ha ,
ausruf, der in gröster allgemeinheit einem plötzlichen ausbruche menschlichen gefühls ausdruck leiht. alles uns bewegende unerwartete, ein plötzlicher einfall, freude, schreck, abscheu, unwillen, ausbruch des stolzes oder des hohns, läszt nach einem momentanen anhalten des atems den hauch scharf aus unserm munde entströmen, meist unter voller öffnung der mundhöle, welche den vocal a
erzeugt. andere vocale treten dem hauchlaute hinzu, wenn sie das unerwartete, plötzliche, näher characterisieren; so malt hu
den schauder, hei
das scharfe eindringen auf den gegner bei streit und kampf, he
und ho
den gröbern, meist unwilligen ruf. das herzliche, volle lachen wird durch das reduplizierte haha, hahaha
gegeben, während das feine kichern hihi
bezeichnet, mädchenhafter schreck aber oder weibische verwunderung in dem einfachen hi
seinen ausdruck findet. alter oder grobes bäurisches wesen dem der reine laut a
schwer wird, nimmt für ha hä
und lacht hä hä
oder he he. —
in den partikeln aha, ahi (1, 190. 191),
bei denen der ton auf der zweiten silbe liegt, ist das anlautende a
nur als reiner vorschlag aufzufassen. ha
gilt 11)
als allgemeiner ausruf bei etwas plötzlich auf uns eindringendem, uns überraschendem, sowie bei einer plötzlichen idee, einem plötzlichen entschlusse, wobei, um den verstärkten eindruck zu schildern, auch die reduplizierte form erscheint: ha vatter, was thut ir!
Aimon bog. g; ha dachte ich bei mir selbsten.
Jucundiss. 209; ha! nun fällt mirs ein! Wieland 11, 219; ha! meckerte der bock, nichts kann gescheidter sein! bei meinem bart! mir fiel der streich nicht ein. Hagedorn 2, 20; was seh' ich, ha! Kotzebue
dram. spiele 2, 305; ha ha! nun besinn' ich mich, rief Pedrillo. Wieland 11, 221; was heiszt es denn, sprach drauf der knabe, dasz ich fast nichts erkennen kann? ha ha, nun fällt mirs ein, was ich vergessen habe, mein vater fängt es anders
an. Gellert 1, 211; sie schweigt und gräbt getrost — ha ha, nun klingt es hohl. 1, 214.
als interjection gegenüber einer unerwarteten oder auch unverstandenen frage oder anrede kommt ha
und hä
vor: hä, he,
gleichsam: was sagten sie? in schlesischer mundart Holtei
schles. ged. 147; ha
in Kärnthen und Baiern Lexer 129, Schmeller 2, 127;
Sc. ach!
doctor: hä?
Sc. (
mit verstärkter stimme) ach!
doctor. was war das? Göthe 11, 175. 22)
als ausdruck eines freudigen gefühls: ha! spricht er (
der fuchs) sei gegrüszt! Hagedorn 2, 121; hört von meiner auserwählten, höret an mein schönstes lied! ha! ein lied des neubeseelten von der süszen anvermählten die ihm endlich gott beschied. Bürger 2, 76.
so giebt ha
schon in einfacher, meist aber in wiederholter stellung das lachen wieder: ha! lachte der kaiser, vortreflicher haber! Bürger
abt v. St. Gallen. ha hae, hahaha
interj. gauditiva. liber ordinis rerum von 1429, 31
d; haha da geht es volle wol.
Garg. 81
a;
Crotus: ha ha he!
Witzel: wes lacht ir? Alberus
wider Witzeln L 5
b; da fieng der tüffel an lachen ha ha ha und sprach .. Keisersberg
sünden d. m. 24
b; gelt mein guter herr Barthold, ich habe sie einmal rechtschaffen angeführt, ha! ha! ha! Möser 9, 132; ha ha ha! ich lache ja. Lessing 1, 577; ha! ha! ha! zum kranklachen. Fr. Müller 2, 112; hahahaha! die arme gnädige frau. Engel
Diamant 131.
auch hä! hä! hä! mit dem teufel nehmen wir es auch auf. Kotzebue
dram. spiele 2, 330; hä! hä! hä! hä! warum so hitzig. 1, 23.
Die interjection in dieser anwendung schon früh; so altfries.: dâ spreeck di koningh Kaerl: ha ha, dat land is myn, ende hlackade. Richthofen 439, 16.
mhd. friunt, ich erkenne ouch daʒ hâhâ, hâhâ, hâhâ. Walther 38, 4. 33)
ausdruck des stolzes, selbstgefühls, eifers, mutes: les ich aber deine briefchen und gesänge, ha! wie werd ich stolz und stumm! Göckingk
lieder zweier lieb. (1779) 103; ha, ich bin der herr der welt! mich lieben die edlen die mir dienen. Göthe 2, 89; ha! eher musz sich des tyrannen stahl in dem zu lange schon gesparten blute röthen. Alxinger
Doolin 9, 63; ha! brummt er, dir will ich das handwerk zeitig legen! geschmeisze, wiszt ihr, wer ich bin? Hagedorn 2, 38. 44)
des spottes, hohnes: ha! wie will ich dann dich höhnen! Schiller 10
a; auf ihren bäuchen lagen sie, und baten leben. ha! Gleim. 55)
sehr häufig schrecken, abscheu, zorn, unwillen malend: die andern teufeln laufen all aus der helle und schreient 'ha ha ha'.
fastn.-sp. 492, 13; sprach er im gantzen zorn 'ha vatter was thut ir'.
Aimon bog. e; ha! sollen sie mir die fürchterliche stunde ankündigen. Gotter 3, 29; ha! barbar 87; ha, ihr hunde, ihr wähntet ich kehrete nimmer zur heimat.
Odyssee 22, 35; ha, ich hofte zu strafen an Alexandros die unthat.
Ilias 3, 366; ha sieh! ha sieh! im augenblick, huhu! ein gräszlich wunder! des reiters koller, stück für stück, fiel ab, wie mürber zunder. Bürger
Lenore. vergl. mhd.: si (
die bauern) riefen alle: ha ha hâ, jâ du verfluochter bœsewiht, du treist des kindes hinnen niht.
Reinhart fuchs s. 352; ir ruofen ist alleʒ ha ha hô! daʒ ist gein mir sô vîentlîch. 353. 66)
die interjection ha
verbunden mit der präp. über
oder mit nachfolgendem genitiv: ha über die wonne!; ha über den bösewicht der mich verliesz!; ha des liebevollen barmherzigen vaters, der seinen sohn wölfen und ungeheuern preisgibt. Schiller
räuber 1, 3; ha, der frechen! Bürger 56
b.