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maennlein

mhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

männlein n.

Bd. 12, Sp. 1595
männlein, n. kleiner mann; ahd. mannilîn homuncio Graff 2, 753; mhd. mennelîn; masculus mennel, menlin, mendlin Dief. 350c; virunculus menlin 622c. vgl. dazu auch männchen. 11) mann von kleiner leibesgestalt: klein leut haben grosze herzen, menlin haben manns herz. Frank spr. 2, 149b; ein altes, magers, buckelts männel mit kleinen augen, einem kleinen spitzigen eingebogenen näszlein, groszen schwarzgrauen bart, bleich von farb und zimlich abgeschaben gekleidet. Simpl. 4, 23 Kurz; weil mir disz männlein .. die pure wahrheit gesagt. 24; ein kurz männlein, welches hier stund, und eben so bekleidet war wie ihr, .. hat mich, wie ich euch erzehlet, diesen morgen in das hausz geführet. A. Gryphius (1698) 1, 885; von einem schnitzwerke in männlicher gestalt: ein hölzern männlein, wunderlich geschmückt, ist aufgestellt vor all den kühnen recken, ein männlein, in die stellung hingebückt, die hinter zäunen heimisch ist und hecken; durch innere gewerke vorgedrückt, entfallen münzen in ein klingend becken. Uhland ged. 437; oft mit ironischem, mitleidigem oder verächtlichem beisinne: männle, vast klein, perpusillus homo, homuncio, homunculus Maaler 281b; den kunt er maisterlich vexieren, er hiesz in nur doctor Höslin, sprechendt: du kanst nit Hos haisen, sonder Höslin, von wegen das du ain kleins mendlin bist. Zimm. chron. 3, 299, 23; man sagt, als er geporen, hab in sein herr vatter, landtgraf Wilhelm, an die arm genommen und wol besehen; nachgends hab er in beiwesen seiner räth und der umbstender gesagt: lieb son, schlechstu mir nach, so wurstu ein wildts mendle. 4, 11, 16; in der jugend kan man wol mit den gänsen trinken und spärlich leben, aber altes männle, weinkänle, da thuts gar wol, wann man den jungen jahren etwa erspart hat, dasz man nach nothturft ein quärtle wein trinken kan. Creidius 1, 272; da ward das männlein so roth am hals wie ein krebs vor zorn. Göthe 8, 25, nach: da lief das mändlein von mir hinein in die stuben .. und war als roth am halsz, als wie ein krebs, so zornig war er. Götz v. Berl. 118; auch so, dasz weniger die kleine gestalt, als eine geringe stellung mit männlein hervorgehoben werden soll: aber das unselig mendlin hat sein gluck nit erkennen oder behalten künden. Zimm. chron. 2, 465, 28 (vorher ain kleins knechtlin); es lihe ime sein alter vetter, [] graf Wilhelm Werner, ein diener, hiesz Melchior Schenk, wardt von Leipzik gepurtig, ein erlichs, frombs mendle, drank aber den wein uber die maszen gern. 3, 435, 15; mein menlein ste, verzewch ein weil! sag, was dein gscheft und handel sei, das ich dein ellent spüer darpei. H. Sachs fastn. sp. 2, 2, 32; redensart gut männlein sein, mit einem sein als guter gesellschafter: guot männlin sein, schlemmen, congraecari Maaler 281c; denn ich mich zuo jhm gesellen wil, mit jhm zechen, und guots männlin sein. b. d. liebe 66a; das einer wol mag erbar wandren under bösen buben und andren, wann er sich nuor nit gar ihn mist, und mit ihn ein guots mänlin ist. Wickram irr. bilg. 24b; gute männlein machen, im Elsasz sich zuthunlich, einschmeichelnd bezeigen: so, strich mer nurr de kuzze, und mach guet männels, hex! Arnold pfingstmontag s. 69. 22) männlein, nach der gestalt, von einem kobold, zwerge: wie nun das mendlin den knaben ain guete weil im gepurg umbher gefiert, hat es ime letstlich etliche alte und unerkante stuck goldes geschenkt. Zimm. chron. 4, 233, 14; kleine männlein bewahren die schätze. Grimm deutsche sagen 1, nr. 27; es ist einmal einem grafen zur Hoia ein kleines männlein in der nacht erschienen. nr. 35; vgl. erdmännlein; nanus kurz herdmänlin Dief. 375a; es sei viel ein anders mit einem solchen männel (vorher galgenmännel, s. dort). Simpl. 3, 93 Kurz. 33) männlein, der männliche mensch, lediglich in bezug auf sein geschlecht: und gott schuf den menschen jm zum bilde, .. und schuf sie ein menlin und frewlin. 1 Mos. 1, 27; aber von anfang der creatur hat sie gott geschaffen ein menlin und frewlin. Marc. 10, 6; alle Leviten in der summa, die Mose und Aaron zeleten, nach jren geschlechten, nach dem wort des herrn, eitel menlin eins monden alt und drüber, waren zwei und zwenzig tausent. 4 Mos. 3, 39 (nachher was menlich ist, .. eins monden alt und drüber. v. 40); und an diesem biblischen ausdruck hat sich männlein in scherzhafter wendung herausgebildet: Boje flattert bei allen männlein und weiblein herum, und man trifft ihn nie zu hause. Hölty 262 Halm; wie die Israeliten auch gemeint haben werden, wenn sie die gränzen Egyptens hinter sich hätten, gäbe es für sie keine läuse mehr in der ganzen welt, und haben deren dato noch so schrecklich viele, und zwar beide, männlein und weiblein, juden und sogar jüdinnen. J. Gotthelf schuldenb. 33. männlein auch wie knäblein: der tag müsse verloren sein, darinnen ich geborn bin, und die nacht, da man sprach, es ist ein menlin empfangen. Hiob 3, 3. 44) männlein, in kosender, schmeichelnder anrede; an einen mann: hör bruder Jan, sprach Keibkamm, nicht verwendt dich mein liebs mänlin, bei Jobs hunden. Garg. 252b; an einen knaben: männlein (sagt er zum quintaner; denn er redete gern wie die liebe, die kinder und die Wiener in diminutiven) männlein, gib mir den bündel her bis ans dorf. J. Paul Qu. Fixl. 67; auch der frau an ihren ehemann: liebes männlein! 55) männlein, das männliche bei thieren: so die jungen eselein geporn werdent daʒ männel sint. Megenberg 153, 28; eʒ sprechent auch etleich (von den spinnen), daʒ daʒ weibel spinn und web und daʒ männel vâh die mucken mit dem selben netzel. 294, 32; und du solt in den kasten thun allerlei thier von allem fleisch, ja ein par, menlin und frewlin. 1 Mos. 6, 19; aus allerlei reinem vieh nim zu dir, ja sieben und sieben, das menlin und sein frewlin. von dem unreinen vieh aber je ein par, das menlin und sein frewlin. des selben gleichen von den vogeln unter dem himel, ja sieben und sieben, das menlin und sein frewlin. 7, 2. 3; ir solt aber ein solch lamb nemen, da kein feil an ist, ein menlin, und eins jars alt. 2 Mos. 12, 5; erstegeburt unter dem vieh, das ein menlin ist. 13, 12; wenn sich die katzen mit einander belaufen, so leget sich die kützin oder das weiblein nieder auf den bauch, der kater oder das männlein aber stehet. Chr. B. Carpzov kurze katzenhistorie (1716) 24; (der zitscherling) ist .. an farbe weit schöner (als der zeisig), zumahl das hähn- oder männlein. Göchhausen not. ven. (1741) 118; mit bezug auf die bedeutung 1: [] ja was? hört! sol ich ein männlein sein? bin ich nicht ein exellent person? ich bin kein männlein, sondern ein man; aber ein hundt, fürwar, ein männlein ist. J. Ayrer 314c (1570, 25 Keller). 66) ein männlein machen, vgl.männchen machen sp. 1572: mancher braver rammler, wann er die abgematteten hunde eine gute weile hinter sich gelassen, sitzt stille, und macht ein männlein (wie es die weidleute nennen) und schauet, wo seine hunde bleiben. Hohberg 2, 631b. 77) männlein auf den ermel malen, als redensart für etwas vormachen: er ladt sich mit keiner gensz bezalen und mendlin uff ein ermel malen. Murner geuchm. G 2b. 88) das männlein im monde, maculae lunares. Stieler 1238. 99) männlein, der haken eines häftleins im gegensatz des ihn aufnehmenden ringes (müeterleins). bairisch. Schmeller 1, 1601 Fromm. 1010) männlein in der buchdruckerkunst, vgl. unter männchen 6, oben sp. 1573. 1111) männlein im auge. Frisch 1, 640a; wenn einem das gesicht vergangen, sagte man, das männlein ist ihm erloschen. ebenda; vgl. männchen 8, sp. 1573.
7510 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    maennleinst. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    maennlein , st. N. Vw.: s. mennelīn

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    männleinn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    männlein , n. kleiner mann; ahd. mannilîn homuncio Graff 2, 753 ; mhd. mennelîn; masculus mennel, menlin, mendlin Dief. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Männlein

    Goethe-Wörterbuch

    Männlein in ‘Götz 1 ’ ‘Män(n)lin’; einmal ‘mänlein’ 1 kleine, schmächtige männliche Person, Figur a für Homunkulus (sd) …

  4. Sprichwörter
    Männlein

    Wander (Sprichwörter)

    Männlein 1. Altes Manlin, Weinkanlin; junger Bul vnd Bub, alter Wasserkrug. – Petri, II, 12; Henisch, 554, 21; Mathesy, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maennlein

51 Bildungen · 1 Erstglied · 50 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von maennlein

mann + -lein

maennlein leitet sich vom Lemma mann ab mit Suffix -lein, mit Umlaut-Wechsel.

maennlein‑ als Erstglied (1 von 1)

männleinkalender

DWB

maennlein·kalender

männleinkalender , m. kalender blos aus bildern der heiligen bestehend, ehemals bei dem des lesens unkundigen landvolke üblich. Schm. 1, 160…

maennlein als Zweitglied (30 von 50)

ackermännlein

DWB2

acker·maennlein

ackermännlein n. wie ackermännchen: 1764 Döbel jäger-practica 1,63. 1903 Unger/K. steir. wortschatz 11 b ;

bergmännlein

DWB

bergmann·lein

bergmännlein , n. daemon montanus: die Macedonianer haben den heiligen geist für ein creatur und kleins bergmändlin, wichtelin oder schrätli…

Bettelmännlein

Wander

bettel·maennlein

Bettelmännlein Es hod si's Peddlmandl aingstöüld. ( Steiermark. ) – Firmenich, II, 769, 138. Es hat sich das Bettelmännlein, nämlich der Sch…

Bibermännlein

PfWB

biber·maennlein

Biber-männlein n. : ' brustbeklemmendes, gespenstiges Wesen ', Syn. s. PfWB Alb . RA.: Er schrumbelt zamme wie e Biweʳmännel [ LA-Herxh ].

Brachmännlein

Campe

brach·maennlein

Brachmännlein , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Name des Herrenschwammes, weil er häufig auf Brachfeldern wächst.

dengelmännlein

DWB

dengel·maennlein

dengelmännlein , n. in der Schweiz der holzwurm, weil er in den holzwänden einen ton verursacht, der wie das picken einer taschenuhr klingt.…

erdmännlein

DWB

erdmann·lein

erdmännlein , n. nanus: schneckenkriecher, mareschrötlein, aufhocker, wichtelein, erdmännlein. Fischart groszm. 132 .

Fadenmännlein

Wander

faden·maennlein

Fadenmännlein Glöck zue, Fadamannli 1 . – Tobler, 173. 1 ) Eigentlich ein Mann, der Fäden feilbietet. – Ein scherzhafter oder ironischer Glü…

galgenmännlein

DWB

galgen·maennlein

galgenmännlein , n. alraune: Simplicissimi galgenmännlin, oder ausführlicher bericht, woher man die so genannte allräungen oder geldmännlin …

gaukelmännlein

DWB

gaukel·maennlein

gaukelmännlein , n. dasselbe. 1 1) stultulus, ein gaukelmännlin, des man spottet. Alberus a 3 a , s. DWB gaukelmann 2; gott .. verachten, al…

geiszmännlein

DWB

geiszmännlein , n. waldteufel, satyrus, homunculus fronte cornibus aspera et caprinis pedibus Henisch 1443 , gaismännle Schönsl. S 1 d , Ale…

geldmännlein

DWB

geldmann·lein

geldmännlein , n. männlein oder kobold der seinem herrn geld bringt: Simplicissimi galgenmännlin oder ausführlicher bericht, woher man die s…

glücksmännlein

DWB

glucks·maennlein

glücksmännlein , n. , öfter glücksmännel. 1 1) pflanzenname. wie glücksmännchen 1 a: glücksmännel Pritzel-Jessen (1882) 20 ( Riesengebirge )…

gockelmännlein

DWB

gockel·maennlein

gockelmännlein , n. : ich seh, dasz ihr dazwischen mich vor ewer göckelmennlin gehalten, den ihr zu diesem spiel nach ewern gefallen miszbra…

graumännlein

DWB

graumann·lein

graumännlein , n. 1) demin. zu graumann ( s. d. 1), gromann als bezeichnung eines pferdes: er hAet ein wysses klaines ross ... und lgt, wo …

gutmännlein

DWB

gutmann·lein

gutmännlein , n. , zu gut IV A 1 c α ββ : gutmännlein, kobolde, gespensterchen, welche in den erzgruben herumwandern sollen Schrader dtsch.-…

Heinzelmännlein

Adelung

heinzel·maennlein

Das Heinzelmännlein , des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, eine Benennung des Alrauns, weil, wie Frisch vermuthet, diese zum Aberg…

herdmännlein

DWB

herd·maennlein

herdmännlein , n. name des erdschmids, vermis pulsatorius: herdmännli, die zuo nacht in kestlinen und muren oder wenden gleich als schmidend…

hodenmännlein

DWB

hoden·maennlein

hodenmännlein , n. als liebkosung: was? .. mein kleins hodenmänlin, ich glaub du hast in die kannen geguck? Garg. 137 b .

laszmännlein

DWB

laszmännlein , n. eine nackende figur mit bezeichneten adern im kalender, designatio venarum in homine, quae possunt incidi. Frisch 1, 579 b…

nachtmännlein

DWB

nacht·maennlein

nachtmännlein , n. der alp, incubus Stieler 1238. 1242 . Kramer 2, 151 b . Zedler 1, 1327 ; bald draht eim ein nachtmänl den hals um am st. …

nebelmännlein

DWB

nebel·maennlein

nebelmännlein , n. waldmännlein, von dem der nebel herkommen soll. Birlinger volksth. 1, 348 ff., elsässisch newwelmännel Frommann mundarten…

nebenmännlein

DWB

neben·maennlein

nebenmännlein , n. : nur der kleinsten ( klosterschüler ) einer wollte sich bücken nach der lockenden frucht, doch streng hielt ihn sein neb…

Obermännlein

Wander

obermann·lein

Obermännlein Einem das Obermännlein herabputzen. »Man sollte auch gedenken, was bereits vor ein übler Mummel unter dem Volke war, dass der f…

Pastetenmännlein

Wander

pasteten·maennlein

Pastetenmännlein Es ist ein Pastetenmännlein. Spottweis von kleinen (männlichen) Personen. Von den Männlein entlehnt, die als ein Schauessen…

pechmännlein

DWB

pechmann·lein

pechmännlein , n. in der kindersprache die ( gleichsam die augen zupichende ) schläfrigkeit: das pechmännlein kommt. Schm. 2 1, 379. Schöpf …