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gerste

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
20 in 19 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Gerste

Bd. 2, Sp. 1201
Gerste Rhfrk gęăšt, –Eă-; Mosfrk in Saarl gEəšt [gęršt südl. Felsbg Picard Ernsd Hülzw]; Merz -E-; Saarbg -ē-; Trier -E-; sonst -Eə-, –Eă-, –ēă-; Rip, Berg, SNfrk jEš, –Eə-, –ēə-, –īə-; Eup γEš(t); Berg ö. der Ürd.-L -štə [Wermelsk -ęi-]; Klevld lrh. γerš [Mörs-Kaldenhsn (westl.) γEs] bis ausschl. Mörs-Ossenbg Winterswick Lintfort, Geld-Issum Pont; n. davon γarst, γaăs; n. Ruhr γas(t) [MülhRuhr xEstə; zwischen einschl. Rees-Ork Meer Vinkel Lackhsn Voshövel Dämmerwald im Süd. u. Fluiren Isselrott Dorferrott Hamminkeln Loikum im N. γę(r)s(t); Elten γęrst] Sg. t. f.: 1. wie nhd., hordeum vulgare; Arten Hünkels-, Sam-, Silber-, Sommer-, Winterg. (s d. W.). RA.: G. geredde (gesiebt), Hawer geknedde G. soll man ins trockene Feld säen Koch-Greimersbg; de Hawer moss dröu (trocken) onneggemach (unter-) werde, der G. küt et nit dröm Neuw-Dattenbg. Wenn de Bichebäm (Buchen) anfänge on were grin, werd de G. gesät Goar-Boppard. Vanaf, dat de G. ütkömmt, mott sej en hondert Nachten rip sin Klev-Asperden. De G. soll in nein Wochen zweimol em Sack sein Ottw-Eppelborn. De G. as en Summervugel man soll sie spät säen Bitb-Dahlem. Fir Jehannsdag brauch mo nach kei G. ze lowen Koch-Laub, — mer G. un Haver nit love mag Köln, Verbr. Rent (regnet) et am Vitusdag, leid de G. grosse Plag nach dem Nhd. Köln. Wor G. sett, dor kann kenne Wet (Weizen) wasse Mörs-Rheinbg. — De wächst (en de Bodem, ünner sich) wie zeidig G. wächst gar nicht, scheint sogar kleiner zu werden Rhfrk, Mosfrk bis Schleid (wie de rif G.); de geht ok wie de ripe G. gebückt Mörs; eso brihzig (empfindlich) wie zeidig G. Trier-Mehring. De G. muss elsterbungk (-bunt) sin Neuss-Nievenh. Wann de G. net lit (liegt), ös nüs dran Bergh-Blatzh. Wenn de G. den Halm kneckt, mott se gemähjt wörre Geld-Kevelaer. Wenn G. drög (trocken) gebonden wörd, dann breck se Klev-Üdem Ich han em emol die G. geschnit (gekraut) es ihm gründlich gesagt, ihn gescholten Birkf, Wend, Simm, Saar bis Hochwald. — De G. scheren, faltern (s. d. W.); de G. schällen (schälen); gerollte G. wie nhd. RA.: De es am G. schällen wenn einer vor Frost mit den Zähnen klappert Sieg-ODollend. [] Wo mer G. schött, kann kei Korn lige; wo mer Malz schött, schött mer kei G. wer viel trinkt, isst nicht viel Köln. De G. ganz drisse krank sein Eusk-Dirmerzh, May. He setz do, wie wanne de G. ganz fresse hätt mutlos, betrübt Bergh-Heppend. Schnaf; dann schleht de G. af! Dür. Gott on G.! Fluch Elbf, Wermelsk. — Im bäuerlichen Kleinbetrieb wird G. nur für Hühnerfutter angebaut, u. die geschälte G. wird zu Mahlzeiten verwendet, sei es grof oder fin G. (gerollt G. Rhfrk) zu Gerschtesupp, –brei, Prummegersch Gerstensuppe mit Pflaumen Rip, Allg., schelle G. met Prummen Ess, Bottermelkspapp met G. Geld, saure G. Mosfrk; G. u. Erbsen, zusammengemahlen u. ausgesiebt, wurde früher zum Backen von Kuchen verwendet Sieg-Fussh. — An der Saar u. in der Eif gehört eine G.ähre in den Krautwisch. — Höwerzig G. Hafer u. G. gemischt Merz-Merching. — 2. übertr. a. Gerstenkorn, Verdickung am Augenlid Ottw-Merchw, Wittl-Poblb, Bitb-Usch, Daun-Brück, Aden-Wershf, Jül-Gevelsd. — b. Gerschtche in der Wend.: Er hot sei ganz G. versoff Hab u. Gut Kreuzn-Bingen Langenlonsh. — c. Fohrmann Giərsch einer, der nichts von der Landwirtschaft versteht Grevbr-Elfgen Hochneuk; F. Gäərsch Kref-Fischeln; F. G., fährt alles zeweərsch! Dür-Derichsw. — d. Pastor Gersch in der Mitte des XIX in Düss. lebender humorvoller P., ein Unikum, der als geborener Düsseldorfer in seinen Predigten fast stets Düss. Platt sprach.
3590 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GËRSTEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    GËRSTE ( ahd. gërsta Gr. 1,684. 2,202. Graff 4,265 ) swf. gerste. lat. hordeum , gr. κριθή. — sumerl. 34,42. Karaj. 96,2…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gersteF.?, M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gerste , F.?, M. nhd. Gerste ÜG.: lat. hordeum vulgare Vw.: s. pacht-, sōmer-, tins-* Hw.: vgl. mhd. gerste (1), mnl. ge…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gêrste

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Gêrste , plur. car. eine Art Getreide, welche einen blaßgelben eckigen Samen bringet; Hordeum L. Ihr eigentliches Va…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gerste

    Goethe-Wörterbuch

    Gerste zur menschl Nahrung (auch Bierbereitung) u als Tierfutter [ in Sizilien ] Die Pferde füttern sie mit G., Häckerli…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gerste

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gerste (hordeum) , bekannte Getreideart, als Sommer- u. Winter-G. angebaut, kommt in vielen Arten vor: die große zweizei…

  6. modern
    Dialekt
    Gerstef., m.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Gerste f., m. : 1. wie schd., Gääʳscht (gǟʳšd, gǟÄ (r) šd) [weit verbr.], Gaaʳscht (gāʳšd) [ KU-Hohöll RO-Als FR-Bobh PS…

  7. Sprichwörter
    Gerste

    Wander (Sprichwörter)

    Gerste 1. Bai de giärste saiget op Sünt-Vit, es se met samtem Sacke quit. ( Grafschaft Mark. ) – Woeste, 61, 54; Reinsbe…

  8. Spezial
    Gerste

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gers|te (Hordeum vulgare) f. (-,-n) ‹bot› orde (ordi) m. ▬ Gerste ohne Grannen orde moz m. ; die Gerste artet in Wildhaf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gerste

382 Bildungen · 271 Erstglied · 110 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von gerste 2 Komponenten

ger+ste

gerste setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gerste‑ als Erstglied (30 von 271)

Gersteacker

SHW

Gerste-acker Band 2, Spalte 1271-1272

Gerstesieb

SHW

Gerste-sieb Band 2, Spalte 1273-1274

Gerstesuppe

SHW

Gerste-suppe Band 2, Spalte 1273-1274

Gersteärn

SHW

Gerste-ärn Band 2, Spalte 1271-1272

gerstedûwe

MNWB

gerste·duwe

gerstedûwe , dûe Teil eines Gerstenschoofs, Bund Gerstenstroh, 5 stîge gerstedûen, vgl. 20 dûer gerstenstrôs (Hildesheim. Ub. 6, 390. 419).

gerstedūe

KöblerMnd

gerstedūe , Sb. Vw.: s. gerstedūwe

gerstedūwe

KöblerMnd

gerstedūwe , Sb. nhd. Teil eines Gerstenschoofs?, Bund Gerstenstroh E.: s. gerste, dūwe (2) L.: MndHwb 1/2, 80 (gerstedûwe)

gerstegrūz

KöblerMhd

gerstegrūz , st. M., st. F. nhd. Gerstenkorn, Korn der Gerste Q.: SalArz (Anfang 13. Jh.), StRMünch E.: s. gerste, grūz W.: nhd. DW- L.: MWB…

gerstelbrot

DWB

gerstel·brot

gerstelbrot , n. gegersteltes brot Frischbier 1, 110 a , im gegensatz zum brühbrot.

gerstelen

KöblerMnd

gerst·elen

gerstelen , sw. V. nhd. gasseln Hw.: s. garstelen E.: s. gerste L.: MndHwb 1/2, 80 (gerstelen) Son.: Brot vor dem Backen mit dem in Wasser g…

gerstel (gestel, gassel)

LW

gerstel (gestel, gassel), Ofenstab, -stange, ustarium; Quast, Bürste, mit dem die Bäcker die obere Seite des Brodes bestreichen (gasseln), d…

gersteln

DWB

gerst·eln

gersteln , verb. 1 1) transitiv, das brot gersteln, das wiederholt aus dem ofen gezogene brot mittels eines wischers aus gerstenstroh mit wa…

gersteltroch

KöblerMnd

gerstel·troch

gersteltroch , M. nhd. Trog zum Gasseln E.: s. gerstelen, troch L.: MndHwb 1/2, 80 (gersteltroch)

gerstemānde

KöblerMhd

gerste·mānde

gerstemānde , st. M. nhd. „Gerstenmond“, September Q.: BrEb (Anfang 14. Jh.) E.: s. gerste, mānde W.: nhd. (ält.) Gerstenmond, M., Gerstenmo…

Gerstenagel

SHW

Gersten-agel Band 2, Spalte 1271-1272

Gerstenagen

SHW

Gersten-agen Band 2, Spalte 1271-1272

gerste als Zweitglied (30 von 110)

dinkelgerste

DWB

dinkel·gerste

dinkelgerste , f. hordeum zeocrithon, ägyptische gerste, wie dinkelkorn, franz. zéopyron. s. DWB bartgerste . davidsgerste. davidskorn. himm…

Dornägerste

ElsWB

Dornägerste , [Tòrnákərtə, Ternákərtə Olti. Fisl. Attenschw. ; Tònákərt Ensish. Su. ] f. rotrückiger, gemeiner, grosser Würger. — Idiotik…

erbegerste

KöblerMhd

erbe·gerste

erbegerste , sw. F. nhd. „Erbgerste“, erbliche Abgabe an Gerste Q.: DRW (1332) E.: s. erbe (2), gerste W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 1796 (erbeger…

ergerste

KöblerMnd

erger·ste

ergerste , (Adj. Superl.=)N. Vw.: s. ergeste L.: MndHwb 1, 593 (ergeste) Son.: örtlich beschränkt

Eyergêrste

Adelung

Die Eyergêrste , plur. inus. in den Küchen, eine Eyersuppe, in welcher der Eyerdotter so klein gerieben worden, daß er wie Gerste aussiehet.

Fächergerste

PfWB

faecher·gerste

Fächer-gerste f. : eine Gerstenart, Fächergerst [ Wilde 70 (NW-Niedkch)]; vgl. PfWB Reisgerste . Marzell 114.

frühgerste

DWB

frueh·gerste

frühgerste , f. die grosze, zweizeilige sommergerste, die im april und mai gesät wird und geschwinder wächst und reift, als andere. der name…

futtergerste

DWB

futter·gerste

futtergerste , f. gerste zu oder als viehfutter. im besondern die zweizeilige gerste, frühgerste, hordeum distichon. zweyschichtige gersten,…

glattgerste

DWB

glatt·gerste

-gerste : hordeum distichum Schlechtendal flora v. Deutschland 3, 43 ; -hafer;

grieszgerste

DWB

grieszgerste , f. , hordeum vulgare Holl 135 b . —

Hünkel(s)gerste

PfWB

huenkels·gerste

Hünkel(s)-gerste f. : 'Gerste zum Füttern der Hühner', Hinkelgeeʳscht [ KU-Schmittw/O ]. RhWB Rhein. III 987 . —

kerngerste

DWB

kern·gerste

kerngerste , f. die gemeine gerste. Nemnich. bei Stalder aber hordeum distichon nudum, in den ' cimbrischen ' gemeinden ( s. sp. 212) kernge…

Ableitungen von gerste (1 von 1)

ergerste

KöblerMnd

ergerste , (Adj. Superl.=)N. Vw.: s. ergeste L.: MndHwb 1, 593 (ergeste) Son.: örtlich beschränkt