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Hieb

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Wander
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Hieb

Bd. 2, Sp. 642
Hieb 1. An alte Hiebe muss man nicht denken. Alte Hiebe schmerzen aufs neue, wenn man ihrer gedenkt. (Altmann VI, 435.) 2. Auf Einen Hieb fällt kein (Eich-)Baum. – Hollenberg, I, 44; Schlechta, 139; Lohrengel, I, 59; Reinsberg III, 51. Empfiehlt Beharrlichkeit und Ausdauer in einem begonnenen guten Werke. »Auf Einen Hieb fällt nie ein Baum, der schwankende der Freiheit kaum; Ein Trunk erschöpft noch keinen Bronnen, ein Schuss macht keine Schlacht gewonnen; Ein Räuber ist noch keine Mauth, Rom nicht in Einem Tag erbaut; Nicht Sommer wird's durch Eine Schwalbe, ja, nicht einmal durch anderthalbe; Ein Wölkchen löscht noch nicht die Sonne, Ein Kindchen macht noch keine Nonne; Ein Seufzer keinen Knutenthron, Ein Schafskopf keine Nation; Ein Sklave keinen Archidux, Ein rothes Haar noch keinen Fuchs.« (Neuer Reineke Fuchs von Glasbrenner, 4. Aufl., Leipzig 1866, S. 363.) Frz.: Du premier coup n'echet pas l'arbre. (Venedey, 70.) – On n'abat pas un chêne d'un seul coup. – Paris n'a pas été bâti en un jour. 3. Der erste Hieb der beste. 4. Der Hieb ist die beste Deckung. Angeblich der Wahlspruch des preussischen Feldmarschalls Wrangel. (Vgl. Ad. Stahr, Die preusische Revolution, S. 464.) 5. Ein Hieb in eine alte Wunde schmerzt doppelt. Holl.: Twee houwen in ééne wonde doen dubbele smart. (Harrebomée, I, 337.) 6. Ein Hieb mit der Zunge ist schlimmer als ein Hieb mit der Lanze. 7. Geringe Hiebe fällen auch die stärkste Eiche. 8. Kleine Hiebe fällen oft grosse Eichen. 9. Ohne Hiebe fallen keine Späne. 10. Vom ersten Hiebe fällt der Baum nicht. Es kommt darauf an, wie gross der Baum ist und wer den Hieb führt. Frz.: En un coup se fend la bille. (Leroux, II, 113.) 11. Von vielen Hieben wird die beste Axt stumpf. 12. Wer sich vor Hieben scheut, der wird kein Held in Ewigkeit. 13. Wo es Hiebe gibt, kommt's auf einen mehr nicht an. Frz.: Autant vaut bien battu que mal battu. (Lendroy, 80.) 14. Auf Hieb und Stoss gehen. 15. Einem einen Hieb beibringen. Von schneidenden Ausdrücken, welche die Aufgabe haben zu beleidigen. 16. Er hat einen Hieb. Einen Rausch oder auch: Ist nicht richtig im Kopfe. Es ist charakteristisch für die deutsche Sprache, dass sie nicht nur eine grosse Anzahl von Ausdrücken zur Bezeichnung des Trunkenseins, eines Rausches besitzt, sondern dass sich darunter ein jedem Stand und Beruf entsprechender (bezeichnender, charakterisirender) findet. (S. Ansehen 29 und Boden 38.) Man kann von einem Advocaten sagen: er appelirt; von einem Astronomen: er sieht zwei Sonnen; von einem Baumeister: er hat einen Giebel; von einem Bräutigam: er geht auf Freiersfüssen; von einem Buchhändler: er ist wieder solide; von einem Elegant: er hat einen schönen Stiefel; von einem Fischer: er hat einen guten Zug gethan; von einem Geometer: er misst die Strasse; von einem Hundefreunde: er hat einen Spitz; von einem Hausbesitzer: er hat etwas im Oberstübchen; von einem Jäger: er hat eine gute Ladung; von einem Katzenfreunde: er hat Katzenjammer; von einem Kaufmann: er legt sich an den Laden; von einem Kellner: er hat die Reste gesammelt; von einem Kutscher: er hat gut geschmiert; von einem Magister: er hat einen Haarbeutel; von einem Mathematiker: er macht Cirkel; von einem Offizier (Soldaten): er hat einen Hieb, Schuss, Stich; von einem Philologen: er ist benebelt, von einem Schneider: er hat die Jacke voll; von einem Schriftsetzer: er sieht die Buchstaben doppelt; von einem Seemann: er lavirt oder er segelt mit vollen Segeln; von einem Seiltänzer: er blancirt; von einem Tambour: er schlägt Wirbel; von einem Thürmer: er weiss, wo die Glocken hängen; von einem Todtengräber: er ist begraben. Frz.: Cet homme a un coup de hache. 17. Er hat einen Hieb davon. D.i. einen Begriff. 18. Es ist um jeden Hieb schade, der daneben geht (vorbeifällt). – Frischbier2, 1610. 19. Hiebe austheilen. Sticheleien. Frz.: Donner des coups de patte. 20. Schad' om ên Hieb, de farbî fällt. (Stallupönen.) 21. Ueber dem Hieb den Stoss vergessen. – Altmann VI, 517. [Zusätze und Ergänzungen] 22. Einem die Hiebe heimgehen. 23. Hiebe aus dem ff (oder: aus dem Salze, nach Noten). – Fliegende Blätter, V, 5.
4142 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hiebF.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    hieb , F. nhd. Hieb Q.: Urk (15. Jh.) E.: s. houwen (1) W.: nhd. Hieb, F., Hieb, DW 10, 1306 L.: DRW

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hieb

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Hieb , des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte hauen. 1) Die Handlung des Hauens; ohne Plural. Auf den Hieb fechten…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hieb

    Goethe-Wörterbuch

    Hieb 1 als Nomen actionis: kräftiger Schlag a mit Schwert od Fechtwaffe Löwen sollen Lämmer werden, | .. Blankes Schwert…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hieb

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hieb , Angriff mit Hiebwaffen (Säbel, Rapier oder Hieber), die, schlagend und ziehend geführt, Schnittwunden erzeugen so…

  5. modern
    Dialekt
    Hieb

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Hieb Band 2, Spalte 945 Hieb 2,945

  6. Sprichwörter
    Hieb

    Wander (Sprichwörter)

    Hieb 1. An alte Hiebe muss man nicht denken. Alte Hiebe schmerzen aufs neue, wenn man ihrer gedenkt. ( Altmann VI, 435. …

  7. Spezial
    Hieb

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hieb m. (-[e]s,-e) 1 (Schlag) colp (-s) m. , bot (boc) m. 2 (Prügel) strica (-ches) f. , strisciun (-s) m. , bastonada (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hieb

50 Bildungen · 28 Erstglied · 21 Zweitglied · 1 Ableitungen

hieb‑ als Erstglied (28 von 28)

Hiebdägen

Idiotikon

Hiebdägen Band 12, Spalte 1096 Hiebdägen 12,1096

Hiebedorn

PfWB

hieb·e·dorn

Hiebe-dorn m. : ' Hauhechel (Ononis spinosa) ', Hiebedorne, Pl. [ LA-Freimh ]; Syn. s. Hecheldorn 1.

hiebei

DWB

hie·bei

hiebei , adv. für hierbei ( s. d. ) in ältern schriften und noch bei Kant, häufig, der es später selbst in hierbei änderte: habe ich derwege…

hiebeineben

DWB

hiebei·neben

hiebeineben , adv. das verstärkte beineben ( th. 1, 1385): hiebeineben ain buechlin von d. Martin Luther. Schertlins br. 54 .

hiebeneben

DWB

hieb·eneben

hiebeneben , adv. für hiebeineben: hiebeneben ist auch bei gemeltem Mela in acht zu nehmen, das er die Teutoner auch in der dennemarkischen …

hieber

DWB

hie·ber

hieber , m. hiebwaffe, schläger ( vgl. hauer 7, sp. 581). zuerst von Steinbach verzeichnet: hieber, quibusdam ein haudegen, gladius ad caesi…

hiebevor

DWB

hie·bevor

hiebevor , adv. antea, olim, das durch hie näher bestimmte bevor, das nur selten in örtlichem sinne gebraucht: auslegung der hie bevor angez…

hiebevor, bevorn

MWB

hiebevor, -bevorn Adv. ‘früher, einst, vor einiger Zeit’ so hie bevore die Israhelitae / bigiengen ir osterliche zite SiebenZ 61; vil verre …

hiebevore

KöblerMhd

hieb·e·vore

hiebevore , Adv. nhd. früher, einst, vor einiger Zeit Hw.: s. hiebevorne* Q.: LBarl (FB hiebevor), Brun, Mor, Reinm, Rol, Roth, SiebenZ (um …

hiebevorig

DWB

hieb·e·vorig

hiebevorig , adj. : so dasz bei ihren ( der Griechen ) nachkömblingen kaum ein geringer schatten von dem glanz ihres hiebevorigen ruhms übri…

hiebevorn

DWB

hieb·e·vorn

hiebevorn , adv. was hiebevor: er zog fort zu seinem notario, den er hiebevorn auch gebraucht. Ayrer proc. 1, 16 ; euere scharfe gesetzpredi…

hiebevorne

KöblerMhd

hie·bevorne

hiebevorne , Adv. nhd. früher, einst, vor einiger Zeit Q.: Brun, LBarl, Roth (3. Viertel 12. Jh.) E.: s. hie (1), bevore* W.: s. nhd. hiebev…

hiebfest

DWB

hieb·fest

hiebfest , adj. fest gegen einen hieb: er ist hieb- und kugelfest; sich hiebfest machen können. das compositum ist aufgelöst: er ist nicht z…

hiebfest [hieb- und stichfest]

LDWB2

hieb|fest [hieb- und stich|fest] adj. ‹fig› incontestabl (-i, -a), irefutabl (-i, -a), fondé (-dá, -dada), che tëgn.

hiebfrei

DWB

hieb·frei

hiebfrei , adj. wie hiebfest: so kanst du dich verhüllen in diesen wunderrock, der hieb- und stichfrei ist. Kongehl Phönizia 67 .

hiebig

DWB

hiebig , adj. im forstwesen ein baum oder schlag, wenn er zum fällen tauglich ist. Jacobsson 2, 257 a .

hiebklinge

DWB

hieb·klinge

hiebklinge , f. lamina lata, larga. Stieler 982 , im gegensatz zur stoszklinge.

hiebsch

Idiotikon

hieb·sch

hiebsch Band 2, Spalte 964 hiebsch 2,964

hiebschmarre

DWB

hieb·schmarre

hiebschmarre , f. : ein frischer jüngling .. mit langem raufer und hut, groszen hiebschmarren auf einem entschiedenen gesichte. J. Paul lebe…

Hiebszug

Meyers

hieb·s·zug

Hiebszug, forstlicher , eine Reihe zusammenliegender Waldflächen mit regelmäßiger Hiebsfolge in derselben örtlichen Richtung (s. Forsteintei…

hieburger

MWB

hie·burger

hieburger stM. ‘hiesiger Bürger’ (im Ggs. zu ûzliuten): so enmag man in nimmer beziugen wan mit ainvaltigen hieburgeren StRAugsb 179,34 MWB …

hieburgære

KöblerMhd

hie·burgære

hieburgære , st. M. nhd. Einheimischer, hiesiger Bürger Q.: StRAugsb (14. Jh.) E.: s. hie, burgære W.: nhd. DW- L.: Lexer 88b (hieburger), M…

hieb als Zweitglied (21 von 21)

Anhieb

RDWB1

Anhieb m auf Anhieb idiom. - сразу, немедленно, по наитию

Seitenhieb

RDWB1

Seitenhieb m übertr. колкость, шпилька (а не "удар в бок") den "besten Grüßen" fügte er noch einen ~ an - к "сердечным приветам" он прибавил…

anhieb

DWB

anhieb , m. incisio lignorum, ein späterer ausdruck statt des älteren anhau.

Aufschieb

Wander

Aufschieb Aufschieb ist ein Tagedieb. – Körte, 324; Weisheit, 7.

aushieb

DWB

aus·hieb

aushieb , m. excisio, der neuere ausdruck für den älteren besseren aushau ( vgl. hieb): ausgehauenes holz oder erz. nicht zu mischen mit aus…

Ehrenhieb

Wander

ehren·hieb

Ehrenhieb Ein Ehrenhieb ist schlimmer als ein Peitschenhieb. – Sprichwörtergarten, 432.

Flōßhieb

Adelung

floss·hieb

Der Flōßhieb , des -es, plur. die -e, S. Adelung Floßgehau .

gegenhieb

DWB

gegen·hieb

gegenhieb , m. plaga reciproca Stieler 791 , Rädlein, Adelung ; vgl. gegenhau . mhd. widerslac.

Grundhieb

Adelung

grund·hieb

Der Grundhieb , des -es, plur. die -e, bey den Feilenhauern, die ersten und untersten Hiebe oder Striche an einer Feile; zum Unterschiede vo…

hofhieb

DWB

hof·hieb

hofhieb , m. schneiden des getreides, das von den unterthanen eines edelhofes für den letzteren als frohnarbeit verrichtet werden musz.

kreuzhieb

DWB

kreuz·hieb

kreuzhieb , m. 1 1) beim fechten, hieb ins kreuz: wen der provocant ( beim duell ) seine drei kreuzhiebe auf gut schweizerisch durfte voraus…

lungenhieb

DWB

lungen·hieb

lungenhieb , m. hieb in die lunge; bildlich für einen derben hieb, der gleichsam den athem stocken läszt, schmerzende verletzung: des traure…

Meisterhieb

Wander

meister·hieb

Meisterhieb Den Meisterhieb machen. »Ich ho zu viel durch de Ribben geschwitzt, was ich a Sextern, Quintern und Quartern gelarnt ho; ich ho …

nachhieb

DWB

nach·hieb

nachhieb , m. repercussio Stieler 790 ; der abtriebschlag Weber öcon. lex. 382 a .

peitschenhieb

DWB

peitschen·hieb

peitschenhieb , m. hieb mit der peitsche: verräther! dein empörendes geschwätz dreihundert peitschenhiebe strafen es, dir von drei armen wec…

Schieb

Idiotikon

Schieb Band 8, Spalte 66 Schieb 8,66

stollenhieb

DWB

stollen·hieb

stollenhieb , m. , das recht auf alles im bereich eines erbstollen ( s. stollen , m. 3 b γ ) gefundene mineral: stollenhieb, ist ein recht, …

vorhieb

DWB

vor·hieb

vorhieb , m. , primus ictus, caesio anticipata Stieler 790 ; Adelung; Campe ; in besonderen anwendungen: ' die mit einem meiszel zu einem lo…

zimmerhieb

DWB

zimmer·hieb

-hieb , m. , ' heiszt bey dem forst die arbeit an dem bauholtze, wenn es an dem orte, wo es gefället worden, bewaldrechtet, oder gar abgebun…

zungenhieb

DWB

zungen·hieb

zungenhieb , m. : vermuthlich schlugen sie sich vorher blosz auf den z. Lichtenberg erkl. d. Hogarthischen kupferst. 3, 145 . —

Ableitungen von hieb (1 von 1)

gehieben

DWB

gehieben für gehauen, s. unter hauen.