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vorfallen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorfallen verb.

Bd. 26, Sp. 1021
vorfallen, verb. , älter fürfallen, s. dieses th. 4, 1, 1, sp. 725; Lexer 3, 589; precidere vorvallen Diefenbach gl. 452a; für- oder vorfallen, cadere, contingere, accidere Stieler 422; ich falle vor, accido, contingo Steinbach 1, 373; Adelung; Campe; aus dem deutschen entlehnt istn. forefalde. der bedeutungsumfang des verbums hat sich immer mehr eingeschränkt, doch wirkt der freiere gebrauch, den das wort noch im 18. jh. zeigt, bis in die sprache der gegenwart nach. 11) in eigentlicher, sinnlicher bedeutung, nach vorn oder vor etwas fallen, dann von stellung, lage von etwas ruhendem mit gedachter bewegung: vorfallen, precidere, vel in anteriorem partem cadere voc. v. 1482 m m 2a; proticere forfallin, vorwert vallen Diefenbach gl. 468a; eine fallthüre v. lassen Adelung; nd. de mur is tō wīd förfallen ten Doornkaat-Koolman 1, 540a; die figur fällt mit dem oberleibe weit vor Lessing 9, 54 M.; wenn fest gestein vorfället, so sonst nicht wohl mit der hand und gezeug zu gewinnen Hertwig bergbuch (1784) 133b; diese bedeckung hat einen ausfall, der durch drückung einer feder vorfällt Nicolai reise durch Deutschland (1783 ff.) 1, 10; seine vorfallenden schultern Göthe 23, 132 W.; laszt beide schlösser v. Schiller Fiesko 3, 5; das v. des oberleibes und zurückwerfen der beine Fr. L. Jahn 2, 40 E.; aus dem vorgefallenen uterus Sömmerring v. baue d. menschl. körpers (1839 ff.) 8, 1, 381; jedesmal, wenn der kopf (eines schlafenden) vorfiel Kolbenheyer Paracelsus (1922) 2, 436; und plözlich fiel der schlagbaum vor Schiller 1, 276 G.; vor zeitlich (nur konstruiert): wann er vorfällt, so falle ich nach Kramer teutsch. ital. dict. 1 (1700), 332c. 22) in übertragener anwendung. 2@aa) innerlich in die erscheinung treten, der aufmerksamkeit sich darbieten, nur in älterer sprache: die philosophi sagen, was dem gemüt für ein bildnus in dem empfahen vorfellet, deme werde das empfangene kind gleich Heyden Plinius (1565) 23; dem nach ifg. was vorgefallen, mit dem herrn von Coblin sich zu unterreden, sind ifg. ... auf nach Leubus Schweinichen denkwürd. 167 Ö.; fället dir im herumspatziren des glükkes wankelmuht zu betrachten vor Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 5. 2@bb) auf äuszeres geschehen übertragen, aber mit ausgedrückter beziehung auf eine person (im dativ); auch diese anwendung ist der sprache der gegenwart verloren gegangen: nichts lieberes hätte mir vorfallen können Stieler 422; es ist mir ein hindernisz vorgefallen; wenn mir eine gute gelegenheit v. sollte Adelung; (wanderer,) der nicht weisz, was ihm auff der reise v. mag Moscherosch insomnis cura par. 72 ndr.; dann ihm etliche geschäfften zu Pariss vorgefallen sind Prätorius glückstopf (1689) 7; so sagte er ihnen gewöhnlich, dasz, wenn ihnen etwas vorfiele, sie sich an den agenten ihres hofes wenden sollten Archenholz England u. Italien (1785) 2, 253; fiele mir etwas vor, so liesze ichs montags sagen Göthe IV 9, 31 W.in eigenthümlicher wendung: wann dem herrn etwas von meinen waaren v. solte, quando le occorressero, bisognassero delle mie robbe Kramer teutsch-ital. dict. 1 (1700), 333a. 2@cc) ohne dasz eine beziehung auf eine person ausgedrückt wäre, in die erscheinung treten, wirklich werden, sich zutragen, sich begeben. Adelung und ihm folgend Campe wollen den sinn unvermutheten geschehens in das wort legen, was durch den sprachgebrauch nicht bestätigt wird. auch bei dieser anwendung des verbums ist die sprache ärmer geworden, indem die sprache der gegenwart es vermeidet, das verbum mit einem inhaltlich bestimmten subject zu verbinden. 2@c@aα) im folgenden sind zunächst verbindungen belegt, die dem jetzigen sprachgefühl ungewöhnlich oder ganz fremd erscheinen.vorgänge in der natur: ich habe doch noch nichts gesehen, immer trüb um die zeit, da die phänomene [] vorfallen Lichtenberg br. (1901 ff.) 1, 58; bei uns, wo dergleichen ähnliche lufterscheinungen vorfallen Göthe IV 4, 127 W.meist aber auf geschehnisse, vorgänge, zustände im menschlichen leben bezogen. gewisse verbindungen finden sich häufiger; kampf, schlacht, streit, händel u. ä.: wo gemelter krieg nit vorgefallen ... were Sleidanus reden 147 Böhmer; ungeachtet mit dem hertzog von Lothringen einige feindschafft bis dato nicht vorgefallen v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 163; als die bataille bey Fleury vorgefallen war v. Fleming d. vollk. teutsche soldat (1726) 198; auszer den kleinen scharmützeln, die zwischen den cosacken und unsern vorposten vorgefallen Gottschedin br. (1771) 1, 95; man vermuthet zwar, dasz den bevorstehenden landtag viel streitigkeiten hierüber v. werden Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 15; ein seltsamer kampf ist hier vorgefallen Göthe 49, 102 W.; darum fallen im mittelalter so viele holmgänge und kämpfe vor J. Grimm kl. schr. 2, 59; schon am 21 sten fiel die schlacht in den dünen vor Ranke (1875) 364, 1; eine schlacht ist vorgefallen Schiller Wallensteins tod 4, 4. öfters begegnet in älterer sprache die verbindung mit frage: hie fället nun die frage vor Fr. v. Spee cautio crimin. (1649) 114a; dasz in dem Parnasso die frag vorgefallen Opel-Cohn dreiszigj. krieg 390; wenn die frag vorfiele von eines neuangenommenen dieners bestallung Lehman floril. polit. (1662) 3, 284; da fielen nun hohe fragen vor Chr. Weise erznarren 80 ndr.; wenn eine frage vorfällt, ob etwas dem instrumento pacis gemäsz Leibniz dt. schr. (1838 ff.) 1, 188. — rede, gespräch, äuszerungen verschiedener art: und also dermaszen ein jammer, klag und weinen vorgefallen (ist) Kirchhof wendunm. 2, 83 Ö.; (dasz) unter andern auch die rede von austern vorgefallen wäre Gottsched dt. schaubühne 4, 457; ein sechstes gespräch, welches unter diesen freunden vorfiel Lessing 13, 411 M.; vom kriegsdienst ist vor der hand zwischen uns beyden ... keine sylbe weiter vorgefallen Hippel lebensl. (1778 ff.) 3, 1, 12; als Jacob die schüssel aufsetzte, fielen einige komplimente zwischen ihm und Sophien vor Bode gesch. d. Thomas Jones (1786 ff.) 6, 37; bei dieser gelegenheit fiel ein gespräch vor Göthe 47, 257 W.; so fiele seine liebeserklärung noch heute vor Jean Paul 7/10, 336 H.; auch einige starke äuszerungen seines selbstgefühls fielen vor Hebbel br. 2, 144 W.; im conseil fiel ein heftiger wortwechsel vor Ranke 9, 121. — noch fremder für den jetzigen sprachgebrauch: (es) fallen zwischen dem Adrast und Julianen dann und wann blicke vor Lessing 2, 72 M.; besonders, dasz keine thräne bey allen diesen abschieden vorfiel Hippel lebensl. (1778 ff.) 3, 2, 540; die ordnung der briefe ist chronologisch gemachet, doch so, dasz alle, die mit einem correspondenten vorgefallen, beysammen stehen d. neueste aus d. anm. gelehrs. (1751 ff.) 1, 648. 2@c@bβ) so verbindet sich das verbum in älterer sprache mit den verschiedensten subjecten, um das eintreten eines vorganges, handlung oder zustandes zu bezeichnen: (als) an frischem volcke, proviant und munition mangel vorfiel M. v. Chemnitz schwed. krieg 1 (1648), 44; was vor ein sonderliches hertzeleid vorgefallen wäre Chr. Weise d. drey klügsten leute (1675) 23; die reden und thaten Christi ..., die zu Jerusalem vorgefallen waren Herder 19, 306 S.; die gemeinsten geschäffte, welche täglich vorfielen Rabener (1777) 2, 37; obgleich verschiedene vakanzen vorfielen Nicolai Seb. Nothanker (1773 ff.) 1, 159; ist die verlobung nicht vorgefallen, so hätte sie doch vorfallen sollen Hippel lebensl. (1778 ff.) 3, 1, 271; in jenen tagen waren verschiedene ... unvorgesehene durchmärsche ... vorgefallen Göthe 22, 64 W.; um zehn uhr fiel die 'übergabe' der prinzessin vor Jean Paul 7/10, 139 H.; als vor dem thore, im freien, jene hinrichtungen vorfielen Tieck (1828 ff.) 20, 434; es waren eine menge ermordungen vorgefallen Ranke (1867 ff.) 40, 138; perfidien fielen seitens Östreichs auch vor Bismarck ged. u. erinn. 1, 196 volksausg.; bei reformationen fällt immer unfug vor Pfeffel poet. versuche (1812 ff.) 5, 96. [] 2@c@gγ) dem jetzigen sprachgebrauch nähern sich die verbindungen, wenn in dem subject unbestimmter die vorstellung eines geschehnisses ausgedrückt wird: es sind da üble dinge, geschichten vorgefallen u. ä.; doch bewegt sich auch hier die ältere sprache freier: es ist die gelegenheit ohngefähr vorgefallen Steinbach 1, 373; hier ist mit einem creutze vor der Bernhardiner kirche eine seltzame begebnüsz vorgefallen Prätorius anthropodemus Pluton. (1666) 1, 206; begebenheiten in der ordnung, wie sie vorgefallen sind Gerstenberg schlesw. litbr. 36 lit.-denkm.; mehrerer umstände, die dabey vorgefallen Göthe 38, 204 W.; einer unangenehmen geschichte, die neulich zwischen uns beiden vorfiel Schiller Fiesko 3, 10; den neuigkeiten, die allhier vorgefallen Lenz 1, 67 Tieck; dasz diese scene in seinem hause v. muszte Tieck (1828 ff.) 17, 8; insofern romantisch, als die handlung in einer romantischen zeit vorfällt Solger nachgel. schr. (1826) 1, 109; inzwischen waren in dem hause des kommendanten die lebhaftesten auftritte vorgefallen H. v. Kleist 3, 279 Schm.; (haus,) in welchem grausame und ungeordnete dinge vorfielen G. Keller (1889 ff.) 6, 107; (scene,) die im angesicht des altares ... vorfällt Waiblinger die Britten in Rom 122 Zoller; also der anfang hier in diesem spiele gantz betrübt, traurig und mit leid vorfiele W. Spangenberg bei Dähnhardt griech. dramen 1, 161. spielerisch: ja, wenn und in dem fall der fall vorfiele O. Ludwig (1891 ff.) 3, 232. 2@c@dδ) das wort wird in älterer sprache ganz in dem unbestimmteren sinne von vorkommen gebraucht, das auch in schon gegebenen belegen, besonders nach pluralischem subject, bisweilen eingesetzt werden konnte: dafern in einem und andern punct einiger zweiffel v. solte M. v. Chemnitz schwed. krieg 1 (1648), vorr. 2; in nothwendigen sachen, da ewige wahrheiten vorfallen Leibniz dt. schr. (1838 ff.) 1, 383; im kleinen müssen auch so viel kleine fehler, verzeichnungen, flecken u. s. w. v. (in einer übersetzung) Herder 5, 323 S.; obgleich auch selbst hiebey viele ungewiszheiten vorfallen Hippel lebensl. (1778 ff.) 1, 165; bey der benennung der personen zu Claudine ist ein irrthum vorgefallen Göthe IV 8, 363 W.; damit ja kein versehen vorfiele Schiller 4, 228 G. 2@c@eε) das subject ist gegenständlich oder nähert sich dem gegenständlichen: wan ein besthaupt zu Steinberg vorfelt weist. 6, 39; namen so im fröschmeuseler vorfallen Rollenhagen froschmeuseler (1600) b 6b; gleich wie nun kein handwerck so geringe ist, dabey nicht etliche also genannte kunstwörter vorfallen Ch. Weise polit. redner (1677) vorr.; die bruchfälle, so in eurem orte vorfallen Möser (1842 ff.) 1, 271 A.; ganz ungewöhnlich: wenn dir etwa in den Pyrenäen ein langer herr vorfällt Stifter (1901 ff.) 1, 52. 2@c@zζ) der gebrauch des wortes in der gegenwart ist charakterisiert durch die beschränkung in der wahl des subjects. sehr häufig ist was als subject, sowohl in direkter frage als einen nebensatz fragend oder relativisch einleitend: was ist guts neues vorgefallen? Steinbach 1, 373; in vierzehn tagen, was kann da nicht v. Göthe 21, 6 W.; was ist hier vorgefallen nach meiner abfahrt? Rückert (1867 ff.) 10, 505; jetzt aber wil ich hingehen und hören, was weiter wird v. schauspiele engl. comöd. 22 Cr.; (kinder,) die von jugend von den eltern, was dabey vorgefallen, gehört Lehman floril. polit. (1662) 1, 22; sie wissen also wohl nicht, was seit kurzem vorgefallen ist Lessing 2, 154 M.; hauptmann Breda schickt die relation, was weiter in Gent und der umliegenden gegend vorgefallen Göthe 8, 214 W.; nach dem, was zwischen uns vorgefallen Bauernfeld (1871) 2, 68; was inzwischen vorgefallen, wurde später ... bekannt G. Keller (1889 ff.) 2, 223; das nicht allein werd recht bestelt, was in ampts geschefften vorfellt Rollenhagen froschmeuseler (1600) b 3b. [] es: es fällt zur ungelegenen zeit vor Steinbach 1, 373; wie vorkommen: dat drd nêt wer förfallen ten Doornkaat-Koolman 1, 540a. — sehr beliebt ist etwas als subject: ist etwas vorgefallen? besonders oft mit zusätzen: etwas von wichtigkeit, neues, sonderbares, merkwürdiges, entscheidendes, unbedeutendes u. ä. ist vorgefallen: trag es Eszmarch auf zu schreiben, wenn dort etwas vorfällt Hölty ged. 220 Halm; unter dem essen fiel etwas vor, das ein biograph nicht entbehren kann Jean Paul 3, 75 H.; was für etwas: ist etwan zu hause noch was mehr vorgefallen? v. Ziegler d. asiat. Banise (1689) 44; was vorjefalln, Glasenapp? G. Hauptmann d. biberpelz (1893) 38. — wann etwas beschwerliches vorfält Lehman floril. polit. (1662) 4, 250; als sei nie etwas böses unter uns vorgefallen E. T. A. Hoffmann 10, 295 Gr.; ohne das etwas weiteres vorfiel G. Keller (1889 ff.) 4, 45. — besondere wendung der älteren sprache: sollte aber künftig noch etwas zu erinnern v. Schwabe belust. 1, 17. — nichts: bey tische fiel nichts erhebliches vor Adelung; er thut, als sei nichts vorgefallen u. ä.; (ich statte) rapport ab, dasz diese nacht nichts vorgefallen Lessing 18, 423 M.; ist sonst nichts vorgefallen? Göthe 11, 79 W.; ein rosig unbefangenes kind blühte, als ob nichts vorgefallen wäre, der zeit entgegen G. Keller (1889 ff.) 2, 39. — dergleichen: im kriege fällt der gleichen gar oft vor Adelung; dergleichen kann oft in diesen gegenden v. Laube (1875 ff.) 8, 186. — viel, genug: da vielleicht noch genug vorfallen kan, welches einen grillen zu erwecken geschickt ist Stranitzky ollapatrida 223 Wiener ndr.; vorgefallen ist viel und hab ich sehr glückliche tage gelebt Göthe III 1, 119 W.; dazu war zu viel vorgefallen Fontane I 6, 43. — meist also verbindet sich v. mit einem pronominalen subject, wie Paul (wb.) bemerkt, oder einem dem pronomen ähnlichen. doch sind auch andere verbindungen möglich, so mit dem n. eines adj., das subj. bleibt unbestimmt: dort fällt nie merkwürdiges vor, unerwartetes ist vorgefallen, wobei also ein etwas fehlen kann. 2@c@hη) die einschränkung des gebrauchs tritt auch in den verbindungen mit dem part. präs. hervor, die in der älteren sprache weit häufiger sind: wann mich die vorfallende geschäfften nicht verhindern Kramer teutsch-ital. dict. 1 (1700), 333a; in vorfallenden überheufften ausgaben verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 53; in vorfallender kriegeszeit Micrälius altes Pommerland (1640) 215; kunst- und andere wörter, die vorfallenden dinge damit recht deutsch zu nennen Zesen helikon. rosentahl (1669) 7; bey vorfallender zeit zu gebrauchen Schupp schr. (1663) 864; im regen und vorfallenden ungewitter Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) a 3b; alle vorfallende fragen Leibniz dt. schr. (1838 ff.) 1, 261; die dabey vorfallenden fehler Scheibe d. crit. musicus (1745) 107; bey vorfallender nothwendigkeit Lessing 3, 188 M.; bei den fast wöchentlich vorfallenden gemäldeversteigerungen G. Forster (1843) 3, 458; zur bestreitung vorfallender ausgaben Göthe IV 29, 39 W.; bei den häufig vorfallenden schlägereien A. v. Droste-Hülshoff (1878) 2, 262 Cotta.festere bindung: bey vorfallender gelegenheit Adelung; bey vorfallenden gelegenheiten wortstreite zu erregen J. E. Schlegel (1761 ff.) 5, 427. — substantiviert: alles vorfallende gab gelegenheit zu reimen Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1853) 4, 228. 2@c@thθ) auch in der verbindung des part. prät. mit einem subst. bewegt sich die ältere sprache freier: wegen vorgefallener voranderung verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 33; so kan ich doch zu steuer der warheit in vorgefallener streitfrag ... nicht unterlassen Harsdörffer frauenz.-gesprächspiele (1641 ff.) 1, m 4a; eine mir unvermuthet vorgefallene reise Scheibe d. crit. musicus (1745) vorrede; (die theaterbesucher) scheinen nicht den geringsten antheil an den vorgefallenen (aufgeführten) stücken zu nehmen br. d. neueste litt. betr. 12, 302; hauptinhalt der wirklich vorgefallenen reden Heilmann gesch. d. pelop. krieges (1760) 25; in Leipzig vorgefallene abendgespräche Nicolai Seb. Nothanker (1773 ff.) 1, 79; die dabei vorgefallenen ceremonien G. Forster (1843) 2, 67; mein sohn erzählte von [] seiner expedition und den dabey vorgefallenen heiterkeiten Göthe III 11, 25 W.; mittheilung einer vor etwa vierzig jahren vorgefallenen scene A. v. Droste-Hülshoff (1878) 2, 363 Cotta; die vorgefallenen formverletzungen C. F. Meyer Jürg Jenatsch (1901) 8. — häufig dagegen ist in der sprache der gegenwart das alleinstehende, substantivierte part. prät.: bei alle dem schäme ich mich über das vorgefallene fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873 ff.) 3, 414; sie wolle nach dem vorgefallenen nicht mehr in Goldach wohnen G. Keller (1889 ff.) 5, 59; zurückgekehrt machte er nach Wien hin meldung von dem vorgefallenen Fontane (1890) I 1, 19. 2@c@iι) ganz veraltet wie fallen: allda muszte ich allezeit ifg. vor dem trank stehen, welches mir schwer vorfiel Schweinichen denkwürd. 72 Ö.; ist mir hie unmüglichen und wolle auch die zeit viel zu lang darzu uns v. schausp. engl. comöd. 249 Cr.; dieser pfleget den kindern desz unglaubens schwer vorzufallen Meyfart himml. Jerus. (1670) 2, 362; vgl.fürfallen 4, th. 4, 1, 1, sp. 725.
17041 Zeichen · 345 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vorfallen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Vorfallen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fallen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert. 1. Vor ein anderes Ding, dem…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vorfallen

    Goethe-Wörterbuch

    vorfallen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    vorfallenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    vor-fallen st. : 1. 'nach vorn fallen', voʳfalle [ LU-Altr ]. — 2. 'sich ereignen'. 's is was voʳgfalle [LU-Alsh, verbr.…

  4. Spezial
    vorfallen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    vor|fal|len vb.intr. 1 (sich zutragen) intragní (intravëgn, intragnü), se porté pro, gní dant, capité (-tëia), sozede (s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vorfallen

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Zerlegung von vorfallen 2 Komponenten

vor+fallen

vorfallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vorfallen‑ als Erstglied (1 von 1)

vorfallenheit

DWB

vorfallen·heit

vorfallenheit , f. , veraltet: begebenheit, ereignis; fürfallenheit fehlt oben th. 4, 1, 1, sp. 726; sich mit den in fürfallenheiten zu bera…

vorfallen als Zweitglied (1 von 1)

hervorfallen

GWB

hervor·fallen

hervorfallen a aus einem Behältnis herausfallen Aus den geborstenen Decken der Rüstwagen fielen gar niedliche Mantelsäcke .. hervor GWB 33,1…