Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Hanse f.
Hanse f.
Hanse f. Bezeichnung für den norddeutschen Städtebund (vgl. dǖdesche hense, Lübeck 1358) zur Wahrung gemeinsamer kommerzieller und politischer Interessen, mnd. hanse, hense, mnl. hanse ‘hansische Genossenschaft, Zusammengehörigkeit der hansischen Kaufleute im Ausland, das gemeinsame Recht, durch das die Mitglieder gebunden sind’ (14. Jh.), zuvor ‘Gemeinschaft der Kaufleute im Ausland, Abgabe, Gebühr, städtische Gilde, Zunft’ (12. Jh.). Diese Bedeutung entwickelt sich im flandrisch-niederrheinischen Handelsraum nach ahd. hansa ‘Kriegerschar, Gefolge’ (9. Jh.), aengl. hōs ‘Gefolge, Gemeinschaft’, got. hansa ‘Schar, Kohorte, Menge’; vgl. mlat. hansa ‘Handelsabgabe, -recht, Vereinigung von Kaufleuten’. Die Herkunft ist ungeklärt. in: PBB 66 (1942) 234 ff. vermutet eine Bedeutung ‘Opfergemeinschaft’ und zieht lat. cēnsēre ‘schätzen, meinen, abstimmen’ und ie. *k̑ens- ‘feierlich sprechen, verkündigen’ heran. Besser Beitr. z. Aengl. (1979) 83, der von germ. *hans(s)ō ‘das Zusammenfassen, Gruppe’ ausgeht (zu germ. *henþan ‘fangen, ergreifen’, verwandt mit Hand, s. d.). Heute steht latinisiertes Hansa in Bezeichnungen für Institutionen (Hansabund, Lufthansa) oder als Qualitätssymbol (Hansaplast). – Hansestadt f. ‘Mitglied des Städtebundes der Hanse’ (14. Jh.). hansisch Adj. ‘zur Hanse gehörig’ (um 1600). Hanseat m., hanseatisch (18. Jh.), nach nlat. hanseaticus.