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Gefälle

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gefälle

Gefälle

fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p‛ul ‘Einsturz’, p‛lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. – fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (besonders im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Genitiv valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. 1Reif. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.
3793 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gefälle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gefälle , sing. inus. dasjenige, was von einem Grundstücke fällt, dessen Ertrag, die Einkünfte von demselben, und in…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gefälle

    Goethe-Wörterbuch

    Gefälle 1 Neigungsgrad, Höhenunterschied [ zur Lage von Tennstädt in Thüringen ] Hier hat die Natur früher bey schicklic…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gefälle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Gefälle ( Gefäll ), Neigung der Oberfläche eines fließenden Gewässers (Bach, Fluß, Strom) oder eines Verkehrswegs (Straß…

  4. modern
    Dialekt
    Gefällen.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Ge-fälle n. : 1. a. 'Grad der Neigung', vom fließenden Wasser, von Wegen. 's Wasser hot se wenich Gefell [ KU-Schmittw/O…

  5. Sprichwörter
    Gefälle

    Wander (Sprichwörter)

    Gefälle Ae gut Gefäll (auch: ân guten Iwerfall) ha'n. ( Oberharz. ) Von Leuten, die beim Trinken gute Züge thun.

  6. Spezial
    Gefälle, des Satzes, rhythmischesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Gefälle , n des Satzes, rhythmisches рисунок , м предложения, ритмический

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefaelle

10 Bildungen · 0 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gefaelle

ge- + falle

gefaelle leitet sich vom Lemma falle ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

gefaelle als Zweitglied (10 von 10)

Aftergefälle

Adelung

after·gefaelle

Das Aftergefälle , des -s, plur. ut nom. sing. in den Bergwerken, breterne Kasten, worin das After aufgefangen wird.

angefälle

DWB

angefälle , n. bona hereditate devoluta, vgl. anfallen : solches väterliches angefälle. Schweinichen 2, 259 ; ein stucklein zeitliches guts,…

Krahngefälle

Adelung

krahn·gefaelle

Die Krahngefälle , sing. inus. dasjenige, was für den Gebrauch des Krahnes bey Ein- und Ausladung der Schiffe bezahlet wird.

wildgefälle

DWB

wild·gefaelle

wildgefälle , n. 1) zu wild n., einkünfte von dem gejagten oder geschossenen wild Adelung , Campe. 2) zu wild adj., gefallenes, nicht von me…