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flöten

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

flöten

Bd. 2, Sp. 658
flöten lautl. wie Fl. [Rhfrk, Mosfrk mehr peifən]; doch SNfrk -tə, –øy-, fløts, hE fløt, Prät. flødə, Part. jəfløt; Klevld -øytə, γe flt, –ø-, Part. γəflt; Gummb Part. jəflt u. jəfltən schw.: 1. auf einer Flöte blasen; aber auch mit dem Munde pfeifen. a. von Menschen; sech sin Stöckske fl. Nfrk, Allg.; we vill Kis (Käse) iss, lihrt got fl. Rip, Allg.; wej völ drög Brot ett, kann gut fl. Klev, Rees. RA.: Et Owes fl. on sengen on et Morges de Bocks (Hose) nit fenden Mörs. Ech kann net got sengen, äwer schleit (schlecht) fl. Wermelsk. We de Ale fl., so pifen de Junge Köln, Allg. We jong es, flöt; we alt es, brommt Monsch-Rötgen (s. alt, jung). Wo he flöt, do wonnt (sett) he nett Geld-Leuth, MGladb. Wie der singk, esu flöt der Sieg; wie der flöt, esu danz der ebd.; wat der ene flöt, dat sengk der anger Monsch, Eup. Wer gere danzt, dem es gäng (schnell) geflöt Schleid. Et hitt (heisst) geflöt of gestorwe entweder, oder Mörs, Kref. Mulespitze güjltj (gilt) neit, et mott geflött werde Heinsb-Millen. Sägg es, het der Schepper all geflöt? ist es Zeit zum Frühstücksschnaps Duisb. He spetz de Mull wal, mar he flött nit macht nur Anstalten zur Arbeit Mörs; he hilf ken Mülche spetze; he moss gefläut werde! MülhRh, Rip. Seiste (sagst du) got, flöttste fin ich glaube dir Mettm-Haan. Um einen laut flötenden Jungen zum Aufhören zu bringen, sagt man zu ihm: Du flötts neit lang me; er fragt: woför neit? Antw.: Du flötts nu all (schon) neit me Heinsb-Millen. De flöt us (op) dem letzte Loch er ist erledigt Rip, Allg.; he hät de leste Kihr geflött MGladb. De flött dör de Wangen hat magere Backen Geld. Wann de Franzuse Honger hant, dann fl. se Dür. Du bes en Keərl wie en Meərl (Amsel), kanns fl. wie en Mösch (Spatz) (on scheisse wie en Ackerpeərd) du scheinst mehr, als du wirklich bist Rip; du sengs wie en Meərl on flöts wie en Mösch Jül, Rip, Nfrk; de söngk wie en Mösch on flöt wie en Nachtegall Rheinb-Meckenh. He kann fl. wie en Vogel Mörs-Hombg, — en Liverling (Lerche) Schleid. Dat geiht, wie ein Dampnetele (Taubnessel) fläut von einer Arbeit, die recht flink u. gut vonstatten geht Heinsb-Millen. Mädche, die fl., Höhner, die krihen, den soll me bei Ziggen (Zeiten) de Hals (Krag Kemp-Süchteln, de Kneck Duisb) römdrihen Rip; Küh, die bröllen, Hennen, die kräəhnen, on Mädschen, die fl, die dögen net SNfrk, — brengen de Bur ge Glöck; krəiən Huhner on flete Mädcher on danze Pafen, die soll mer afschafen (aus dem Land (aus)sch.) Prüm, Malm; wo de Henne krähje on de Fraulüj fl., sitt den Düvel op de Schorsten Mörs-Rheinbg; wenn e Mädche flött, grint (krischt) de Modder Goddes Geld-Leuth, Aach-Warden, Eup. — Op (en) de Fengere fl. dadurch, dass man einen Luftstrom durch die an die Lippen gehaltenen, gekrümmten F. bläst Allg. RA.: De kann om F. (Dume, Dümke) fl. er hat guten Mut Rip, NBerg. De kömmt noch op der Klau (Klaue) an't fl. dem wird es noch schlecht gehen Aach-Merkst. Ech fl. der op de Nos (Nase)! Antw. auf eine Drohung Bitb-Mettend. — Einem fl., durch einen Pfiff einen Wink, Zeichen geben, ihn rufen; flöt em ens! Rip, Allg. RA.: Kannste ihr dann net fl.? Ech hatt ke Bier en de Töte (Kanne). Kannste ihr dann net wenke? Ech hatt kene Weng (Wein) ze drenke. Kannste ihr dann net locke? Ech hatt ke Brut em Socken Eusk-Billig. — Enem en de Uhre fl. ihm zuflüstern Dür-Birkesd. — Einem etwas fl., abschläg. Antw. geben Allg.; ech fl. der jet; ech werden der jet fl.! Rip, Allg.; ek well di (ow) wat fl.; lot di wat fl.; du kanns dek wat fl.! Nfrk; flöt dek wat (dann häste wat)! Wippf, Allg.; eich fl. dir drop! ich habe kein Interesse für die Sache Bitb, Allg.; do fl. ech jet op! Rip, Allg.; geh mer fl.! pack ein Bitb; flet en voll! weise ihn ab ebd.; fl. Birre! daraus wird nichts Prüm; geflöten! es trifft nicht zu Gummb. — Etwas fl., z. B. en Ledche fl. Allg. RA.: Alle Ledchere losse sich net fl. nicht alles sagen, was man weiss Aach-Merkst. De sall dat well fl. der wird das wohl verschweigen Geld-Nieukerk; dat moss me fl. nicht öffentlich sagen Dür-Winden; dat hättste nötzer (besser) geflöt Sieg-Rheidt; du dähts beister, wann de dat flöts Schleid. — Dat es em geflöt willkommen Bergh-Kirchherten Heppend; dat os sinen Müs (Mäusen) geflöt das geht gut für ihn Malm-Weywertz. — Ich dat (dachte), de Stell ze krige; äver et wor geflöt meine Hoffnung schlug fehl Aach; et es geflött es ist nicht wahr Eup. — Dat häste kenem Dowen (Tauben) geflöt ist nicht umsonst, zu Nutze gesagt; das will ich mir merken Rip, Nfrk, Bitb; de hät den Dauwen geflöt hat einen streichen lassen. gefurzt, ohne harten Ton Nfrk; dat es den Dove geflöt; den et nit höre kann, den kann et rüke Mörs-Xanten. — Det han ech em geflöt verschwiegen Heinsb-Lümb. — Dat hät he fin (fein) geflöt das Richtige noch nicht getroffen Elbf. — b. von Vögeln; de Mösch (Spatz) schirpt (pipt, pipsch, flipsch usf.); de Fenk schleht, aber die andern Vögel fl. on senge Rip, Allg. RA.: De Vügelche, die su fröh fl., krit (friss) (am Ovend) de Katz übertriebene Lustigkeit am Morgen schlägt gewöhnlich noch vor Abend gern ins Gegenteil um Rip, Nfrk; die Sonne, die so früh lacht, sieht man am Mittag weinen Schleid. Dat V. flöt (sengk): de Zeck (Zeit), de küt! Bergh, Köln. Ech han e V. hüre fl. Andeutungen erhalten, die mich die Absichten anderer erraten lassen Aach. Bis dohin flött noch männich Vügelke, dat jetz noch ke Föttsche (Arsch) hat MGladb. Et es so kalt, dat de Ester (Elster) op den Tun (Zaun) flött Mörs; de Eckster (Elster) op en Tun (Zaun) satt on woll dat Fl. lehren Rees-Brünen. En Ül (Eule) flöt net wie en Nachtigall Dür-Gey. De Mösche fl. et van der Kall (Dachrinne) allen ist es bekannt Rip. Moder, mine Merling flött neit miəhr! Sett en in de Kau (Käfig), dann flött e wiər! Kref. — c. scherzh. von andern Tieren. RA.: He hört de Pieren (Würmer) in England (in de Grond Rees-Brünen) fl. der Superkluge Rees-Haldern. Et Gess-che (Ziege) fl. losse sich erbrechen Dür-NZier. Me sall nit gläuwe, dat en Perd fl. kann met die decke Mull Duisb, Mörs; me soll säggen, wie et mögelech wör, dat en P. fl. kös Mörs, MGladb-Rheind, — net fl. kann on het doch son grote Mull Kref-Strümp. — Die Mor (Bienenkönigin) flött Mörs-Wallach; auch von der Maus, de Mus flött MGladb-Rheydt, Geld-Straelen. — d. von Dingen; einen schrillen, knirschenden Ton von sich geben. α. das schlecht geschmierte Rad, die Türe flöt Rip, Nfrk verbr.; de Wind fläut em Kamin Köln, Klev; et Für flöt zischt Rees-Haldern; Wasserblase fl. steigen brodelnd auf Sol. — β. dat flöt das geht schnell, beim Schlittenfahren Aden-Herschb. — γ. et flöt mer em Uhr es klingt; et flöt (mer, mech); de Uhre fl. mer Rip, Nfrk; häbbe dej nit de Ohren gefläut? hast du nichts gemerkt Rees. — 2. übertr. fl. gohn verloren gehen; et (z. B. et Geld) geht fl.; er geht fl. stirbt (derb), macht Bankerott; et Geld es fl. gegange oder es fl. Allg.; dem geht de Kapp vam Hus noch fl. er geht so den Krebsgang, dass er noch das Dach seines Hauses verkaufen muss Grevbr-Hochneuk; et üs sche af fl. gegangen MülhRuhr. — Fl. gohn sich fortmachen Dür-Ellen. — Abl.: die Flöterei, dat Geflöts, sich zerfl.
7167 Zeichen · 170 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    flten

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther)

    flOeten = floiten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Flöten

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Flöten , verb. reg. neutr. mit haben, auf der Flöte spielen, im gemeinen Leben. Aufmerksam horchte Daphnis und vergaß…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    flöten

    Goethe-Wörterbuch

    flöten überwiegend im dichterischen Werk 1 die Flöte spielen, insbes von Olympus 1) , Cupido, dem orpheusähnl Knaben der…

  4. modern
    Dialekt
    flötenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    flöten schw. : ' die Flöte 1 a blasen ', fleede (flēdə) [verbr. bes. WPf.]; vgl. flöteln . Deiⁿ Unkel muß drowe in Finnl…

  5. Spezial
    Flötenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Flöten , n свист , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit floeten

75 Bildungen · 72 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von floeten 2 Komponenten

flo+eten

floeten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

floeten‑ als Erstglied (30 von 72)

flötenansatz

DWB

floeten·ansatz

flötenansatz , m. modus applicandi labiis tibiam: wir sagten ihm früher selber, er blase sein leben gern auf einer harm oder trauerflöte ab,…

Flötenarnöldchen

RhWB

Flöten-arnöldchen Köln n.: früher ein stadtköln. Original, das mit der Flöte bettelte; auch einer, der fast immer pfeift.

flötenbaum

DWB

floeten·baum

flötenbaum , m. philadelphus coronarius, pfeifenbaum, nnl. fluitenboom, wilder jasmin.

flötengehen

Pfeifer_etym

floeten·gehen

flötengehen Vb. ‘verlorengehen’; im Nd. seit dem 16. Jh. nachweisbar (s. unten), seit dem 18. Jh. in hd. Texten belegt. Die Herkunft ist ums…

flötengesang

DWB

floeten·gesang

flötengesang , m. wer wird von der liebegirrenden taube oder von der schmachtenden nachtigall den aufschwung des adlers oder den flötengesan…

flötenglas

DWB

floeten·glas

flötenglas , n. schmales champagnerglas: zweimal muste ich geschwind hintereinander die flötengläser reihe herum füllen, um dem tobenden sch…

Flötengöbbel(chen)

RhWB

Flöten-göbbel(chen) Köln n.: Wasserweck mit eingebackener tönerner Pfeife.

flötenhauch

DWB

floeten·hauch

flötenhauch , m. wie der nachhall eines flötenhauches. Tiedge elegien 1, 81 ; wenn ihr gesang wie junger west am rosenstrauche der harfe fol…

Flötenholz

RhWB

floeten·holz

Flöten-holz Aach , Eup , Mettm-Vohwinkel , Kemp-Süchteln Lobberich , Mörs-Rheinbg ; -tjəs- Klev , Rees n.: Weiden-, Ebereschen- u. Rosskasta…

flötenjubel

DWB2

floeten·jubel

flötenjubel m. (zu DWB2 1 ): 1832 Bechstein arabesken 44. ⟨v1945⟩ Kolmar w. (1955)67.

Flötenkerl

RhWB

floeten·kerl

Flöten-kerl m.: 1. Lumpensammler (der sich auf der Strasse durch Fl.blasen bemerkbar machte) Elbf , Rees . — 2. Lügner Heinsb-Saeffelen .

flötenklage

DWB

floeten·klage

flötenklage , f. die flötenklagen stiegen von dem festen grabe auf in das abendroth. J. P. Hesp. 3, 253; als die flötenklagen des blinden au…

flötenkonzert

DWB2

floeten·konzert

flötenkonzert n. (zu DWB2 1 ): 1752 Quantz flöte 251. 1972 Kempowski uns geht’s ja noch gold 282.

flötenlaut

DWB

floeten·laut

flötenlaut , m. ihre anfangs muntern töne giengen nach und nach in immer rührendere noten, immer schmelzendern flötenlaut über. Thümmel 5, 2…

floeten als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von floeten (2 von 2)

Erflöten

Wander

Erflöten Einer will's erflöten, der andere ertrompeten.

verflöten

RhWB

ver-flöten -tə u. -tərə : die Zeit v., vertrödeln, vertändeln Klev-Calcar .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „floeten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/floeten/rhwb?formid=F04685
MLA
Cotta, Marcel. „floeten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/floeten/rhwb?formid=F04685. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „floeten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/floeten/rhwb?formid=F04685.
BibTeX
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