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Gehirn

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Gehirn

Bd. 3, Sp. 35
Gehirn, das, kommt in ausgedehnter Bedeutung als Centraltheil eines Nervensystems bis zur untersten Klasse des Thierreichs vor, im engeren Sinne ist es nur den Wirbelthieren eigen. Man unterscheidet zwischen großem u. kleinem G. Beide kommen bei allen Wirbelthieren vor, allein ihre Gestalt und das gegenseitige Verhältniß sind verschieden. Das G. besteht wesentlich aus mehren paarigen Theilen u. einem oder mehren unpaarigen Verbindungsgliedern. Es ist nichts weiter als eine höhere Entwicklung des Rückenmarks, das gleichfalls aus paarigen und unpaarigen Theilen besteht. Die in unnennbarer Zahl im thierischen Körper vertheilten Primitiv-Nervenfasern, welche bereits im Rückenmark einen Vereinigungspunkt gefunden haben, setzen sich in das G. fort, ebenso diejenigen Nervenfasern, welche den höheren Sinnenwerkzeugen, wie mittelbar od. unmittelbar diejenigen, welche der rein negativen Thätigkeit des thierischen Körpers vorstehen. Außerdem wird das Volumen des G.s durch die dem G. eigene Zwischensubstanz vermehrt. Man unterscheidet eine graue u. eine weiße Substanz. Jene ist blutreich, markig, diese gestreift, blutärmer. Das große G. des Menschen besteht im wesentlichen aus 2 Hemisphären, die im Innern eine Höhle, den seitlichen G.ventrikel enthalten, unter sich und mit einem unter ihnen liegenden gemeinschaftl. Ventrikel zusammenhängen. In diesen seitlichen Ventrikeln unterscheidet man 1 vorderes und 2 hintere Hörner. Die wichtigsten Hervorragungen daselbst sind der gestreifte Körper (corpus striatum) und der Sehhügel (thalamus nervorum opticorum), Als Verbindungsglied zwischen großem u. kleinem G. sind die Vierhügel (corpora quadrigemina) mit der Zirbel (glandula pinealis) anzusehen. Unter dem großen G., bedeckt von dessen hinteren Lappen, liegt das kleine. Wie die beiden Hemisphären des großen G.s durch den Balken (corpus callosum), das Gewölbe (fornise) und die Comissuren, so hängen die beiden seitlichen Theile des kleinen G.s durch den Wurm (vermis), einen markigen Querstreifen, zusammen. Die Vereinigung endlich zwischen großem, kleinem G. und Rückenmark ist vor allem in der großen ringförmigen Hervorragung an der Unterfläche des G.s (protuberantia annularis) oder der Varols-Brücke (pons Varolii) zu suchen. Die gesammte Oberfläche des G.s hat das Ansehen vielfach verschlungener Darmwindungen. Diese Windungen sind nur dem Menschen und den Säugethieren eigen. An der der Schädelhöhle zugekehrten Unterfläche sind außer der Varolsbrücke noch die sog. G.stiele (pedunculi cerebri), der Trichter (infundibulum), die Kreuzung der Sehnerven (chiasma nerv. optic.) und die Ursprünge sämmtlicher 12 Gehirnnervenpaare zu unterscheiden. Die unmittelbare Hülle des G.s ist eine seröse, mit Gefäßen vielfach durchzogene durchsichtige Haut, Spinnwebehaut und Gefäßhaut, diese ist umgeben von der harten Hirnhaut (dura mater), welche mehrfache zwischen die einzelnen G.abtheilungen eingreifende Falten, insbesondere eine zwischen beiden Hemisphären des großen G.s, den sichelförmigen Fortsatz u. zwischen dem großen und kleinen G. das G. zelt (tentorium cerebelli) bildet. Das Ganze endlich ist umschlossen von der knöchernen Hülle der Schädelknochen.
3183 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gehirn

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gehirn , des -es, plur. die -e. 1) Eigentlich, dasjenige weiche weiße Wesen in der Höhle der Hirnschale, welches aus…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gehirn

    Goethe-Wörterbuch

    Gehirn 1 als Körperorgan (bei Mensch und Tier) a in anatom-morphol Sicht, bes als Gegenstand (vergleichender) natwiss St…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gehirn

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gehirn , das, kommt in ausgedehnter Bedeutung als Centraltheil eines Nervensystems bis zur untersten Klasse des Thierrei…

  4. modern
    Dialekt
    Gehirn

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    G e hirn [Khìrn Roppenzw. ] n. e G. mache n finstere, zornige Miene machen. †

  5. Sprichwörter
    Gehirn

    Wander (Sprichwörter)

    Gehirn 1. Dem Gehirn der Frauen ist nicht viel zu trauen. Frz. : Le cerveau de la femme est faict de cresme de singe et …

  6. Spezial
    Gehirnn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Gehirn , n мозг , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehirn

98 Bildungen · 95 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gehirn

ge- + hirn

gehirn leitet sich vom Lemma hirn ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gehirn 2 Komponenten

geh+irn

gehirn setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gehirn‑ als Erstglied (30 von 95)

gehirnkrank

SHW

gehirn-krank Band 2, Spalte 1177-1178

Gehirnsoße

SHW

Gehirn-soße Band 2, Spalte 1177-1178

Gehirnwurst

SHW

Gehirn-wurst Band 2, Spalte 1177-1178

Gehirnabszeß

Meyers

gehirn·abszess

Gehirnabszeß , umschriebene Vereiterung der Gehirnmasse, entsteht: 1) infolge Verletzung der Schädelkapsel , wenn auch nicht jede Knochenzer…

gehirnäther

DWB

gehirn·aether

gehirnäther , m. die ideenwelt in sinnlicher fassung; nur sieht ein autor einem noch im gehirnäther zu hoch schwebenden plane oder spanische…

gehirnbild

DWB

gehirn·bild

gehirnbild , n. bild, abbild im gehirn, in der vorstellung; zur sache vergl. J. Paul 10, 11 ( s. u. gehirnbrei) und Reimarus triebe der thie…

gehirnbildung

DWB

gehirn·bildung

gehirnbildung , f. : und so kommen wir auf den vorzug des menschen in seiner gehirnbildung. Herder ideen 1, 201 (IV, 1, 6 ).

gehirnbohrer

DWB

gehirn·bohrer

gehirnbohrer , m. schädelbohrer, trepanum ( s. hirnbohrer): die meisten jetzigen bewegungen ( in der menschheit ) sind nur griffe, die ein u…

gehirnbrei

DWB

gehirn·brei

gehirnbrei , m. hirnmasse: der materialist musz .. im gehirnbrei die millionen bilderkabinetter von 70 jahren versteinern .. J. Paul 10, 11 …

gehirnchen

DWB

gehirn·chen

gehirnchen , m. kleines gehirn ( vgl. hirnchen): so sei es denn mein schicksal, wie es dein schicksal ist, himmelaufstrebender thurm, und de…

Gehirndemonstration

GWB

gehirn·demonstration

Gehirndemonstration Loder Gehirn Dem. 1) FfA I 17,616 TuJ Plp 1) vgl WA I 35,60,22ff: Loder demonstrirte das menschliche Gehirn .. hergebrac…

gehirndunst

DWB

gehirn·dunst

gehirndunst , m. dunst im gehirn, von trunkenheit: als der gehirndunst sich verzogen hatte. Brentano 5, 361 , vergl. unter gehirn 3, b a. e.…

gehirneigen

DWB

gehirn·eigen

gehirneigen , singularis, cerebrosus Stieler 25 , eigensinnig, ein sonderling.

gehirn als Zweitglied (2 von 2)

Katzengehirn

Wander

katzen·gehirn

Katzengehirn Er hat Katzengehirn gefressen. – Grimm, V, 295. Ist überspannt, verrückt. Zu Pulver gebranntes Katzengehirn war früher eine zau…

Ableitungen von gehirn (1 von 1)

gehirne

Lexer

ge-hirne stn. BMZ gehirn Dfg. 114 b , gehërne ib. u. Mone schausp.