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Krabben

mnd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 11 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Krabben

Bd. 11, Sp. 550
Krabben (Taschenkrebse, Kurzschwänze), die kurzschwänzigen Zehnfüßer (Decapoda brachyura), aus der Ordnung der Schildkrebse (s. d.), bei denen der Hinterleib (Abdomen, Schwanz) nicht gestreckt ist und mit zum Schwimmen dient wie bei den langschwänzigen Zehnfüßern, sondern als ein kleiner Anhang unter die Brust umgeschlagen und außer bei der Begattung (und beim Weibchen auch während der Entwickelung der an den Hinterleibsfüßen befestigten Eier) nicht viel benutzt wird. Infolge hiervon schwimmen die K. kaum, laufen, kriechen und klettern dafür aber vorzüglich und zwar meist nach der Seite hin. Bei der starken Verkümmerung des Hinterleibes sind die Organe nach vorn gelegt, so beschränkt sich z. B. der ganze Bauchstrang des Nervensystems auf ein großes Zentrum in der Brust, von dem nach allen Seiten die Nerven ausstrahlen. Die Kauwerkzeuge sind denen der Langschwänzer gleich, ebenso die Brustfüße; doch sind bei manchen K. die letzten Paare nach dem Rücken gerichtet (s. unten Dorippidae). Die aus den Eiern ausschlüpfenden Jungen haben als sogen. Zoëa (s. Krebstiere) noch einen langen Schwanz (meist auch lange Stacheln zum Balancieren im Wasser) und schwimmen mit seiner Hilfe umher, machen dann aber mehrere Verwandlungen durch, bei denen der Hinterleib immer kleiner wird. Nur bei einigen Süßwasser- und Landkrabben verlassen die Jungen das Ei schon in der Krabbengestalt. Bei diesen sind auch die Kiemen derart eingerichtet, daß ein wenig Wasser sehr lange Zeit zur Atmung ausreicht, oder daß geradezu Luft geatmet werden kann. Die K., zumal die landlebenden, besitzen unter den Krebsen (außer den Einsiedlerkrebsen) die größte Intelligenz, einige klettern sogar auf Bäume. Von den etwa 20 Familien der K. sind erwähnenswert: 1) Die Wollkrabben (Dromiidae) und 2) die ihnen nahestehenden Dorippiden (Dorippidae) tragen auf ihrem Rücken mit den beiden letzten nach oben gerichteten Beinpaaren Schwämme, Eier von Schnecken, Holzstücke, überhaupt allerlei tote oder lebende Gegenstände umher und suchen sich auf diese Weise unsichtbar zu machen. Verwandt damit ist auch die Schamkrabbe (Calappa) des Mittelmeeres (s. Tafel »Aquarium I«, Fig. 22). 3) Die sogen. Meer- oder Seespinnen (Majidae; s. Maja auf Tafel »Aquarium I«, Fig. 23), mit dreieckigem Rückenschild (Dreieckkrabben); zu ihnen gehört das größte Krebstier, die japanische Riesenkrabbe (Inselkrebs, Simagani, Macrocheira Kaempferi de Haan), mit 50 cm langem Rumpf und 1,5 m langen Vorderbeinen. Sie bewohnt die Küsten von Japan und wird gegessen. Viele Arten bedecken sich mit Algen, Moostierchen etc., um nicht erkannt zu werden. Die große Meerspinne (Maja squinado Rond.), 11 cm lang, rötlich, sehr stachelig, galt bei den Alten als klug und als Musikliebhaberin, findet sich auch auf zahlreichen Münzen, wurde und wird gegessen. 4) Die Taschenkrebse (im engern Sinne, Cancridae), mit breitem, kurzem, vorn abgerundetem Rückenschild, zum Teil gute Schwimmer. Hierher der kleine Taschenkrebs (Carcinus maenas L.), 5 cm lang, dunkelgrün, die gemeine Krabbe der europäischen Meere und der Ostküste Amerikas, ist an vielen Küsten Volksnahrungsmittel, wird in großer Menge aus dem Venezianischen als Köder für die Sardelle nach Istrien gebracht, auch in Öl gebacken gegessen und kam früher auf den Londoner Markt. Ferner der große Taschenkrebs (Cancer pagurus L., s. Tafel »Krebstiere II«, Fig. 8), über 30 cm breit und bis 7 kg schwer, rotbraun mit schwarzen Scheren, besonders häufig in der Nordsee auf felsigem Grund, ist wegen seines Wohlgeschmacks in England sehr geschätzt (s. auch die Abbildung des fossilen Cancer quadrilobatus auf Tafel »Tertiärformation II«, Fig. 7). 5) Die Muschelwächter (Pinnotheridae), kleinere, weichhäutige K., leben zwischen den Schalen von Muscheln (Pinna etc., die sie nach Angabe der Alten bewachen sollten), aber auch in der Kiemenhöhle von Seescheiden. 6) Die Landkrabben (Gecarcinidae) leben in den Tropen auf dem Lande, oft weit vom Meer, machen aber zum Teil wenigstens einmal jährlich eine Wanderung nach der Küste, um dort der Fortpflanzung nachzugehen, und kehren mit den Jungen später zurück. Hierher Gecarcinus ruricola L. aus Westindien, lebt unter Baumwurzeln oder in selbstgegrabenen Löchern in der Nähe des Meeres, aber auch ziemlich weit davon auf Bergen, oft neben Kloaken oder auf Friedhofen, wo sie sich einen Weg zu den Leichen bahnen soll. Sie ist eßbar. Die sogen. Diebskrabbe (Kokosdieb, Birgus latro), gehört dagegen zu den Einsiedlerkrebsen (s. d.).
4517 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krabbensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    krabben , sw. V. nhd. „krabben“, kratzen, schaben, sich mit den Krallen anklammern, sich durch Ankrallen fortbewegen, kr…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krabben

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    krabben , kraben , das vorige in einfacher form. 1 1) krabben ist nd. ( wie krabbeln), in der bedeutung kratzen, scharre…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krabben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Krabben , Familie der Krebse, mit sehr kurzem Schwanz ohne Endflossen, mit einigen Afterfüßen zur Befestigung der Eier; …

  4. modern
    Dialekt
    krabben

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    krabben -ww-, -pp-, zuweilen kraben, -w-, krarben, -w- kratzen, krauen, streicheln; sprw.: keen Hohn krappt (krarwt) üms…

  5. Sprichwörter
    Krabben

    Wander (Sprichwörter)

    Krabben He krabbt (kratzt, scharrt) sîn Geld un geit flöiten (läuft davon). ( Ostfries. ) – Frommann, VI, 286, 667.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krabben

35 Bildungen · 34 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

krabben‑ als Erstglied (30 von 34)

Krabbenbänniger

MeckWB

krabben·baenniger

Krabbenbänniger m. 'Krabbenbändiger': De Wismarschen hadden den Binamen ... Krabbenbändigers Wo. Seem. 1, 124; s. Krabb 1 1.

Krabbenbœgel

MeckWB

krabben·boegel

Krabbenbœgel m. der Bügel eines kescherähnlichen Krabbenfanggeräts wie des Bihollers ( s. d., Bd. 1, 863, und Krabb 1 1 ) Ro Warn .

Krabbending

MeckWB

krabben·ding

Krabbending n. kleines Kind: kik dat lütt Krabbending an Latend. Laur. 15; bes. kleines Mädchen Ro; auch Schelte Zinck Lustsp. 18.

Krabbenfräter

MeckWB

Krabbenfräter m. 'Krabbenfresser' wie das Vor.

krabbenfresser

DWB

krabben·fresser

krabbenfresser , m. von mehrern thieren, der grosze kernbeiszer, loxia enucleator; ein amerik. reiher; ein amerik. beutelthier.

Krabbengilde

MeckWB

krabben·gilde

Krabbengilde m. a. Spr. der Krabbenschmaus der Insassen des St.-Jakob-Hospitals in Wi am Pfingstdienstag: 'Dingestedages in pinxsten tho ere…

krabben II

RhWB

krabben II -ab- ein Wort in Klev , Geld , in Abl. auch in NWErk , NWKemp , Mörs , Rees schw.: 1. die Erde auflockern um die Pflanzen mit der…

krabbenklau

DWB

krabben·klau

krabbenklau , f. eine wasserpflanze, krebsschere, wasseraloe, nl. krabbenklaauw.

Krabbenklaue

Campe

krabben·klaue

Die Krabbenklaue , Mz. die — n , eigentlich die Klaue, die Schere einer Krabbe. I der Pflanzenlehre, ein Name der Wasserfeder (Stratiotes al…

Krabbenkraug

MeckWB

Krabbenkraug -om. 'Krabbenkrug', Name eines Wirtshauses, dessen Schild zwei Krabben zeigte Wi Red ; heimliche Schenke Ha Belsch .

Krabbenkrut

MeckWB

krabben·krut

Krabbenkrut n. Krabbenkraut, Bewachsung des Meeresgrundes, wo man Krabben fischte, so zwischen den Sandbänken am Strande von Wi Poel .

Krabbenpahl

MeckWB

Krabbenpahl Pl. -pœhl m. Krabbenpfahl; Näheres s. Krabb 1 1.

Krabbenschneiden

Wander

krabben·schneiden

Krabbenschneiden Krabbenschneiden gehen. So nannte man im 18. Jahrhundert das Verfahren der Soldaten in Deutschland, namentlich in der Mark,…

Krabbenschüwer

MeckWB

krabben·schuewer

Krabbenschüwer m. Krabbenschieber, s. Krabb 1 1; verächtliche Bezeichnung der Krabbenfänger und Küstenfischer und -schiffer: laten Sei doch …

Krabbenstriker

MeckWB

krabben·striker

Krabbenstriker m. 'Krabbenstreicher' 1. Staknetz mit viereckigem Bügel zum Krabbenfang ( s. Krabb 1 1) Ro Warn . 2. gebraucht wie -bänniger …

Krabbentaucher

Meyers

krabben·taucher

Krabbentaucher ( Alklumme, Alkenkönig , Alle alle L , Mergulus Alle L .), Vogel aus der Ordnung der Schwimmvögel und der Familie der Alken, …

krabbentīt

KöblerMnd

krabbentīt , F. nhd. „Krabbenzeit“, Zeit des Krabbenfangs E.: s. krabbe (1), tīt L.: MndHwb 2, 656 (krabbentît)

Ableitungen von krabben (1 von 1)

verkrabben

RhWB

ver-krabben: ene verkrabbde Bom im Wachstum zurückgeblieben MülhRh-BGladb .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „krabben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/krabben/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „krabben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/krabben/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „krabben". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/krabben/meyers.
BibTeX
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