, 120a; auch zur bereitung anderer dinge: klammern ... welche sonderlich zum marmor von metall genommen wurden; denn das eisen verursachet an demselben rostflecken. Winkelmann 1, 356; münzen, bilder von metall, bronze: die münzkunst seufzte nächst bei diesem cabinette: ach! wenn es auch das bild von dem besitzer hätte! und wünschte dessen schlag in gold und erzt zu sehn. schweig, sprach die poesie, von silber und metalle! die zeit friszt auch das gold und bringt den stahl zu falle. was du im erzte willst, soll auf papier geschehn. Günther 547; seine väter standen alle, aus gegossenem metalle, schön gewappnet, ohne zahl, in dem ungeheuren saal. Stolberg 1, 164; metall auch das daraus gegossene, zumal kanonen: das brüllende metall der grausamen canonen schont nichts. Logau 1, 188, 91; wann vom blitz aus schmetternden metallen ein breit gefildt erbebt, und ganze glieder fallen. Haller schweiz. ged. 75 (s. 71, 211 Hirzel); das kriegsgeschrei, das donnernde metall, der kühne sturm, und der erstiegne wall. Hagedorn 1, 57; der buchbeschlag: verwahre .. das werk, das deinen witz bewährt, mit buckeln, die kein wurm verzehrt, mit ewigem metall in spangen und clausuren. 3, 108; metall auch messing Frisch 1, 661b; orichalcum metall Dief. 400b; vergl.metalldreher, metallgold (nach welchem letzteren sich auch ein metallsilber ergeben hat, s. d.); und das daraus gefertigte, eine trompete: und es hallt in grauser einöd ungebändiget der gesang, nach der trommel dumpfem tonfall, und dem gellenden des metalls! Voss 3, 193. 55) metall wird einem schall, namentlich auch der stimme des menschen beigelegt, wenn sie an den vollen ton des erzes, namentlich der glocke, gemahnt: der sänger hatte viel metall in seiner stimme; das metall einer frauenstimme; sie hat das metall ihrer stimme verloren. vergl. metallreich und metallen. 66) metall bei den orgelbauern, eine mischung von zinn und blei für die pfeifen: die pfeifen zu dem prinzipal werden aus dem besten metall verfertiget, und hierzu nimmt man etwas über die hälfte zinn, und setzt nach diesem verhältnis blei hinzu. Jacobsson 3, 174b. 77) glasmasse oder metall heiszt in den glashütten die bereits in den glashäfen geschmolzene und zum glasblasen tüchtige materie. Jacobsson 2, 107a. 88) metall, in der wappenkunde, gold und silber im schild, im gegensatz zur farbe: metallen und farben. J. Weber ars heraldica (1696) s. 36.
7100 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Metáll

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Metáll , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e. 1. Überhaupt, ein aus seinem Erze geschiedener schwerer,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Metall

    Goethe-Wörterbuch

    Metall vereinzelt abgekürzt ‘Met.’, zB GWB N13,420,8 ; zum einen als Stoffname im Sg gebraucht wie für einen einheitlich…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Metall

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Metall , s. Metalle .

  4. modern
    Dialekt
    Metall

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Metall [Metâl Ingenh. ] n. Metall. — Idiotikon Schweiz. 4, 555.

  5. Sprichwörter
    Metall

    Wander (Sprichwörter)

    Metall 1. Es ist kein Metall so hart, das Feuer schmilzt es. 2. Metall bringt die Frau zum Fall. 3. So mancherlei Metall…

  6. Spezial
    Metall

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Me|tall n. (-s,-e) metal (-ai) m. ▬ Metall bearbeiten lauré le metal; edle Metall e metai nobli pl .; Metall verarbeiten…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit metall

222 Bildungen · 165 Erstglied · 55 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von metall 2 Komponenten

met+all

metall setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

metall‑ als Erstglied (30 von 165)

Metallader

GWB

metal·lader

Metallader sich durch Felsen ziehendes Erzvorkommen; einmal im Bild [ Montan: ] Wer andere lehren will..darf nicht halbwissend sein. — [ Wil…

*Metallager

GWB

metal·lager

*Metallager -lll- Dicht am Granite kommt die Grauwacke vor, ein Name für viele Bildungen. Sie trägt große M. in sich GWB N10,82,4 DynamismGe…

Metallarbeit

GWB

metall·arbeit

Metallarbeit Kunstwerk in Metall; pl GWB Trunz/Loos 180 Sammlg antiker geschnSteine 1807 [Meyer/G] Herbert Küstner H.K.

Metallarbeiter

GWB

metall·arbeiter

Metallarbeiter a in der Metallverarbeitung Tätiger; pl GWB 48,153,15 Zwei dtAltertümer b ‘plastischer M.’ für einen mit Metallen arbeitenden…

Metallart

GWB

metall·art

Metallart [ aus Eger ] Steinkasten werden von Zeit zu Zeit bey dir eintreffen; von Gebirgsarten wurden schöne Dinge gewonnen. Doch auch an G…

Metallauflösung

GWB

metall·aufloesung

Metallauflösung wäßrige Metallsalzlösung, im experimentellen Vergleich mit anderen Flüssigkeiten im Zshg mit Lichtbrechung; pl GWB N4,267,11…

*Metallausbringen

GWB

metall·ausbringen

*Metallausbringen Zutagefördern von Erz; im Hinblick auf den zu erwartenden (und zur Ausgabendeckung benötigten) Erlös GWB A(LA I 1,46,36) N…

Metallausguß

GWB

metall·ausguss

Metallausguß wohl für im Gußverfahren erzeugte Gerätschaften GWB T6,159,18 v 18.1.18 Herbert Küstner H.K.

Metallbäume

Meyers

Metallbäume , metallische Ausscheidungen in dendritischen Formen, meist baumartige Verzweigungen etc., die sich in Metallsalzlösungen (Blei,…

Metallbaum

Campe

metall·baum

Der Metallbaum , — es, Mz. — bäume ; Vw. das Metallbäumchen , baumähnliche Anschüsse, welche bei zweckmäßiger Behandlung dargestellt werden …

Metallbearbeitung

Meyers

metall·bearbeitung

Metallbearbeitung ( Metallotechnik ), die Gestaltung der Metalle zu den verschiedenen Gebrauchszwecken durch Gießen, Walzen, Schmieden, Schw…

Metallbecken

GWB

metall·becken

Metallbecken Lebhafter Tanz zu fünfen mit Castagnetten und M. GWB 17,32,16 TriumphEmpfindsamk III Regiebem Herbert Küstner H.K.

*Metallbildung

GWB

metall·bildung

*Metallbildung die von ChHSchlosser postulierte Entstehung von Metall durch von ihm angenommene Metamorphose des Granits GWB N10,81,2 Dynami…

Metallblättchen

GWB

metall·blaettchen

Metallblättchen Bei dem Fassen der Edelsteine behandelte man die Folien mit der äußersten Sorgfalt. Es sind dieses gewöhnlich dünne, glänzen…

Metallblech

GWB

metall·blech

Metallblech hier als Ausgangsmaterial für das Treiben von Medaillen GWB 43,72,6 Cell I 5 Herbert Küstner H.K.

metallblüte

DWB

metall·bluete

metallblüte , f. benennung der flockigen federichten theile, die sich auf der oberfläche der erze ansetzen, wenn diese verwittern. Campe.

Metallbrei

Campe

metall·brei

○ Der Metallbrei , — es, Mz . von mehrern Arten, — e , Metall in Gestalt eines Breies, Metall durch Quecksilber aufgelöset (Amalgama ). Clud…

metall als Zweitglied (30 von 55)

Algierisches Metall

Herder

Algierisches Metall , Mischung aus 19 Theilen Zinn, 7 / 8 Kupfer und 1 / 8 Antimon, silberähnlich.

ALKALIMETALL

DWB2

alkali·metall

DWB2 ALKALIMETALL n. DWB2 chem. element ( lithium, natrium, kalium, rubidium, zäsium ) aus der ersten hauptgruppe des periodensystems: DWB2 …

ALTMETALL

DWB2

alt·metall

DWB2 ALTMETALL n. DWB2 gebrauchte metallteile, metallabfälle, die aufbereitet u. weiterverarbeitet werden können: DWB2 1916 auch vor dem kri…

buntmetall

DWB2

bunt·metall

buntmetall n . farbiges, farbige legierungen bildendes metall: ⟨1938⟩ F. Wolf grenze (1950)52. ⟨1996⟩ Schlesinger Randow (2000)170.

eisenmetall

DWB2

eisen·metall

eisenmetall n. : ⟨1582⟩ Epimetheus Pandora (1588)274. 1964 Keesing s arch. 34,11227 b .

ganzmetall

DWB

ganz·metall

ganzmetall , n. die dehnbaren metalle, wie gold, silber, blei, eisen, im gegensatz zu den nicht dehnbaren halbmetallen, wie wismut, zink, ko…

gieszmetall

DWB

-metall , s. gieszerz M. Kramer 1 (1700) 523 a ; Beil technol. wb. 1, 245 ;

glockenmetall

DWB

glocken·metall

glockenmetall , n. , im 18. jahrh. aufkommend: die bronze ... glockenspeise, glockenmetall, stückgut, gieszerz Kinderling reinigk. d. dtsch.…

goldmetall

DWB

gold·metall

goldmetall , n. : wie dann auch etliche durch des könig Salomons ophir den feuerofen verstanden, der durch die grad der hitze der sonnen nac…

grundmetall

DWB

grund·metall

-metall : geringe mengen anderer metalle ... kommen ... bei nicht ganz reinen grundmetallen in die legierung Muspratt 4, 2004 ; die verschie…

guszmetall

DWB

-metall : gussnaht entsteht durch einfliessen von gussmetall in die fugen bei zweiteiligen gussformen v . Alten 4, 503 ;

halbmetall

DWB

halb·metall

halbmetall , n. semimetallum: die glänzenden halbmetalle unserer verwundenen münzen. Möser werke (1798) 1, 165 .

hartmetall

DWB

hart·metall

hartmetall , n. spröde mischung von kupfer und messing. Jacobsson 6, 43 b .

löthmetall

DWB

loth·metall

löthmetall , n. metall womit gelöthet wird: das löttmetall, lötung, löty, ferrumen Maaler 274 d .

Lötmetall

MeckWB

lot·metall

Wossidia Lötmetall n. Metall zum Löten: ferrumen 'LOedtmetall' Chytr. 79.

Mahlermetall

Campe

mahler·metall

Das Mahlermetall , — es, Mz . u. bei den Mahlern, Vergoldern  geschlagenes Messing, dessen man sich wie des Mahlergoldes bedient.

malermetall

DWB

maler·metall

malermetall , n. geriebenes, geschlagenes messing, zur miniaturmalerei sowie zum überziehen der gipsbilder und der lackierten arbeit gebrauc…

Ableitungen von metall (2 von 2)

metalle

Lexer

metalle stn. metallum Dfg. 359 b . gemachet ûʒ metalle Wh. v. Öst. 50 a , von metele gegoʒʒen Albr. 28,14.

urmetall

DWB

-metall Novalis 3, 259 M. ( übertragen D. Fr. Strausz 2, 211 ),