lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

kimme

mnd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
19 in 13 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
30
Verweise raus
32

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kimme f.

Bd. 11, Sp. 705
kimme, f. ein schwieriges mitteld. und niederd. wort. 11) Kerbe, crena, incisura. Stieler 947. 1@aa) es ist noch thüringisch, eine kimme in einen stock schneiden, auch arschkimme arschkerbe (Arnstadt): wird (vom kustelsteiger im Thüringer walde) ein mit eingehauenen kimmen versehener fichtenstamm als leiter angelehnt. B. Sigismund in Gutzkows unterhalt. 2, 2, 41. es musz nach folg. von haus aus allgemeiner gewesen sein, wenigstens md., der mrh. kimmeweg weisth. 4, 714, name eines weges (16. jh.) mag seinen namen davon haben. auch nd. in der Altmark kimm (f.?) kerbe Danneil. 1@bb) es hat sich in einigen gewerben festgesetzt: das kammrad .. hat acht und vierzig kimmen. Bechius übers. v. G. Agricola bergwerk (1557) 135. noch heiszt am weberbaum kimme der scharfe einschnitt in das zahnrad, in welchen die klinke fällt ( Adelung). bei den jägern die kerbe in dem stocke an den steckgarnen (ders.): in die kümme oder kerbe der stangen. Döbel 2, 125; diese schreibung kümme auch bei Fleming teutscher jäger 338 (350a), bei Frisch 1, 555a auch für die kimme am weberbaum. bei den böttichern ist kimme der viereckige einschnitt, falz in den faszdauben von fässern mit starkem boden, worein der boden gesetzt wird, unterschieden von dem spitzen gergel leichterer gefäsze (Krünitz 37, 532). auch 'kieme', s. Schütze unter kimmer. 22) Ganz anders kimme hervorragender rand, auch kimm m. 2@aa) am fasse das überstehende ende der dauben vom boden an, die zarge, der frosch: 'kimme f. an fässern und tonnen'. Schottel 1344, leider ohne erklärung, meint er die vorige kimme mit? nd. heiszt das kimm m. brem. wb., Strodtmann, ostfr. kimm (f.?) Stürenburg, nl. kim, kimme f. (Kil. kieme, kimme), auch schwed. kim m. Ihre, kimb, kimbe, kimme m. Rietz, engl. chimb, chime, altengl. chimbe Halliwell. dasz es oberd. nicht bekannt war, zeigt M. Kramer 1719, der nl. kim mit kopf, köpfe übersetzt, s. 3, b a. e. vgl. kimmweide, kimmpumpe. 2@bb) am schiffe der äuszere rand, hier wie bei a auch kimmung (nd. kimming). Hennig preusz. wb. 122. Krünitz 37, 535; der auswärts eine kante bildende theil, wo der boden aufhört und die seiten anfangen sich zu erheben, ein schiff, das beim stranden auf die seite fällt, liegt auf der kimmung. Röding 1, 840. 2@cc) nd. horizont, aber als kimm m. (s. d.), wieder auch kimmung, kimming (kimmen ostfr., auf Helgoland), nl. kim f., auch Stürenburgs kimm ist wol fem. 33) Für alles weitere ist die hauptfrage, ob die beiden kimme wirklich éin wort sind. 3@aa) die sache selbst kann wol dafür sprechen. denn der einschnitt und der vorstehende rand am fasse bedingen einander so durchaus, dasz die entstehung eines namens für beide denkbar ist, werden doch beide eig. durch das kimmeisen hergestellt, vgl. auch kimmen, kimmer. dann müszte aber das ganze wort durch die bötticher gebildet sein, ist das wahrscheinlich? 3@bb) die formen sprechen dagegen. denn kimme kerbe hiesz auch keime: 'faszgirgel, m. eingeschnittene keime oder ritze eines fasses, darein der boden sich schlieszet'. teutsch-engl. wb. Lpz. 1716 (ebenso das. die keime für keim m.), s. auch sp. 454, und das ist wol begründet durch keineisen gleich kimmeisen, und findet trefflichen anhalt bei keimen, eig. platzen (s. sp. 455), die kürze des vocals in kimme zeigt auch kienen keimen (s. d.). für kimme rand dagegen verrät sich die urspr. form in schwed. kimbe, engl. chimbe. dazu kommt, dasz kimme 1 wesentlich md. ist und dort kein kimme rand neben sich hat (auch märkisch kimm ist nur kerbe, nicht rand, wie Danneil ausdrücklich angibt), kimme 2 dagegen ist nur nd., nord., und dort fehlt kimme kerbe, während nach a beide bed. räumlich beisammen sein müszten, sie scheinen aber nur in der böttcherei zusammen gekommen zu sein, und auch da am ende mehr in den wbb. als im leben? die Leipziger bötticher z. b. kennen kimme blosz als einschnitt (ohne die beschränkung u 1, b), den rand nennen sie köpfe, kopf, s. 2, a. die schlesischen dagegen nennen den rand den kimm, den einschnitt die kimme (Oppeln), die schwäbischen nennen beides anders. 3@cc) der stamm kimb für kimme 2 wird gesichert durch eine glücklich erhaltene ags. gl. 'commissura cimbing' Dief. 136a, Schilter 181b u. a., das mit seiner endung als subst. verb. zugleich das nd. kimming aufklärt. es wird doch vom zimmermann herrühren, vielleicht eben vom schiffszimmermann (s. 2, b), und vielleicht gehört ablautend dazu der hd. kamm der zimmerleute (sp. 103 3, b), wenn nicht kamm (kamp) überhaupt. 3@dd) freilich setzt die cimbing, fügung auch eine fuge, einen falz voraus nebst dem eingepassten rande des anderen stücks. merkwürdig trifft ebenso mit engl. chine ritz (kerbe) sp. 455 ein älter engl. chine faszrand zusammen, das jedoch nach Jamieson s. v. blosz druckf. sein könnte. Für weitere ergründung der schwierigkeiten ist noch erwähnenswert, dasz schwed. kimb, kimme am fasse auch die daube selbst bezeichnet, und kimma f. sogar ein fasz selbst (s. Rietz 318b, vgl.zarge als masz), wie es ags. cumb fasz gab (Ettm. 382).
5061 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kimmeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    kimme , F. nhd. Kimme, äußerster Rand, Horizont Hw.: vgl. mnl. kimme E.: vgl. mnl. kimme, F., Rand eines Fasses; s. ae. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kimme

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Kimme , plur. die -n, ein in zwey verschiedenen aber sehr genau verwandten Bedeutungen, so wohl einer scharfen Verti…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kimme

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kimme (in Österreich Grinsel ), scharfe Vertiefung oder Erhöhung, besonders dreieckiger Einschnitt im Visier der Feuerwa…

  4. modern
    Dialekt
    Kimmem.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kimme II [khimə, Pl. –n; Demin. khiməl Bi. Bo. Rg. Lix. Schw. Fo. u. s.] m. 1. Kerbe, Einschnitt, überstehender Rand. Le…

Verweisungsnetz

61 Knoten, 49 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Wurzel 3 Kognat 1 Kompositum 38 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kimme

35 Bildungen · 35 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kimme‑ als Erstglied (30 von 35)

Kimmehüᵉwel

WWB

Kimme-hüᵉwel m. Werkzeug des Küfers, Böttchers, mit dem die Nuten sauber ausgehobelt werden ( Hal Bh).

kimmeisen

DWB

kimme·isen

kimmeisen , n. bei den böttichern ein kleines beil zum einhauen der kimme 1, s. Krünitz 37, 533 . nd. götting. kimmîsen als ' stemmeisen ' ü…

Kimmeīsern

WWB

kimme·isern

Kimme-īsern n. [ Lst Mes Bri Wal Olp] 1. Stemmeisen, Meißel des Schreiners. — 2. Gerät des Holzschuhmachers zum ersten Aushöhlen ( Lst Ka ).…

Kimmeldauk

MeckWBN

Wossidia MeckWB Kimmeldauk m. auch die Hülle, mit welcher der Flachs am Wocken zusammengehalten wird Wa Waren@Groß Flotow GFlot .

kimmelen

WWB

kimm·elen

kimmelen V. 1. zanken ( Enr Holthaus ). — 2. heimlich tauschen, handeln, spielen ( Dor Schleef ). — 3. langsam essen ( Bor Rh = WmWb ). ¶ Rh…

kimmelig

RhWB

kimmelig -i- Neuw-Asb Adj.: widerlich; klore k.ə Dräss (Driss, Kot).

Kimmel II

RhWB

Kimmel II = Tümpel s. Kümmel I;

Kimmel III

RhWB

Kimmel III = derbe Brotschnitte s. bei Kimme.

Kimmel IV

RhWB

Kimmel IV -i·m.- Bo-Stdt Rheind Sg. t. m.: Auswurf, durch die Nase gezogen, Rotz.

kimmeln I

RhWB

kimmeln I schw.: ein Schwein k., den Kimmel aufsetzen, wenn es gern wühlt oder das Fressen aus dem Trog wirft, damit es sich stösst, sobald …

kimmeln II

RhWB

kimmeln II = essen, stibitzen s. bei Kimme;

kimmeln III

RhWB

kimmeln III = auswerfen s. bei Kimmel IV.

kimmeln IV

RhWB

kimmeln IV schw.: 1. a. -īm- sachte laufen lassen, bes. beim Spiel die Kugel, den Klicker; do muss nit k. Kemp-Stdt . — b. -i·m.- in wimmeln…

Kimmel V

RhWB

Kimmel V -em-, seltener -i-, Pl. -əlts Mörs , Klev , Rees m.: Klemme, Nasenzwinge, bes. den Schweinen, die zum Wühlen neigen, auf die Schnau…

kimmen II

RhWB

kimmen II = kerben, essen, s. Kimme;

Kimmeridgeschichten

Meyers

Kimmeridgeschichten (spr. kimmeridsch-), nach ihrem Vorkommen bei Kimmeridge in Dorsetshire im südlichen England 1816 von Phillipps benannte…

Kimmerien

GWB

kimme·rien

Kimmerien C-, einmal Z- mythisches, am (nördlichen) Rand der Welt in ständiger Finsternis u Nebel liegendes Land (nach Homer, Odyssee XI,14—…

Kimmērĭer

Meyers

kimmer·ier

Kimmērĭer ( Cimmērii ), Fabelvolk bei Homer, im äußersten Westen am Okeanos beim Eingang in die Unterwelt in ewiger Finsternis wohnend; dahe…

kimmerisch

GWB

kimme·risch

kimmerisch oft c-, C- B28,45,19 Meyer 31.3.17 a zum Land der Kimmerier (sd) gehörig, dieses kennzeichnend; einmal in vergl Zshg [ Phorkyas: …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kimme". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kimme/dwb?formid=K04575
MLA
Cotta, Marcel. „kimme". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kimme/dwb?formid=K04575. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kimme". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kimme/dwb?formid=K04575.
BibTeX
@misc{lautwandel_kimme_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kimme"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kimme/dwb?formid=K04575},
  urldate      = {2026-05-10},
}