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Büttel

nhd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
18 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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35
Verweise raus
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Büttel

Bd. 1, Sp. 522
Büttel 1. Der Büttel löset das Gebot auf, das der Amtmann schliesst. – Simrock, 1422; Eiselein, 104. 2. Ein lahmer Büttel erlauft einen zeitigen Dieb. 3. Wie der Büttel von Neuteich speisen. – Pisansky; Hennig. Nämlich allein. 4. Ein Büttel Gottes. – Eiselein, 104. Ein Priester. Büttel, von bieten, bezeichnet in seiner Grundbedeutung eine Person, welche erhaltene Befehle ausrichtet, entbietet, also ein Bote. Theils wegen der betreffenden Aufträge selbst, theils wegen der Art der Ausführung derselben hat jetzt das Wort eine vorherrschend verächtliche Bedeutung. (Grimm, II, 581.) 5. Ga so mote dy de Bodel bewaren (slan). – Freybe, 1836 u. 1910. 6. Sie muss des Büttels Flasche tragen. Im Museum der Stadt Bautzen in der Lausitz kann man sie sehen. Es ist kein gläsernes Gefäss, sondern ein Sandstein, wie er im Mittelalter und bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts von Weibern zur Strafe getragen werden musste, namentlich solchen, die durch Streit, Rauferei, Trunksucht u.s.w. ein öffentliches Aergerniss gegeben hatten. Die bautzener Flasche, die früher am Rathhause hing, ist aus Sandstein, 33 Pfund schwer und mit einem eisernen Gehänge versehen, das der zum »Flaschentragen« Verurtheilten um den Hals gelegt wurde. Darauf abgebildet sind zwei keifende Weiber, ringsum steht die Inschrift: »Wenn sich Mägde (s.d.) und Weiber schlagen, müssen sie die Flasche tragen.« Noch im Jahre 1678 musste eine Frau mit diesem Steine am Halse dreimal um das bautzener Rathhaus wandern. (Vgl. Daheim, Leipzig 1877, Nr. 4, S. 63, wo sich auch eine Abbildung davon befindet.)
1569 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Büttel

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Büttel , eine Endung, welche an den eigenthümlichen Nahmen verschiedener Orte in Niedersachsen angetroffen wird; z. B…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Büttel

    Goethe-Wörterbuch

    Büttel Ordnungshüter, Polizeidiener Der Fiscal, der ein bescheidenerer B. [ Birro ] als der Gouverneur war 43,175,4 Cell…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Büttel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Büttel , ehedem soviel wie Gerichtsbote, Häscher.

  4. modern
    Dialekt
    Büttel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Büttel [Pitl Str. Tieffenb. Obgericht W. ] m. Gemeindediener, gewöhnlich zugleich Nachtwächter. Wann di e s weiß [wás], …

  5. Sprichwörter
    Büttel

    Wander (Sprichwörter)

    Büttel 1. Der Büttel löset das Gebot auf, das der Amtmann schliesst. – Simrock, 1422; Eiselein, 104. 2. Ein lahmer Bütte…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buettel

23 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von buettel 2 Komponenten

but+tel

buettel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

buettel‑ als Erstglied (22 von 22)

Büttelamt

PfWB

buettel·amt

 Büttel-amt n. : ' Gerichtsbezirk '. a. 1480: Item weißen wir auch vnßerm gnedigen herrn dem pfaltzgrauen oder wer das bittelambt ihnhat zu…

Büttelarbeit

RhWB

buettel·arbeit

Büttel-arbeit Hunsr f.: lästige, niedrige Arbeit, die kein anderer tun will u. einem aufgehalst wird.

büttelei

DWB

buette·lei

büttelei , f. carnificina, ergastulum: bütteleien, schindereien, henkereien. Garg. 236 a ; beim galgen in der büttelei unter leichtfertigen …

büttelen

WWB

butt·elen

büttelen sw. V. bütteln den Bauch aufschneiden ( WoeN ).

Büttelēy

Adelung

buette·ley

Die Büttelēy , plur. die -en, im gemeinen Leben einiger Orte, das öffentliche Gefängniß, weil es gemeiniglich unter der Aufsicht des Büttels…

büttelisch

DWB

buette·lisch

büttelisch , more carnificis, henkermäszig: mit seinem büttelischen, henkermäszigen wüten und toben. Schuppius 50 .

Büttellohn

PfWB

buettel·lohn

 Büttel-lohn m. : a. 1748: Büttellohn 'Lohn für den Büttel' [LU-Assh (alte Akten)].

bütteln I

RhWB

bütteln I -id- Merz-Nunk schw.: kleine Gänge für einen tun.

bütteln II

RhWB

bütteln II -ø- LRip von May , Aden , Malm an [auch Sieg-Ägid ], SNfrk bis Heinsb-Orsbeck Kemp-Dülken ; -- Aach-Walh ; s. auch pütteln, putt…

Büttelsacker

PfWB

buettel·sacker

Büttels-acker m. : urspr. 'Acker zur Nutznießung des Büttels', jetzt noch als FlN erhalten in LU-Friesh, Biddelsackeʳ .

Büttelshelm

PfWB

buettel·s·helm

Büttels-helm m. : ' Dienstmütze des Büttels '. De Kuhhert warsch (war es), de koochem (schlau) Schelm, stülpt uf de Kopp 'n Büddelshelm [ Rä…

Büttelspiel

PfWB

buettel·spiel

Büttel-spiel n. : ein früher geübtes Klickerspiel, bei dem man mit den Klickern in einen Kreis zielte, Biddelspiel [ KU-Gries ]; vgl. Bütte …

büttelstube

DWB

buettel·stube

büttelstube , f. ergastulum, büttelei: der gefangen soll auch zum minsten über den andern oder mer tag nach der marter und seiner bekantnus …

Büttelwiese

PfWB

buettel·wiese

Büttel-wiese f. : urspr. 'Wiese, die vom Büttel genutzt wurde', jetzt noch als FlN in LU-Altr, Biddelwiss.

Ableitungen von buettel (1 von 1)

gebüttel

DWB

gebüttel , m. gleich büttel, die seltene form, cbwol sie sein thun, d. h. das gebieten von des herrn, richters, schultheiszen geboten ( s. s…