klobe,
kloben,
m. ablautende substantivbildung passivischen sinnes von klieben,
wie bogen
von biegen,
eig. etwas gespaltenes, in mehrfacher wendung der bedeutung. ahd. chlobo,
mhd. klobe,
alts. clovo
nach clovon
pedicis Haupt 5, 199,
mnd. clove, clave,
nnl. kloof,
früher klove,
spalt, und zwar fem., wie auch nd. fem. besteht, s. 6. 7.
auch dän. klov,
norw. schwed. klove (Rietz 328
b).
entlehnt böhm. kloub. 11)
gespaltenes holzstück, zum klemmen, festhalten. 1@aa)
wie alts., galt es mhd. als fessel, fuszfessel (
pass. H. 163, 82),
bildlich leides klobe
pass. 147, 42
H., kumbers klobe
Renner 952
u. a.; schwed. heiszt der schraubstock klofva, klfva.
noch im 15.
jh. cloben
cippus, instrumentum quo reorum pedes restringuntur. voc. inc. teut. d 6
a, cippa, klobe Dief. 121
a (
s. cippare captivos
das.), stock, block
zum einspannen gefangener oder zur züchtigung (
s. rechtsalt. 704): Braun (
der bär) lag in ängsten schwer, der kloben, drin er lag, ihn kniff. Simrock 1, 152. 1@bb)
auch zu andern zwecken, z. b. Keisersb.
brös. 91 clob ist ein gespaltener stecken, da gat ein schnur durch (Scherz 217).
im Bregenzerwalde ist der klobo
ein hölzerner oder eiserner nagel mit einem loche der am heuseil als schlinge dient (Felder).
die hirten in Gottschee in Krain führen als waffe einen kloben,
einen oben gespaltnen stock, zum steinschleudern. s. weiter 8,
d. 22)
besonders aber wie schon ahd., als vorrichtung zum vogelfang, eine fuszfessel für die vögel. 2@aa)
eigentlich. jetzt zwar brauchen die vogelsteller dazu zwei genau auf einander passende schwanke hölzer, die an dem einen ende verbunden sind und, wenn vögel sich darauf setzen, zugezogen werden ( Adelung),
auch ein kloben auf einem holzschnitt in Murners
geuchmat (
kloster 8, 939)
besteht aus zwéi stücken; aber anfänglich war es dem namen nach ein gespaltner stock, wie noch Frisch 1, 524
a erklärt baculus aucupatorius fissus. mhd. vogele gefangen ûf dem kloben.
Parz. 273, 26,
vergl. Haupt 1, 270,
die entwischte lerche sagt zum vogelsteller ich kum niht mêr in dînen kloben Haupt 7, 345 (
man bemerke das in,
das genauer erscheint).
oft in den vocabb. des 15.
jh., z. b. klob,
aucipula. voc. th. 1482 q 8
a, Dief. 59
b, peridica (
d. i. pertica) klob, fogelclobe 426
c, pedica, clobe, vogilklob, kloben 420
a, cipio,
baculus ad capiendum aves aptus, vogelklob 121
a: machten (
zum zeitvertreib) weidenflöten und holderpfeifen, stelten den kauzen auf den kloben. Fischart
Garg. 193
a (357),
der kauz
ist der lockvogel; ain hütten msz wir han, darzuo guot hürne kloben (
von horn?) darvon die helzlen stoben, den kauzen sol man loben, der uns den vogel bringt. Uhlands
volksl. 367; man lockt und pfeift dem vogel bis er gefangen ist oder bis er auf dem kloben sitzt. Lehman
floril. 1, 105; in dem sich der nast (
ast) von ein ander gespaltet (
und dann wieder zusammengieng?), hat er die drei auf ihm sitzende tauben bei den klatten erdapt und sie dergestalten, wie man die maisen an dem kloben zu fangen pflegt, gehalten. Hörl v. Wätterstorf
Bacchusia (
München 1677) 347.
noch mit dem alten nom. bei Rädlein klobe, darauf die vögler die vögel fangen 546
b. 2@bb)
früher vielfach bildlich gebraucht, wie schon mhd.: glich als ein närrin die sich mutzt (
putzt) und spieglen duot der welt zu tutz, so sie uf spannt des tüfels garn und macht vil selen zuor hellen farn. das ist das kützlin (
käuzlein) und der klob, do durch der tüfel suocht grosz lob. Brant
narr. 92, 45; wer .. sitzen will allein vast oben, den setzt der tüfel uf syn kloben.
das., überschr.; der pabst hat uns die friheit gschenkt und ein bligin (
bleiern) sigel dran ghenkt, so hend wir im tusend pfund gschoben (
hingezahlt) umb den kutzen uf dem kloben (
lockspeise).
N. Manuel
fastnachtsp. bei Grüneisen 355; ein falsch herz ist wie ein lockvogel auf dem kloben, und lauret wie er dich fahen müge.
Sirach 11, 31,
vgl. Jerem. 5, 26; den kloben hat sie aufgestelt, sam wolt sie vöglein fangen.
Ambr. lb. 93, 5,
auf dem erwähnten holzschnitte bei Murner
hat ein mädchen einen gesellen mit dem kloben bei der hand gefangen; sie hat gefangen auf dem kloben den jungen einfeltigen gauch. H. Sachs 3, 3, 22; bis wir den gauch bringn auf den kloben. 3, 2, 110
b; schöns lieb, du bist jetzt gebunden stark an das narrenseil. spann du den kloben besser auf und fang ein andern narren drauf, ich werd dir nicht zu theil. Hoffmann
gesellsch. 49; das er nicht komme in die conjunction spiritus salis, das ist in sein kloben und kluppen. Paracelsus
op. 1, 290
c,
s.kluppe 2; der teufel hat denen lüsternden weibern gezeiget wie sie sich mahlen, schminken .. sollen, das sie schöner scheinen als sie sein, üm dadurch die weltalberen zu berükken und auf ihren kloben zu bringen. Butschky
Patmos 238; vor zeiten war ein probe so man ein (
öffentlich) reden hört, jetzt ist es nur ein klobe damit man leut bethört. J. Doman
bei Morhof 350 (Wackernagel
leseb. 2, 243, 35).
der pranger (brangen)
heiszt bei Utz Eckstein des henkers kloben
kloster 8, 886. 2@cc)
obscön vom feminal, wie schon mhd. MSH. 3, 229
a,
vergl. 1, 202
a: ist sach das sie hat ainen kloben damit man rotköpf fahen kan, so ist sie zeitig zu aim man.
fastn. sp. 749, 31. 2@dd)
eigenthümlich in Fischarts
groszm. 133 (
Sch. 652): wann der Jupiter auf dem kloben mit Saturn kundschaft sucht, o weh den juden. 2@ee)
vielleicht gehört auch hierher klobe
als eine stange worauf die falken sitzen, ames. Frisch 1, 524
b; amis, ein clobe, klob Diefenb. 30
c. ames
ist eig. eine gabelförmige stütze zum aufspannen des vogelgarns, jegergabel, ein holz daʒ geschaffen ist als ein gabeln Dief.
a. a. o., in andern vocab. das. aber der vogelklobe,
wie im späteren latein. die falkenstange (
s. z. b. Hätzl. 26
b.
hor. belg. 11, 241)
ist wol auch gabelförmig gespalten, in nachahmung eines baumzweiges, wie noch bei den Arabern. auch der aufgespannte vogelklobe, auf dem der kauz als lockvogel sitzt, musz ja wol, um die vögel zu locken, einem baumzweig ähnlich sehen. Frisch
stellt dazu kloben
aus Faust
limb. chron. (globen
s. 21
Rossel)
als stange, '
worauf man den rittern die gecrönten helm nachgeführt'. 33)
an der wage das gabelförmige, zweischenkelige stück in dem der wagebalken hängt und sich die zunge bewegt, auch schere wagegericht;
entlehnt poln. kluba.
schon mhd.: sô sol daʒ wirdiclîche pfunt (
auf die schale gelegt) die wâge (
eig. die zunge) rihten in den cloben.
erlösung 1011; swaʒ unden ist und ouch dar oben und mitten durch natûren kloben. Frauenlob
spr. 232, 18,
auch letztere stelle wird bildlich hierher gehören. agina,
die weite oder das loch auf dem wagkengel darinn das züngle gadt, ein wagkloben. Frisius 64
a, Maaler 483
b, Kirsch
cornuc., Stieler 977: ein ieglicher lonweber sol in sinem huse haben einen halben vierdling eines zentners isin gewichts, mit des rats zeichen bezeichnet, und ein wog mit einer isin zungen und isin kloben.
ratsverordn. von Freiburg im Br. v. j. 1464. Mones
zeitschr. f. gesch. des Oberrheins 9, 179,
er war gewiss urspr. auch von holz. die wage steht im kloben (
wenn das gleichgewicht gefunden ist). Ludwig
teutsch-engl. wb. bildlich: einen mann dem guot und ehr zuofleuszt, und des kein armer nicht geneuszt, und all sein sach im glücklich geht, sein guot end gnaw im kloben steht (
iron.).
eins freiharts predig Frkf. 1563 L 8
b; dasz man schon viel gewonnen hat .. wenn das kunsturtheil, das zwar wie eine wage immer hin und wieder schwankt, doch an einem tüchtigen kloben befestigt ist und nicht, wenn ich im gleichniss verharren darf, wage und wagschalen zugleich hin und wieder geworfen werden. Göthe 38, 56 (
d. sammler u. die sein. 1).
nd. klove,
daher up den kloven
ganz genau, eben recht. brem. wb. 2, 811.
niederrh. klöft, klöf
f. (
d. i. kluft),
daher en de klöf hange
im gleichgewicht schweben. Müller
u. Weitz
Aachener mundart 112;
s. auch klöblein
und kluft 7. 44)
eine dem wagekloben gleiche vorrichtung, die bestimmt ist, selbst unbeweglich fest etwas hangendes, schwebendes zu tragen oder etwas so zu fassen dasz ihm freie bewegung bleibt, ähnlich einer umgekehrten klammer. 4@aa)
im genauen sinne: als im nebenzimmer am tragebalken ein kloben eingeschraubt zu sehen war, hieng das schwein sogleich dort um kunstmäszig zerstückt und bereitet zu werden. Göthe 30, 116; sie war mir bei meinen heimlichen anschlägen der kloben an den eine strickleiter befestigt ist. gefährlich hoffend schwebt der abenteurer in der luft, das eisen (
der kloben) bricht und er liegt zerschmettert am fusze seiner wünsche. 18, 132; ainen eisnen kloben mit ainer hulzen scheiben (
für zimmerleute).
Passauer zeugregister v. 1488 (
s.klotzbüchse)
s. 88; zwen kloben mit iren sailern, ain hulzein hefer (
heber) dapei, darinn die kloben hangen. 89; der kloben, woran Zeus den ring der welt, die sonst in scherben ging, vorsichtig aufgehangen. Schiller 97
b,
der ring
ist gewiss als im kloben sich drehend gedacht. ein kloben
trägt so die heberolle, über die das klobenseil
läuft. 4@bb)
aber die ganze hebevorrichtung wird danach ebenso benannt: der (
nachtwandler) zeucht sich auf das haus im kloben kühnlich an und nimmt die elstren aus. P. Fleming 49 (am kloben
Lapp. 115); indem der arme tropf nun schon am kloben (
des galgens) hieng. Günther 554,
um eben aufgezogen zu werden; mit einem kloben die balken aufziehen Steinbach 1, 874,
seine lat. beschreibung scheint einen flaschenzug zu meinen. 4@cc)
auch auf die rollen oder scheiben gieng der name über: kloben,
rollen, bei den zimmerleuten, trochleae genus ad extrahenda onera per orbiculos. Frisch 1, 524
a,
während in dem namen des ganzen 'scheiben- und klobenwerk'
den er hinzufügt, die scheiben,
rollen, von den sie haltenden kloben
noch unterschieden sind. bei Adelung zwei zusammen gehörige kloben machen einen flaschenzug aus,
er versteht die rolle in der ausgehöhlten scheibe, die flasche
selbst darunter, während noch Hübners
zeitungslex. 2, 1960 (1727)
genauer scheibe oder rolle in einem kloben
angibt. aber selbst auf das seil kann das hauptgewicht fallen: der kloben oder das aufstrickseil bei einem salzschiffzug ist gegen 30 klafter lang und 8 schilling dick. Schmeller 2, 352.
s. dazu die klöbchen
vorhin, röllchen der weber. 4@dd)
an wanduhren heiszt kloben
die rolle an der das gewicht hängt, die sich eben in einem rechten kloben dreht; in spindeluhren aber die lose decke auf der unruhe, die sich wol ursprünglich darin lose gehalten bewegte, bei M. Kramer klobe in einer uhr,
nl. kloof
f. 4@ee)
ähnlich ist auch kärnt. kloube
holzreif der die kuhglocke trägt Fromm. 3, 118,
vgl. holst. klave,
ditmars. klaben
hölzernes halsband zum anbinden der rinder, klaven Neocorus 1, 322,
deren a
aus o
geworden sein könnte. aber auch altn. klafi
m., norw. schwed. dän. klave (klafve),
s. Rietz 326
a,
wo das a
doch echt sein musz; dagegen schwed. klofva, klfva
fem., schraubstock u. ä., stimmt zum folg. 55)
klammerartige vorrichtungen zum festhalten. 5@aa)
eisenklammer wol in folg.: umb 3 mauerschlieszgloben am zehendstadel 9 kr. Birlinger
Augsb. wb. 282
a aus einer pfarrrechnung, vgl. klobenmacher. 5@bb) kloben
ein instrument wie eine zange Frisch 1, 524
a,
vgl.kluppe,
kluft. ein kloben, so die hufschmiede den unbändigen pferden auf die nase setzen. Ludwig. feilkloben
bei den schlossern, beim feilen gebraucht, reifkloben
bei den böttichern, die dauben und reife an einander zu halten, ein beweglicher haken an einem starken holze. bei schmelzern und probierern sind kloben
eine art zangen zum fassen glühender stücke. s. auch klobensäge,
klobendeichsel. 5@cc)
an der thüre heiszt kloben
das in die pfoste geschlagene zweischenkelige eisen worauf die klampe passt, und woran das anlegeschlosz hängt, auch die ähnlichen eisenstücke zwischen denen der riegel sich bewegt. Adelung. Schottel 1346
aber gibt klob
thürangel, ebenso Denzler 2, 173
a, Rädlein 546
b klobe, Schmidt
idiot. bern. chlobe
cardo (Fromm. 2, 372
a),
selber fest eingeschraubt trägt er die darin bewegliche thür ähnlich wie der wagekloben die wage: er hob die hausthür aus den kloben. Hebel
schatzk. 237. 5@dd)
im bergbau ein eisernes glied das im fall des bruches einer kette sogleich statt des gebrochnen ringes eingesetzt werden kann, klobenglied, klobenring,
auch scherglied,
ist es etwa nicht völlig geschlossen, nur klammerartig? 5@ee)
ähnlich wol auch kloben
an der schwertscheide: die scheiden waren samat rot, ein guldin kloben jede hat. Frischlin
hohenz. hochz. 101
Birl. 66)
wenn die bedeutungen bisher ein werkstück mit einem spalt ergeben, gilt doch kloben
ferner auch für ein losgespaltenes stück. 6@aa) ein kloben holz,
groszes scheit. Adelung (
der auch den kloben
der falkeniere 2,
e hierher zieht).
vgl.klobenholz,
klobig.
norddeutsch klobe
fem. Heynatz
antib. 2, 189, Schambach 104
a,
ditm. klaben
m. 6@bb)
auch als stück überhaupt, z. b. ên klaven engvâr,
ein stück ingwer, brem. wb. 2, 811,
gött. imberklâwe
f. Schambach 56
a.
ebenso ist vielleicht entstanden schweiz. kloben
im scherze von einem groszen geldstück Stalder 2, 109,
kronenthaler J. Gotthelf. 6@cc)
keule. in der Zerbster procession Haupt 2, 279
tritt Cain auf mit einer klaven (
nd. klave
gleich hd. klobe),
es kann nur keule gemeint sein und lat. clava
ist wol unschuldig daran; vgl. engl. club
knüttel. merkw. 'conus, clobe'
in zwei voc. des 15.
jh. Dief. 149
b,
ist contus,
keule gemeint? noch der eisenkloben
bei Gries (
s. 3, 372)
musz doch ein kolben
sein. umgekehrt wird im 15.
jh. kolbe
für klobe
pedica angegeben, s. Dief. 420
a. 6@dd)
daher vielleicht rheinisch kloben
grosze tabakspfeife, auch pfeifenkopf (Vollmann
bursch. wb.),
dem. klöbche
pfeifchen: e flodder studio raacht en lange klowe (
pfälz.). Streff
des burschen heimkehr s. 40. 77)
auch der spalt selbst hiesz früher so: klunz, kluft
oder spalt ..
oder klob,
fissura. voc. th. 1482 q 8
a; klobe, klob, kloben (
mnd. clove, clave)
rima, fissura aus rhein., md. vocab. bei Diefenb. 498
b, klove
Rein. vos 651, klöve
f. brem. wb. 2, 811, Stürenb. 112
a,
wie nnl. kloof, klove
f. noch in den sette comuni klop
spalt, fessura Schmeller 136
b.
vergl. kluft. 88)
eigen als masz für gewisse dinge. 8@aa)
im flachshandel ein klobe flachs,
eine gewisse zahl reisten, 30
oder 60. Frisch 1, 524
b, Rädlein 546
b,
ein bund von dreiszig reuszen Steinbach 1, 874,
auch von zwölf nach Adelung.
in Waldeck 24
handvoll Curtze 477
a,
im Allgäu ebenso von werch Birlinger 282
a. man musz den flachs nicht loben, man hab ihn denn am kloben (
fertig). Simrock
spr. 2498.
Der ausdruck ist alt und erscheint allgemein: diu (gebreite) giltet ze zinse .. ein pfunt wahses und einen halben kloben werkes.
habsb. urb. 205, 26; iiij kloben werkes, der ieglîcher eines schill. wert sîn sol. 206, 8; item xv clobos lini. 311, 2. 310, 1
u. ö., 1 clobum lini 309, 22; vi pondera lini, quae klobin vulgari vocabulo nuncupantur.
cod. dipl. Sax. II, 1, 283; mediam petiam lini, quae vulgariter dicitur ein halbiu klabin flachs. 2, 100,
als fem., doch in auffallender form. 8@bb)
der begriff scheint aber urspr. ein anderer, die alten vocab. geben es für pensum, klob flachs, reiste flachs
voc. th. 1482 q 8
a, ein rist
vel ein klobe, ein klobe (klob, kloben) flachs Dief. 423
b, ein chlob hars
vel wichel flachs
voc. ex quo Frommann 4, 302
a, ein cloben flachs
voc. opt. Lpz. 1501 V 1
b.
er war also von reiste, kaute
nicht eig. verschieden und hat sich erst später vergröszert, urspr. etwa eine mit der hand ungefähr gegriffene menge, wie bei Maaler 246
a klobenwerk
n. manipulus lini erklärt ist. schweiz. ist jetzt kloben
ein gebünde, büschel, z. b. von hanf, werch wie man es zum spinnen bekömmt (
pensum)
oder zu markte trägt. Stalder 2, 109,
bern. e chlobe riste
cirrus lini intortus Frommann 2, 372
a. 8@cc)
es galt aber urspr. allgemeiner als ungefähres masz. Stieler 1781
hat auch ein kloben wolle
globus lanae, und so schon mhd. Renner 8984
in der Frankf. hs.; die wolle, die man zuo spinnen gît (
die meister den spinnerinnen), soll man im kloben wegen.
wollweberordn. v. 1486, Mones
zeitschr. 9, 158.
schweiz. sogar von kirschen die büschelartig um einen stab geflochten sind (Stalder),
mhd. von würsten: von würsten manec klobe
wb. 1, 846
b (
vgl.klobwurst).
nach jenem wol Wackernagels
erklärung von mhd. klobe (
wb. 1861) '
stock als innerer halt eines bündels; bündel'. 8@dd)
aber zur erklärung des gebrauches passt wol besser die bedeutung 1
nach folg.; in einer westf. urk. des 14.
jh. bei Seibertz
quellen der westf. gesch. 1, 409
wird eine jährliche lieferung von weintrauben bedingt: duas fustes fissas, repletas cum uvis maturis (
s. Woeste
bei Frommann 6, 78),
diese fustes fissae,
gespaltene stöcke, in deren spalt die trauben eingeklemmt getragen werden, sind solche kloben,
wie sie die kinder vielfach noch jetzt brauchen; in einem rhein. liede z. b. singen kinder die nach waldbeeren gehn: êkhon, minne klôv is schlêk voll (
eichhorn, meine klobe ist ganz voll),
ein haselstock mit einem spalt oben, in dem die beerenbüschel stecken. Erk
volksl. neue samml. 6, 29.
diesz mittel etwas zu fassen und zu tragen ist in seiner einfachheit sicher uralt, es heiszt auch kluppe, kluft, klemme,
ähnlich ist schneise,
nl. snees
u. s. f., s. Schmeller 3, 496,
eig. stock, baumzweig. 8@ee)
entlehnt böhm. kloub
von flachs. eigen selbst im engl., dem das wort sonst abgeht, a clove of wool
sieben pfund wolle, aber auch a clove of cheese
acht pfund käse, das viertel eines käses, stammt das etwa aus den Niederlanden? 99)
in der bienenzucht kloben, bienenkloben
eine hohle büchse, um einen weisel darin gefangen zu setzen und aufzubewahren, auch klobe.
f. Adelung. 1010)
landschaftlich ein stück feld in einer gewissen form, s. Radlof
bei Campe (2, 964
b);
dasselbe ist vielleicht schweiz. kloben
für ein stück weide: er hat drei klöben,
kann drei stücke vieh auftreiben. Stalder 2, 109,
der zwar erklärt '
recht, ein stück vieh auf die weide zu treiben'. 1111)
dem flachskloben ähnelt ein obersächs. kloben
als schwade beim mähen, das Adelung
nennt.