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Ferkel

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Ferkel n.

Bd. 2, Sp. 1190
Ferkel, Freckel n.: 1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Feʳkel (fäÄʳg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], Fäʳkel [BZ-Dernb], Fiʳkel [PS-Gersb], Frickel [KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cheʳ, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Feʳkle, Feʳklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. Barg, für das weibliche s. Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, Milchsäuchen, Butzel, Saubutzel, Wutzchen. Zs. Frühjahrs-, Herbst-, Milch-, Span-, Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waaⁿ 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Feʳkel [PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [KU-Diedk]; vgl. Geschwisterferkel. Er macht sich wie Schitze Feʳkel uf'm Mischt: am Owend hat's noch gefress un morjets war's vereckt [KL-Mackb, verbr. bes. NPf]. Er macht sich wie 's Schitze ehr Freckelche: wie's e Johr alt war, is es zum Säichloch 'Loch in der Stallwand, durch das der Pfuhl abgeleitet wird' enausgekrawwelt, so klein war es geblieben [KU-Schmittw/O]. Er hat e Lewe wie 'm Schitz seiⁿ Feʳkel uf'm Mischt, von einem, dem es gut geht (!) [Kaislt]. Das macht sich wie Schitze Freckel 'Daraus wird nichts' (Der Feldschütz bekam früher öfters ein überzahliges F., das er mit der Flasche ernähren mußte; zumeist ging das F. ein) [KU-Diedk]. a. 1461: 4 gulden ... von 7 stuck losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han [KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. — 2. verächtliche Bez. a. für einen unreinlichen Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. Dreckferkel. Syn. s. Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ZW-Battw]. — b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; Lothr. 144; Els. I 141; Bad. II 70.
3234 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêrkel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Fêrkel , oder Ferklein, des -s, plur. ut nom. sing. ein junges Schwein, bis es ein Vierteljahr alt ist. Anm. Ferkel,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ferkel

    Goethe-Wörterbuch

    Ferkel auch -ck- junges Hausschwein a Stuten und Fohlen zu hüten sei .. ein ganz anderes Wesen als sich mit Kälbern und …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ferkel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ferkel , Schwein von der Geburt bis zum Abspänen.

  4. modern
    Dialekt
    Fërkel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Fërkel [Færkl Lützelstn. Lohr ; Fèərkl Rauw. ] n. junges Schwein, Ferkel: d Fërkle n han ih ne gewäscht un d d Mo h r ha…

  5. Sprichwörter
    Ferkel

    Wander (Sprichwörter)

    Ferkel 1. Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen. Lat. : Quod sus peccavit, succula saepe luit. ( Sutor, 10…

  6. Spezial
    Ferkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fer|kel n. (-s,-) porcel jonn m. , pice porcel m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ferkel

63 Bildungen · 53 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ferkel 2 Komponenten

fer+kel

ferkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ferkel‑ als Erstglied (30 von 53)

Ferkelborn

SHW

Ferkel-born Band 2, Spalte 525-526

Ferkelarme(n)

LothWB

ferkel·armen

Ferkel-arme(n) Pl. Grindorf. die beiden Holzleisten (Arme) am hintern Teile des Wagens, an denen die Bremse befestigt ist.

ferkelden

WWB

ferkel·den

fer-kelden V. [ Arn Mes Olp Alt, verstr. bes. Bch Dor MSauerl] (+ sik ) sich erkälten. ⟨ Part.: - kullen u. - kollen ⟩

Ferkeldunge

WWB

Fer-keldunge f. [ Dor Arn] Erkältung. — Sprichw.: Ne Verkellunge duiert ohne Dokter äinentwintig Dage, met Dokter gnau drai Wiäken ( Arn Hg)…

Ferkelei

RhWB

Ferkelei -əlę·i. Trier ; -əlsərę·i. Bitb Sg. t. f.: Unsauberkeit; widerliches Benehmen.

ferkelglocke

DWB

ferkel·glocke

ferkelglocke , f. was sauglocke, rülps, ructus: so wirst du keine lust bei leuten auch verderben, wenn du die ferkelglock hübsch ofte schläg…

Ferkelkaninchen

Campe

ferkel·kaninchen

Das Ferkelkaninchen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei Einigen die Benennung eines kleinen vierfüßigen Säugethieres, das einem Kaninchen ähnl…

ferkelkraut

DWB

ferkel·kraut

ferkelkraut , n. dasselbe, auch hyoseris und hippochaeris: Theod. Gaza hat es porcelliam verdolmetschet und dieweil es bei uns Teutschen kei…

Ferkelratte

Meyers

ferkel·ratte

Ferkelratte ( Capromys Desm .). Nagetiergattung aus der Familie der Trugratten, Tiere mit kurzem, dickem Leib und Hals, mittelgroßen, fast n…

Ferkelsbett

RhWBN

ferkel·s·bett

Ferkels-bett n.: Tragsack des Schweines, auch Ottw-Scheuren , Saarbg-Schoden .

Ferkel(s)händler

PfWB

ferkel·s·haendler

Ferkel(s)-händler m. : 'wer mit Ferkeln handelt', Ferkelhännler [ LU-Opp ], Ferkels-, Freckels-, s. Ferkel [verbr.]. Südhess. II 526 . —

Ferkel(s)handel

PfWB

ferkel·s·handel

Ferkel(s)-handel m. : 'Handel mit Ferkeln', Feʳkelhann(e)l [verbr.], Feʳkels- [ KU-Brück ZW-Battw ]. Iwwer'm F. werd Geld verdient [ ZW-Batt…

ferkel als Zweitglied (10 von 10)

Bigg (Ferkel)

Wander

Bigg (Ferkel) Bigg (Ferkel). Wenn di 't Bigg anbaden wurd, denn musst du de Sack ree hebben. ( Ostfries. ) [Zusätze und Ergänzungen] 2. Bigg…

Märzenferkel

Wander

maerzen·ferkel

Märzenferkel Märzenferkel, Märzenfohlen alle Bauern haben wollen. – Boebel, 84; Orakel, 338.

Mittwochsferkel

Wander

mittwochs·ferkel

Mittwochsferkel Mittwochsferkel sind verloren. Der Mittwoch und mit ihm der Freitag sind nach dem Volksglauben die rechten Unglückstage unte…

Saugefêrkel

Adelung

sauge·ferkel

Das Saugefêrkel , des -s, plur. ut nom. sing. ein junges Ferkel, welches noch sauget; im gemeinen Leben Sogferkel.

schildferkel

DWB

schild·ferkel

schildferkel , n. so bei Adelung und Campe für nld. schildverken, ein gürtelthier, s. Oken 7, 869 . Nemnich hat schildferken.

spanferkel

DWB

span·ferkel

spanferkel , n. ein junges noch saugendes oder eben abgesetztes schwein: spän - ferkel, porcellus nefrens, delicus, a mammis depulsus, oder …

Strassenferkel

Wander

strassen·ferkel

Strassenferkel Es ist ein Strassenferkel. Von einer ebenso faulen als schmuzigen Weibsperson, die sich geschäftslos auf Markt und Strassen h…

Stubenferkel

Wander

stuben·ferkel

Stubenferkel Stubenfaggadln und Andlkinna wed'n nicks nutz. ( Steiermark. ) – Firmenich, II, 769, 139. Stubenferkel und Grossmütterkinder we…