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Ferkel

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Ferkel

Bd. 1, Sp. 982
Ferkel 1. Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen. Lat.: Quod sus peccavit, succula saepe luit. (Sutor, 108.) 2. Ba der Fiärken viel sint, wärt de Drank dünne. (Iserlohn.) – Woeste, 67, 49. 3. Das Ferkel legt sich nieder, so man ihm an dem Bauche kratzt. – Eiselein, 166. 4. De Farken könnt nich lidn, watt de Mutte verschuldet hett. – Eichwald, 475. 5. Een schorfiget Farkel ward oft dat beste Schwîn. (Ostpreuss.) – Frischbier, 177. Ein schorfiges Ferkel wird das beste Schwein. 6. Ein Ferkel von einem Monat und eine junge Gans von drei ist ein königlich Essen. Holl.: Neem biggen van ééne maand, en eene gans van drie. (Harrebomée, I, 201.) 7. Ein reines Ferkel wird selten fett. – Winckler, II, 76. 8. Ferkel sind Ferkel, und zieht man ihm eine Chorkappe an, legt es sich doch in den Dreck. – Simrock, 2391. Holl.: Men kan een varken geene reinheid leeren. (Harrebomée, II, 360.) 9. Friedlicher Ferkel haben viele Platz in Einem Stalle. 10. Ich bî hinte (heunte) nich wî a Farkel schloafen gegangen, sagte die Magd, 's hôt mich a Junggeselle geharzt. (Schles.) – Frommann, III, 417, 635. 11. Man kann dat Farken nig in Sak kôpen. (Holst.) – Schütze, I, 308. Man muss beim Handel vorsichtig sein. 12. Man kann eher ein Ferkel am eingeseiften Schwanz halten, als einen Juristen am Jus. 13. Man muss das Ferkel nicht in der Tasche kaufen. 14. Me süht, dat en blend Ferken en Eikel fend. (Meurs.) – Firmenich, I, 403, 171. 15. Oft muss das Ferkel entgelten, was die Sau verdient. 16. Van Fickeln werd Süe (Säue), von Kinnern werd Lüe. (Büren.) 17. Viel Fiärken maket den Speil (Spülicht) dünne. (Soest.) – Firmenich, I, 348, 12. Viel Ferkel machen den Trank dünne. (Körte, 1350.) Viel Erben machen kleine Erbschaften. Holl.: Daar de varkens veel zijn, valt de spoeling dun. (Harrebomée, II, 358.) 18. Wêne dat Fickeln eboen werd, de hâle den Sack up. (Hannover.) – Schambach, 197. Wenn das Ferkel geboten wird, soll der Sack bereit sein. (Luther, 453; Simrock, 2389; Körte, 1349.) Wem die Gelegenheit kommt, der muss sie rasch ergreifen. Holl.: Als men dat verken biet, sal die sac reet sijn. (Tunn., 5, 16.) Lat.: Dum sus prebetur, tunc saccus promptificetur. – Saccus erit promptus, dum prebetur tibi porcus. (Fallersleben, 95.) 19. Wenn das Ferkel satt ist, stösst es den Trog um. – Simrock, 2392. 20. Wenn das Ferkel träumt, so träumt's von Träbern. – Simrock, 2390. Holl.: Als dat varken droomt, zoo is't van draf. – Het varken droomt van een' drek. (Harrebomée, II, 359.) Lat.: Somnia pro siliquis sus cernit quando quiescit. (Fallersleben, 110.) 21. Wenn Een 't Varkn ba'n ward, mutt de Sack apen stan. (S. 18.) 22. Wenn ein Ferkel reist nach Wien, kommt's zurück, so ist's ein Schwîn. 23. Wenn man das Ferkel auch einen Vogel nennt, es bleibt doch ein Schwein. Holl.: Men mag een varken een vogeltje noemen, het is en blijft een zwijn. (Harrebomée, II, 360.) 24. Wenn man ein Ferkel anrührt, so schreit es. Frz.: Qui touche le fan de la truie, tant soit petit, il grogne et crie. (Leroux, I, 133.) 25. Wenn man ein Ferkel beim Schwanz nimmt, so schreien sie alle. Holl.: Trekt men één varken bij den staart, dan schreeuwen zij allen. (Harrebomée, II, 360; Bohn I, 339.) 26. Wer das Ferkel haben will, muss den Sack aufheben. – Eiselein, 166. Lat.: Beneficium invito non datur. (Altdorf, 72; Binder II, 334; Seybold, 53.) – Officium ne collocaris in invitum. (Philippi, II, 63.) 27. Wer reine Ferkel finden will, der such' am ersten April. Engl.: There are not sweet onions, nor white pigs. 28. Wie kommt's, sagte das Ferkel zu seiner Mutter, dass dein Rüssel so lang ist? Wart' nur, mein Kind, sagte sie, du kommst nach. Die Neger in Surinam, um zu sagen: Wart' nur, es wird alles werden. Gut Ding will Weile haben u.s.w. 29. Wo der Ferkel viel sind, da ist das Gespül dünn. – Simrock, 2393. 30. Das Ferkel im Sacke kaufen. – Frischbier, 177a. 31. Ein blindes Ferkel hat eine Eichel gefunden. Frz.: Ce n'est pas mal visé pour un borgne. 32. Er wird das Ferkel wol waschen. Die Sache in Ordnung bringen. Holl.: Dat varken zal zich wel wasschen. (Harrebomée, II, 358.) 33. Junge Ferkel an kêne âle. (Bolkenhain.) Wenn die Erziehung verwaister Kinder vernachlässigt wird. 34. Met fîsten Fearken locken. (Westf.) Jemand beschwatzen. 35. Sie hat die Ferken genommen und die Sau liegen lassen. 36. Wat lopen de Färkes weer döör 't Korn! (Kleve.) – Firmenich, I, 382, 36. Was laufen die Schweine wieder durch das Korn! Um zu sagen: Was bist du wieder ausgelassen. [Zusätze und Ergänzungen] 37. Aus einem Ferkel wird eine Sau. (Oberösterr.) 38. Besser Ferkel ziehen als Kinder. 39. Ess musen dy ferklen engelten, wass dye save (saw) verpracht hatt. – Hofmann, 30, 46. 40. Mer soll de Ferke ken Ruse streuen. (Berndt.) 41. Wenn man das ferckel blät, sol man den Sack zuhalten. – Luther's Werke, 14. 42. Wo sich Ferkel baden, kann man kein Trinkwasser schöpfen. Die Armenier: Seit meine Kinder sich vermehrt haben, sagte das Schwein, kriege ich nirgends mehr reines Wasser zu trinken. (Ausland, 1871, S. 403.)
5097 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêrkel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Fêrkel , oder Ferklein, des -s, plur. ut nom. sing. ein junges Schwein, bis es ein Vierteljahr alt ist. Anm. Ferkel,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ferkel

    Goethe-Wörterbuch

    Ferkel auch -ck- junges Hausschwein a Stuten und Fohlen zu hüten sei .. ein ganz anderes Wesen als sich mit Kälbern und …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ferkel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ferkel , Schwein von der Geburt bis zum Abspänen.

  4. modern
    Dialekt
    Fërkel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Fërkel [Færkl Lützelstn. Lohr ; Fèərkl Rauw. ] n. junges Schwein, Ferkel: d Fërkle n han ih ne gewäscht un d d Mo h r ha…

  5. Sprichwörter
    Ferkel

    Wander (Sprichwörter)

    Ferkel 1. Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen. Lat. : Quod sus peccavit, succula saepe luit. ( Sutor, 10…

  6. Spezial
    Ferkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fer|kel n. (-s,-) porcel jonn m. , pice porcel m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ferkel

63 Bildungen · 53 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ferkel 2 Komponenten

fer+kel

ferkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ferkel‑ als Erstglied (30 von 53)

Ferkelborn

SHW

Ferkel-born Band 2, Spalte 525-526

Ferkelarme(n)

LothWB

ferkel·armen

Ferkel-arme(n) Pl. Grindorf. die beiden Holzleisten (Arme) am hintern Teile des Wagens, an denen die Bremse befestigt ist.

ferkelden

WWB

ferkel·den

fer-kelden V. [ Arn Mes Olp Alt, verstr. bes. Bch Dor MSauerl] (+ sik ) sich erkälten. ⟨ Part.: - kullen u. - kollen ⟩

Ferkeldunge

WWB

Fer-keldunge f. [ Dor Arn] Erkältung. — Sprichw.: Ne Verkellunge duiert ohne Dokter äinentwintig Dage, met Dokter gnau drai Wiäken ( Arn Hg)…

Ferkelei

RhWB

Ferkelei -əlę·i. Trier ; -əlsərę·i. Bitb Sg. t. f.: Unsauberkeit; widerliches Benehmen.

ferkelglocke

DWB

ferkel·glocke

ferkelglocke , f. was sauglocke, rülps, ructus: so wirst du keine lust bei leuten auch verderben, wenn du die ferkelglock hübsch ofte schläg…

Ferkelkaninchen

Campe

ferkel·kaninchen

Das Ferkelkaninchen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei Einigen die Benennung eines kleinen vierfüßigen Säugethieres, das einem Kaninchen ähnl…

ferkelkraut

DWB

ferkel·kraut

ferkelkraut , n. dasselbe, auch hyoseris und hippochaeris: Theod. Gaza hat es porcelliam verdolmetschet und dieweil es bei uns Teutschen kei…

Ferkelratte

Meyers

ferkel·ratte

Ferkelratte ( Capromys Desm .). Nagetiergattung aus der Familie der Trugratten, Tiere mit kurzem, dickem Leib und Hals, mittelgroßen, fast n…

Ferkelsbett

RhWBN

ferkel·s·bett

Ferkels-bett n.: Tragsack des Schweines, auch Ottw-Scheuren , Saarbg-Schoden .

Ferkel(s)händler

PfWB

ferkel·s·haendler

Ferkel(s)-händler m. : 'wer mit Ferkeln handelt', Ferkelhännler [ LU-Opp ], Ferkels-, Freckels-, s. Ferkel [verbr.]. Südhess. II 526 . —

Ferkel(s)handel

PfWB

ferkel·s·handel

Ferkel(s)-handel m. : 'Handel mit Ferkeln', Feʳkelhann(e)l [verbr.], Feʳkels- [ KU-Brück ZW-Battw ]. Iwwer'm F. werd Geld verdient [ ZW-Batt…

ferkel als Zweitglied (10 von 10)

Bigg (Ferkel)

Wander

Bigg (Ferkel) Bigg (Ferkel). Wenn di 't Bigg anbaden wurd, denn musst du de Sack ree hebben. ( Ostfries. ) [Zusätze und Ergänzungen] 2. Bigg…

Märzenferkel

Wander

maerzen·ferkel

Märzenferkel Märzenferkel, Märzenfohlen alle Bauern haben wollen. – Boebel, 84; Orakel, 338.

Mittwochsferkel

Wander

mittwochs·ferkel

Mittwochsferkel Mittwochsferkel sind verloren. Der Mittwoch und mit ihm der Freitag sind nach dem Volksglauben die rechten Unglückstage unte…

Saugefêrkel

Adelung

sauge·ferkel

Das Saugefêrkel , des -s, plur. ut nom. sing. ein junges Ferkel, welches noch sauget; im gemeinen Leben Sogferkel.

schildferkel

DWB

schild·ferkel

schildferkel , n. so bei Adelung und Campe für nld. schildverken, ein gürtelthier, s. Oken 7, 869 . Nemnich hat schildferken.

spanferkel

DWB

span·ferkel

spanferkel , n. ein junges noch saugendes oder eben abgesetztes schwein: spän - ferkel, porcellus nefrens, delicus, a mammis depulsus, oder …

Strassenferkel

Wander

strassen·ferkel

Strassenferkel Es ist ein Strassenferkel. Von einer ebenso faulen als schmuzigen Weibsperson, die sich geschäftslos auf Markt und Strassen h…

Stubenferkel

Wander

stuben·ferkel

Stubenferkel Stubenfaggadln und Andlkinna wed'n nicks nutz. ( Steiermark. ) – Firmenich, II, 769, 139. Stubenferkel und Grossmütterkinder we…