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kirren

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kirren

kirren

kirre Adj. ‘gefügig, zahm’, vorwiegend kirre machen, werden, mhd. kürre, (md.) kurre, kirre ‘zahm, mild’, mnd. quere, anord. kyrr, kvirr ‘ruhig, friedlich’, got. qaírrus ‘freundlich, sanftmütig’. Herkunft ungewiß. Wenn die Bedeutung ‘zahm, mild’ aus ‘matt, beschwert, niedergedrückt’ erklärbar ist, lassen sich die germ. Formen verbinden mit lit. gùrti ‘zerfallen, zerfließen, schwach werden’, lett. gurt ‘matt, schwach werden’, lit. gurlùs, lett. gurls ‘müde, matt, schwach’ und griech. barýs (βαρύσ), lat. gravis ‘schwer’, auch ‘niederdrückend, beschwert’, weiter mit aind. gurúḥ ‘schwer’ sowie got. kaúrus ‘lästig, schwer’, kaúrjan ‘drücken, belästigen’. Auszugehen ist von der Wurzel ie. *guer(ə)- ‘schwer’ bzw. für die oben genannte Wortgruppe um kirre von einer Suffixbildung ie. *g‐ͧerəro-. Diese hält Knobloch in: Hist. Sprachforsch. 103 (1990) 286 ff. jedoch mit einer Bedeutung ‘vom (Ochsen)stachel gezwungen’ für eine Ableitung von ie. *gueru- ‘Stange, Spieß’ (wozu awest. grava- ‘Stock’, air. bi(u)r ‘Speer, Spieß’, lat. verū ‘Spieß’, got. qaíru ‘Stachel’); kirre ‘zahm’ (kirre machen bei Taubenzüchtern auch ‘beruhigen, locken’) würde damit (im Hinblick auf ‘Ochsenstachel’) einem Wort aus dem Bereich der Tierhaltung zugeordnet. – kirren Vb. ‘zähmen’ (16. Jh.), in der Jägersprache ‘locken, ködern’ (18. Jh.).
1323 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kirrenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kirren stv. s. kërren.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kirrensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kirren , sw. V. nhd. girren, zwitschern, knirschen (Bedeutung örtlich beschränkt und jünger), quietschen (Bedeutung örtl…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kirren

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Kirren , verb. reg. welches eine gewisse Art eines kleinen scharfen zitternden Lautes oder Schalles nachahmet, der si…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kirren

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 kirren jdn für sich einnehmen, jds Sympathie od Zuneigung gewinnen sogar Päpste glaubten ihn [ Voltaire ] durch einige…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kirren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kirren , s. Ankirren .

  6. modern
    Dialekt
    kirren

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kirren -i·r.- Neuw-Ockenfels , Ahrw-Sinzig schw.: eiligst laufen (gehen); sich aus dem Staube machen; er geht k. — S. ti…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kirren

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kirren 2 Komponenten

kir+ren

kirren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kirren als Zweitglied (1 von 1)

ankirren

DWB

ank·irren

ankirren , cicurare, allicere: den vogel mit brotkrumen ankirren; lockspeise, damit er die übrige gesellschaft ankirret. J. E. Schlegel 3, 3…

Ableitungen von kirren (1 von 1)

verkirren

DWB

verkirren , verb. weidmännischer kunstausdruck, einen ( ein thier ) durch kirrung vorsichtig, scheu machen. verkirrt heiszen raubthiere, wel…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kirren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kirren/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kirren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kirren/pfeifer_etym. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kirren". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kirren/pfeifer_etym.
BibTeX
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