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Dichter

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Dichter

Bd. 2, Sp. 1180
Dichtermit über 1000 Belegen etwa viermal häufiger als ‘Poet’ (entspr dem zeitgenöss Sprachgebrauch, vgl Adelung); weit üb die Hälfte der Belege in grundsätzl Äußerungen (A2), auch üb ästhet u schaffenstheoret Fragen, die hier vielfältiger u konsequenter zur Sprache kommen als bei den wesentl seltener belegten Wörtern ‘Dichtung’, ‘Dichtkunst’ u ‘dichten’. Die Reflexion nimmt Elemente der zeitgenöss theoret Diskussion auf u ist zT in die Dichtung selbst verlegt: üb ein Viertel des Materials findet sich in poetischen Texten, traditionsgemäß häufig in Ged. Der Lyriker ist mehrf Paradigma des Dichters schlechthin (‘Sänger’ als Var u im Wechsel mit ‘Dichter’; Kontext-Wörter wie ‘Lied’, ‘Akkord’, ‘Harmonie’; Attribute wie Leier, Harfe, Zither usw), der auch als redende Person figuriert, bes ausgeprägt in Div. Die zentralen Wesensbestimmungen in (vor-)klass Zeit finden sich jedoch in Roman u Drama (ThS II 3 ~ Lj II 2, Tasso, Figur des ‘Dichters’ in Faust I Vorsp auf dem Theat). Bereits in der Leipziger Zeit neben ‘Autor’ u ‘Poet’ als Bezeichnung für sich selbst u in der poetischen Selbstreflexion (zB an Behrisch 24.10.67, ‘Unschuld’ Vs 13). Anf der 70er Jahre fast nur in Äußerungen zu ästhet Fragen, zentral hier die Forderung nach ‘Natur’, ‘Wahrheit’, Ansätze zur später ausgeformten Lehre vom Verhältnis von Wirklichkeit, Wahrheit u Fiktion (Schönheit) im Kunstwerk (an Hetzler dJ 14.7.[70], Falconet, FGA PolnJude u sonst). Ein erstes Porträt der spezif inneren Organisation des Dichters in der Homer-Studie der PhysiognFragm. Erst in der Weim Zeit wird die Existenz des Dichters in der Gesellschaft thematisiert; während G bei Behandlung der ökonom Probleme die Bezeichnung ‘Autor’ bevorzugt, steht ‘Dichter’ in Darstellungen des grundlegenden Verhältnisses von dichterischem Genie u Kunstanspruch zur (gesellschaftl) Realität.  A literar   1 der die Dichtkunst Ausübende, der Verfasser fiktionaler Literatur bzw Versdichtung; mehrf neben andern Bezeichnungen für literar Schaffende, bei ‘Schriftsteller’ u ‘Redner’ meist nebenordnend, vereinzelt zuordnend; einmal iUz ‘Prosaist’; überwiegend von hist Personen(gruppen), oft mit Bestimmung der Nationalität uä; auch als Gegenstand der Rezeption, Auslegung, Übs   a allg, vereinzelt iron  die Musenalmanache verbanden alle jungen D., die Journale den D. mit den übrigen Schriftstellern GWB28,116,25 DuW 12  Verse oder Prose von namhaften .. D-n GWB27,64,22 DuW 6  Gesteht’s! die D. des Orients | Sind größer als wir des Occidents GWB6,122 Vs 1 DivSprüche  daß man jeden D. in seiner Sprache und im eigenthümlichen Bezirk seiner Zeit und Sitten aufsuchen .. müsse GWB7,220,1 DivNot  [Euripides zu Wieland:] ihr D. auf unsern Trümmern! GWB38,23,14 GöttHeldWieland  Die Menge der D. ist es, die die Dichtkunst herunterbringt in Ansehen und Wirkung Gespr(He2,890) Riemer [26.3.14?] GWBB42,268,27 Carlyle 20.7.27 GWB492,213,11 Zahn,Pompeji Plp GWB341,355,9 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] uö(häufig) in iron Etymologie Gespr(He2,150) Riemer [1.]10.06 [Zit s v Dichtmachen] iVbdg mit Eigennamen  An den D. Adam Mickiewitz GWB4,294 Titel iVbdg mit Gattungs-, Stilbestimmung  Gartenplatz, mit Hermen der epischen D. geziert Tasso Regiebem vor 1 GWB27,16,26 DuW 6 neben andern (rivalisierenden) Tätigkeiten, Komponenten einer Person; meist ‘als D.’, mehrf in Selbstaussagen  [EDarwin, Naturforscher u Verf von natwiss Lehrged ua Dichtungen] da Darwin auch das Unglück hat vorher als D. (im englischen Sinne dieses Worts) bekannt zu seyn GWBB10,356,20 Schiller [30.12.95]  als D. und Künstler bin ich Polytheist, Pantheist hingegen als Naturforscher GWBB23,226,19 Jacobi 6.1.13 GWB28,326,15 DuW 15 Gespr(He1,777) Fichte nach Laube [1794/1800]   b speziell iSv Autor eines best Werks, vereinzelt mit gen obj (sa 2 c β)  Der Wolfische Homer. | Mit hartherz’ger Kritik hast du den D. entleibet, | Aber unsterblich durch dich lebt das verjüngte Gedicht GWB51,281 XenNachl 85(352)  Die .. poetischen Meditationen [Titel, Verf nicht ermittelt] .. Der D. ist einer von jenen die ohne poetisches Naturell .. aus dem schon Vorhandenen ein Drittes hervorbringen GWBB40,171,15 CarlAug [14.12.25?] K  [Widmung] Dem verehrten D. der Tunisias GWBB49,313,6 Pyrker 28.8.31 ‘der D.’ für G selbst GWBB35,139,13 Zelter 14.10.21 als Sprecher der erzählenden Partie in einer Dialog-Ballade GWB1,196 Der Müllerin Reue vor 43   c metonym für Dichtung, Werk (in Buchform)  habe Buchhändler Macklot den Vorschlag gethan, die deutschen D. und Prosaisten auf dieses [schlechte] Papier abzudrucken, um dadurch seinen Werth in etwas zu erhöhen GWB29,18,5 DuW 16  Ich ehre den Rhythmus wie den Reim, wodurch Poesie erst zur Poesie wird, aber das eigentlich tief und gründlich Wirksame .. ist dasjenige was vom D. übrig bleibt, wenn er in Prose übersetzt wird GWB28,73,15 DuW 11 GWB27,191,23 DuW 8   2 der zum Dichter Geborene, der schöpferische, sensible Mensch u geniale, meisterhafte Künstler; meist im generalisierenden Sg, gelegentl ‘(kein) D. sein’, ‘der echte/wahre/eigentliche/geborene D.’   a in seiner ideellen Bestimmung, mehrf poetisch als Günstling der Natur, Schützling der Götter, in dem sich best seel-geistige Anlagen des Menschen erfüllen, neben dem Reflexionsvermögen insbes das intuitive, sympathet Erfassen u Vermitteln der Welt; seine durch hohen Anspruch u Außenseitertum geprägte Stellung zur empir u gesellschaftl Wirklichkeit öfter bezeichnet durch ‘Höhe’, im Bild des Flugs, im Vergl mit ‘Vogel’, ‘Gott’, ‘Sonne’ ua; mehrf in der Selbstreflexion poetischer Dichter-Figuren (vgl auch A 2 c β)  Aber den Einsamen hüll’ | In deine Goldwolken! | Umgib mit Wintergrün, | Bis die Rose wieder heranreift, | Die feuchten Haare, | O Liebe, deines D-s! GWB2,63 Harzreise iWinter 65  [Wilh im Disput mit Werner:] Ihre [der Menschen] Wünsche .. jagen .. nach dem, was der D. von der Natur erhalten hat, nach dem Genuß der Welt, nach dem Mitgefühl seiner selbst in andern, nach einem harmonischen Zusammensein mit vielen oft unvereinbaren Dingen .. Gleichsam wie einen Gott hat das Schicksal den D. über dieses alles hinüber gesetzt. Er sieht das Gewirre der Leidenschaften, Familien und Reiche sich zwecklos bewegen .. so schreitet die empfängliche leichtbewegliche Seele des D-s wie die wandelnde Sonne von Nacht zu Tag fort, und mit leisen Übergängen stimmt seine Harfe zu Freude und Leid. Eingeboren auf dem Grund seines Herzens wächs’t die schöne Blume der Weisheit hervor .. lebt er den Traum des Lebens als ein Wachender .. Und so ist der D. zugleich Lehrer, Wahrsager, Freund der Götter und der Menschen. Wie! willst du, daß er zu einem kümmerlichen Gewerbe herunter steige? Er, der wie ein Vogel gebaut ist, um die Welt zu überschweben GWB21,128,13ff Lj II 2 ~ 51,122,16ff ThS II 3  da der D. durch Anticipation die Welt vorweg nimmt, so ist ihm die auf ihn losdringende, wirkliche Welt unbequem und störend GWB35,6,1 TuJ  (D. [zum Theaterdirektor:]) Der D. sollte wohl das höchste Recht, | Das Menschenrecht, das ihm Natur vergönnt, | Um deinetwillen freventlich verscherzen! | Wodurch bewegt er alle Herzen? | Wodurch besiegt er jedes Element? | Ist es der Einklang nicht, der aus dem Busen dringt, | Und in sein Herz die Welt zurücke schlingt? | .. Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe, | .. Wer sichert den Olymp, vereinet Götter? | Des Menschen Kraft im D. offenbart GWBFaust I redPers vor 134 u Vs 135u157  daß der eigentliche D. die Herrlichkeit der Welt in sich aufzunehmen berufen ist GWB7,58,10 DivNot  animale Geister .. die herumgehen und alles genießen und zu ihrem Nutzen verwenden, wie die Poeten. — Poet und Künstler — jenes ist genus, dieses species; D. ein Universelleres, zugleich Philosoph Gespr(He2,548) Riemer [Juli 10]  in allen wichtigen politischen Fällen .. Der D. aber, der seiner Natur nach unparteiisch sein und bleiben muß, sucht sich von den Zuständen beider kämpfenden Theile zu durchdringen GWB33,269,14 Camp GWB6,253 redPers vor 13 DivParadies GWB411,53,7 Shakesp u kein Ende GWB51,110 ZXenNachl VIII 373 Gespr(He2,555) Bettina Aug 10 in Urteilen üb best Autoren  Bodmer, der einen grossen Theil des .. 18ten Jahrhunderts durchgedichtet hat, ohne D. zu sein GWBB4,253,11 Lavater 3.7.80  [üb Wieland] Wenn ein deutscher D. ist so ist ers GWBB4,221,19 Kestner [14.5.]80 ‘etw macht den D.’  in beyden Gedichten sind gute Ingredienzien zu einem D., die aber allein keinen D. machen GWBB12,171,25 u 172,1 Schiller 28.6.97 GWBB3,89,18 ChStein 22.7.76 GWB39,50,4 Götz1 I   b in seinen realen Lebensbezügen; in grundsätzl Äußerungen u in Betrachtung bzw poetischer Darstellung exemplarischer hist Dichtertypen wie Hofdichter u Enkomiast, Poeta laureatus, Barde; sa Dichtergenie, Dichterfürst, -könig  α in seiner Bedingtheit durch Umwelt, Geschichte u Gesellschaft; selten vor den 90er Jahren, häufig im Plädoyer für Reichtum an Lebenserfahrung u Wissen sowie Aneignung aller Traditionen  Daß D. sich hervorthun, gehört die See, Küste und Inseln GWB27,380 DuW 6 Plp  Eh’ er singt und eh’ er aufhört, | Muß der D. leben GWB6,23 Div Dreistigkeit 8  jedermann wird eingestehen, daß die geschilderten Zustände keineswegs für ein Element gelten können, worin der D. sich nähren, erwachsen und gedeihen dürfte GWB7,46,17 DivNot Mahmud vGasna  Der D. aber hat am ersten Ursache sich dem Höchsten, der sein Talent schätzt, zu widmen. Am Hof .. eröffnet sich ihm eine Weltübersicht, deren er bedarf, um zum Reichthum aller Stoffe zu gelangen. Hierin liegt .. Berechtigung zu schmeicheln, wie es dem Panegyristen zukommt GWB7,98,26 DivNot  Irrthum .. daß man einer Neigung zur Poesie .. sich ausschließlich überlassen müsse, da doch selbst dem D., den die Natur entschieden dazu bestimmt haben mag, erst Leben und Wissenschaft den Stoff geben, ohne welchen seine Arbeiten immer leer bleiben müßten GWBB12,111,18 Erichson 28.4.97 K  was wären D. und bildende Künstler, wenn sie nicht die Werke aller Jahrhunderte und aller Nationen vor sich hätten GWB422,13,19 EröffnRede Freitagsges 9.9.91  die ganze Natur gehöre dem D. an, nun aber werde jede geniale Kunstschöpfung auch ein Theil der Natur und mithin könne der spätere D. sie so gut benutzen, wie jede andere Naturerscheinung Gespr Kanzl Müller 20.11.24 GWBB12,386,10 Schiller 27.12.97 GWB21,288,19 u 289,7 Lj III 8 = 52,145,21 u 146,9 ThS V 7 GWB45,187,13 RamNeffe Anm Gespr Eckerm 29.1.26 in Klagen üb die dt Sprache als Medium des Dichters; nur in VenEpigr GWB1,314 Vs 141 VenEpigr 29  β in seiner (realen od propagierten) gesellschaftl Rolle, Funktion u Geltung; mehrf in Aufnahme literar Topoi (Verherrlichung, Verewigung durch den Dichter, Gleichstellung mit ‘Held’ u Herrscher, Dichterruhm)  [Wilh im Disput mit Werner:] die D. .. An der Könige Höfen, an den Tischen der Reichen, vor den Thüren der Verliebten horchte man auf sie .. Sie fanden eine gastfreie Welt, und ihr niedrig scheinender Stand erhöhte sie nur desto mehr .. der Überwinder der Welt huldigte einem D., weil er fühlte, daß ohne diesen sein ungeheures Dasein nur wie ein Sturmwind vorüberfahren würde GWB21,130,7u25 Lj II 2 ~ 51,124,10u26 ThS II 3  [Alphons vor der Bekränzung Tassos mit dem Lorbeer:] Das schöne Zeichen, das den D. ehrt, | Das selbst der Held, der seiner stets bedarf, | Ihm ohne Neid um’s Haupt gewunden sieht, | .. .. [Tasso:] So bindet der Magnet durch seine Kraft | Das Eisen mit dem Eisen fest zusammen, | Wie gleiches Streben Held und D. bindet Tasso 459u551  daß er [der gottgleiche oriental Herrscher] .. genöthigt ist sich einen Mitregenten zu erwählen, der .. ihn ganz eigentlich auf dem Weltenthrone erhalte. Es ist der D., der mit und neben ihm wirkt und ihn über alle Sterbliche erhöht .. Hierdurch wird der D. aber aufgefordert, ja verleitet eben so hoch von sich zu denken als von dem Fürsten GWB7,140,2u8 DivNot  Wen der D. aber gerühmt, der wandelt, gestaltet, | Einzeln, gesellet dem Chor aller Heroen sich zu GWB1,285 Euphrosyne 125 GWB6,166 Vs 41 DivSuleika GWB6,216 Vs 1 DivSchenke GWB2,136 Die Kränze 7 in der Sicht des pragmat Menschen  Der Schauspieler, Musicus, Maler, D., ja der Gelehrte selbst erscheinen mit ihrem wunderlichen, halbideellen halbsinnlichen Wesen jener ganzen Masse der aus dem Reellen entsprungenen und an das Reelle gebundenen Weltmenschen wie eine Art von Narren, wo nicht gar wie Halbverbrecher GWBB20,27,25 Jacobi 7.3.08 zitiert als Vermittler von (myth) Traditionen, Ereignissen, Lebenserfahrung uä, teils als Instanz für die eigene Situation, häufiger kritisiert wegen verklärender bzw verdunkelnder Tendenzen; meist rollenspr, überwiegend Pl  [Tasso:] Die D. sagen uns von einem Speer, | Der eine Wunde, die er selbst geschlagen, | Durch freundliche Berührung heilen konnte Tasso 2576  Erichtho, ich die düstere; | Nicht so abscheulich wie die leidigen D. mich | Im Übermaß verlästern. .. Endigen sie doch nie | In Lob und Tadel GWBFaust II 7007 GWBIph2 2071 in Ablehnung der Rolle des Morallehrers GWB51,230 Xen 177(610) uö(vereinzelt)  γ in seinem zwiespältigen Verhältnis zu Publikum u Kritikern, mehrf als der von Natur Mitteilsame, auch sich gerne Produzierende; vereinzelt im Hinblick auf seine ökonom Verhältnisse  Den D. könnt ihr mir nicht nehmen, | Den Menschen geb’ ich euch preis GWB51,121 ZXenNachl VIII 526  Den Vortheil hat der D.: | Wie die Gemeinde prüft und probt, | So ist sie auch sein Richter; | Da wird er nun gescholten, gelobt, | Und bleibt immer ein D. GWB3,286 ZXen IV 814u818  [Die Muse zu den Zuschauern:] Und so in euch verehr’ ich meine Richter! | In gleichem Sinne huldigt euch der D., | Der, wär’ er noch so stolz auf sein Talent, | Doch eures Beifalls höchsten Werth erkennt GWB131,124 ProlBln 1821 Vs 227  D. lieben nicht zu schweigen, | Wollen sich der Menge zeigen GWB1,12 An die Günstigen 1  daß der D. nicht gerne sieht, wenn sein Licht unter dem Scheffel verlischt GWBB41,106,26 Kanzl Müller 3.8.26 GWB24,100,8 Wj I 6 GWB33,93,17 Camp GWBB17,197,11 Eichstädt 15.9.04 GWBB14,127,12 Schiller 10.7.99   c als Schaffender  α mBez auf den Schaffensprozeß, gelegentl differenziert nach bewußten u unbewußten Elementen, überwiegend jedoch (bes auch beim späten G) mit starker Betonung des Spontanen  was es heißen wolle, daß D. und alle eigentliche Künstler geboren sein müssen. Es muß nämlich ihre innere productive Kraft jene Nachbilder, die im Organ, in der Erinnerung, in der Einbildungskraft zurückgebliebenen Idole freiwillig ohne Vorsatz und Wollen lebendig hervorthun GWBN11,283,15 Purkinje,Sehen subj  Schiller, der ein wahrhaft poetisches Naturell hatte, dessen Geist sich aber zur Reflexion stark hinneigte und manches, was beym D. unbewußt und freywillig entspringen soll, durch die Gewalt des Nachdenkens zwang GWB422,443,13 Epoche d forciertTalente Schema  Die Besonnenheit des D-s bezieht sich eigentlich auf die Form, den Stoff gibt ihm die Welt nur allzufreigebig, der Gehalt entspringt freiwillig aus der Fülle seines Innern GWB7,100,2 DivNot GWB2,128 Geweihter Platz 3 GWBB49,418 Meyr 22.1.32 K Gespr(He2,1112) Biedenfeld 5.10.15 in ausdrückl Leugnung einer göttl Inspiration GWB412,174,25 Plato Mitgenosse christlOffenb  β als Gestalter seines Werks; allg als Schöpfer einer eigengesetzl Welt durch souveräne, auch als Täuschung u Magie charakterisierte Fiktion bzw Transformation des Stoffs, gelegentl ‘die Welt des D-s’ uä; öfter in Äußerungen üb die traditionelle Konkurrenz zum Geschichtsschreiber  Es ist wirklich etwas Göttliches in seinen [Palladios] Anlagen, völlig wie die Force des großen D-s, der aus Wahrheit und Lüge ein Drittes bildet, dessen erborgtes Dasein uns bezaubert GWB30,77,25 ItR  Der D. verwandelt Das Leben in ein Bild GWB26,357,27 DuW Schema  [Faust:] Mütter .. Euer Haupt umschweben | Des Lebens Bilder .. | Die einen faßt des Lebens holder Lauf, | Die andern sucht getrost der D. [sucht der kühne Magier GWBFaust II 6436] auf, | .. Was jeder will das Schöne läßt er schauen GWB152,35 Var  Die Welt durchaus ist lieblich anzuschauen, | Vorzüglich aber schön die Welt der D. GWB6,196 Vs 2 DivSuleika  das ist ja Pflicht und Absicht des Redners so wie des D-s, das im Leben Unerträgliche durch herzlich-künstliche Berührung unserer Einbildungskraft und Gefühle zu mildern und womöglich aufzuwiegen GWBB44,151,18 Ottilie 24.6.28 K  Für den D. ist keine Person historisch, es beliebt ihm seine sittliche Welt darzustellen und er erweis’t zu diesem Zweck gewissen Personen aus der Geschichte die Ehre, ihren Namen seinen Geschöpfen zu leihen GWB411,206,22 Üb:Manzoni, Carmagnola 1820 GWB1,319 Vs 253 VenEpigr 47 GWB1,349 VierJahresz 27(561) Gespr(He2,124) Luden 19.8.06 GWB7,64,10 DivNot Hafis uö, häufig im Hinblick auf einzelne Phänomene u Regeln bei Stoffwahl, Gehalt u Darstellungsweise als die (fiktive) Figur des Autors, die eine eigene Dichtung, ein dichterisches Programm präsentiert (vgl auch A 2 a); nur in Versdichtungen (meist den Ged-Zyklen u Widmungsged) u Prosa-Erläuterungen eigener Dichtungen; in Div u Sonette mehrf als redPers u im Hinblick auf die künstlerische Umsetzung der eigenen leidenschaftl Gefühle  Da sind sie nun! da habt ihr sie! | Die Lieder .. | An einem hübschen Frühlingstag | Kann sie der Jüngling brauchen. | Der D. blinzt von ferne zu GWB4,87 Zueignung [1769] 10  Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben: | .. So überwältiget Fülle den Tod .. | So umgebe denn spät den Sarkophagen des D-s | Diese Rolle, von ihm reichlich mit Leben geschmückt GWB1,307 Vs 11 VenEpigr 1  Laßt zahme Xenien immer walten, | Der D. nimmer gebückt ist GWB3,286 ZXen IV 811  Ja des D-s Liebeflüstern | Mache selbst die Huris lüstern GWB6,6 Div Hegire 35  Wir äußern unsre Klage | In liebevollen, traurig heitern Tönen. | Siehst du, es geht! Des D-s Wink gewärtig | Melodisch klingt die durchgespielte Leier GWB2,5 Sonette III 9  D. | .. Ich singe mit schwerem Herzen. | Sieh doch einmal die Kerzen, | Sie leuchten indem sie vergehn GWB6,60 Div Ergebung redPers vor 3  Und so mag des Lebens Erzklang | Durch die Seele dröhnen! | Fühlt der D. sich das Herz bang, | Wird sich selbst versöhnen GWB6,23 Div Dreistigkeit 11 GWB1,246 Vs 195 RömEleg XI GWB2,17 Sonette XV redPers vor 9 GWB7,5,3 DivNot Einl GWB411,331,9 Üb:Harzreise in seinem Verhältnis zum bildenden Künstler (in vereinzelt expliziter, modifizierter Weiterführung der ‘Laokoon’-Diskussion), seltener zum Liedkomponisten; vereinzelt als Librettist  Sie. | .. Du bist ein D., und neidest | Jenes Alten [des Malers Pausias] Talent? Brauche das deinige doch! | Er. | Und erreicht wohl der D. den Schmelz der farbigen Blumen? | Neben deiner Gestalt bleibt nur ein Schatten sein Wort! | Sie. | Aber vermag der Mahler wohl auszudrücken: ich liebe GWB1,275 Der neuePausias 41u43u47  Mag der Grieche seinen Thon | Zu Gestalten drücken, | .. Aber uns ist wonnereich | In den Euphrat greifen, | .. Schöpft des D-s reine Hand, | Wasser wird sich ballen GWB6,22 Div Lied u Gebilde 11  so ist Tischbeins Gedanke höchst beifallswürdig, daß D. und Künstler zusammen arbeiten sollten, um gleich vom Ursprunge herauf eine Einheit zu bilden GWB30,220,6 ItR  Die Maler sind die Götter der Erde .. nichts ist der D. Gespr(He32,318) nach Stieler Mai/Juli 28  Wer muß sich besser kennen als D. und Musiker, da dieser jenem verleihen kann was er sich selbst zu geben nicht vermag: das Gedicht auf der Höhe für immer zu fixiren GWB35,305,12 TuJ Var  [Opera buffa] die Delikatesse und Grazie womit der Componist gleichsam als ein himmlisches Wesen über der irrdischen Natur des D-s schwebt GWBB6,318,3 Kayser 28.6.84 GWB35,97,16 TuJ GWB48,59,25 Preisaufg 1803 GWBB35,8,13 Marianne 12.7.21   B übertr   1 als auszeichnendes Prädikat für die Fähigkeit eines Malers zur (symbol) Darstellung eines gedankl Inhalts  ist Rembrandt ganz Wahrheit, als D. und Maler GWB38,381,81 FGA Sandrart [G/Merck]  Ruysdael als D. [Titel] .. Beispiele .. wo der reinfühlende, klardenkende Künstler, sich als D. erweisend, eine vollkommene Symbolik erreicht GWB48,162,1 u 168,22  [an Tischbein] Und belebst, als wahrer D., | Schaf- und säuisches Gelichter | Mit Gesinnung wie mit Sinn GWB2,162 Statt den Menschen 4 GWB2,159 Erst ein Deutscher 5 GWB48,162,12 Ruysdael als Dichter   2 idVbdg ‘musikalischer D.’ für Komponist GWBB39,89,2 Carus 22.1.25   GWBArabeskendichter GWBGrabdichter GWBHauptdichter GWBHeldendichter GWBHofdichter GWBIdyllendichter GWBKomödiendichter GWBLandschaftdichter GWBLehrdichter GWBLiebesdichter GWBLieblingsdichter GWBLustspieldichter GWBNacht- GWBNatur- GWBProvinzial- Roman- GWBSchauspiel- GWBSchein- GWBTheater- GWBTon- GWBTragödien- GWBVolks- GWBZwillings- GWBnaturdichterischvgl zu A Poet zu A 1 GWBAutor zu A 1 b Verfasser zu 2 b u c SängerRose UnterbergerR. U.
20229 Zeichen · 250 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dichterM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    dichter , M. Vw.: s. dichtære*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dichter

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Der Dichter , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Dichterinn, plur. die -en, eine Person, welche die Fertigkeit besit…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dichter

    Goethe-Wörterbuch

    Dichter mit über 1000 Belegen etwa viermal häufiger als ‘Poet’ (entspr dem zeitgenöss Sprachgebrauch, vgl Adelung); weit…

  4. modern
    Dialekt
    Dichter

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Dichter Band 3, Spalte 3,1657

  5. Sprichwörter
    Dichter

    Wander (Sprichwörter)

    Dichter 1. Der Dichter findet wol die Palmen, aber nicht die Datteln. ( Abyssinien. ) – Altmann II. 2. Der Dichter reimt…

  6. Spezial
    Dichter, tragischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Dichter , m , tragischer автор , м трагедий

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dichter

220 Bildungen · 200 Erstglied · 14 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von dichter

dicht + -er

dichter leitet sich vom Lemma dicht ab mit Suffix -er.

Zerlegung von dichter 2 Komponenten

dich+ter

dichter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dichter‑ als Erstglied (30 von 200)

dichterabend

DWB2

dichter·abend

dichterabend m. : 1789 Meyern dya-na-sore ( 1787 ) 2,114. 1947 Winterstein leben 2,22.

dichterader

DWB

dichte·rader

dichterader , f. bildlich die natürliche anlage zum dichter, wie man auch die poetische ader sagt. es ist keine dichterader in ihm.

Dichterarbeit

GWB

dichter·arbeit

* Dichterarbeit dichterisches Werk Gespr(He1,671) Morgenstern 29.7.97 vgl Dichtung (sd) Rose Unterberger R. U.

dichterart

DWB

dichter·art

dichterart , f. das ist dichterart so machen es dichter. s. dichterweise .

dichterauge

DWB2

dichter·auge

dichterauge n. : 1748 Lichtwer aesop. fabeln 23. 1950 hier bedarf es des scharfen, plastischen schauens. das eben bringt das dichterauge auf…

dichterberuf

DWB

dichter·beruf

dichterberuf , m. natürliche anlage, bestimmung zum dichter. seinem spott liegt überall zu wenig ernst zu grunde, und dieses macht seinen di…

Dichterblume

GWB

dichter·blume

Dichterblume metaphor für dichterisches Werk 4,15 Herrn Staatsminister vVoigt 9 Rose Unterberger R. U.

Dichterborn

Campe

dicht·erborn

◎ Der Dichterborn , des — es, oder der Dichterbrunnen, des — s, o. Mz. in der Fabellehre der Alten, der Born oder die Quelle auf dem Musen= …

dichterbrust

DWB

dichter·brust

dichterbrust , f. so schlang ich mich mit liebesarmen um die natur mit jugendlust, bis sie zu athmen, zu erwarmen begann an meiner dichterbr…

dichterbuch

DWB2

dichter·buch

dichterbuch n. : 1713 Neukirch in: gegner 2. schles. schule 2,481 DNL. 1880 Raabe 14,304 H.

dichterbund

DWB

dichter·bund

dichterbund , m. zu Göttingen ward im jahr 1772 ein dichterbund geschlossen, an dessen spitze Voss stand. s. dichterkreis.

Dichtercharakter

GWB

dichter·charakter

Dichtercharakter die künstlerische Eigenart eines Dichters Hafis D. [Unbegränzt 6,39 Titel ] 6,314 DivWiesbReg Nr13 vgl Dichtergeist Rose Un…

dichtercharaktere

DWBQVZ

dichter·charaktere

dichter-charaktere: moderne dichter-charaktere. hg. v. W. Arent. mit einleitungen v. H. Conradi u. K. Henckell. Berlin 1885 .

dichterchor

DWB2

dichter·chor

dichterchor m. , n.: 1738 das dichterchor Gottsched s. kl. ged. ( 1763 ) 115. 1847 der ganze dichterchor demokrat taschenb. 1848 33.

dichterei

DWB

dichte·rei

dichterei , f. ausübung der dichtkunst und die dichtung selbst. man hat auch wol geringschätzung beider damit ausgedrückt. Luther gebraucht …

dichterepheu

DWB

dichter·epheu

dichterepheu , m. hedera helix. man ehrte bei den alten die dichter mit kränzen von epheu, der auch lorbeerkraut heiszt; so auch siegerepheu…

dichtererklärung

DWB

dichter·erklaerung

dichtererklärung , f. lehrer einer akademie, deren erste pflegerin Hallers muse gewesen war, sogar solche denen dichtererklärung oblag, erla…

Dichterēy

Adelung

dichte·rey

* Die Dichterēy , plur. die -en, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches bey den Schlesischen Dichtern des vorigen Jahrhundertes so wo…

dichter als Zweitglied (14 von 14)

erdichter

DWB

erdich·ter

erdichter , m. fictor: I. Eberlins VII bundgnosz 1521 a v b ; G. Scherers wundsegen 1595 H 4 b ; bistu der selbig sachen richter, uf beiden …

fābeldichter

KöblerMnd

fābeldichter , M. Vw.: s. fābeledichtære*

liederdichter

DWB

lieder·dichter

liederdichter , m. versificator, rhythmorum confector, cantilenarum compositor. Stieler 297 ; ein werk des Alcäus, des liederdichters. Haged…

Romānendichter

Adelung

romane·n·dichter

Der Romānendichter , des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher einen Roman dichtet oder verfertiget; der Romanenschreiber.

Schmachdichter

DRW

schmach·dichter

Schmachdichter, m. Verfasser eines ehrverletzenden, verleumderischen Textes vgl. Schmachgedicht damit ... die kuͤnhait der schmachdichter ge…

Ableitungen von dichter (6 von 6)

dichtere

KöblerMnd

dichtere , M. Vw.: s. dichtære*

erdichter

DWB

erdichter , m. fictor: I. Eberlins VII bundgnosz 1521 a v b ; G. Scherers wundsegen 1595 H 4 b ; bistu der selbig sachen richter, uf beiden …

Gedichter

RhWB

Ge-dichter ē- Dür m.: dass.

undichter

DWB

undichter , m. , schlechter dichter Sulzer theor. 1, 612 . nl. ondichter. vgl. dichterling. —

urdichter

DWB

urdichter , m. , dichter des originals (a), dichter der genialen ursprünglichkeit, der ideale dichter (b), der barde (c). a) wer siehet nich…

verdichter

DWB

verdichter , m. der etwas dicht macht, vergl. verdicker.