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kinne

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

kinne stN.

kinne stN. (stF. EnikWchr 14172 vgl. 1.4; stM. WvRh 6342 vgl. 1.5); bei Komposita in Gl. vereinzelt kind-. ‘Kinn’, auch von Tieren ( Walth XVII,40 s.u. 1.1 und BdN 160,13 ) mit fließendem Übergang zu ‘Kinnlade, Unterkiefer’; übers. lat. mentum ( VocOpt 1.050; SummHeinr 2:365,125. 1:128,173 ) und molae ( PsM 57,7 ). 1 ‘Kinn’
1.1 als Ort des Bartes in Wendungen zu Alter, Reife und Mannheit
1.2 Tränen, die über das Kinn laufen, als Merkmal großer Trauer
1.3 das Kinn in die Hand legen, als Teil einer betrübten und nachdenklichen Haltung
1.4 die Hand am Kinn eines anderen als Geste der Vertrautheit
1.5 oft im Rahmen idealtypischer (höfischer) Schönheitsbeschr. (von Männern und Frauen)
2 ‘Kinnlade, Unterkiefer’ , hier vom Esel (vgl. kinnebacke
, kinnebein , kinnebracke )
   1 ‘Kinn’ dâ das gollier [der Kragen] unz an daz kin / gereichte, unz an die rinken [Gürtelschnalle] hin / diu knöpfel wâren silberwîz Helmbr 185; eyn blattere an deme kynne OvBaierl 72,7; dem vih sol ein knecht nachgan, der sol tragen ein partholz [langstielige Barte] vnd soll das isen zu berge keren an syn kinne, ob er schlieffe das er [l. es] in steche, das das vih nit gestigen in keines mannes matte WeistGr 4,164 (a. 1343); UrkCorp (WMU) N815,7; er stach mir mit der tyoste sîn / den helm dâ an daz kinne mîn, / daz mir daz kinne wart bluotes naz UvLFrd 226,10 (vgl. kinnebein ); Herb 4407    1.1 als Ort des Bartes in Wendungen zu Alter, Reife und Mannheit: sô junc ein man, / daz sîn kin noch nî granen gewan Crane 3591; ich gewinne [...] ein grawez kinne als ein bok Walth XVII,40; bartlôser muot, nu birc daz kinne! KLD:LvS 8:2,7    1.2 Tränen, die über das Kinn laufen, als Merkmal großer Trauer: ir wâren wengelîn ind kin / begozzen gar mit trênen naz Crane 3421; NibB 2257,4    1.3 das Kinn in die Hand legen, als Teil einer betrübten und nachdenklichen Haltung: wie wart hie undersetzet ir kinne mit den handen? / an vreuden unergetzet begunde siz den ougen lieht enblanden [schwer zu machen] JTit 4518,1; Herb 10594; ich saz ûf eime steine / und dahte [bedeckte] bein mit beine. / dar ûf sazte ich den ellenbogen, / ich hete in mîne hant gesmogen / mîn kinne und ein mîn wange. / dô dâht ich mir vil ange [bedrückt] , / wes man zer welte solte leben Walth 8,8    1.4 die Hand am Kinn eines anderen als Geste der Vertrautheit: in triutelîcher wîse dô was der megede hant / an ir vater kinne Kudr 386,3; dô er in gruozte und an sîn kinne / im greif in valscher [geheuchelter] friundes minne Renner 6249. 6256; er nam si bî ir kinne / unt kuste si an iren munt DietrGlesse 100; sie ging zu Lancelot und nam yn by dem kinne; des schampt sich Lancelot ußermaßen sere Lanc 462,29; Neidh (S) 2,131 c48:6,4; Loheng 7226; UvLFrd 365,8; den künic si bî der [La. dem ] kinn gevie EnikWchr 14172    1.5 oft im Rahmen idealtypischer (höfischer) Schönheitsbeschr. (von Männern und Frauen): din [Christus] wolstendes kinne Seuse 552,6; ir [der toten Maria] enwas ouch niht entwichen / ir varwe noch erblichen / ir nase, ir munt, ir chinne KvHeimHinv 577; er hett eynen großen munt und einen großen langen hals, die zene wiß und ein hohes kinne Lanc 26,22; Herb 3197; ir kinne, ir kel, ir goltvar hâr, / [...] / sol ich daz lange mîden, / so muoz ich kumber lîden SM:WvH 4: 1,9; MF:Mor 25: 2,1; KLD:GvN 48: 3,2; SM:KvA 2: 4,1; Herb 2927; MinneR 3 44; wichtig auch das Grübchen: die kunst wil, daz man prise / ein kinne von guter wise. / daz mezseclichen sie getan / und sol ein grubelin mitten han Physiogn 266; sunder an dem kinne was her ein wenic gezweigespeldit EvBeh Einl. 15; KvWTroj 19985; HvNstAp 13213. 15059; Lanc 35,5; sinwel was der kinne sîn, / und ein kleinez gräbelîn, / als ez wol dem kinne zan, / was enmitten dar an WvRh 6342    2 ‘Kinnlade, Unterkiefer’, hier vom Esel (vgl. kinnebacke , kinnebein , kinnebracke ): uf einim velde das geschah / da Sampsonis manheit / ê mit des esils kinne streit / den sig RvEWchr 30942. 30945. – ‘Kiefer, Rachen’ (vgl. kinnebacke 2): dem [Fisch] brich ûf sînes mundes kinne [ aperto ore eius Mt. 17, 26(27)] , / dâ vindest du zwên phenninge inne Philipp 5960

MWB 3,1 250,11; Bearbeiterin: Baumgarte

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KINNE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KINNE KAN KUNNEN zeuge? Gr. 2,34. gesch. d. d. spr. 901. vgl. kinne, kint, künne.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kinneN., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kinne , N., F. nhd. Kinn, Kinnlade, Kinnbacke Hw.: s. kin; vgl. mhd. kinne, mnl. kinne, kin E.: as. kinni* 7, kin*, st. …

  3. modern
    Dialekt
    Kinne

    Elsässisches Wb.

    Kinne Spiel der Knaben, wobei ein an beiden Enden zugespitztes Stück Holz in die Luft und fort geschlagen wird Str. ‘Do …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kinne

103 Bildungen · 93 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

kinne‑ als Erstglied (30 von 93)

kinnebacke

Lexer

kinne·backe

kinne-backe swm. BMZ kinnbacken, kinn (mentum Dief. n. gl. 251 a ) Krone 9377. 12789. 13646. 26649. Bph. 6654. Wh. v. Öst. 50 b . Pf. arzb. …

kinnebein

Lexer

kinne·bein

kinne-bein stn. BMZ kinnbein, kinn Iw. Wig. Ls. Griesh. 1,125. Orl. 4826. Pf. üb. 53,59. arzb. 2,12 a . Germ. H. 8. 244,203. kin bein W. v. …

kinnebracke

MWB

kinne·bracke

kinnebracke swF. ‘Unterkieferknochen, Kinnlade’ (vgl. 2bracke ): wie vertruoc / Sampsôn daz man im hete getân, / der mit ein ander tûsent ma…

Kinnekulle

Meyers

kinne·kulle

Kinnekulle (spr. tchinnekulle), isolierte, weithin sichtbare Bergkuppe am Wenersee in Schweden, 307 m hoch, 12 km lang und etwa 8 km breit, …

Kinnelbier

MeckWB

kinnel·bier

Kinnelbier -nd-, Pl. Kinnelbier n. , f. Kindtauffest, -schmaus 1. Sachliches: Kinnelbier wurde schon im 15. und 16. Jahrh., bes. auf dem Lan…

Kinnelbiersgarw

MeckWB

Kinnelbiersgarw f. die letzte Garbe, die beim Hockensetzen als unpaarig übrig bleibt Schw; Lu; Pa; Wa.

Kinnelbiershus

MeckWB

kinnelbier·s·hus

Kinnelbiershus n. ein Haus, in dem man Kindtaufe feiert Ma Chemn ; Kinnelbeirshus Ratz. Bilder 1, 77.

Kinnelbiersvadder

MeckWB

kinnelbier·s·vadder

Kinnelbiersvadder m. des Täuflings Vater Sta Friedl ; Dim. Kindelbirsvadding Reut. 5, 442. Dä. 227 a ; Kü. 2, 111.

Kinnelbierswagen

MeckWB

kinnelbier·s·wagen

Kinnelbierswagen m. der Wagen, auf dem Täufling, Gevattern und weitere Teilnehmer an der Kindtaufe zum Kirchdorf fahren Ha Dreil ; för 'n Kn…

Kinnelbierswurf

MeckWB

kinnelbier·s·wurf

Kinnelbierswurf m. halb hd. beim Kegelspiel der Wurf, durch den alle acht Kegel um den König fallen Wa Lehst ; vgl. Brüjamswurf unter Brüjam…

Kinneldauk

MeckWB

Kinneldauk m. Halstuch, beim Ausgang getragen Wi NKlost ; aus Baumwolle zur Tracht der Maurer gehörend Schw Rast ; Kinneldäuk Spielbildung i…

kinnelîn

Lexer

kinn·elin

kinnelîn stn. dem. zu kinne. ein k. wol gestellet Md. ged. 3,235. künlîn Hätzl. 188 a . ir kinnel minneclîchen stuont Ernst 2660 ; kinlein i…

kinnelīn

KöblerMhd

kinne·līn

kinnelīn , st. N. nhd. Kinnlein, zierliches Kinn Hw.: s. kinnel Q.: Hätzl, MinneR27 (14. Jh.) E.: s. kinne, līn W.: nhd. Kinnlein, N., Kinnl…

Kinnenfitz

RhWB

kinnen·fitz

Kinnen-fitz ki·n.əfits Grevbr-Garzw Sg. t. m.: schlechtes Getreide.

kinnen I

RhWB

kinnen I = keimen (s. d.);

kinnen II

RhWB

kinnen II = Lotto spielen s. bei Kin II;

Kinnenschläger

RhWB

kinnen·schlaeger

Kinnen-schläger ki·n.əšlę·i.ər Sieg-Fussh Sg. u. Pl. m.: der grosse Löffel oder Kolben, mit dem das Obstkraut während des Kochens gerührt wi…

Kinnerbalsam

MeckWB

kinn·er·balsam

Kinnerbalsam m. Kinderbalsam, aromatisches Wasser, z. B. Fenchelwasser, den Kindern bei Keuchhusten gegeben Mi 41 a .

Kinnerbolten

MeckWB

Kinnerbolten m. Kinderbahr-, -leichentuch; 1706 wurde 'der Kinderbolten ... aus der GarveKammer (der Kirche in Schö Selmsd ) entwendet' Horn…

Kinnerdäuch

MeckWB

Kinnerdäuch Spielbildung im Abzählreim: Äuch däuch, Kinnerdäuch Wo. V. 4, 1030 a.

Kinnerdank

MeckWB

kinn·er·dank

Kinnerdank m. Dankbarkeit der Kinder in dem Sprw. Kinnerdank un Räubensaat möt 'n mit ne Lücht säuken Nds. 26, 60 b .

Kinnerdiern

MeckWB

Kinnerdiern f. Kindermädchen; Äußerung eines alten Mannes, der viel Kinder gewartet hat: ick bün jo ümmer sonn' Kinnerdiern wääst Schö Böss …

kinne als Zweitglied (10 von 10)

höckinne

KöblerMhd

höckinne , st. F. nhd. Hökin, Höckerin Q.: Miltenb, Urk (1390) E.: s. hocker W.: nhd. (ält.) Höckin, F., Höckin, Kleinverkäuferin, DW 10, 16…

kȫkinne

MNWB

koek·inne

kȫkinne , f. , Köchin, Wirtschafterin, Haushälterin .

kȫkinne

KöblerMnd

kȫkinne , F. nhd. Köchin, Wirtschafterin, Haushälterin Hw.: vgl. mhd. köchinne E.: s. kok, kȫke, inne (5), kōken (1) W.: s. nhd. Köchin, F.,…

luckinne

KöblerMhd

luck·inne

luckinne , st. F. nhd. Lockvogel, gefallsüchtige Frau, verlockende Frau, attraktive Frau Q.: SHort (nach 1298) (FB lückin) E.: s. lücken (2)…

pōlackinne

KöblerMnd

pōlackinne , F. nhd. „Polackin“, Polin, aus Polen stammende Frau Q.: Oldecop 391 (1501-1573) E.: s. pōlacke, inne (5) L.: MndHwb 2, 1617 (pō…

schelkinne

BMZ

schel·kinne

schelkinne , schelkîn stf. magd. ancilla sumerl. 41,56. Diut. 3,156. vgl. Pf. Germ. 4,499.

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APA
Cotta, M. (2026). „kinne". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kinne/mwb
MLA
Cotta, Marcel. „kinne". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kinne/mwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kinne". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kinne/mwb.
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