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klauen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

klauen

klauen

Klaue f. ‘verhornte Zehe, Huf (der Paarhufer), Kralle (der Raubvögel)’. Auf germ. *klēw- beruhen ahd. klāwa (9. Jh.), mhd. klā(we), mnd. klā ‘Kralle, Pfote, Tatze, Hornteil des gespaltenen Tierfußes’; auf germ. *klauw- bzw. *klaw- führen mnd. klauwe, mnl. clauw, nl. klauw, aengl. clēa (engl. mundartlich clee), dazu als Neubildung aus den obliquen Kasus aengl. clawu, engl. claw; germ. *klōw- setzen ahd. klōa (um 800), anord. klō, schwed. klo voraus. Außergerm. vergleichen sich aind. gláuḥ ‘Ballen, kropfartiger Auswuchs’, griech. gínglymos (γίγγλυμος) ‘Knochengelenk des Ellenbogens und Oberarms, Türangel’, glūtós (γλουτός) ‘Hinterbacke, Gesäß’, wahrscheinlich auch air. glūn ‘Knie’ sowie lit. gliaumaĩ ‘Schleim’, (älter) glaumas ‘was beim Schleifen an schleimiger Substanz vom Stein abgeht’. Daraus ist ie. *gleu- erschließbar, eine Weiterbildung der unter Kolben (s. d.) angeführten, vielfach erweiterten Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. Kloß, Klotz, Knäuel), und Klaue ist danach als ‘die sich Ballende, Zusammendrückende’ zu verstehen. Für entsprechende Werkzeuge im Sinne von ‘Greifer, Haken’ steht Klaue seit dem 16. Jh., geringschätzig scherzhaft für ‘Fingernagel, Finger, Hand’ seit dem 17. Jh.; von daher übertragen ‘schlechte Handschrift’ (Mitte 19. Jh.). – Klauenseuche f. (18. Jh.), heute meist Maul- und Klauenseuche, durch Viren hervorgerufene Krankheit der Wiederkäuer mit Bläschenbildung an Maul, Klauen und Euter. klauen Vb. ‘stehlen’. Auszugehen ist von der alten (heute noch in den Mundarten bewahrten) Bedeutung ‘mit den Klauen fassen, packen, kratzen, krauen, krabbeln’ in ahd. klāwen, klouwen (9. Jh.), mhd. klöuwen, mnd. klouwen, frühnhd. kläuen, kleien, mnl. clouwen, aengl. clāwian, anord. klā. Aus ‘mit den Klauen packen, fassen’ entwickelt sich mundartlich ‘stehlen’ (19. Jh., vielleicht älter).
1854 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klauenv., trs, intrs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    ○ Klauen , v. trs . u. intrs . 1) Mit den Klauen kratzen, wie auch mit den Klauen packen und fest halten. Denn sie warf …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klauen

    Goethe-Wörterbuch

    klauen mit den Krallen packen und kratzen der Fuchs .. kneipt’ und druckt’ und biß und klaute [ Reinke de Vos: kleyede; …

  3. modern
    Dialekt
    klauen

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    klauen 1. mit den Nägeln kratzen, liebkosend krauen, streicheln: 'Wol averst alto sehr mit Titeln sick wil klowen' Laur.…

  4. Spezial
    klauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    klau|en vb.tr. 1 sgrafedé (sgrefeda) 2 (stehlen, entwenden) arobé (-ba), se tó (valch), avëi i dëic lunc.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klauen

46 Bildungen · 42 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

klauen‑ als Erstglied (30 von 42)

Klauenschuh

SHW

Klauen-schuh Band 3, Spalte 1383-1384

Klauenvieh

SHW

Klauen-vieh Band 3, Spalte 1383-1384

Klauenbeschlag

Meyers

klauen·beschlag

Klauenbeschlag , Eisenbeschlag für Arbeitsrinder, ist, namentlich an den Vorderfüßen, ebenso erforderlich wie der Hufbeschlag für Pferde. Wi…

klauenfang

DWB

klauen·fang

klauenfang , m. von der klaue des adlers, s. fang 5: dem gottes adler selbst im krummen schnabel und im klauenfang der speise fülle brachte.…

Klauenfuß

PfWB

klauen·fuss

Klauen-fuß m. : 'Fuß mit Klauen'. As wann's en v'fallner, schwarzer Engel wär, mit Glooefieß un häßlich wieschde Ohre [ Birmelin Penns Gezw.…

klauengriff

DWB

klauen·griff

klauengriff , m. griff mit einer klaue, einmaliges einschlagen, wunde von einer scharfen klaue: wie manchen klauengriff hat ihm der lästerge…

Klauenhaken

PfWB

klauen·haken

Klauen-haken m. : 'Haken zum Ausziehen der Klauen', Klooehoke [ NW-Frankeck ]. —

Klauenhand

Meyers

klauen·hand

Klauenhand , durch die Lähmung der Zwischenknochenmuskeln der Hand hervorgebrachte krallenförmige Krümmung der Finger.

klauenkamm

DWB

klauen·kamm

klauenkamm , m. kamm aus dem horne der rindsklaue. J. G Haas lat. handwb.

Klauenkrankheiten

Meyers

Klauenkrankheiten bei den Paarhufern sind häufig und können schon, namentlich bei Schafen, durch unreinliche, nasse Haltung (morastiger Fußb…

klauenlos

DWB

klauen·los

klauenlos , der klauen beraubt: ein klauenloser löwe (fangless lion). Shakesp. Heinrich IV. 2. th. 4, 1.

klauen als Zweitglied (2 von 2)

Luchsklauen

Wander

luchs·klauen

Luchsklauen Er hat Luchsklauen. ( Ostpreuss. ) Sehr lange Nägel. (S. Grossmutter 10.)

Ableitungen von klauen (2 von 2)

beklauen

DWB

beklauen , ungulis instruere: andre binden splitter an die nackten finger, auf rechnung ihres kopfs beklaut zu sein. Fr. Müller 2, 20 ; ein …

entklauen

DWB

entklauen , exungulare, bei Maaler 104 b entkläuwen, die klauwen dannen thuon, ein thier seiner kläuwlinen berauben. nnl. ontklaauwen.