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Kirbe

mhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kirbe

Bd. 4, Sp. 514
Kirbe das Wort ist nach Wk. IV 16 rhfrk. [doch über die uMos vereinzelt hinausreichend; n. der L. Kirmes]; uNahe südl. u. ö. Soonw kęăp, –ē-, Pl. kęrwə, –ē-; w. an der Nahe kīərp, Pl. kīərwə [Birkf daneben kęrp, Pl. -wə]; Simm, Goar, Bernk, Zell bis zur obigen Grenze kērəp, –ī- Pl. -rwə; an der Saar ungefähr bis zur rb/rf-Grenze kęrp, Pl. -rwə [kirp, Pl. -rwə Ottw-Griesborn, Saarbr-Völkl Dudw Guichenb Heusw]; n. dieser L. kęrwkerf, –i-, Pl. -rwə(n) f.: Kirchweihe, Patronats, fest (im kathol. Geb., in evang. Geb. trat an die Stelle ein Jahrmarkt) mit Jahrmarkt u. Tanz, Kirmes; auch jede Festlichkeit, bei der viel gegessen u. getrunken wird (z. B. Bauk. Richtfest, Kindchesk. Taufschmaus); uf de K. gehn, lade; de Sonndag hommer K. Allg.; de Leire sin uf der K. maie zu Besuch Simm; K.ə schlahn tüchtig Kirchweih, jede Festlichkeit feiern Birkf-Idar; Allerweltsk. die letzte K. im Jahre, wo alles K. hat Saarbr; je nach der Zeit, in der die K. fallen, führen sie besondere Zunamen, z. B. Kirschek. zur Zeit der Kirschenernte in Kreuzn-Weiler, Birkf-Damb, die Stampesk. (Kartoffelbreik.) Birkf-Ellw, die Kabbesk. Wend-Baumholder, die Brämerek. Birkf-OWörresb, die Mordek. (Möhren-) Birkf-Bosen; das Jungvolk macht im ganzen Geb. vor der K. den Kerwestrauss zurecht, einen grad gewachsenen Wacholderstrauch (an Nahe u. Saar ein Tannen- oder Birkenbäumchen; man holt die K. aus dem Walde heim, wie man sie nachher [] begräbt), der in einer Scheune mit allerlei buntem Papier, Eierschalen (bunten Taschentüchern Birkf) geschmückt wird; der so hergerichtete Strauss wird zum Wirt gebracht, bei dem oder in dessen Zelt die K. abgehalten wird; am K.sonntag eröffnet der Zug des Jungvolkes die K., an der Spitze des Zuges trägt einer der Burschen den Kerwestrauss, neben ihm zwei Begleiter, wie der Straussträger mit bunten Schärpen in den Landesfarben; sie halten in der rechten Hand eine gefüllte Weinflasche, in der linken ein Glas; unter dem Takt der hinter ihnen folgenden Musikkapelle bewegt der Straussträger den Strauss auf u. ab, er drimmelt ihn; die Burschen, die im Zuge schreiten, sind nach Altersklassen geordnet, die Mädchen ziehen ohne Ordnung mit; nach dem Zug durchs Dorf geht es in den Saal (Kirmeszelt); der Strauss wird wieder am Saale angebracht (an der Nahe, Saar hält der Straussträger, ehe man ins Zelt geht, eine Ansprache, die Kerwered, an die versammelten Zuschauer u. K.gäste, bei der er eifrig Kritik walten lässt; sie zerfällt gewöhnlich in sechs Teile: Begrüssung der fremden Gäste, Ansprache an die jungen Mädchen, an die alten Weiber, an die Männer, Ermahnung der jungen Burschen, Ansprache an den Wirt; am Schluss der Rede sichert sich der Redner, der Parre, die ehrenvollen drei ersten Tänze für die Straussbuben: die Buben, die gemacht han diesen Strauss, die halten sich die drei Erschten [] aus; dann begiesst er den Strauss mit Wein u. lässt die K. hochleben; an der Prims gab es vor 1900 noch den Peiferstrauss u. die Versteigerung der drei Erschten, die am Sonntag nachmittag nach der Andacht vor der Kirche getanzt wurden); noch um 1840/60 wurde von den Burschen beim Kerwestrauss ein mit roten Bändern verzierter Kerwehammel geführt, der am zweiten K.tage bei dem K.strauss ausgelost wurde; noch heute wird der K.hammel ausgetanzt: in die Mitte des Tanzbodens wird ein Tisch gestellt, neben den der Hammel gebracht wird; auf den Tisch wird eine brennende Kerze gestellt u. in den untern Teil der Kerze ein Geldstück gesteckt; die Paare beginnen dann einzeln zu tanzen; das Paar, das nun in dem Augenblick tanzt, wo das Geldstück sich von der soweit abgebrannten Kerze löst, erhält den Hammel als Gewinn Hunsr hier u. da noch, Birkf; an der Saar bis über die Blies hinaus, vereinzelt im Primstal u. in WSaarl u. im Haustadter Tal wird das geschmückte Tier am Kirmesmontag von dem Metzger an der Spitze eines langen Zuges vor das Dorf geführt, die Musikanten spielen auf, man tanzt um den Hammel herum u. reicht während des Tanzes den Kerwestrauss weiter; plötzlich ertönt ein Böllerschuss; der Bursche, der in diesem Augenblick den Strauss in Händen hält, muss den Nachkerwentrunk bezahlen (statt des Hammels wird in manchen Dörfern eine Ziege, ein Kuchen oder ein Strauss [] »herausgetanzt«); in früherer Zeit stellten sich auf dem Vorderhunsrück die tanzlustigen Mädchen im Tanzzelt neben einem Pfosten auf; an diesem war das Bild eines Schimmels angebracht, u. darunter stand folg. Spruch: Seh ich nach oben, so seh ich den Himmel; seh ich nach unten, so seh ich den Schimmel; seh ich mich um, so seh ich die Knaben, aber keiner ist, der mich will haben. — Am K.dienstag bewegt sich ein ‘Leichenzug’ hinaus auf die Wiese, angeführt von einem Parre u. zwei Kaplanen, um die K. zu begraben; dort werden Knochen verscharrt; man verbrennt oder begräbt auch eine Strohpuppe. — RA.: Die drei hegschte (höchsten) Feierdag sin: K., Schlachtfest un Fasnacht Kreuzn-Münster. Et is nit immer K., wann die Baure Kuche backe Saarbr. Et es net alle Da K. Saarbr. Wenn's rent (regnet) on schneit, es die Remmesweller (Wend-Remmesw) K. neme (nicht mehr) weit. K. machen sich einen guten Tag antun Saarl-Berus. Der feiert K. er wird ausgeschimpft Ottw-Neunk. Enen of die K. lade ihm eine abschl. Antw. geben Saarbr. Gehe ich mit? Antw.: Of de Hämbleiwerschkerb Meis-Merxh, Kreuzn-Bretzenh. Du singscht wie e Kob (Krähe), die vun der Bubacher K. hämmgeht Saarbr-Berschw. — Heit es K. on morge es K. bes om Denschdaowend; wann ich bei mei Schätzche komm, san (sage) ich schen genowend; ei, genowend, Elisabeth, hennerem Owe steht es Bett, ofgedeckt on zugedeckt, ei, genacht, Elisabeht! Saarbr, Ottw, Goar-Trechtinghsn, — wenn ich zu meim Schätzel kumm, san ich guden Owed; g. O., Lisabeth, zei (zeige) mer, wo die Bettlad steht; hinner'm Owe an der Wand; Kichele (Kuchen) backe is Schand Saarbr-Kl-Blittersd. Haut (heute) es K. en usem Dorf, Mädjin, douh (tue) dich botzen, douh dei roden Ennerrock (Unter-) an un eich mei tirtessen (aus Wolle u. Leinen) Motzen! Saarl. Wenn's K. is, wenn's K. is, dann schlaecht mei Vadder e Bock; dann danzen eich, dann danzen eich, dann wackelt mir mei Rock (so hon ich noch R. gehat, der wo un so gewackelt hot) Allg.
6215 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kirbest. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kirbe , st. F. Vw.: s. kirchwīhe

  2. modern
    Dialekt
    Kirbef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kirbe f. : 1. a. ursprünglich das Erinnerungsfest der Einweihung der örtlichen Kirche, seit langem aber ein rein weltlic…

  3. Sprichwörter
    Kirbe

    Wander (Sprichwörter)

    Kirbe Kirbe (s. Kirchweihe). 1. Auf ander leut Kirben ist gut Gast laden. – Eyering, II, 391. 2. Du kannst mir auf d' Ki…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kirbe

281 Bildungen · 242 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

kirbe‑ als Erstglied (30 von 242)

kirbe als Zweitglied (30 von 39)

Bauernkirbe

PfWB

bauern·kirbe

Bauern-kirbe f. : 1. 'Kirchweih im Bauerndorf', -keʳb (-käʳb) [WPf], -käʳwə [VPf], Burekiʳw [lothr. SWPf]. Das is die reinscht Baurakiʳwa, e…

Butzelkirbe

PfWB

butzel·kirbe

Butzel-kirbe f. : Kirbe mit Vogelschießen und Tanz im aaichene Schläggl (Eichenschlag), dem sogen. Seufzerwäldchen am Königsberg bei Neustad…

Dorfkirbe

PfWB

dorf·kirbe

Dorf-kirbe f. : 1. ' Kirbe im Dorf', -keʳwe [ BZ-Dernb ]; vgl. PfWB Bauernkirbe . — 2. 'Geschenk aus Anlaß der Kirbe'. Sage nur, daß ich von…

Erbsenkirbe

PfWB

erbse·n·kirbe

Erbsen-kirbe f. : Volksfest in FR-Quirnh, das zur Zeit der Erbsenreife (Juli) gefeiert wird, Queremer Eʳbsekeʳb. Früher wurde im jetzigen Or…

Freßkirbe

PfWB

fress·kirbe

Freß-kirbe f. : spöttisch von der Kirbe, -keʳb [ KU-Ulm ]. a. 1584 besagt eine Instruktion für die Pfarrer des Amtes Lichtenberg: Die Freßki…

Froschschenkelkirbe

PfWB

froschschenkel·kirbe

Froschschenkel-kirbe f. : scherzh. Bez. für die Kirbe in NW-Speyerd (nach dem dortigen ausgedehnten Wiesenland mit viel Fröschen), Froschsch…

Gänsekirbe

PfWB

ganse·kirbe

Gänse-kirbe f. : 'Ortskirbe in LU-Opp, als sie noch am Sonntag nach St. Martin gefeiert wurde', Gänsekeʳwe ; vgl. PfWB Martinskirbe . Damals…

Hammelkirbe

RhWBN

hammel·kirbe

Hammel-kirbe -lts- (s. S.) Ottw-Stdt f.: Kirchweih, bei der der Hammel ausgetanzt wird (s. o. Hammel 2cβ).

Herbstkirbe

PfWB

herbst·kirbe

Herbst-kirbe f. : 'in die Herbstzeit fallende Kirbe', -keʳb [ RO-Dielkch ]. RhWB Rhein. III 543 Herbstkirmes. —

Hustenkirbe

PfWB

husten·kirbe

Husten-kirbe f. : 'Oktobermarkt in Kaislt', auf dem sich viele Besucher den Husten holen. Wääscht du iwwrichens, daß am nächschde Wochenend …

Johanniskirbe

PfWB

johannis·kirbe

Johannis-kirbe f. : 'die um den Johannistag 1 in NW-Hardbg gefeierte Kirbe', Hanneskäʳwe. RhWB Rhein. III 1193 Johanniskirmes. —

Kästenkirbe

PfWB

kaesten·kirbe

Kästen-kirbe f. : 1. früherer Name der Kirbe von KL-Ramst, weil zu diesem Feste viele Haardter Bauern Kästen (Edelkastanien) auf Schubkarren…

Kinderkirbe

PfWB

kinder·kirbe

Kinder-kirbe f. : 'Tanzveranstaltung für die Kinder anläßlich der Kirbe', -kerb, -kerwe, s. PfWB Kirbe 1 a [verbr. Gal]. —

Kirsch(en)kirbe

PfWB

kirschen·kirbe

Kirsch(en)-kirbe f. : 1. 'die Kirbe von KU-Rothsbg u. KL-Lauhf, die zur Zeit der Kirschenreife stattfindet', Keʳschekeʳb [ KL-Katzw ]. — 2. …

Kohlkirbe

PfWB

kohl·kirbe

Kohl-kirbe f. : 'Kirbe, die in die Zeit der Kohlernte fällt', Kohlkerb [Gegend von Kirchhbol ( Schandein Bav. IV/2, 380)]. —

Kuckuckskirbe

PfWB

kuckuck·s·kirbe

Kuckucks-kirbe f. : 'Kirbe, die am Sonntag nach Johanni gefeiert wird', scherzh., -keʳb bzw. -keʳwe [ KU-Trahw ZW-Lambsbn RO-Alb KL-Enkb PS-…

Maikirbe

PfWB

mai·kirbe

Mai-kirbe f. : ' Kirbe am 1. Sonntag im Mai', -keʳb [ KU-Rathsw Ulm ], (ohne Zeitangabe) -keʳwe [ LU-Oggh NW-Haßl ]. a. 1847: Auf die Mai Ke…

Martinskirbe

PfWB

martins·kirbe

Martins-kirbe f. : 'Kirchweihfest am Sonntag nach Martini in LU-Opp', auch PfWB Gänsekirbe genannt, Maʳdinskäʳwe. Das Fest wurde wegen der k…

Nachkirbe

PfWB

nach·kirbe

Nach-kirbe f. : ' Feier (Kuchenbacken und Tanzveranstaltung in geringerem Ausmaß) eine oder einige Wochen nach der Kirbe ', Nookeʳb, -keʳwe;…