ERWÄHLEN vb. ahd. irwellen,
mhd. erweln.
mnd. erwēlen;
nnl. erweelen.
präfixbildung zu wählen
vb. –
älterer wortgebrauch ist z. t. beeinflußt von lat. eligere
vb. –
gegenwartssprachlich nur noch gehoben, überwiegend in der bed. 2
gebraucht. 1
auswählen, sich unter zwei oder mehreren möglichkeiten für jmdn., etwas entscheiden. a
jmdn. für ein amt, eine aufgabe bestimmen, zu etwas ernennen: ⟨790/802⟩
(der abt, der einen priester oder diakon weihen lassen will,) fona sinem ervvelle, der vvirdiger si euuarttvam kepruhchit vvesan
(de suis elegat, qui dignus sit sacerdotum fungi) benediktinerregel 271,20 S. ⟨u1170⟩ der kaiser erwelte im selbe/ zehenzec tusent helde,/ di sin in allen citen huͦten Konrad
rolandslied 7871 W. 1278 nach vnser schidelævt berihtvng, di ich vnt min brvder dar zv haben erwelt, vnt benant
corp. altdt. originalurk. 1,326 W. ⟨u1328/38⟩ sint gesc. stet: wa zwen kriegen, die sal man bringen fur den keiser, der sal ir recht verhorn, vnd sal sie scheiden mit der wisen lute rate, die er hat irwelt
keyserrecht 237 E. ⟨1476⟩ bittende konigliche maiestat, so alsz dy en zcum houptman .. gesatzt hette, zo were her zo swach und krank, das her das ampt nicht vorstehn kunde, .. das seyne gnade eynen andern, der dem lande nutze were, welde erwelen
acten ständetage Preussen 1,407 Th. 1555 es werden vnder einem jeden hauffen vil trabanten gehalten, .. die erwoͤlt jhme ein jeder selbs seins gefallens, deren ampt vnnd beuelch ist, das sie mitt jhren hellenpartten jeder zeyt bey jhrer herrschafft seyen Fronsperger
kriegß regiment 54a. 1614 die geleitter, denen die wägen befohlen, daß sie dieselbige allezeit in gebührlicher ordnung .. behalten .. zu diesem ampt soll ein general nur dapffere vnd arbeitsame leuthe erwehlen de Bry
59. 1791 wenn die interessenten über den betrag der zulage sich nicht vereinigen können, muß selbige durch vereidete, von beyden theilen zu erwählende sachverständige .. bestimmt werden
allg. gesetzb. preuß. staaten 2,3,653. 1887 wenn
(papst) Gregor, nachdem er seinem legaten
(Bonifatius) solche aufgaben gestellt, nun auch dessen sächsische missionspläne billigte und ihm gestattete, schon bei lebzeiten einen nachfolger zu erwählen Hauck
kirchengesch. 1,457. 1945 zur zeit erwählt ihr
(könig Wilhelm III. von England) eure minister auf grund ihrer verdienste und fähigkeiten, ohne ansehen ihrer partei. einen whig hier, einen tory dort
Shaw, politik 41 T. b
etwas unter einer größeren menge prüfend, abwägend aussuchen, auslesen: hs.A9.jh. aruuelitun dea guotun
(fische) in iro faz, dea ubilun auuar uurphun uz
(elegunt bonos in uasa, malos autem foras miserunt Matth. 13,48) monsee fragments 10,19 H. ⟨1172⟩ dô diu cheiserinne,/ .. zuoversiht der werlte,/ ir den sal erwelte/ dâ si wolte erschînen/ bî den heiligen wîben priester Wernher
1418 W. ⟨u1210⟩ do wir zwo vuoren von Irlant,/ do hæten wir zwo zwei gewant./ diu hæten wir uns beiden/ erwelt und uz gescheiden/ von anderm gewande,/ .. zwei hemede wiz alsam ein sne Gottfried
412808 R. 1328 ich han auch mir erwelt mein begrabnusse mit sampt meiner hausvrowen, div desselben auch gert von hertzen datz dem oftgenanten goteshaus ze Hohenfuert
urkb. ob d. Enns (1852)5,504. 1472 als Maro schreibt, do ein essen auff das ander wirt hergetragen, vnd magst nit gewissen, was du vor dem anderen erwelen vnd essen solst, .. bey sollcher vnmeßiger wirtschafft ist groß sorg, muͦe vnd arbeit Eyb
dt. schr. 1,76 H. ⟨1518⟩ die ubertretung des ersten gebots .. wer sein wergk unnd leben nach
(astrologisch) erwehleten tagen, hymelstzeichen und der weissagern duncken richtet Luther
w. 1,252 W. 1669 wie nun jeder gesandte köstliche geschenke empfieng, so erwählte er nichts anders als ein altes hebräisches bibelgen
zeitverkürzung vor reisende 381. 1761 Hams nachkommen .. erwähleten sich die arabischen und persischen meerbusen zu ihren wohnstellen
Schlözer, handlung 106. 1803 weil von den schönenden materien immer etwas im weine zurückbleibt, so muß man solche dinge hierzu erwählen, welche dem menschlichen körper nicht schädlich werden können Riem
getränke 147. 1860 Judas habe die nacht erwählt zum verrath, weil er bei tage .. sich geschämt haben würde, Jesum mit einem kuß zu verrathen Harms
pred. evangelien 297. 1941 eine erschöpfende schaufensterprüfung
(vor dem einkauf) hat bereits stattgefunden. wahl und preisfrage sind entschieden. jetzt stößt man zielsicher auf das erwählte los
berlinb. 72 W. –
im part. prät. im übergang zur lexikalisierung, ‘
ausgesucht, erlesen, besonders gut’: hs.E12.jh. als sih der herre
(der priester) berihte/ got ze flegen in dem gwante,/ erwelte mirren er brante,/ tymiama vnde wiroͮh priester Wernher
D1840 W. ⟨u1277⟩ er was geheizen Eufrosîn,/ und lac an im witz und vernunst./ von arzenîe erwelte kunst/ sîn herze vinden kunde Konrad v. Würzburg
Pantaleon 140 ATB. u1466 alle ding die ir opffert von den zehenden vnd schait in die gaben gotz: die werden die bessten vnd die derweltsten
(optima et electa erunt) 1. dt. bibel 4,72 LV. ⟨v1510⟩ brauch die erwoͤlten vnd kostlichen spysen als du
(der reiche mann) gewont hast, dann anders magstu nit Geiler
pater noster (1515)I5b. 1642 die schnee=weissen lilien jhrer erwehlten stirne, waren vor schmertzen fast welck worden Zesen
rosen-wälder 67. 1774 in den traditionen unsrer ältesten geschichte .. das hirtenleben im schönsten klima der welt, .. welch ein erwählter garten gottes zur erziehung der ersten, zartesten menschengewächse! Herder
5,480 S. 1907 Einhart sah, daß es ein vornehmes fräulein war .. sie
(hatte) eine ganz erwählte, stille rede C. Hauptmann
Einhart 1,151. c
sich etwas vornehmen, zum ziel setzen, sich für eine bestimmte lebensform u. dgl. entscheiden auch sich jmdn. zum vorbild nehmen: 863/71 oba ih thaz irwellu, theih sinaz
(Ludwigs des Deutschen) lob zellu,/ zi thiu due stunta mino, theih scribe dati sino:/ ubar mino mahti so ist al thaz gidrahti Otfrid
L9 E. ⟨v1022⟩ vueg uuârheite iruueleta ih, dâr-ana ze gânne Notker
3,3,880 ATB. ⟨1215/6⟩ wâ ist nu stæt bî unser zît?/ diu werlt hât erwelt strît,/ erge, lüge, spot, haz, nît, zorn:/ die tugende sint nu gar verlorn Thomasin
2460 R. ⟨2.h14.jh.⟩ daz ist allein in dem menschen der sich got zuͦ male gelassen hat und sin selbes zuͦ male uz gegangen ist .. und in dem lat er daz boͤse und erwelet daz guͦte
b. v. geistl. armuth 30 D. hs.u1480 erwelle dir selbs iij meister, die du alle zit vor ougen habest, on deren rot du niemer lebest vß dir selbs
franziskan schrifttum 1,159 R. 1523 das auch ein yede hantyerung .. einem yedem dester ee zuͦ erwoͤlen und anzuͦnemen ist, so vil sye zuͦ gemeynem der nechsten nutz und noturfft dyenstlicher und fürderlicher ist Bucer
I 1,59 S. 1673 weilen er ihme das studium medicum vor allen andern zu seinem zweck erwehlet, hat er .. derer herren professorum .. collegia mit unverdrossenem fleiß besuchet Stenger
leich sermon D4a. 1771 herr Hirzel, der sich die arzneikunst zu seinem beruf erwehlt hat Rickmann
arzneiwiss 208. ⟨1874⟩ du liebtest nicht der feste lärm und gaffen,/ erwähltest dir daheim ein stilles schaffen Busch
6,271 N. 1973 bis zu jener sogenannten mittleren reife, die voraussetzt, daß im laufe eines tätigen lebens die volle reife im sinne des erwählten berufes .. erreicht werde Hildesheimer
Masante 1087. – den, das bessere teil erwählt haben
u. ä. ‘sich (entgegen dem äußeren anschein) richtig entschieden haben’.
im anschluß an Luk. 10,42: ⟨1264⟩ unde dâ von lesen wir .. in dem heiligen êwangeliô: ‘Marîâ hât den besten teil erwelt, der wirt ir niemer benomen’
(bearbeitung) Berthold v. Regensburg
1,549 P./ S. ⟨1377⟩ obbe dan got wrt zvͦ dir sprechenda, dar koch habbe das besser deil v́rwellet Merswin
fünfmannenb. 70 ATB. ⟨1493⟩ er
(Christus) antwurt ir gar demuͤtigklich, das ir schwester den besten teil het erwelet Marquart v. Stein
ritter v. Turn (1498)h6b. ⟨1678⟩
(gedicht auf eine verstorbene:) drumb hast Maria du das beste theil erwehlt/ ja wol! das beste theil, du hast den schatz gefunden Mühlpforth
ged. (1686)1,3,326. 1801 Berta! du hast das beßre teil erwählt,/ die keusche braut des himmels willst du werden Schiller
9,145 nat. 1926 für jede sei freilich das kloster nichts, und ihr, der Hochbichlerin, dünke es, daß Katharina doch das bessere teil erwählt habe
(das weltliche leben) Scholz
Perpetua 139. 1995 das bessere
(selten:) den besseren t[eil] erwählt, gewählt haben
Duden wb. dt. spr. 27,3364c. d
sich jmdn. zum partner, freund wählen, nehmen; häufig eine frau erwählen
u. ä. ‘heiraten’.
z. t. mit nähe zu 2: ⟨u1180⟩ sî
(die frauen) habent benamen einen site/ .. den sî ze gesellen kiesent/ unde in ze liebe erwelent/ daz sî dâ mite entwelent/ unz sichs diu werlt verstêt Hartmann
büchl. 21,1577 H. ⟨1260/80⟩ sît mîn herze erwelt hât/ Tandareis vür alle man Pleier
Tandareis 15797 K. ⟨14./15.jh.⟩ do die knaben die schönen tochtren sachend, do erwalten sy inen husfrowen
historienbibeln 1,126 LV. 1472/3 ich hab mir ein schöne iunckfrawen nicht ferr von hier funden, vnd mir zuͦ einem weyb erwelet Schlüsselfelder
decameron 658 LV. ⟨1529⟩ die heyden sagen, man sol einen nicht leichtlich zum freunde erwelen, man habe yhn denn lang zu uor etliche iar versucht Agricola
sprichw. (1534)K2b. 1647 wenn ihr gesinnet seydt,/ zum dritten mann ihn zu erwehlen Dach
ged. 1,200 Z. ⟨1711⟩ wie denn bey nahe kein handwercksmann eine andere als eine solche
(ehrbare frau) zu seiner frau erwehle
Misson, reise nach Italien (1713)311. 1849 doch konnte kein zweifel sein, daß die, welche er zur
(schützen-)königin nähme, auch die erwählte seines herzens sei Kinkel
erz. 248. 1973 Frickes erwählte
(ehefrau) heißt doch wohl anders, wahrscheinlich ist sie die schwester von Fötterle Hildesheimer
Masante 1089. e
wie ein funktionsverb gebraucht in wendungen wie flucht, weg, mittel erwählen
u. ä., ‘ergreifen’
u. ä.; im anschluß an c: 1647 im widrigen fall hette er .. das jus migrandi lieber erwehlen, als einen solchen solaecismum begehen sollen Seifert
Spee, gewissensb. 130. 1762 deswegen bin ich .. autorisiret, härtere mittel zu gebrauchen, .. jedoch muß man sich hüten, solche mittel zu erwählen, die den land=mann ausser stand setzen, die wirthschaft fortzusetzen Platen
husar 96. 1830 auf welchen
(grundsatz) wir
(der kurfürst) alle und jede von uns zu erwählende maasregeln abgezweckt seyn lassen
in: Pölitz
regierung 1,25. 2
jmdn. in besonderer weise vor anderen auszeichnen, auserwählen überwiegend religiös, durch göttliche gnade zum heil, zum erben gottes ausersehen, vorbestimmen. im anschluß an lat. eligere, electus: hs.A9.jh. auuar aruuelite
(textfragment, zu Matth. 22,14: multi autem sunt vocati, pauci vero electi) monsee fragments 16,3 H. 863/71 afur zalta in druhtin thaz, thaz er ist lioht irwelitaz,/ joh sinero dato unlastarbarig thrato Otfrid
III 17,67 E. ⟨v1022⟩ vuanda truhten eruueleta sîna ecclesiam, er foreuueleta sia, ze anasidele imo selbemo
(quoniam elegit dominus Syon) Notker
3,3,980 ATB.hs. 12.jh. ich gloube, daz er
(Christus) zero hello fur unde dar uz losta, die er imo erwelet habeta
benediktbeurer glaube I 53,10 S. ⟨2.h13.jh.⟩ won e er
(gott) ie mentschen geschuͦf, do hatt er ir
(Marias) leben geordnet und hatte si erwelt ze ainer muͦter. da von hatte der wissag Ysaýas vor lange gewissaget
st. georgener prediger 158 DTM. hs.A14.jh. phaffen sint erwelte gotes kint,/ wan sie got di nehsten sint
kl. mhd. erz. III 110,7 DTM. 1533 er
(gott) hat jn
(Moses) auserkoren zum heiligen stand, vmb seiner trew vnd sanfftmut willen, vnd aus allen menschen erwelet Luther
bibel 12,270 W. 1791 der glaube an eine göttliche begeisterung und sendung war allen diesen religionen gemein, .. wahrscheinlich wirkte dies alles .. so tief auf seine
(Mohammeds) seele, daß er .. sich, den ausgezeichneten mann erwählt glaubte, die religion seiner väter in lehren und pflichten wiederherzustellen Herder
14,426 S. 1874 die aus der christlichen weltanschauung hervorgehende religiöse reflexion, daß gott uns, die christliche gemeinde des gottesreiches, vor gründung der welt erwählt hat Ritschl
rechtfertigung (1870)3,260. 1972 wer wird
(im jenseits) erwählt, wer wird verworfen? wer hat das richtige bewußtsein? das sind fragen, an denen die mehrheit verzweifelt Amery
ende 86. –
häufig substantiviertes part. prät., bes. im plur., die auserwählten: ⟨v1022⟩ du
(gott) chade ouh. ih peneimda minen iruueleten erbescrift Notker
3,2,631 ATB. ⟨u1235⟩ Dâvît der erwelte gots/ was ein kemphe sîns gebots Rudolf v. Ems
Alexander 16123 LV. ⟨u1300⟩ so kumt der gotes sun un̄ sizzet ûf den stuͦl siner magencrefte .. un̄ swenne dc beschiht, so stellet er die erwelten ze der gerehten hant, un̄ die ferdampnoten ze der linggen hant
dt. pred. 1,140 G. 1483 der weise Salomon spricht, das kaͤin mensch enwiß, ob er gots liebe oder seines zornes wirdig sey, das ist, nyemant waͤiß, ob er der erwelten oder der verworfen ist
b. d. zehen gepot 49b. ⟨1596⟩ must derwegen halten vnd glaͤuben, daß gott anders im euangelio rede, vnd lasse den verstossenen so baldt, als den erwehlten seine gnad vnd barmhertzigkeit .. anbieten Ph. Nicolai
t. schr. (1617)3,17. 1792 wie kann ich mit dir zürnen .. wie kann ich dich verstoßen, du erwählter des schicksals! Goethe
dr. (1788-99) 1,1,33 ak. 1954 sie
(wunder) sind aufzufassen .. als gnadengaben, .. wie gott sie den von ihm zu zeugen seiner herrlichkeit erwählten zuteil werden läßt Hirsch
ev. theol. (1949)5,381. 3
jmdn. durch ein wahlverfahren, durch abstimmung in ein amt wählen. hauptgebrauch, im 20. jh. veraltend: ⟨790/802⟩
(es soll derjenige zum abt eingesetzt werden,) den iru eocohuuelih ebankeherzida samanunc .. teil dohdoh luzzilaz dera samanunga heilicorin kerate eruuelit
(quem sibi omnis concors congregatio .. siue pars quamuis parua congregationis saniore consilio elegerit) benediktinerregel 274,27 S. ⟨u1147⟩ diu rîche stuonden lære./ die kuonen Romære/ rewelten sancte Elenen sun,/ den tiuren Constantînum
kaiserchr. 7808 MGH. 1287 wir setzen ovch daz der stat jnsigel, mit fvmf sluzzeln beslozzen si, der svln vier, vier vz den genanten haben, swelh darzv mit gemeinem rat erwelt werden, den fvmften sol haben vnser rihter
corp. altdt. originalurk. 2,251 W. ⟨1337⟩ dô kâmen im der maͤre,/ das sîn vater
(Vespasian) waͤre/ gemeinlich erwelt von dem senât/ ze keiser Konrad v. Ammenhausen
15135 V. 1451 anno domini 1451 hat das cappitel von Basel einhelliklichen erwelt zem obersten hoͧbt und zem bischoff meister Arnolt von Roperg den tuͦntechan uff der stiff; on zweigung beschach die kurr
basler chr. 4,306 V. 1519 in diser zeit ward in der verwalltung nach absterben des babsts Adrianus des babstumbs Alexander, der drit des namens .., wölcher von zwölff cardinalen ordenlich erwelt ward
volksbüchl. kaiser Friedrich 253 P. 1695 nur vor 32. jahren wurde Dännemarck noch regieret von königen, welche zu erwählen die unterthanen ins gemein das recht hatten; so gar, daß auch das geringe bauren=volck ihre wahl=stimmen geben mochte
Molesworth, Dännemarks staat H1a. 1731 schreibet sich der kayser erwählter römischer kayser, entweder dadurch anzuzeigen, daß er die römische oder päbstliche .. kayserliche crönung noch nicht empfangen habe, oder aber zum eigenen bekanntnus, daß er nicht durch ein erb=recht, sondern durch freye wahl zur kayserlichen und teutschen crone gelanget seye Moser
compendium 107. 1882 in der union tritt .. noch die forderung hinzu, dass der ins repräsentantenhaus erwählte einwohner des staates sein muss, in dem seine wahl stattgefunden hat Jellinek
staatenverbindungen 284. 1953 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war natürlich ein höchst ungefüges gebilde mit .. seiner unzahl von fürsten .., die zwar die autorität des von ihnen erwählten kaisers anerkannten, aber nur ungern ihn .. unterstützten Sell
tragödie 22. 4
etwas auf sich nehmen, in kauf nehmen, vorziehen. selten bezeugt: 863/71 ist filu manno wuntar, thaz zellu ih hiar nu suntar,/ ziu
(aus welchem grund) druhtin hiar in woralti thes kruzes tod irweliti Otfrid
V 1,2 E. ⟨1240/50⟩ min muͦt daz truren hat erwelt/ und die vræude lan gevarn Ulrich v. Türheim
Rennewart 15294 DTM. ⟨n1393⟩ ebe sie iren willen iemer darin woltent gegeben, das der Gruͤnewert
(kloster) den Johanseren wurde, so woltent sie e vil lieber erwelen, das er verbrante
gottesfreund v. Oberland 171 R. 1520 dann wiewol dyn herr, wie du
(das schaf) klagst, dich milckt vnd beschirt, so .. ist vil mer zu erwelen, die milch vnd die woll hin geben, weder
(in der freiheit) mit allen dingen das leben verlieren
spiegel d. wyßheit 33a. 1607 so muß man in dem fall allezeit die geringste vngelegenheit erwehlen Wormbser
vestung bauwen 53. 1724 villmehr erwölle ich den todt als diese
(vom vater aufgezwungene) vermählung Stranitzky
haupt- u. staatsaktionen 1,113 WLV. ⟨1767⟩ glorreiche schatten
(gefallene krieger)! ihr,/ die ihr den tod, doch nicht die sklaverey,/ erwählen konntet!
theater d. Deutschen (1766)7,137. – von zwei übeln das kleinere erwählen
u. ä., ‘vorziehen’.
im anschluß an Plato, Protagoras, auch Cicero, de officiis: ⟨v1584⟩ daß man dardurch aͤrgers verhuͤten kuͤnde, vnd also billich inter duo mala quod minus est, erwoͤhlen solle Burgkard
avtonomia (1586) 2,14a. 1634 da nun der rath vnd bürger sahen, daß da nicht länger zu warten, wolten sie auß zweyen vbeln das leydenlichste erwöhlen Gottfried
hist. chr. (1630)8,32. 1710 so habe er aus zweyen ubeln das kleineste erwehlen, und den friede ergreiffen müssen Uhse
Friederich Wilhelm 896. 5
jmdn. adoptieren, an kindes statt annehmen. im anschluß an lat. adoptare
vb.; vgl. erwünschen
vb. 1.
selten bezeugt: hs.2.h14.jh. der
(ausgesetzter kinder) gap her
(der könig) eczlichis den richin und den ediln, di ko keyne kint hattin, in irwelte kindir iris erbis
Marco Polo 40 DTM. 1516 also erbt ein yegklich kindt sein vatter, vnd moͤcht keiner kein adoptieren vnd vßwoͤlen, so er andere kindt hett, wann sie würden ires teyls beraubt, der dem erwoͤlten kindt würde Brant
clagspiegel 48a. 1668 kinder, so erwehlt und adoptiret seynd, werden zum abtrieb
(anfechtung aufhebung von rechtsverhältnissen) nicht zugelassen, dan dieselbige seind keine natürliche blutsverwandten
landrecht Trier 84.Albrand/Arbeitsstelle