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gründen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gründen vb.

Bd. 9, Sp. 774
gründen, vb. herkunft und form. als j-ableitung von grund gebildet, bereits bei Notker (s. u.) mehrfach bezeugt; doch fehlen sonstige ahd. oder as. belege; auch ags. ist gryndan (vgl.gegryndan, agryndan) unhäufig und bedeutungsmäszig schwankend: gryndend descendens Murray 4, 426a; unsicheres grynded profundum vel in profundis esse Grein-Wülcker 279b, vgl.gegryndan fundare Bosworth-Toller 397, und offenbar nicht anders als das spätere mittelengl. to ground selbständige ableitung, ohne dasz ein älteres wgm. *grundjan vorauszusetzen wäre; ält.n. grunde = anord. grunda 'denken', bei Weigand5 1, 776 hierher gestellt, gehört vielmehr wie das subst. grundr zu anord. gruna 'sich etwas denken' vgl. Falk-Torp 1, 353, und hat erst secundär von mnd. grunden die bedeutung 'ergründen', von nhd. gründen die bedeutung 'fundare' entlehnt; erst das spätere mhd. entwickelt aus grund I und IV das vb. gr. zu weiterer geltung; neben die regelrecht umgelautete form tritt gelegentlich umlautloses grunden (vgl. Staub-Tobler 2, 777; Martin-Lienkhart 1, 278; Fischer samländ. 141), theils als im umlaut gehinderte form, theils als jüngere ableitung vom grundwort in specifischen bedeutungen; selten in liter. sprache, vor allem bei intrans. verwendung: die feierliche sprache, auf groszheit des innern grundend J. G. Radloff treffl. d. süddtsch. maa. (1811) 189; Freiligrath ges. dicht.2 1, 220 (s. u. I A 1 a), oder im reimzwang: denn von den werken gilt vor gott, dem herrn, die meinung nur, auf die sie sind gegrundet (: gerundet) Brentano ges. schr. 1, 131; vorab auf md. und elsäss. boden steht im späteren mhd. neben gr. gleichbedeutendes gegründen, vgl. myst. 1, 200 Pf.; 2, 520; Tauler pred. 269 V.; paradis. anim. 27 Str. bedeutung. II. bis in das späte mhd. ist gründen lediglich als ableitung von grund I gebräuchlich; als ausgangsbedeutung hat man bereits für das ahd. 'den grund (I A 1 u. 2) des wassers erreichen bzw. zu erreichen suchen' zu erschlieszen, wenn sich auch diese rein sinnliche bedeutung erst im jüngeren mhd. bezeugt findet; Notkers übertragene verwendung von gr. als umschreibung von rimare 1, 24, discutere 1, 729, perstringere Graff 4, 332 (s. u. I A 2 a u. c) läszt sich, wie die späteren übertragungen gleichen sinnes, nur von einem solchen ahd. unbezeugten grunten aus deuten; vgl. Notker ergrunden, durhgrunden bei Graff 4, 332; im älteren nhd. noch reicher entfaltet, beschränkt sich diese verwendung in neuerer sprache auf einen engeren bezirk formelhafter nautischer ausdrücke. I@AA. im eigentlichen sinne 'den grund eines gewässers erreichen, den grund finden (vgl. grund I A 4 a)'. I@A@11) zunächst von personen bzw. dingen, die sich im wasser befinden. I@A@1@aa) seit dem mhd. in der bedeutung 'den grund mit den füszen erreichen, im wasser festen boden gewinnen, um stehen oder waten zu können'; so nicht selten in trans. gebrauch: ez törst aber nymmant niht hin uber die unden, wan ez (das wasser) nymmant grunden moht; dar von schied er dann der gr. Alexander 3940 Guth; dann das wasser war zu hoch, das man drüber schwimmen muste, und kundte es nicht gr. Hesekiel 47, 5; waren dieselben lachen so seicht worden, das sie zu waten und zu gr. waren Carbach Livius (1551) 155b; in ziemlichen fischwassern, die ein mann gr. kan fischbüchlein 53; gewässer, die man waten und gr. kan Hohberg georg. cur. 2, 541a; er wuszte, wo er solt den harten boden finden, er wuszte, wo der flusz am besten war zu gründen Dietr. v. d. Werder ras. Roland 30. ges. 65, 2; vielfach aber mit ellipse des objects, intrans. verwendung sich nähernd: er gedâhte: ob ich niht gründe, sô enweiz ich wie ich über sol Biterolf 3542; hie inne sô mac man waten unde man mac hie inne gr. myst. 2, 332 Pf.; wan der flusz als tif ist, das di reuttere ader fuszknecht nicht mogen grunden Fl. Vegetius Renatus vier bücher d. rittersch. (1511) h 4a; mit seinem rosse, welches tiefe halben nicht gr. konte M. Beuther warh. bericht (1588) 98; ich sincke schon, der schlamm wil mich verschlingen; er ist so tief, dasz ich nicht gründen kan Opitz psalmen 129; er ... sei mit ihm hinabgesprungen, um dem kleinen chirurgen, der dort nicht gr. könnte, den rechtshandel ... einzutränken A. Ruge s. w. 7, 19; fest grundete der huf (im meer) Freiligrath ges. dicht.2 (1877) 1, 220; sprichwörtlich: geh nicht tiefer, als du gr. kannst Lüpkes seemansspr. 66; der gebrauch ist mundartlich hie und da bewahrt, vgl. grönnen 'in tieferem wasser den boden mit den füszen erreichen' lux. ma. 156b; grunghe grund finden Fischer saml. 141; in älteren wörterbüchern gr. geradezu durch waten umschrieben: gr., waten vadum transire Henisch 1766; gr., durchwaden vadare Hulsius dict. (1618) 143a, eine wohl unberechtigte verallgemeinerung der höchstens dialektisch gebrauchten begriffserweiterung nach Kilian 163b: gronden flandr. waden vadum transire; doch vgl. vadum, ein fort, das man gr. kan Riccius Terentii comoed. (1586) 452. I@A@1@bb) ähnlich in nautischen ausdrücken von sächlichen objecten: 'grund fassen' vom anker: weiln es aber in wind, lieszen wir unsern ancker auf 45 faden gr. Behr diarium (1668) 130; gern bildlich: wohnt gott in meiner brust, so kan mein ancker gründen J. G. Neukirch anfangsgründe 34; dasz diese verwendung aber wesentlich älter ist, erweist ein entsprechender bildlicher gebrauch bei Joh. v. Neumarkt: wanne in dir und in nimant anders gegrundet hat meines hertzen hoffenunge leb. d. hl. Hieron. 99 Bened. (= 'in nullo viventium ut in te meae spei firmavi anchoram' patr. lat. 22, 278 Migne); ähnlich aufzufassen: wie got in dem indewendigen grunde der selen gegrundet het und verborgen und bedecket lit Tauler pred. 25 V.; dann auch im sinne des berührens ohne die vorstellung des fest stehens oder haftens (vgl. grund I A 4 b): mit dem ruder gr. applicare remos vadis = landen Frisius 1342b; 'das schiff gründet, wenn es den boden berührt' Kluge seemannsspr. 337; der sack (des netzes) gründet 600 maschen tief bei Staub-Tobler 2, 777; wo die wracke liegen, wo das blei nicht gründet Freiligrath ges. dicht. 5, 61. I@A@22) deutlich aus 1 entwickelt ist eine speciell nautische verwendung 'den grund, die wassertiefe von oben her mit einem instrument untersuchen bzw. feststellen', entweder um mit dem schiff nicht aufzulaufen oder überhaupt tiefenmessungen vorzunehmen; vermutlich älter als das breitere auftreten im älteren nhd. erkennen läszt; gronden, gronderen contari, explorare profunditatem, scrutari fundum Kilian 163b; vgl. grunden fundum attingere, tentare vadum, explorare profunditatem Henisch 1766; das wasser mit einem stachel gr. oder grund suchen contari Frisius 323b; dat is tmeeste dat men sal gronden minnen loep 1, 1729 Leendertz; wie kluge schiffer, die, ehe sie zufahren, erstlich wohl gr. Menantes neue br. (1723) 284; die weil auch das wasser in der mitte tief und mit denen bäumen nicht zu gr. W. Dilich ungar. chron. (1606) 255; sintemal man mit einem seyl von zehen klafter nicht gr. konte Ens ostind. lustgart (1618) 1, 201; man (kann) es (das caspische meer) auf 60 oder 70 faden nicht gr. A. Olearius persian. reisebeschr. 213; (du, gott) gründst dess tiefen meeres grund Paul Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 311; gr. tiefenuntersuchung 'längs den deichen' Benzler deichbau 1, 179; einige haben ... vorgehabt, das wasser zu gr. und ein seil eingelassen br. Grimm dtsche sagen 1, 86; sprichwörtlich: kein wasser ist so tief, es stehet zu gr. Lehmann floril. polit. (1662) 3, 177; besonders im 17. jh. in bildhafter rede beliebt: die begierd und böse lust ist ein brunnquell kaum zu gründen Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. 3, 62; er (der geist) gründet ohne blei die tiefen tiefer flüsse Lohenstein hyacinthen 25; sein loth ist der verstand, damit er weisz zu gründen Hofmannswaldau geistl. oden u. verm. ged. (1700) 29; anders: es ist nichts darinn (im ehestand) zu finden, zu gr. als trübes wasser Abr. a s. Clara Judas 1, 20; mehr an grund I A 2 schlieszt sich eine nur gelegentliche verwendung im sinne 'auf den grund gehen': wann man zu tief gründen will, so macht man trüb das wasser still Fischart Eulenspiegel 1278 H.; ähnlich obscön Garg. 384 ndr. vgl. th. 4, 1, 963; entsprechend bildlich: denn je tiefer man gründet, desto mehr übereinstimmung ... wird man allenthalben finden Jung Stilling w. 3, 542 Gr.; vereinzelt als verbale wendung von grund I E: und gründend süsziglich mit aug und mund sein hertz Weckherlin ged. 2, 359 F.; dann vor allem in einer bereits alten verwendung, wo der bildcharakter überall deutlich spürbar bleibt 'ergründen, ermessen, erschöpfen', mit vorliebe in negativer formulierung wie 'unergründlich, unermeszlich sein' gebraucht, vgl. inexhaustus das nicht zu gr., zu erschepfen ... ist B. Faber thes. (1587) 376b; besonders von gott und seinen eigenschaften vgl. Verwijs-Verdam 2, 2167; ich gelob, dîn lob kein menschlich sinn nicht gründe H. v. Montfort 30, 32 B.; und wi dasselb (das ausschöpfen des meeres) ist unverpracht, vil minder gründ wir gottes macht J. v. Schwartzenberg teutsch Cicero 128a; lasz sehen, dasz bey dir die güte nicht zu gründen Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. 2, 5; vgl. Opitz bei Adelung (1775) 2, 826; doch auch in allgemeineren beziehungen: der mordige schade, der dannan abekumet, der ist nút ze gründende Tauler pred. 297 V.; neyn herte kan to vullen grunden de vroude, de dar is to allen stunden harteb. 189f. 6a bei Schiller-Lübben 2, 158a; o reiche wissenschaft! wer kan die weisheit grunden durch die man gott recht kent? Gryphius sonn- u. feiertagsson. 43 W.; was hilfet aller schatz, so nicht zu gründen? ollapatrida 174 Wiener ndr.; vergleichbar ist ganz selten auftretendes concretes gr. im sinne 'bis auf den grund erschöpfen, ausleeren': das er die (die lection) nicht im schulsack verligen liesz. da recitiert ers auswendig: gosz, gründet und gab Fischart Garg. 274 ndr.; schlucken on stucken und schlinden on gründen flöhhatz 71 ndr.; vgl.den kelck ... gronden (austrinken) ndl. wb. 5, 985; vgl. auch grunden 'bis auf den grund räumen' Staub-Tobler 2, 777; mit verblassen der von grund 'wassertiefe' hergeleiteten ausgangsbedeutung auch allgemein 'die tiefe untersuchen': instrument, die wunden zu gr. stromento da chirurgico per tastare le piaghe Hulsius dict. (1618) 2, 407b; ähnlich schon älter = 'untersuchen': (Jesus) hiet hem (Thomas) dat hi se (die wunden) soude gronden ende mit vingeren tasten lucidar. 2061 bei Verwijs-Verdam 2, 2167; anders specialisiert 'tief eindringen': ... der stachel, der am tiefsten gründet, ist liebe, die nicht gegenliebe findet Grillparzer s. w. 11, 133 S.; gelegentlich mit anlehnung an grund II 'erdboden': die tiefen der erde durchsuchen (vgl.gründeln): wüste jemand ein vergrabenen schatz in seinem haus, er würde tag und nacht graben und gr. Dannhauer catechism. milch (1657) 8, 53; etwas anders: die im bergwerck graben werden meh stein finden dann gelt gr. ('ausgraben') Fischart praktik 25 ndr.; vgl. ... wir (teufel) haben noch dahinden das hauptgehürn, (die papstkrone) darnach wir gründen ('suchen, trachten') Jesuiterhütl. 300 H. I@A@33) concretes gr. ist bereits bei Notker zu übertragenem gebrauch für die function des denkenden geistes entwickelt und zwar anscheinend schon in doppelter richtung wie im späteren mhd. und im älteren nhd. bis in das 17/18. jh. hinein, wo es dann endgültig von ergründen verdrängt wird; Kramer teutsch-ital. verzeichnet gr. nicht mehr in den folg. verwendungen. I@A@3@aa) einem ding (einer frage, einem problem) auf den grund kommen (vgl. grund I D 2), es erkennen, verstehen: tes ist alles Mercurius underchleine, uuanda sermo grundet taz al (vgl. im lat. text kurz vorher: hic ... potest noscere) Notker 1, 765 P., vgl. ähnliches ergrunden bei Notker Graff 4, 332; dann in der sprache der deutschen mystik wieder auflebend: ich lais in einem buchelin, der ez gronde konde, daz got die werlint izunt machit alse an deme ersten tage paradis. anim. int. 15 Str.; wêre iht in gote, daz crêatûre gr. möhte, sô nême êwekeit ende myst. 2, 648 Pf.; nicht selten in bezug auf die bibel: und an dem ende der geschrift, als man sie gr. wil, sô spottet si wîser liute 2, 331; überhaupt ist die religiöse sphäre das hauptfeld für diese bedeutung; sehr gern negativ verwendet: (die heilige schrift) die alle kunst fur driffte und nymant grunden mag Hans Folz meisterlieder 218 M.; ich glob, es (die plagen) kom von sünden, wir tuond es als nit gründen ... H. v. Montfort 5, 140 B.; (doch auch positiv: daz tuot sich sicher gr. 32, 71 u. 38, 128) fides autem tam fortis, qui videt etwas, das nymant grunden khan Luther 17, 1, 323 W.; darumb sind die wort so tief das sie nicht zu gr. sind 24, 394; stück des glaubens ..., die nit zu rütlen oder grunden seind Karsthans in Hutten 4, 637 B.; kein fantasey soll haben statt zu grunden gottes heimlichkeit Joh. v. Schwarzenberg trostspr. 33 ndr. im 16. jh. auszerordentlich beliebt; ähnlich noch im 17.: gottes werke sind von menschen nicht zu gr. J. Rist parnasz 180; der eitele vernunftgeist kan disz nicht gr. noch ergreifen A. v. Franckenberg nosce te ipsum (1676) 26; auszerhalb dieser sphäre gewöhnlich positiv: hy bi moghe ghi merken unde grunden spieghel d. leyen 10b nach Schiller-Lübben 2, 158a; wöllend wir vorhin eigenschaft der sach gr. und ufmerken Riederer rhetoric (1493) a 6a; der ursach weisz nyeman gentzlich, je mer man die zu gründen gärt je mynder man dar von erfärt Brant narrensch. 58 Z.; inn solcher seiner (Petrarcas) poesia (ist) so ein herrlicher schatz von tugenten verborgen, dasz der, welcher es liset und gr. will, je lenger je mehr tief verstendiger ... materien darinnen findet D. Federmann sechs triumph (1578) vorr. 3a; siehe! abermahl gründest du geheimnusse J. Prätorius glückstopf (1669) 25; später nur noch in gelegentlicher poetischer verwendung: sind gleich männer schwer zu gründen G. Stephanie s. singsp. 326. fälle wie die folgenden stehen schon auf der grenze zu b: denn du gerechter gott allein kanst hertz und niern im menschen gründen Ulenberg ps. Davids (1582) b. Kehrein kirchenlied. 3, 122; so lauf nun vor mir hin und gründe recht die herzen Hoffmannswaldau in: zweite schles. schule 1, 1001 dnl. ähnlich ist wohl auch zu verstehen: gründe meine wort, jungkhfrewlin zart, dieweil ich dich mues meiden volks- u. gesellschaftsl. d. 15./16. jh.s 65 Kopp. I@A@3@bb) verwandt und doch fühlbar unterschieden ist eine anwendung, bei der die bedeutung 'den grund zu erreichen suchen, die tiefe erforschen, messend untersuchen' ins geistige gewendet ist: 'nachgrübeln, nachsinnen', und zwar nicht selten im hinblick auf ein nicht erreichbares resultat, vgl. durchgründen, ausgründen; in diesem sinne bereits bei Notker: to ih tir half crunden tia tougeni dero naturę cum rimarer tecum secreta naturę 1, 24; vgl. uueliu anderiu uuas noh quon tages unde nahtes crunden himel unde mere unde hella quę autem noctibus universis celum freta tartarumque discutere 1, 729, wo die concrete bedeutung noch deutlicher durchschimmert; vgl. (ein wise dierna) turhcrundende tougeniu ding 1, 715; ich han gesprochen von einer kraft in der sele ..., si ennimt in (gott) ouch niht als er wârheit ist: si gründet unde suochet vort unde nimt got in sîner einunge myst. 2, 266 Pf.; soo sy meer begheren ende ghelusten, soeken ende gronden Ruysbroek 3, 184 bei Verwijs-Verdam 2, 2168; vgl. in nuwen vraghene ... ende in nuwen grondene nova pervestigatione inquirit 2, 2167; man wirt disen handel grinden und suchen nach und weit reimchron. über herz. Ulrich (1534) 157 bei Fischer schwäb. 3, 876; solchs wird ein jeder war befinden, wer nur nachtrachten wil und gründen Fischart st. Dominici ... leben v. 676 Kurz; von hier aus zu verstehen als 'nachforschend ersinnen': d. Faustus gedachte ihme hin und wider nach, wie aller gottlosen hertzen nichts guts gr. können volksb. v. dr. Faust 26 Br.; noch Henisch verzeichnet: gr., auszgründen, durchgründen perscrutari, perquirere, pervestigare 1765; ganz selten in neuerer sprache: dein auge wird ihn (den beweis) ohne gründen in der beyden seelen ausblick finden Blumauer ged. (1782) 173; Geigers werke wirken ... anregend, weiter zu dichten und zu gr. Stifter s. w. 14, 154; gern mit adverbialen bestimmungen verbunden; noch auf der linie der ursprünglich bildhaften vorstellung liegt tief: deshalb gepeut er im ein zeyt nachzulossen, er gründ zu tiff Hans Folz meisterlieder 45 M.; gelegentlich lehnt sich aber dieses gr. 'auf den grund zu kommen suchen' fühlbar an grund II 'erdboden' an und erhält den beisinn 'tief eindringen' (vgl.gr. = graben sp. 777): die andern alten lerer gr. nit so tief hinein uf den kernen und bleiben auswendig an den rinden Keisersberg seelenparad. 107a; ein angefochtener mensch gründet und grübelt so tief, das er sich kaum wider erholen kan Petri d. Dtschen weiszh. 1, b 7r; völlig verblaszt ist der bildliche ursprung bei der verbindung mit hoch: es ist nit guot, wer zu hoch grind (a. d. 14. jh.) Wackernagel kirchenl. 2, 272b; dieweil ir (Musen) selbst seit so gesinnt, dasz ir nicht zu hoch tracht und gründt Fischart Eulenspiegel 9, 224 H.; und ob ich zwar hoch und tief gründe und es (mein schreiben) ganz helle werde darstellen Jac. Böhme schr. 4, 5; ähnlich bei weit: in summa, was darf man gründen wyt? beschouw man die gegenwirtig zyt ... H. R. Manuel d. weinspiel v. 4147 ndr.; so weit mustu gr. und erfahren, das du wissest, das du in der hand ein sulphur habest Paracelsus op. (1616) 1, 26 H., vgl. 2, 16; auch mit präpositionen; am häufigsten steht nach, vgl.nachgründen th. 7, 66, wozu auch nahen gr. bei Frisius 518b, Maaler 302a gehört; furbas du weyter gründe nach dem selpad (seelenbad) Hans Folz meisterlieder 47 M.; vgl. Verwijs-Verdam 2, 2167; (ein mann) sich dasz nit verführen lasz, sonder gründ nach der warheit basz J. Ayrer 2, 1301 K.; seltener auf: z vil gr. uf gott bringt irrung vil J. Ruff Etter Heini 711 K.; ähnlich: all welt ietz und dar uf gründt, all jar zuo wissen künftig ding P. Gengenbach 163 G.; I@A@3@cc) nur in älterer sprache schwach bezeugt, aber deutlich als sonderentwicklung zu erkennen, ist eine bedeutung, die a näher verwandt, von 'einer sache auf den grund gehen, ergründen' sich herleitend, den sinn 'ein ergründetes darlegen, etwas bis auf den grund erforschtes kundgeben', dann geradezu 'gründlich erörtern' annimmt; in mhd. zeit fast ganz auf md. denkmäler beschränkt: daz ih tir eteuuaz crunde des kotelichen dinges ut pauca de divina profunditate perstringam Notker bei Graff 4, 332; ich wil dir die rehten wârheit gründen Lohengrin 1086; ich man dichs, herre, sît daz Ezechiêles tür dir goffent wart; niht vürbaz ich dirz gründe. Wartburgkr. 139, 10; sal ich (Ecclesia) uwer (der juden) bosheit basz grunden, so wel ich uwer alde ee vorblinden Alsfelder passionssp. 4641 Gr. I@BB. gr. als intransitivum 'grund haben', vor allem in dem zweifellos recht alten sprichwort: stille wasser gr. tief Lehmann floril. polit. (1662) 3, 320; so bereits mhd.: daz (die ketzerei) ist ein sünde, diu sô tiefe gründet, daz si mit sünden nieman übersündet Reinmar v. Zweter 88, 7; in jüngerer sprache gelegentlich neu geschaffen: die deutsche politische langsamkeit gründet indesz im frieden tief und läszt (wie der Seineflusz) fruchtbarkeit nach Jean Paul 35, 28 H.; dasz in diesem gebiete sich immer tiefere tiefen austiefen und unter dem abgrunde der abgrund gründet Immermann 2, 148 B. IIII. die im nhd. breiter entfalteten bedeutungen von gr. ruhen auf einer kaum vor dem jüngeren mhd. vollzogenen ableitung des verbs aus grund IV 'basis, fundamentum' (vgl. sp. 702 ff.); zunächst wie lat. fundare 'etw. mit einem fundament versehen'; den begriffsinhalten von fundare entsprechen im ahd. andere verba z. b. bei Notker: gruntsellon (Graff 4, 331); statton 2, 538 Pf.; kefundamenton 2, 368; gefestonon 2, 434; im Tatian: gifestinon 43, 1 S.; am nächsten liegt Notkers ergruntin fundati Graff 4, 332, ist aber wohl auch nur eine bildung ad hoc; für das mhd. s. grundvesten, grundvestigen; noch im 15. jh. ist gr. ungeläufig vgl. Diefenbach 252a, verbreitet sich aber stark im 16. jh., zumal Luther es sichtlich liebt; vereinzelt bereits in der mystik gebildet, vgl. mystiker 2, 501 Pf. (s. u.B 2 b); disiu einikeit (gottes) ist âne grunt, mêr: si gründet sich selben 2, 525; vielleicht dem übersetzten fundare nachgebildet bei Joh. v. Neumarkt buch d. liebkosung 39 u. 165 Kl. II@AA. in breitester verwendung, in der regel transitiv: 'ein ding mit einem fundament, einer festen basis versehen, worauf es ruhen kann'; dann 'das fundament legen; die grundlage schaffen' (vgl. grund IV A 3 b); gr. in fester verbindung mit den präpositionen auf und in s. unten B und C. II@A@11) concret, im eigentlichen sinne auf körperliche massen angewendet; ähnliches bereits in der mystik (s. oben), vergleichbar im 15. jh. gr. 'festen grund legen, festen boden im wasser herstellen': wenn dann ist, das der stat paumeister Kornperckstein bedarf quaders grösz zu grunten in das wasser oder sunst zu pawen E. Tucher baumeisterb. 84 L.; das der Löffler dann die klein stein ... an die selben ent fur und die einriett (die stellen, an denen man in das wasser einreitet) damit erheb und gründt 251; vgl. fundo, firmo, solido, stabilio ich gründ Alberus q 2b. II@A@1@aa) seit dem 16. jh., aber selten im eigentlich bautechnischen sinne wie in neuerer sprache: gr. oder fundamentieren, das fundament eines gebäudes anfertigen Helfft wb. d. landbauk. 162; vom tage an, da des herrn haus gegründet ward bis ers volendet, das des herrn haus gantz bereit ward 2. chron. 8, 16; vgl. Sacharja 4, 9; der thurn desz münsters ist gründt und angfangen worden anno 1305 Seb. Franck chron. Germ. (1538) 281a; in beiden fällen kreuzt deutlich bereits die vorstellung 'durch legung der fundamente den bau beginnen' hinein; so meist auch späterhin, vielfach bildlich: seit dasz wir ... unsrer freundschaft bau gegründet Gottsched ged. (1751) 1, 204; vgl. (heilge ordnung,) die der städte bau gegründet Schiller 11, 315 G.; altes fundament ehrt man, darf aber das recht nicht aufgeben, irgendwo wieder einmal von vorn zu gr. Göthe II 11, 124 W.; hiernach findet er sich wieder hier in gewohnter thätigkeit, gründet, baut, vollendet IV 37, 264; was an dem astronomischen bau schon geleistet, was gegründet, was ausgeführt II 3, 249, vgl. I 20, 96; stahl musz das werkzeug seyn, mit dem ich gr. und bauen kann maler Müller w. 3, 58. II@A@1@bb) in anderer weise erweitert gr. seinen vorstellungsinhalt, wenn es auszer dem legen der fundamente auch das errichten des gebäudes einbegreift, nicht selten in poetischer sprache geradezu bauen vertritt: das man sage zu Jerusalem: sey gebawet, und zum tempel: sey gegründet Jesaia 44, 28; viel haben ihre lust an köstlichen pallästen gantz königlich gemacht, vil gründen starcke festen Opitz teutsche poem. 231 ndr.; das haus der freiheit hat uns gott gegründet Schiller 14, 290 G.; besonders tritt öfter der begriff des festigens, gefestigt seins hinzu (vgl.gr. in II C): viel häuszlein auf dasz best ... sie da dann gründen fest Spee trutznacht. (1649) 133; zu meiner hohen, mit erz gegründeten wohnung J. H. Vosz Od. 233 B.; vergleichbar: hast du ein gegründet haus fleh die götter alle, dasz es, bis man dich trägt hinaus, nicht zu schutt zerfalle Göthe 16, 371 W. II@A@1@cc) auch neben anderen concretis verblaszt die vorstellung des fundamentierens zugunsten der des herstellens und setzens, doch bleibt der gedanke an das auf feste fundamente legen mehr oder minder erhalten; so vor allem in der formel die erde gr.: dennoch hestu di erd niht noch di berg gegrundet (adhuc terram non feceras nec montes fundaveras) Joh. v. Neumarkt buch der liebkosung 39 Kl.; wo warestu, da ich die erden gründet? Hiob 38, 4; da die fundamente der erden gelegt wurden oder, dasz ichs deutlicher sage, da das ertreich gegründet ward theatr. diabol. (1569) 14b; sterne hat er bereitet ..., das ungemässne meer und den weitumpfalten erdboden gegründet Harsdörfer secretar. (1656 ff.) 2, 164; denn er (Jehova) ists, der ihn (den weltkreis) über meere gegründet, ihn über fluthen bevestiget hat Herder 12, 215 S.; ähnlich: so können wir ... nit wissen, was gestalt und weisz die helle (hölle) erschaffen ist, noch wie sie von gott gegründet und erbauwet seye volksb. v. dr. Faust 28 Braune; in diesem sinne von allem was gebaut wird: gr., eine mauer établir un mur Hoyer-Kreuter 1, 318; feste mauern will sie (Minerva) gründen, jedem schutz und schirm zu seyn Schiller 11, 296 G.; bildlich: wo du die scheidewand zwischen tugend und laster gründetest Tieck schr. 8, 10; du eile dich, das bald dein heer die dämme, die einst Domitius gründete, betritt Fouqué altsächs. bildersaal 1, 130; dasz ich dies denkmal gründend für Teutschland viel gethan Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 4, 239; II@A@1@dd) etwas anders 'als fundament setzen, als basis aufstellen': die warheyt an den pabst zu binden und ihn als eyn ecksteyn zu gründen Fischart jesuiterhütl. v. 918 H.; wohl im anschlusz an Matth. 16, 18; vgl. ich lege ... einen grundstein, einen bewerten stein, einen köstlichen eckstein, der wohl gegründet ist Jesaia 28, 16; ähnlich: wir gr. diesen stein für ewig, zur sicherung des längsten genusses der gegenwärtigen ... besitzer dieses hauses Göthe 20, 100 W.; einen stein sie richten und gründen, daran sich wieder zu finden Uhland ged. 1, 400 krit. ausg.; auf gleicher linie liegt übertragen gebrauchtes ein fundament gr.: so will ich ... zuvor die helle und ir substantz ansehen und wie sie von gottes zorn erschaffen ist ..., ob wir auch etliche fundamenta gr. kündten volksb. v. dr. Faust 39 Br.; vgl. ein schön und recht gegründ fundament, recht nach dem gesange und den noten zu lernen Agricola musica instr. deudsch 11 E.; die schrift allein das fundament der seligkeit hat fest gegründt J. Orsäus nomencl. meth. (1623) 273; ähnlich auch: die pyramide meines daseyns, deren basis mir angegeben und gegründet ist Göthe IV 4, 299 W.; anders: so grünt der nesselstrauch, der gründet seinen fusz und läst den scharfen brand durch keine macht vertreiben Chr. Weise d. grün. jug. überfl. ged. 2 ndr.; ich wil meinen matten fusz bey den Tyrigeten gründen Neumark neuspr. teutsche palmb. 348. II@A@1@ee) wenig häufig, aber durchaus möglich ist ein gebrauch, bei dem der grund als subject gedacht wird, gr. für 'den grund, die grundlage bilden' eintritt, z. b. ein betonblock gründet das hochhaus; so, meist poetisch, auch in älterer sprache vereinzelt zu belegen: die magnetische kraft wird merklich gespühret von dem mittelpunkt, der den erdenkreys gründet Neumark neuspr. teutsche palmb. 73; ich ... legte ihn (den brief) ... als den ersten weg, der ein ganzes paquet gr. soll W. v. Burgsdorf br. 14 C.; bildlich: dieser wahn, er sey falsch oder nicht, gründet unsre glükkseligkeit Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 6, 119; II@A@1@ff) reflexive verwendung, die bei präpositionaler fügung geläufig ist (s. u. II B 1 b), bleibt bei absolutem gebrauch selten: hie wird mein sitz sich gründen, hie bleib ich fort und fort S. Dach 130 Ö.; die hoffnung, die so tief sich gründet, baut auf den grund, den nichts umreist Gryphius ged. 498 Palm; ähnlich bereits im 16. jh.: das er sich grundet und mich stortzet, so ich doch auf der schrift stehe und bleybe Luther 10, 2, 250 W.; vgl. auch: der grund, da ich mich gründe ist Christus und sein blut P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 387b; II@A@22) früh entwickelt, in älterer und neuerer sprache den concreten gebrauch an häufigkeit der anwendung weit übertreffend, sind die übertragenen bedeutungen; sie bilden sich aus den concreten unter besonderer betonung zweier hauptgesichtspunkte; einmal wird das 'schaffen einer grundlage', ohne die eine erscheinung nicht vorhanden, gesichert oder berechtigt ist, zum bestimmenden bedeutungsinhalt oder zweitens das 'ins werk setzen, einrichten, anfangen' überhaupt (s. u. 3). II@A@2@aa) vielfach ganz allgemein 'eine grundlage geben' neben inconcretis; der sinnliche ausgangspunkt bleibt häufig in adverbialen zusätzen oder parallelen verben sichtbar: leute, die den glauben solten legen und grunden Luther 14, 25 W.; liebhaberei führt zu solchen unternehmungen, kenntnisz gründet und befestigt sie Göthe 47, 366 W.; eine solche sammlung (von kunstwerken) ... gründet das gespräch, indem sie es belebt 49, 1, 250 W.; ähnlich: er ist eine von den gründenden naturen IV 19, 2; oft in passivisch-perfectischer wendung 'durch die grundlage sicher, gesichert sein': aber es (das buch) ist dermaszen gegründet, dasz sie es wol müssen ungefressen lassen Nigrinus papist. inquis. 513; die alten lerer haben vil loblicher, gegründter büechern hinder inen verlassen (v. j. 1525) nach Staub-Tobler 2, 778; selten mit persönl. subject und gen. der sachbeziehung: er ist diser sach gantz nicht gegründet nullam justam causam habet Henisch 1765; nein, herr, ein solcher bist du nicht, desz ist mein hertz gegründet P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 392b; oft zum adj. erstarrt: wie ist sie (die welt) seit meiner priesterschaft erst wünschenswert, gegründet, dauerhaft Göthe 15, 85 W.; bei einem gegründeten reichthum 24, 91; so seit alters in bezug auf geistiges können 'gut fundamentiert': ohne solche gegrünte rechenkunst L. Ercker miner. ertzt (1580) 2a; ein gegründet wissen Gottsched ged. (1751) 1, 438; zusammenhängendes wissen, gegründete gelehrsamkeit Göthe IV 31, 236 W.; gern mit adverbien verbunden: tief: o Belial, wie tief gegründet ist dein erfahrenheit Ayrer hist. proc. juris 5; wie tief bey den römischen juristen diese gemeinschaft des wissenschaftlichen besitzes gegründet ist, zeigt sich auch darin v. Savigny v. beruf uns. zeit. 29; namentlich aber fest: dein gir söll vestlich sein gegründt, genuog zethuon ümb alle sünd J. v. Schwarzenberg d. teutsch Cicero (1535) 114; ... dasz es (dein wort) von dir, mit dir, in alle ewigkeit zu wehren, vöst gegründet Weckherlin ged. 1, 386 F.; drum ist auch mein glaub als mauerfest gegründet Neumark poet. u. mus. lustw. 34; an dem rand der berge, wo sonst deine herrschaft fest gegründet war G. Freytag ges. w. 9, 37; ein jahr hatte hingereicht, sein vielgefährdetes königthum unerschütterlich fest zu gr. Droysen gesch. Alex. d. gr. 89; auch comparativisch: durch welches vorspiel ..., hoffnung und zutrauen fester gegründet werden Göthe 33, 19 W.; vgl. (zeichen,) die seine zweifel nur noch stärker gründen Tieck schr. (1828) 2, 208; sicher: ein gaist, der sich da findt ... ist sicherlich gegründet (kann sich sicher darauf verlassen), dasz ... Rompler v. Löwenhalt erst. geb. (1647) 145; mein friede schien so sicher mir gegründet Schiller 15, 1, 28 G.; früh bereits mit einfacher qualitätsbezeichnung wohl, gut: sprach: unser glaub ist wol gegrundt J. v. Schwarzenberg trostspr. 25 ndr.; darumb euch ... not ist, davon ayn wol gegrünten verstand zehaben Eberlin v. Günzburg s. schr. 2, 175 ndr.; durch dise zusag wol gegründt Spreng Ilias 175a; sag, die kunst sey nicht wol gegründet Weckherlin ged. 1, 274 F.; die rechte wol solidierte und gegründete fromm- und gottseligkeit Dannhauer catech. milch 1, )( 4a; ganz verblaszt 'wohl beschaffen': ein pensel so subtil, ein kihl so wol gegründet Weckherlin 2, 279 F.; in neuerer sprache meist zusammengerückt, vgl. schon Henisch wolgegrindte sach ... solidationes 1765; (er) leistet als ein armer privatmann das, was einem wohlgegründeten verleger ... ehre machen würde Göthe 46, 59 W.; indem ich ... unser unternehmen gut gegründet glaubte, hoffte ich ... IV 14, 124. II@A@2@a@bβ) in einer besonders in geistlicher sprache entwickelten bedeutungsnuance ist weniger der begriff 'eine (neue) grundlage geben, etw. fest machen' bestimmend als der des 'festigens, fester machens'; wohl ausgehend von einer für gr. in früh bezeugten verwendung (s. u.C 1 b); vielfach in synonymischer verbindung, so zuerst bei Luther: der gott aber aller gnade ... wird euch ... volbereiten, kreftigen, gründen 1. Petri 5, 10; ... exempel, damit sie auch stercken und grunden yhr menschenlehre Luther 10, 1, 1, 578 W.; der gute mann (ein geistlicher) ... wollte ... mich stärken, trösten, befestigen, gr. Schubart leben u. gesinn. 2, 287; ähnlich: was einen dichter zeugt, ernähret, stärket, gründet Gottsched vers. e. crit. dichtk. (1751) 47; sie werden sich ... freuen, wenn sie diese ... so theure seelen ... aufgemundert, gegründet und bestärcket haben Zinzendorf bedencken u. bes. sendschr. (1734) 63; aber auch absolut: gründe die gedanken und lasz meinen schwachen geist hin und her nicht wanken Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. 92; die hoffnung spricht: Jesus gründet mich; der glaube wanket nicht H. Müller erquickst. (1666) 376; ihr werdet ... sehen, ... wie viel unschuldige junge seelen er gr. werde Hippel lebensläufe 3, 1, 404; bei sächlichem object lebendiger geblieben als bei persönlichem: das misztrauen ... eines herrschers, der seine schwankende, junge regierung noch erst gr. muszte Klinger w. 5, 379; er (der wahrheitsgeist) gründet aufs neue die bande des volks mit dem fürsten Bettine d. buch gehört d.n. 1, 282. II@A@2@bb) schon im 16. jh. entfaltet sich eine bedeutung von gr., die specifisch den bezirk geistiger thätigkeit betreffend vielfältig nuanciert von grund IV A ausgeht und früh von dem abstracten grund IV C = ratio, causa her mehr oder weniger beeinfluszt wird; bis in das 18. jh. noch üblich wird es in neuerer sprache mehr und mehr von begründen verdrängt und hält sich heute nur noch in gewissen mehr formelhaften wendungen (s. u.γ); bedeutungsmäszig entspricht es begründen sowohl im sinne 'die grundlage einer thatsache, meinung, lehre, behauptung, gefühlsregung u. s. w. geben oder darlegen' als auch 'mit gründen versehen, durch gründe stützen, beweisen', vgl.begründen argumentis et rationibus confirmare Stieler 712; Adelung (1774) 1, 720 u. 2, 827; beide bedeutungsnuancen im einzelnen falle zu unterscheiden, widerspräche ihrer auch dem modernen empfinden spürbaren verschwisterung. II@A@2@b@aα) etw. gr., activisch im wesentlichen auf das 16. jh. beschränkt, vor allem bei Luther beliebt: aufs erst müssen wyr das weltlich recht und schwerd wol gr., das nicht yemand dran zweyfel, es sey von gottis willen 11, 247 W.; oft mit sinnähnlichen verben verbunden: wo sie (die papisten) das wörtlin 'heilige' finden, wolten sie gerne der heyligen ehre und fürbitt gr., gleych wie sie das fegefewr bestettigen 15, 196 W.; (der 110. psalm,) der den artickel von der person Christi ... gründet und bestetigt 41, 80 W.; nu greifet er den artikel für sich selbs an zu gr. und zu beweisen 36, 523 W.; allegorien und gleichnisse beweisen und gr. keinen articul desz glaubens Schupp (1663) schr. 827, vgl.das ... der frei will durch die gnad nit auf gehaben, sunder gstelt und gründet wirt Hedio christl. leer (1532) vorr. 3b; vielfach mit präpositionaler bestimmung; mit: die baurschaft (hat) ... zwelf artickel ... mit etlichen sprüchen der schrift furgenomen zu grunden Luther 18, 291 W.; vgl. 10, 3, 409; geistliche glüb seinn weder mit schrift noch mit bewärlichen exempeln gegründt Berth. v. Chiemsee 673 R.; selten durch: weil sie (die apostel) selbs das newe testament so mechtiglich gr. und beweren durchs alte testament Luther 7, 303 Bindseil-Niemeyer; öfter aus: das wyr ... das new testament ausz dem alten grunden lernen 12, 275 W.; vgl. 19, 278; das wir ... aus dem ansehen hailiger geschrift ... unsere sachen gr. Fischart podagr. trostbüchl. 56; von warer erkanntnusz des wetters ... gezogen und gegründt ausz den regeln der hochberümbten astrologen Reynmann wetterbüchl. titel Hellm. (v. j. 1510); etwas anders: so musz sie (die arzneikunde) ausz gottes und auf gottes warheit gegründt stehn Paracelsus op. 1, 227 H.; ähnlich: propheten ... die dis wort Mose einfüren und daher gr. Luther 24, 60 W.; später in activischer form unüblich, nur vereinzelt poetisch statt begründen: was gründet deinen wahn von einem andern leben? Pfeffel poet. vers. 6, 11. II@A@2@b@bβ) besser gehalten hat sich die passivisch-perfectische verwendung (vgl. grund haben, grund IV C 4 u. 5): ... was Schwenckfeldt für gegründet hält Prätorius winterflucht (1678) 323; wenn dies gegründet ist ..., so ... J. Fr. Löwen schr. 4, a 4a; graf Wetter vom Strahl! ist dies gegründet? H. v. Kleist 2, 188 Schm.; das subject ist nicht selten ein satz: es ist allerdings gegründet, ... was Ovidius ... von mir (Apollo) geschrieben Lindenborn Diogenes 2, 116; was du am ersten theil aussezest, ist gewisz sehr gegründet aus Schleiermachers leben 4, 312; auch ist es ohne zweifel gegründet, ... dasz die päbstliche gewalt milder war Ranke s. w. 39, anh. 4; vielfältig auf substantiva, meist des urtheilens bezogen: welche ursachen erwogen und ... zum theil gegründet befunden worden Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 1, B 7b; wenn die regel gegründet wäre, dasz ... v. Fleming vollk. t. soldat 187; wenn der satz mancher schriftsteller ... gegründet ist Meiszner Alcibiades 1, 13; die vermuthung, dasz ..., erschien als ziemlich gegründet H. v. Barth kalkalpen 214; wenn diese einwendung gegründet wäre Lavater physiogn. fragm. 1, 150; eure bedenklichkeiten sind sehr gegründet Schiller 3, 96 G.; meine furcht war gegründet Göthe 17, 237 W.; oft negativisch = 'unbegründet': unser tadel war ... in verschiednen stücken nicht gegründet J. A. Cramer nord. aufs. (1758) 1, 247; sind sie (die klagen) nicht gegründet, welche verantwortung ladet man sich nicht auf Möser s. w. 2, 37; in älterer sprache öfter mit persönlichem subject in einer bedeutung, die ihren ausgang wohl von der formel gegründet sein in etw. (s. u.C 2 d) 'geistig fundamentiert, unterrichtet sein' genommen hat; meist tritt daher ein abhängiger satztheil an die stelle der präpositionalen bestimmung: ich bin noch nicht gar wol gegründet und gefasset, teutsche historien zu schreiben V. Schumann nachtbüchl. 73 B.; weil nicht alle pastores ... gleich geschicket und gegründet sein, das sie ... das bapstthumb niederlegen mögen kirchenordn. f. Braunschwg. (1569) 22; er sei ... kleinen gesprächs und nicht sonderlich gegründet (16. jh.) bei Fischer schwäb. 3, 876. II@A@2@b@gγ) bereits im 15. jh. setzt eine adjectivischem gebrauch sich nähernde verwendung ein; neuere sprache empfindet dieses gegründet als rein adjectivisch (vgl. die gegensatzbildung ungegründet) und deswegen auch als comparationsfähig: 'gegründet, gegründeter sind gut; aber wer kann die gegründetere hoffnung ausstehen?' Adelung lehrgeb. 2, 27; die gegründetste hoffnung 2, 28; dasz ich diese ihre meinung allerdings für die ... gegründetere ... halte Lessing 16, 536 M.; der gegründeste (!) stolz würde die armeen ... ermuntern Nicolai literaturbr. 9, 28; in der reformationszeit vielfach gegründete schrift (vgl. grund der schrift sp. 705): durch gegründte heylige schrift hab ich meyn eygen gewissen kaum konnen rechtfertigen Luther 8, 482 W.; die ... mit gegrüntter warhaftiger geschrift sich für die apostolisch ... leer gesetzt haben C. Hedio chron. germ. (1530) d 6a; dieselben all haben kain gewisse veraynigung noch gegründte schrift noch glaublich kundschaft irer ketzerey Berthold v. Chiemsee 15 R.; alt auch gegründete ursache (vgl. grund und ursache sp. 727): ausz redlichen gegrunten ursachen (v. j. 1498) lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 52; so hat die kirch gnügliche und gegründte ursach, solch ... ding ... zu gebieten Luther 30, 3, 190 W.; (ein) verleumder, der unschuldige leute ohne alle gegründete ursache boshaftig schmähet Gottsched neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. 1, 371; er hatte gegründete ursache, die ehrlichkeit seiner wirthin ... in zweifel zu ziehen Raabe hungerpastor (1864) 3, 29; und so vielfältig mit anderen beziehungswörtern: ein gegrünte vermanung Güttel v. evang. warh. (1523) a 1b; einen guten kurtzen und gegründten bericht oder bescheid geben Widmann Fausts leben 58 K.; mit dergleichen gegründeten sachen Grimmelshausen 2, 389 K.; nach meinen obigen gegründeten voraussetzungen Jung Stilling w. 3, 140 Gr.; von ihren gütigen und gegründeten anmerkungen haben wir ... gebrauch gemacht Göthe IV 10, 349 W.; man hat gegründete aussicht, demnächst im amt vorzurücken Raabe Horacker (1876) 68; nicht selten tritt das berechtigende, berechtigte stärker in den vordergrund: was hat der bauer ... für einen hauptanlasz, den besitz des edelmannes für weniger gegründet anzusehen als den seinigen? Göthe 23, 146 W.; die ursachen eines gegründeten vergnügens J. E. Schlegel w. (1761 ff.) 3, 351; weil der mensch einen gegründeten stolz übersiehet Lessing 1, 229 M.; dieser doge ... gab nicht wenig anlasz zu gegründeten klagen Ranke s. w. 42, 41; weil ein unglückliches mädchen gegründete ansprüche an ihn mache Tieck schr. 17, 175; anders 'mit guten gründen': da redete der hr. statthalter die arbeiter ganz beweglich und gegründt an bei Staub-Tobler 2, 778 (v. j. 1772). II@A@33) von concretem gr. 'das fundament legen' leitet sich eine bedeutung her, die zunächst besagt 'den bau beginnen, ins werk setzen', dann allgemeiner 'eine institution ins leben rufen, eine einrichtung stiften, schaffen' (vgl.den grund legen sp. 705 ff.); möglicherweise ist eine fast parallele entwicklung von lat. fundare, vgl. du Cange 3, 628, nicht ohne einflusz auf diese bedeutungsentwicklung von gr. geblieben, vgl. grinden, fundieren, stiften condere, fondare Henisch 1765; mit dem 15. 16. jh. einsetzend, gewinnt dieser bedeutungszweig besonders in neuerer sprache stark an kraft und ausdehnung. II@A@3@aa) im eigentlichen sinne von concreten oder concret empfundenen dingen: also ist diese stat gegründt und angefangen ... unter den flügeln des adlers Sigm. Meisterlin in chr. d. dtsch. st. 3, 45; an dieser stelle gründete er (Karl d. gr.) Aachen Grimm dtsche sagen 2, 77; etwas anders: gott gründet hafen oft, wo nahe syrten sind Lohenstein Ibrahim sult. 37; desgleichen in Egypten nicht gewesen ist, sint der zeit sie gegründet ist bis her 2. Mose 9, 18; die grösten reiche hats gegründet Schiller 13, 393 G.; und aufs neu zu Aachen gründet er das heilge deutsche reich Geibel w. 1, 93; ähnlich: er ... wollte sich ein land gr. und das auf seinem pferd umreiten Brentano ges. schr. 4, 61; sich eine schuldlos reine welt zu gründen Schiller 13, 193 G.; ich will gr. eine grosze schöpfung, eine neue welt Bauernfeld ges. schr. 3, 258; besonders von einrichtungen und unternehmungen verschiedenster art: wir können die einrichtung in wenigen tagen gr. Göthe IV 18, 59 W.; (die) nothwendigkeit, zusammenhängende institutionen zu gr. Ranke s. w. 1, 126; so schon früher: das das klosterleben ... gar eigentlich ist fundiert, gegrünt und angezögt durch unsern herren Jhesum Christum Hieron. Gebwyler beschirm. d. lobs Marie (1523) 29a; sie (die mönche) gründeten überall klöster G. Freytag ges. w. 17, 356; im felde schrecklich seyn und hohe schulen gründen sind dinge, die wohl nie auf einen tag geschehn B. Neukirch ged. 213; es wurden eigene anstalten gegründet, deren aufgabe es war, ihre schüler zu gründlich geschulten musikern auszubilden O. Jahn Mozart 1, 175; alle welt will journale gr. br. v. und an Herwegh (1896) 286; der süsze traum, ein nationaltheater hier in Hamburg zu gr. Lessing 10, 218 M.; wie Jacob Grimm ... eine neue wissenschaft gründete Scherer kl. schr. 1, 3; auch von formen menschlicher gemeinschaft: hätten sie (die apostel) ... eine solche gemeine gegründet Schleiermacher s. w. II 4, 102; ähnlich bereits Luther: da sie ... die christenheit gepflantzt und gegründet hatten 36, 482 W.; wir sollten ... den alt- und neukirchlichen vereinen gegenüber einen unkirchlichen ... gr. D. Fr. Strausz schr. 6, 4; auf welche weise unser bund geschlossen und gegründet sei Göthe 25, 189 W.; der norddeutsche bund ist gegründet worden Raabe Horacker (1876) 7; formelhaft feste verbindung ist eine familie gr.: gründete er auch selbst keine familie, so fand er doch ein ... familienleben im F.schen hause jahrb. d. Grillparzergesellsch. 5, 249, neuerlich auch in schlichtem sinne 'heiraten'; namentlich aber in neuerer sprache in bezug auf gewerbliche, geschäftliche oder industrielle unternehmen und betriebe: sie (wolle) ihm ... da ein tüchtiges geschäft gr. helfen Keller ges. w. 5, 59; der chef eines von ihm gegründeten handlungshauses Storm w. (1899) 1, 41; in diesem sinne eine fabrik, eine actiengesellschaft, eine firma gr.; zeitweilig in den 70er jahren des 19. jh.s mit dem nebensinn des unsoliden, schwindelhaften, betrügerischen unternehmens (s. gründer): herr Sch. 'gründete' die glasfabrik Albertinenhütte O. Glagau d. börsen- u. gründungsschwindel (1876) 1, 44. II@A@3@bb) vielfach in übertragenem sinne auf zustände und erscheinungen mehr unsinnlicher art angewendet; vorzüglich poetisch oder sonst in gehobener sprache. II@A@3@b@aα) der begriff des 'hervorbringens, anfangens, beginnens' bleibt neben dem des 'schaffens, machens' erhalten (auch hier hilft sich neuere sprache oft durch begründen); so philosophisch: die gründende ... vorsehung Kant 6, 428 H. ('providentia conditrix' im gegensatz zur 'waltenden' als der erhaltenden); was er mit reifem raht thut gründen, verrichtet er schnell und mit fleisz Weckherlin 1, 219 F., vgl. 2, 359; besser ists, den adel gründen, als ihn bey den eltern finden Knittel poet. sinnenfr. (1677) 45; versuche, eine lehre zu gr. und auszubilden Göthe II 6, 9 W.; erlaubt sie ..., dasz das bild in die ausstellung darf, und dann ist ihr ruf gegründet Stifter s. w. 1, 78; die politik, die den ruhm der armee gründete Bismarck ged. u. erinn. 2, 180 volksausg.; kannst du mir einen neuen glauben gründen, der eines kindes blutgen mord vertheidigt? Schiller 5, 2, 446 G.; ihre ... pflicht ist es ..., die gesinnungstüchtigkeit der schüler zu gr. Roon denkw. 1, 26; gern in zusammenhängen wie schicksal, glück: ein bescheidnes los zu gründen Grillparzer s. w.5 4, 21 S.; an ihrer seite, die sein erstes glück gegründet ... Schiller 12, 395 G.; du gehst mein unglück gründen Ayrenhoff w. 170; (wir gehen) der neuen (welt) heil zu gr. Rückert w. 10, 385; vereinzelt reflexivisch: wie die künste ... sich ... gegründet und ausgebildet Göthe 48, 59 W. II@A@3@b@bβ) nicht selten verblaszt die vorstellung des 'anfangens, begründens' derart, dasz sich die bedeutung dem allgemeineren sinn von 'schaffen, machen, thun' nähert; ähnlich schon: die münch so viel weg (zur seligkeit) gründen Fischart, s. Dominici leb., v. 1129 K.; 'festsetzen': der anfang der schöpfung ... hat diese welt als ein modell in sich geschlossen und das ziel gegründet J. Böhme schr. (1620) 5, 124; öfter wie 'schaffen': zuletzt Epeus, der das rosz (das trojan. pferd) gegründet Schiller 6, 359 G.; ein lippenpaar, dem mans ansieht, dasz es nicht zum plaudern allein gegründet worden ist Rosegger nixnutz. volk (1907) 215; wird durch den krieg ein recht gegründet, das man nicht hatte Herder w. 23, 25 S.; verträge gr. zwangsrecht dtsch. museum 1, 42 Schlegel; die von den Römern in Libyen gegründete ordnung der dinge Mommsen m. gesch. 2, 22; nun ... kann keine staatsverfassung gelingen, welche die vernunft ... von vornher (= a priori) gründet W. v. Humboldt ges. schr. 1, 78; das uns allein zu freien wesen gründet S. Mereau ged. 1, 48; fast wie 'machen': gr. wir nicht darüber hinaus ansprüche auf den titel einer volksvertretung Bismarck pol. reden 1, 302 Kohl. II@BB. seit alters verbindet sich gr. mit der präp. auf, wenn es sich um angabe der tragenden schicht, der unterlage nach art und qualität handelt; rein bedeutungsmäszig ergibt sich ein unterschied gegenüber gr. II A insofern, als nicht das bauen oder schaffen einer grundlage, sondern das setzen (bzw. ruhen) eines dinges auf ein gegebenes, vorhandenes fundament den vorstellungsinhalt bestimmt (vgl. grund IV A 3 g), vgl. dazu die synonymenverbindungen unter b; daher steht die präp. in der regel mit acc.; wo statt dessen der dat. eindringt, erklärt er sich daraus, dasz statt des begriffs der unterlage der einer bloszen ortsvorstellung vorliegt; so nicht selten, vgl. sie (Zion) ist fest gegründet auf den heiligen bergen psalm 87, 1; vgl. Amos 9, 6; das ... gotteshaus, das auf einem hohen punkte gegründet, weit hinausschauen soll Alexis Roland v. Berl. (1840) 1, 70; es handelt sich hierbei also um ein anderes gr., nämlich II A 1 b; etwas anderer art ist der dativ unter 1 c und 2 b. II@B@11) eine sache auf etw. gr., meist transitiv gebraucht: 'auf eine grundlage stellen'. II@B@1@aa) in gegenständlicher verwendung: du herr, der di werlt auf niht gegrundet hast qui fundasti mundum super nichilum Joh. v. Neumarkt buch d. liebkosung 165 Kl.; gr. auf beton Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 318; man ebnete nur den umkreis, worauf die säulen gegründet werden sollten Göthe 31, 152 W.; meist bildlich: auf so einen unfästen triebsand gründeten unsere teutsche altvordern das ruhmgebäude ihrer dapfren thaten S. v. Birken ostl. lorbeerhayn 3b; mit ellipse des objects: der gründet nur auf sand, der nicht auf liebe baut Opitz opera (1690) 1, 6; ein stat (hat) niemahls sein glück auf so beständigen fusz gegründet Chr. Weise polit. redner, vorr.; diese halbstudenten hätten ihren universitätsstaat gerne auf diese dicke seule gegründet polit. maulaffe (1679) 54; eine basis, auf welche man eine weitre überlegung gründet Göthe IV 19, 142 W.; hier diese mauern haben deine väter auf sicherheit gegründet I 10, 166. II@B@1@bb) so häufig in geistiges gebiet übertragen 'eine ansicht, eine überzeugung auf eine thatsache aufbauen und dadurch ihre gewiszheit oder evidenz erhalten': auf dise und andere sprüch der biblia gründe dein glauben Eberlin v. Günzburg 2, 170 ndr.; anders: den glayben hat der teüfel gründt auf eepruch, unkeüsch, stummet sündt Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 133a; ut absolutionen tuam grundest auf die promissionem Luther 34, 1, 325; wi ... dann ... alle propheten ... das gantz gesatz auf ... des nächsten lieb ... gr. Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 65; doch musz man auf die gute werck ... die seeligkeit nicht gründen Moscherosch insomn. cur. par. 121 ndr.; aber keineswegs auf die religiöse sphäre beschränkt: damit er seine meinung gr. möchte auf die zeit, die Suetonius ... angibt Heräus ged. u. inschr. (1721) 97; (sie) gründeten ihre sätze auf falsche einbildungen Scheibe crit. mus. (1745) 13; theorien ... auf die natur ... gr. Wieland 18, 103 D.; kenntnisse ... auf unmittelbare erfahrungen ... gr. J. K. Lavater physiogn. fragm. 1, 334; (eine) ansicht, die ich auf das urtheil höherer militairs gründe Bismarck in Preuszen im bundestag 1, 134 v. P.; die mathematik gründet ihre gewiszheit auf das allgemeine axioma Moses Mendelssohn ges. schr. 2, 7; von hier aus versteht sich gelegentlicher halb elliptischer gebrauch: auf diesen schlusz gründete er ferner, dasz ... die göttliche vorsorge ... ein bloszer traum wäre Lohenstein Armin. 1, 454a; auch die hoffnung gr. statt gewöhnlicherem setzen: Pylades gründet seine hofnung auf die nachricht ... Schiller 6, 257 G.; vermischt mit gr. I A b: ach mogt auch ich so früh auf gott allein der grünen hoffnung ancker gründen Brockes ird. vergn. (1721) 1, 4; ähnlich mit gr. II B 3 vermengt: ... auf den ich je und eh mein hoffnung grunden lies A. Gryphius sonn- u. feiertagsson. 26 ndr.; doch auch in anderen zusammenhängen: weil er (der bruder Studio) sein ganzes wol auf unverstand gegründet Seb. Brant narrensch. 9 Z.; so fragten wir es so umbständig ausz, dasz wir alle unsere antwort auf seinen eigenen mundt gründeten Simplic. Jan Perus (1672) 39; von literarischer abhängigkeit: seine Susanna gründete er auf Frischlin Scherer literaturgesch. 312; gelegentlich mit persönlichem object: sie stand ... im zweifel: ob sie ihre herrschaft auf ... den Rhascuporis gr. ... solte Lohenstein Armin. 2, 95a; doch endlich gründet er (der sultan) auf ihn (den groszvezier) den schweren krieg J. V. Pietsch geb. schr. 8; die präpositionale verbindung ersetzt durch darauf, worauf: so ist auch nichts darauf zu gr., dasz Ercker miner. ertzt (1580) 18a im sinne 'es ist nichts darauf zu geben'; die im 16. jh. vor allem beliebte zwillingsformel setzen und gr. läszt den bedeutungscharacter dieses gr. klar erkennen: es (das evangelium) wil uns reyszen von unszer vermessenheyt und setzen und grunden alleyn auf gottis barmhertzikeyt Luther 12, 556 W.; so könnend wir nit daruf gr. oder setzen L. Lavater nach Staub-Tobler 2, 777; muszt all dein wolfahrt ... auf das blose glück setzen und gr. Moscherosch gesichte (1650) 513; vereinzelt neben intrans. fuszen: er fuszt und gründet seine lehr auf sinne, die jedoch so trüglich seyn Brockes ird. vergn. (1728) 3, 13. II@B@1@cc) bedeutungsmäszig zu sondern ist passivischer gebrauch im perfect: gegründet sein auf etw. = 'auf eine grundlage gesetzt sein' und deshalb 'fest stehen, sicher ruhen', vgl. Notker ps. 77, 69 uffin steine kegruntsellot supra petram fundata; denn es (das haus) war auf einen felsen gegründet Matth. 7, 25; der einig, recht glaub und baw uf einen felsen grünnt, besteht in allen nöten S. Franck sprichw. (1541) 2, 4b; die ... uf den herren Jesum Christum erbuwen und gegründt sind Zwingli dtsche schr. 1, 197; insbesondere aber in übertragener verwendung 'auf etw. beruhen; sich herleiten, hervorgehen aus' (vgl.gegründt sin uf referri Diefenbach 489b) in bezug auf einen autoritativen satz, ein recht, eine quelle u. s. w.: dise zwitrechtigkeit haben in dem grunt ersucht alle hochgelert man, und ist gegründt auf das, dasz in dem ewangelio Petrus spricht ... Sigm. Meisterlin chron. d. d. st. 3, 102; dasz sie ein ochssen und esel zur krippen ... gestellt, ist dasselbige auf den klaren text Esaie fundiert und gegründet Fischart bienenkorb (1588) 158a; es ist dieses auf die allgemeine regel des natürlichen rechts gegründet v. Fleming vollk. t. soldat 376; die auf das princip der kopfzahl gegründeten tributcomitien v. Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 98; die erste auf astronomische beobachtungen gegründete karte dieser erdgegend Ritter erdk. 1, 993; ich statuire ..., dasz die meisten inventa desselben (des contrapuncts) alleyn auf das gesichte ... gegründet seyn Heinichen generalbasz 8; gesetze des wohlklanges, auf die menschliche natur und das wesen der töne gegründet A. W. Schlegel im Athenäum 1, 18; weniger üblich in anderen zusammenhängen: das es die feindt darfür ansehen solten, der streit wer aller auf seine gesellen gegründet Xylander Polyb. (1574) 443; wie schlug sein hoffend herz, auf diesen trost gegründet Zachariä poet. schr. (1763 ff.) 2, 87; 'wirtschaftlich basiert': die stadt ist ... auf garten-, frucht- und weinbau gegründet Göthe 34, 1, 271 W.; 'der substanz nach auf etw. beruhend, entstanden sein aus etw.': (die menschen,) die in den leimen heusern wonen und welche auf erden gegründet sind, werden von den würmern gefressen werden Hiob 4, 19; allgemeiner: (es) ist ... erfreulich mit einem auf eignen grund und boden gegründeten mann ... zu sprechen Göthe IV 33, 323; wenn das 'perfectivische' moment, das ergebnis der handlung, vor dem 'durativen', dem zustand des stehens und ruhens zurücktritt, stellt sich nicht selten der dativ ein, namentlich bei nord- und mitteldeutschen autoren: seine beine sind wie marmelseulen gegründet auf gülden füszen hohel. 5, 15; dise gelübt würt gar eigentlich gegrünt uf dem stücklin ... nem oder trag sein crütz Hier. Gebwyler besch. d. lobs Marie (1523) 29b; dieser auf erheblichen und ... dringenden bewegnussen gegründeten meinung Chemnitz schwed. kr. 2, 235; dasz die liebe des vaterlandes ... auf der wahren klugheit selbst gegründet sei Leibnitz ermahn. 2 Gr.; öfter bei Kant: ein auf einem ästhetischen gegründetes logisches urtheil 5, 220 Hartenst., vgl. 1, 344; wie das ganze auf absichtlichen übertreibungen ... gegründet ist E. M. Arndt nothgedr. bericht (1847) 94; sie (die herausgeber) sind auf dem alterthum und auf ihrer ältesten literatur gegründet Göthe 41, 2, 351 W. II@B@22) bis ins späte mhd. zurück reicht reflexiver gebrauch sich gr. auf, in der regel mit acc., kommt aber allgemeiner erst seit dem 16. jh., zumal in übertragener verwendung, in schwang. II@B@2@aa) bei persönlichem subject wird das dynamische moment der bedeutung, das 'sich auf eine grundlage stellen, stützen' noch mehr oder minder deutlich empfunden, auch dann wenn der accent sich auf die vorstellung des erreichten zustandes verlagert; der dativ ist daher natürlichem sprachgefühl nicht gemäsz und bedeutet eine ganz vereinzelte logisierte construction: man (sinnt) im geschmacksurtheile das wohlgefallen jedermann (an), ohne sich doch auf einem begriffe zu gr. Kant 5, 218 Hartenst.; regel ist der acc.: also müssen wir uns gr. auf die verhaiszung Christi und kechlich darauf bauwen Luther 7, 257 W.; gründestu dich dann mehr auf deine vernunft und geschickligkeit dann auf die demuth und unterthenigkeit Christi J. Arnd Thom. a Kempis nachf. Christi (1621) 70; wer sich hie auf gut wil gründen, hat auf schwaches eisz gebaut S. Dach 729 Ö.; ich wollte mich desfalls lieber auf ein ander exempel gr. Lessing 9, 7 M., vgl. 10, 293; aber vielfach dominiert die vorstellung 'auf einer grundlage stehen, fuszen' noch ausgeprägter; so besonders bei grundlagen einer überzeugung, meinung, des handelns u. ä.: sich auf einsi meinung gr. opinione alicujus stare Maaler 194a; und ... bekennen, das wir gottes wort haben und uns drauf gr. Luther 28, 25 W.; wo seyn ... die motiven ..., darauf du dich gründest? theatrum amoris (1626) 1, 31; er (hat) ... die erfahrungen, worauf wir uns gr., auch gemacht Göthe IV 5, 27 W.; Palos, welcher das theater gleichfalls griechischen ursprunges hält, ... gründet sich ... auf eine inschrift W. v. Humboldt theater in Sagunt 107 lit.-dkm.; denn gründen alle sich nicht auf geschichte? Lessing 3, 92 M.; ähnlich von literarischen gewährsmännern oder quellen: herr Johan Magnus Gotlender ... gründt sich auf Saxonem grammaticum Seb. Münster cosmogr. (1550) 952; sich gr. und fuszen bleibt wenig häufig: darauf er (der papst) sich gr. und fuszen möcht Luther 1, 50a Jena; er gründet sich und fuszet auf die praescription oder verjärung Henisch 1766; vor allem in älterer sprache in etwas verengertem sinne auch 'sich vertrauend auf jmd. verlassen', vgl. entsprechende synonymenverbindungen: darauf man sich doch gr. oder vertrawen möge Amadis 228 K.; dasz man sich deszfalls sicher auf ihn verlassen und gr. kan v. Göchhausen notab. venat. (1741) 316; nein auf dich (gott) gründ ich mich J. Sieber bei Fischer-Tümpel 4, 165b; dann darf mein muth auf dich (gott) sich gründen Collin lied. österr. wehrm. (1809) 1, 12; ähnlich gefühlsbetont: ich gründe mich demnach blosz auf ihre gütigkeit Menantes artf. u. gal. z. schreiben (1718) 70; du gründest dich vielleicht auf das versprochne band (der ehe)? Gottsched dtsche schaub. 1, 196; im gleichen sinn auch intrans. s. u. 3. II@B@2@bb) bei sächlichem subject tritt naturgemäsz eine mehr statische auffassung in den vordergrund, sich gr. auf = 'auf etw. gegründet sein (s. o. 1 c), auf einer grundlage ruhen'; zwar ist auch hier der acc. bis in die heutige sprache die regel, doch wird der gelegentliche dativ nicht als so hart empfunden wie bei a: er (der glaube) fuszet und gründet sich nicht auf mir selbs noch meinem thun Luther 36, 370 W.; auf ihr (der hausfrömmigkeit) gründet sich die sicherheit des einzelnen, worauf ... auch die festigkeit ... des ganzen beruhen mag Göthe 24, 378 W.; häufiger bei Kant: weil es (das böse) sich auf den schranken der natur der menschen ... gründe 6, 81 Hartenst., vgl. 5, 223; sonst mit acc., seltener in concretem sinne: alsô hânt diu dinc, diu in der zît geschaffen sint, irn grunt, dâ si sich ûf gründent mystiker 2, 501 Pf.; Byrsa der boden hiesz fürwar, darauf die stadt sich gründet gar Spreng Äneis 10b; bildlich: die wahre vernunft, so auf den unwankelbaren fusz der natürlichen erfindnisz sich ... gründet Schottel friedenssieg 67 ndr.; der tempel gründe sich auf heldentod Körner w. 1, 123 H.; doch meist übertragen gebraucht 'beruhen auf': sölche letzte wort David gr. sich ... auf gottes eigen wort Luther 53, 465 W.; darauf sich gründt prophetisch ler J. v. Schwarzenberg trostspr. 25 ndr.; sintemal dieselben bullen sich auf das vorgemelt urteil ... gr. Schütz hist. rer. pruss. (1592) 5. buch b 1a; damit aber jedermann sehe, worauf sich diese experimenta gr. Thomasius ged. u. erinn. (1720f.) 1, 77; die empfindung ... musz ... sich auf eine wahre tugend gr. Ramler einl. in d. schön. wiss. 3, 18; wissenschaften, die sich unmittelbar auf erfahrung und beobachtung gr. J. J. Engel schr. 1, 130; (du kind,) auf dessen zarten leib Europens heyl sich gründt Brockes bei Weichmann poesie d. Niedersachs. 1, 12; (menschen,) auf die unser lebenswohl, unsere lebensfreuden sich gründeten und stützten Göthe IV 31, 215 W.; die thatsache, auf welche der anspruch des klägers sich gründete v. Jhering geist d.m. rechts 3, 1, 58; von quellenmäsziger, literarischer abhängigkeit: dasz seine erzählung sich ... auf eine art von tagebuch gründe Wieland Agathon (1766) 1, 27; auf diese sage gründet sich das gedicht Göthe 21, 293 W. II@B@33) vorwiegend dem älteren nhd. ist intransitiver gebrauch von gr. auf geläufig, doch verwendet ihn auch neuere sprache hie und da; selten sinnlich: (es) lehrt der staar die andern staare ..., gründend auf der wetterfahne Brentano ges. schr. 3, 22; dem entspricht die anwendungsweise mit dem dat. bei sächlichem subject: (schätze,) die auf ewgem gründen und in der zeit verschwinden ebda 2, 526; das ... lob der armuth gründet ... auf zwei historischen motiven W. H. Riehl d. dtsche arbeit 121; so auch in älterer sprache: es würt sich selbs zu letst erfinden, das es (die verleumdung) nit mag uf warheit gründen Murner dtsche schr. 9, 111; die feierliche sprache auf groszheit des innern grundend J. G. Radlof treffl. 189; bei persönlichem subject überwiegt schon in älterer zeit der acc., vgl. dazu fuszen 6 b u. 7 (th. 4, 1, 1, 1021); gelegentlich mit elliptischer verwendung sich berührend, im sinne 'auf etwas gewicht legen, etwas geben': daruf die bischof mer halten und gr. dann uf götlich geschrift Schade sat. u. pasq. 3, 180; wie 'sich stützen': ihr werdet wol mercken in unserm schreiben auf was wir gr. mit diesem capitel Paracelsus op. 1, 352 H.; so vielfach auch wie reflexives gr. (s. o. 2) 'sich verlassen, vertrauen auf etw.', vgl. sinnverwandtes bauen 3 e (th. 1, 1173): warauf wilt du gr. oder dich verlassen quo confugies? ubi nitere? Frisius 870b; vgl.unsere parthey gründet auf billigkeit 1243b; der abt ... hat ... uf die unbewärten reden gegründet Tschudi chron. helv. 1, 49; hie mit hatt Ulixes wider die behilf (das argument), daruf Aiax aller höchst gegründt hatt, ins richters gemüt neigung gemacht F. Riederer rhetoric (1493) b 2b, vgl. c 3a; darauf der richter gr., urteilen und strafen kann Luther 30, 173 W.; wohl hierher auch: grunden, fuszen, beweisz nemen fundare, suffundare Henisch 1765; sie gründend daruf allermeist ... und (= dasz) sye alles gerecht, was sie machen N. Manuel v. pabst v. 1278 B.: so hab ich doch keinen brif ader andern schein gesehen, darauf ich festiglich grunden mocht, das dem also v. d. Planitz berichte 38 W.; modern gelegentlich statt gebräuchlicherem bauen auf: vielleicht gründete der legat hier auf die hoffnung, ... auch in den religiösen angelegenheiten ... eine günstige entscheidung ... hervorzurufen Ranke s. w. 2, 96; die formel gr. und fuszen vor allem bei Luther: also dasz man auf die werck nicht kan gewis fuszen und gr. 20, 424 W., vgl. 10, 3, 395 und th. 4, 1, 1, 1021; vereinzelt bauen und gr.: sy bauwind und gründind auf das recht und billich aequo nituntur Frisius 870b. II@CC. gründen in, nicht vor dem späteren mhd. nachzuweisen, nimmt gegenüber A und B bedeutungsmäszig dadurch eine sonderstellung ein, dasz nicht die tragende schicht sondern die das ding umschlieszende feste masse und zwar zunächst die des erdbodens angelpunkt der sinnlichen vorstellung ist; daher trans. gr. in zunächst: 'etw. im boden festmachen; in die erde setzen, sodasz es halt gewinnt; etw. festigen'; dasz aber dies gr. nicht von grund II sondern wie A u. B von grund IV ausgeht, etwa im sinne 'im boden eine basis geben bzw. haben' wie lat. 'fundare in', lehren für die früheste zeit die ebenfalls fundare umschreibenden synonymen gruntvesten, fundieren: die demtekeit (ist) nut gepflantzet in den menschen ... die minne ist gegruntvestent in den menschen Tauler 323, 3 V.; gewurzelt und gefundiert ... in der minne 367, 9 V. im anschlusz an Eph. 3, 17: in caritate radicati et fundati, wo Luther: durch die liebe eingewurtzelt und gegründet die bedeutung nach II A 2 hin verschiebt; dagegen: dan es alles auf den felsen Cristum gebauen wasz und in der lieb gegründt Knebel chron. v. Kaisheim 25 lit. ver. II@C@11) in concreter oder deutlich bildhaft empfundener verwendung bezeichnenderweise fast stets von pflanzen, sowohl trans. wie intrans.: daz söliche liebe ... in ruhem, ungeschlachtem ertrich wie das holtz oloes sine wurtzen tiefer gründet und vestnet Niclas v. Wyle translat. 320 K.; vgl. im tiefen boden bin ich (blümchen) gegründet Göthe 3, 49 W.; um die menschheit in ersten neigungen ... zu wurzeln und zu gr. Herder 5, 479 S.; das ... familienleben, in welchem ... seine sittliche existenz mit ... starken wurzeln gegründet war O. Jahn Mozart 2, 3; reflexiv gewendet: die pflanzen und blumen müssen sich erst fest im boden gr. Tieck schr. 18, 192; vgl. und dennoch wird es wurzel gründen in deutschen gauen überall Uhland ged. 1, 81 krit. ausg.; überhaupt öfter intrans.: so diese infection der pestis in sie wurtzelte oder gründete Paracelsus op. 1, 362 H.; wie tiefer deine wurzeln gründen Droste-Hülshoff w. (1870) 1, 377 Sch.; dasz sie (die mystik) zwar mit ihrer irdischen seite in ihr (der erde) gründet, zugleich aber in einem höheren gebiet sich bewurzelt findet Görres mystik 1, 167; von hier aus verständlich 'im boden liegen (wie die wurzeln), verborgen sein' in fällen wie: in deines (der christblume) busens goldner fülle gründet ein wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet Mörike w. 1, 136; weniger häufig bleibt concreter gebrauch in anderen sachbeziehungen: wie ... der edelgestein in dem ringe gegründet (ist) Reinicke fuchs (1650) 322; die sach (ist) im sand gegründet und mit windwirbeln unterstützet Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 1 (1641), n 1a; doch ist eine verwendung wie: der bau ist im lehmboden gegründet modernem sprachgefühl nicht mehr gemäsz. II@C@22) ausgebreiteter ist übertragener gebrauch; vor allem passivisch-perfectivisch gewendetes gegründet sein in. II@C@2@aa) weniger häufig tritt rein transitives gr. in hervor; im sinne 'hineinlegen, einpflanzen': dies gefühl in ihr zu gr. und zu befestigen Fr. v. Gentz schr. 1, 206 Schl.; häufiger schon wie 'stützen, festigen': daz die Sarratzenen understan zuo grunden oder vestigen die selben zwey horner Machometi ... yn geschriften beder testament Breidenbach d. heyl. reiszen (1486) 79b; ähnlich elliptisch: in den worten Jacobi gründend die päpstler (erg. 'ihre lehre'), dasz die ölung ein sacrament sye Zwingli dtsche schr. 1, 241; wenn man nu lang, viel und wol gegründt hat diesen heuptpunct ... im hertzen und sinne der zuhörer Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 210 ndr.; dahero dero herr vater ... sie ... im christentum vester zu gr. ... bemühet war in F. Chrysander Händel 1, 7; mittelnationen, die sich nicht in sich selbst zu gr. ... geeignet sind Göthe 41, 2, 143 W.; vergleichbar: wenn ... der selbe körper die geschwindigkeit also in seiner innern kraft gründet (im sinne 'bewahrt') Kant 1, 140 Hartenst. II@C@2@bb) reich entfaltet dagegen gegründet sein in etw. 'wie durch eine umschlieszende masse gefestigt stehen, eine sichere basis haben in etw.' (concret s. o. a schlusz), 'gefestigt, gesichert sein', z. b. bezüglich der erbfolge: nun steht das reich gesichert wie geründet, nun fühlt er froh im sohne sich gegründet Göthe 16, 328 W.; allgemeiner: wer in sich selbst tüchtig gegründet einen edlen zweck im auge hat 10, 162; (ein wesen) kühn, lebensfroh und in sich selbst gegründet A. W. Schlegel s. w. 1, 52 B.; der zustand dieses saeculi sei in den vorhergehenden so gegründet gewesen bibl. ält. schriften d. Schweiz II 3, 34; die freyheit unsrer republik ist in ihrer einrichtung ... tief gegründet Klopstock gelehrtenrepubl. 30; gegründet lag er (der reinere gottesdienst) ... in dem sanften muth meines herzens Caroline br. 1, 73 W.; die handlung (thut) keinen schritt, der nicht auf das genaueste in der geschichte gegründet wäre Gerstenberg hamb. n. zeitg. 281 lit.-dkm.; ähnlich auch früher: dein wort war als in gott gegründt H. Sachs 1, 328 K.; dann in anlehnung an Coloss. 1, 23 öfter im glauben gegründet: kein christ, der nur in seinem glauben gegründet ist Opitz opera (1690) 1, 265; geistliche, so ... im glauben gegründet waren, saszen ... bey einander A. Olearius persian. baumg. 79 in verm. reisebeschr. (1696); ähnlich: daneben pitt Paulus uns dermaszen darein (in das leiden des herrn) ze schicken und gegründt zesein, damit ... Berth. v. Chiemsee 30 R.; im älteren nhd. lebt in der schrift (der hl. schrift) gegründet sein, doch sondert sich die bedeutung nach sächlichem und persönlichem subject (s. u.d); wo es sich um eine thatsache, eine lehre u. ä. handelt, schreitet die bedeutung 'basiert sein, die grundlagen in der schrift haben' nicht selten zu einer an grund IV C angenäherten 'die begründung, die berechtigung (in aussagen der schrift) haben' (vgl. grund der schrift sp. 705) weiter; wer es gescheen nichte auch nit gegrünt in aller schrift Hans Folz meisterl. 79 M.; (ein mandat,) des wol in der hailige schrift gegründt sei Clemens Sender in chron. d. dtsch. st. 23, 324; es ist nit gegrundet in der schrift ..., das die pusz hab drey stuck Luther 6, 624 W.; in der schrift und vättern ausz einhelliger ansag gegründt und war S. Franck paradoxa (1558) 38a; in anderen zusammenhängen: sagt mir ayns, warinn doch ewer gehorsam gegründt ist H. Sachs 22, 44 K.-G.; nititur in conjectura divinatio sy ist gegründt, stat im Frisius 870b; so vielfach von meinung, gesinnung u. ähnl. begriffen: damit die sehe, worin unser fürnemen gegründt sye der ee halb Zwingli dtsche schr. 1, 39; so könte er doch ... nicht anders sagen als allein, dasz die erste meynung in denen rechten besser gegründet sey Hohberg georg. cur. auct. (1715) 3, 11b; wir finden in der erfahrung gegründet, dasz ... Chr. Wolff ged. v. d. menschen thun (1720) 1; die verschiedenen denkweisen (sind) in der verschiedenheit der menschen gegründet Göthe IV 22, 21. II@C@2@cc) daran schlieszt sich eine im wesentlichen dem bereiche philosophischer ausdrucksweise zugehörige verwendung an: 'sein daseyn, seine wirklichkeit von einem andern dinge haben' Adelung (1775) 2, 827, 'die existenz herleiten, aus etw. entstehen', z. b. alle geschöpfe sind in gott gegründet Adelung a. a. o.; als vorstufen solchen gebrauches lassen sich bereits ältere belege ansehen wie: ohn arithmeticam, musicam und geometriam, welche in der zahl gegründet (sind) A. Riese rechenbuch (1581) 2a; dann der geruch ist gegründet in der trückne, wie Aristoteles bezeüget Forer Geszners thierb. (1563) 30; wenn ein ding A etwas in sich enthält, daraus man verstehen kan, warumb B ist ..., so nennt man dasjenige, was in A anzutreffen ist, den grund von B; A selbst heiszet die ursache und von B saget man, es sey in A gegründet Chr. Wolff vernünft. ged. (1720) 12; alle wesen anderer dinge (sind) in diesem einigen wesen (= gott) gegründet Kant 2, 135 Hartenst.; wissen ist ... dasjenige denken, welches nicht in der mehrheit und differenz der denkenden subjecte, sondern in ihrer identität gegründet ist Schleiermacher III 4, 2, 48. II@C@2@dd) bei persönlichem subject in bezug auf etwas lernbares nimmt das 'gefestigt sein' früh einen specifischeren sinn 'wohl unterrichtet sein, gut fundamentierte kenntnisse haben' an: das recht (ist) besetzt mit doctoren, gegrundt in weltlichen und geistlichen rechten Math. v. Kemnat chron. Friedr. I. 47; denn wer im text wol gegründet und geübet ist, der wird ein guter ... theologus Luther tischr. (1571) 22a; im text wol belesen und gegründet 16a; du treibst allweg vil geschwetz ... und bist doch nicht gegründet in der geschrift Wickram w. 3, 28 B.; (eine jede kunst) am anfang allerschwerist ist, eb (bevor) du darinn recht gegründet bist G. Binder Acolastus v. 710 in schweiz. schausp. 1, 210 B.; ein in der lateinischen sprache und in den alterthümern wohl gegründeter mann Schubart leb. u. gesinn. 1, 31; in der rechtswissenschaft, in der er schon gut gegründet ... war Göthe IV 26, 295 W., vgl. I 7, 218; negativ gewendet: so sind sie doch darinn ... gar schlecht gegründet Leibnitz dtsche schr. 25, 262; ich bin in diesem studium ein schüler und nicht gegründet Göthe II 6, 112 W.; ähnlich: die kinder (sollen) im h. vaterunser gegründet werden landschulordnung v. 1719 bei Staub-Tobler 2, 778. II@C@33) abzusondern ist gr. in mit acc., eine im älteren nhd. gelegentlich auftretende formel, die wohl durch vermengung mit gr. auf (s. II B 1 b) entstanden ist: da widder sag ich dieszen artickell und kann yhn ynn die schrift grunden Luther 7, 401 W.; er (der Lichtenberger) grundet seine weissagung yn des hymels lauf und naturliche kunst der gestirne 23, 8 W.; wann er ... all sein lere gründet in das heilig ewangeli Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 62 ndr. IIIIII. gründen stellt sich in der fachsprache einiger künste und handwerke als verbale ableitung von grund in specifisch technischen bedeutungen dar: 'den grund herstellen, bearbeiten'. III@11) in der malerei 'den ersten anstrich auftragen (vgl. grund V A 3), um die fläche zu ebnen = grundieren': mit dieser mängfarbe oder einschichtige übergehen sie (die maler) die aufgespannte leinwat oder tafel ein oder zweimal, bis sie glatt überzogen ist, und das nennet man gr. v. Sandrart teutsche academie (1675 ff.) 1, 66; wenn das holtz neun bisz zehen mal mit weisz gegründet und nur mit leimfarben darauf gemahlet wird Sturm vollst. anweis. (1718) 28; über die hölzern tafeln ... eine leinewand zu leimen und diese mit gips zu gr. Lessing 12, 169 M.; der mahler gründet sein aufgespanntes tuch mit vieler sorgfalt Göthe 13, 1, 155 W.; übertragen: (die milchstrasze, die) mit sternenlicht gegründet sich einem gürtel gleich um unsern himmel windet Bodmer zit. bei Schwabe belust. (1741 ff.) 2, 575; die sonne pflegt mit ihren strahlen als pinseln nicht auf einmal alle beeren zu gründen und dann anzumalen Triller poet. betr. (1750) 1, 9; in der gleichen bedeutung bei anstreichern, vgl. grund V A 4; gründet heff ik dat brett, sagt mein mahler Schütze holstein. id. 2, 76; ähnlich bei den buchbindern: die franzbände gr. 'den untergrund für die vergoldung herstellen' Krünitz 20, 219. III@22) bei den kupferstechern (vgl. grund V A 10): 'die kupferstecher gr. eine kupferplatte zur schwarzen kunst, wenn sie dieselbe mit dem so genannten gründungseisen aufackern' Krünitz 20, 220; es ist ... bekannt, dasz diese platten (kupferplatten) vermittelst besonderer stählernen walzen ... gegründet werden briefe d. neuest. liter. betr. 14 (1762) 339. III@33) bei den tischlern 'fugen und vertiefungen mit dem grundhobel (s. dort) ausarbeiten', vgl. dazu Krünitz 20, 221; ebenso bei den kammachern: 'das zwischen den ... zähnen stehen gebliebene ... wegschneiden' Campe 2, 471; s.ausgründen th. 1, 878. III@44) den rein technischen verwendungen schlieszt sich ein gelegentlicher gebrauch an, der an grund I F anknüpfend gr. als 'eingraben, vertiefen mit dem meiszel' zu verstehen ist: in diesen zeilen ist dein ganzer ruhm zu finden; die künstler dürfen ihn nicht erst in marmel gründen B. Neukirch ged. (1744) 181; IVIV. nur vereinzelt findet sich gründen als ableitung von grund II; vorwiegend alem. im sinne 'erdreich auf wiesen, in die reben tragen' (vgl. grund II A 2 a): mit grund die halb juchart von oben ab zu gr. (v. j. 1719) bei Staub-Tobler 2, 777; vgl. Martin-Lienhart 1, 278b; Schön saarbrück. 72a; schriftsprachlich ungebräuchlich und individuelle sonderbildung nach grund II A 2 b bleibt: sich gr. 'fester grund (im gegensatz zum moorboden) werden': da mählig gründet der boden sich Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 1, 116 Sch.
76866 Zeichen · 1983 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gründenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    gründen swv. BMZ absol. grund finden, auf den grund kommen Ms. ( H. 2,193 a ). Bit. (3542) ; — tr. festen grund für etw.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gründenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    gründen , swv. , 1. festen Grund, Fundament legen, herstellen, Grundschwellen legen, den tōrn, dat hûs gr., gr. under de…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gründen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gründen , verb. reg. act. von dem Hauptworte Grund. 1. Den Grund eines natürlichen Wasserbehältnisses finden, erforschen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gründen

    Goethe-Wörterbuch

    gründen ‘allzugegründet’ B14,29,21 Schiller 3.3.99 ; mehrf im Reim auf ‘ründen’; vereinzelt PartPrät subst neutr; von kn…

  5. modern
    Dialekt
    gründen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gründen s. grünnen .

  6. Sprichwörter
    Gründen

    Wander (Sprichwörter)

    Gründen Er gründet einen Felsen auf ein Rohr.

  7. Spezial
    gründen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    grün|den I vb.tr. 1 (den Grundstein legen) fondé (-dëia), fá les fondamëntes, mëte la pröma pera 2 (ins Leben rufen) cos…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruenden

13 Bildungen · 0 Erstglied · 8 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von gruenden 2 Komponenten

gruen+den

gruenden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gruenden als Zweitglied (8 von 8)

Abgründen

Adelung

Abgründen , verb. reg. act. 1) Ergründen, obgleich seltener. 2) Bey den Tischlern, die Vertiefung, wohin eine Einschiebeleiste kommen soll, …

afgründen

MNWB

afgründen , swv. , ergründen, sich ausdenken .

ausgründen

DWB

aus·gruenden

ausgründen , perscrutari, rimari, ergründen, durchgründen: er ist nie gewest, der es ausgelernet hätte, und wird nimmermer werden, der es au…

begründen

DWB

beg·ruenden

begründen , stabilire, fundare, firmare: ein reich, ein haus begründen: ich hab ein haus gebauet und es begründet dauerhaft. Chamisso 44 ; i…

dörchgründen

MNWB

doerch·gruenden

+ dörchgründen , swv. , auf den Grund gehen, ergründen, gründlich untersuchen, „comprehendere, gans begripen ”.

ergründen

DWB

ergründen , 1 1) fundum explorare, investigare, gründlich erforschen, ausforschen, ahd. irgruntan, mhd. ergründen; einen brunnen mit dem wur…

Ableitungen von gruenden (5 von 5)

begründen

DWB

begründen , stabilire, fundare, firmare: ein reich, ein haus begründen: ich hab ein haus gebauet und es begründet dauerhaft. Chamisso 44 ; i…

entgründen

DWB

entgründen , fundamento privare, als grundlos darstellen: durch dise wort war bald entgründet des Rheins angst, so allein erdicht. Weckherli…

ergründen

DWB

ergründen , 1 1) fundum explorare, investigare, gründlich erforschen, ausforschen, ahd. irgruntan, mhd. ergründen; einen brunnen mit dem wur…

gegründen

Lexer

ge-gründen swv. BMZ einen grund legen Chr. 3. 142,16 ; ergründen Myst.

vergründen

DWB

vergründen , verb. 1 1) begründen, mit grund versehen, ursprünglich sinnlich, dann geistig ' durch gründe stützen ' ; dazu vergründung, währ…