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maulwurf

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

maulwurf m.

Bd. 12, Sp. 1811
maulwurf, m. 11) talpa. die mhd. form moltwerfe, multwerf, moltwerf, moltworf (mhd. wb. 3, 740a. Lexer wb. 1, 2195), wird als die ursprüngliche des vielfältig verstümmelten wortes angesehen, da sie deutlich den sinn des die erde (ahd. molta, mhd. molte) aufwerfenden thieres bietet; dem gegenüber fällt auf, dasz bereits im früheren ahd. die verstümmelten formen nicht nur multuurf, sondern selbst muwerfo, muwerft, muwerf, muurf (Graff 2, 1040. 1042) überliefert sind, wenn dieselben sich nicht etwa dadurch erklären, dasz der alte gemeinhochdeutsche name für das thier scero (vgl.schermaus maulwurf noch jetzt im bair. und alem.) war, während ein moltwerfo ursprünglich nur einer bestimmten gegend eigen, sich nach und nach verbreitete, und dabei in landstrichen, denen der ausdruck fremd, sich verstümmelte; von den mancherlei formen, die sich mhd. geltend machen, steht mûlwerf mit der umdeutung des ersten compositionstheiles auf mûl seit dem 13. jahrh. fest, und setzt sich als maulwerf im nhd. fort, bis die form maulwurf, durch das zwischenliegende maulworf hindurch, sich in der schriftsprache allein behauptet. ein moltwurm talpa (Dief. 572b), was den namen einer eidechsenart (lacerta salamandra) auf das säugethier überträgt, dauert niederdeutsch als molworm (brem. wb. 3, 199), wo sonst auch von altersher das einfache mul, mol talpa gilt (Schiller-Lübben 3, 132a). talpa, ein schär, maulwerf, schermausz Dasyp.; die schärmausz oder maulwerf, talpa Maaler 345d; mullworp, hodie maulwurf, talpa, quia pulverem seu terram tollit. Stieler 1302; talpa haiʒt ain scher oder ain maulwerf. daʒ ist ain klain tierl und ist plint und swarz. Megenberg 160, 21; diese sollen euch unrein sein unter den thieren ... der igel, der molch, die aydex, der blindschleich, und der maulworf. 3 Mos. 11, 30; in die löcher der meulwurfe und der fleddermeuse (variante maulwürfe). Jes. 2, 20; maulworf (plur.) in der erd, meusz im geheusz. Fischart groszm. 139; die maulwörf verwüsten und durchgraben kein erdrich im garten, wo das kraut wunderbaum genant, entweders von sich selbs gewachsen, oder gesäiet ist worden, so würstu auch die maulwerf tödten oder vertreiben, so du eine nusz nimpst, spreuer, schwefel und harz darein thust, und also angezündt, inn der maulwerfen loch stoszest. Sebiz feldb. 293; eine lebendige maulwörf (als fem.). ebenda; wer hats gesehen, dasz der maulwurf die wurzeln abfriszt? Hebel 2, 37; als nun jeder (esel und affe, wegen von der natur versagter gaben) murrisch klagte, sprach der maulwurf: ich bin blind; dasz man sich mit mir vergleiche, wenn des schicksals zorn und streiche andern unerträglich sind! Hagedorn 2, 31; in bildern, vergleichen, sprichwörtlichen redensarten: so die Egyptier einen blinden menschen bedeüten wöllent, so malend sy ein maulwerf oder schär. dannethär auch das sprüchwort kommen ist, so einer wenig sicht, oder lätz von sachen urteilt, er ist blinder dann ein maulwerf. Forer thierb. 107a; wenn ich denn solchen zag und flucht des liechts spüre, wie kan ich mich fürchten, für den blinden maulwörfen, die das liecht schewen? Luther 1, 373b; wol dem, der lust dazu hat, und solch liecht gerne sihet, denn es scheinet gerne, aber maulwörfe und fleddermeuse habens nicht gerne, das ist die welt. 8, 319b; schlafen, wie maulwörf und ratten. Fischart bienk. 114a; denen, die in anderer leute mängeln falken, in ihren eigenen maulwörfe sein. Opitz poeterey 10; ein maulwurf im garten kann nichts denn wühlen und verderben. Lehmann floril. 1, 114; und musz, dasz ein maulwurf an dem liecht blind, bekennen. Weckherlin 679; so staunet an der maulwurf das gezeigte licht, so staunet an der pöbel, pöbel in purpur und gehüllt in schulstaub, den erdehöhnenden gesang der begeistrung, und des dichters, der nur sie gebar! Stolberg 1, 82; so reiszet, laszt die müh euch nicht verdrieszen, jetzt eure augen auf wie maulwürfe, wenn sie zur mittagszeit die sonne suchen. H. v. Kleist Amphitryon 3, 10; maulwurf auch ein wühlender mensch; schriftstellerische maulwürfe, s. die stelle unter maulwurfsart; Hamlet spricht zum geiste, der seine stimme von unten herauf erschallen läszt: brav, alter maulwurf! wühlst du hurtig fort? o trefflicher minirer! Shakesp. Hamlet 1, 5, well said, old mole!; maulwurf allegorisch für eine person oder ein land: der hochgelehrte und gar verständige astrologus Hermannus de Werve, vorsaget oftermalen das künftige unglück, jetzo der harpfen, vielmal dem maulwerfen, biszweilen dem adler, biszweilen diesem oder jenem löwen, bald der, bald jener provinz, oder statt, welche er pflegt, weisz nit mit was logogryphischen verdunkelten wörtern zu beschreiben. Schuppius 695; es läszt sich nicht ermitteln, wer oder was mit dem bilde gemeint sei, anklingt Shakespears Heinrich IV. 1, 3, 1: wenn er erzählt von ameis und vom maulwurf, vom träumer Merlin was der prophezeit, vom drachen, und vom fische ohne flossen ... wo die prophezeiung unter dem moldwarp könig Heinrich selbst meint, vgl. Delius Shakespears king Henry IV. part i s. iii fg. 65. 22) maulwurf, cypraea talpa, eine porzellanschnecke. Nemnich 2, 1353; geflügelter maulwurf, gryllus gryllotalpa, s. maulwurfsgrille.
5200 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Maulwurf

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Maulwurf , des -es, plur. die -würfe, ein fünfzehiges vierfüßiges Thier in der Größe einer Ratze, welches über der E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Maulwurf

    Goethe-Wörterbuch

    Maulwurf pl auch ‘-wurfe’ 1 zool; unter der Erde lebendes kleines Säugetier; wiederholt in anatomischer bzw morphologisc…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Maulwurf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Maulwurf (Talpa) , zu den Raubthieren gehörende Säugethiergattung, mit beweglicher, rüsselförmiger Schnauze u. sehr kurz…

  4. modern
    Dialekt
    Maulwurfm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Maul-wurf m. : wie schd., Maulwuʳf [Zweibr KL-Gerhbn PS-Rodalb FR-Maxd Frankth NW-Esth Forst Lambr Niedkch BZ-Hergw Kaps…

  5. Sprichwörter
    Maulwurf

    Wander (Sprichwörter)

    Maulwurf 1. Der Maulwurf hat kleine Augen, aber er sieht zu seiner Arbeit. Die Russen: Gott hat des Maulwurfs Auge so ei…

  6. Spezial
    Maulwurf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Maul|wurf (Talpa europaea) m. (-[e]s, ...würfe) 1 ‹zool› talpina (-nes) f. 2 ‹fig› spia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maulwurf

50 Bildungen · 50 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von maulwurf 2 Komponenten

maul+wurf

maulwurf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

maulwurf‑ als Erstglied (30 von 50)

Maulwurfblind

Campe

maulwurf·blind

○ Maulwurfblind , adj . u. adv . blind, d. h. kurzsichtig wie ein Maulwurf. Davon der Maulwurfblinde , ein kurzsichtiger Mensch. — — Mitleid…

maulwurferbse

DWB

maulwurf·erbse

maulwurferbse , f. eine art der gemeinen erbsen, deren fast viereckige samen mäuse und maulwürfe aus den gärten vertreiben sollen. Nemnich 4…

Maulwurfmäuse

Meyers

Maulwurfmäuse ( Spalacidae ), Familie der Nagetiere (s. d.).

maulwurfsahndung

DWB

maulwurf·s·ahndung

maulwurfsahndung , f. blinde ahnung: das ist das erstemal in meinem leben, dasz ich hoffe. das andre waren maulwurfsahndungen. Göthe 42, 213…

maulwurfsarbeit

DWB

maulwurf·s·arbeit

maulwurfsarbeit , f. arbeit wie sie ein maulwurf unter der erde verrichtet, heimliche arbeit eines wühlenden menschen: er begann die maulwur…

maulwurfsart

DWB

maulwurf·sart

maulwurfsart , f. : ich will die gelehrtenrepublik eben nicht bereden, dasz dieser mausschlächter so viele unterirdische maulwürfe aus der w…

maulwurfsaugen

DWB

maulwurf·saugen

maulwurfsaugen , plur. augen des maulwurfs oder wie eines maulwurfs, klein und von engem blick: den maulwurfsaugen der menschen zu hoch steh…

maulwurfsblick

DWB

maulwurf·s·blick

maulwurfsblick , m. : wir werfen maulwurfsblicke zwergicht in die wissenschaft, des allernächsten fremdlinge, wie des entferntesten. Platen …

maulwurfsblind

DWB

maulwurf·s·blind

maulwurfsblind , adj. : hast du ein augenfell, und tappest maulwurfsblind. J. C. Göring liebesmeyenblühmlein (1654) 166 .

maulwurfsfänger

DWB

maulwurf·s·faenger

maulwurfsfänger , m. : maulwerffenger. Fischart groszm. 49 ( preneurs de taupes bei Rabelais ); es giebt aber gewisse maulwurfsfänger, welch…

maulwurfsfang

DWB

maulwurf·s·fang

maulwurfsfang , m. das fangen des maulwurfs: Jugelius hat einen ganzen tractat von dem maulwurfsfang geschrieben. öcon. lex. 1550; auch das …

maulwurfsfell

DWB

maulwurf·s·fell

maulwurfsfell , n. : maulwurfsfelle stillen das zahnweh, wenn man sie auf den backen leget. öcon. lex. 1558.

maulwurfsgang

DWB

maulwurf·s·gang

maulwurfsgang , m. : allerlei maulwurfsgänge einer vergeblich, aber mit guter zuversicht auf schätze grabenden vernunft. Kant 2, 293 .

maulwurfsgefühl

DWB

maulwurf·s·gefuehl

maulwurfsgefühl , n. : so ein zartes maulwurfsgefühl und so ein neblichter blick! Wieland in Mercks briefs. 1, 96 .