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billigen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
18
Verweise raus
12

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

billigen

billigen

billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter -lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd. Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. – unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.
2421 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Billigen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Billigen , verb. reg. act. für billig erkennen, oder erklären, in dem ersten und zweyten Falle, der ersten Bedeutung des…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    billigen

    Goethe-Wörterbuch

    billigen gelegentl PartPräs (subst); mehrf in späteren geschäftsmäßigen Br in der 1. SgPräs mit Fortfall des PersPron gu…

  3. modern
    Dialekt
    billigen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    billigen Band 2, Spalte 2,824

  4. Spezial
    billigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bil|li|gen vb.tr. 1 (einwilligen) azeté (-ta) 2 aprové (-vëia) 3 autorisé (-sëia). ▬ einen Entschluss billigen aprové na…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit billigen

9 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von billigen 2 Komponenten

bill+igen

billigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

billigen‑ als Erstglied (1 von 1)

billigen als Zweitglied (4 von 4)

Abbilligen

Adelung

* Abbilligen , verb. reg. act. welches nur noch in dem Kanzelley-Style einiger Gegenden üblich ist, gerichtlich absprechen, aberkennen; wie …

bebilligen

MNWB

bebilligen , swv. , trans. , billigen, gutheißen .

mißbilligen

Pfeifer_etym

miss·billigen

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

zubilligen

DWB

zubilligen , v. , addicere Stieler 152 . zugebilligt werden vortheile, rechte durch gesetz, vertrag oder verfügung einer oberen gewalt: die …

Ableitungen von billigen (4 von 4)

bebilligen

MNWB

bebilligen , swv. , trans. , billigen, gutheißen .

mißbilligen

Pfeifer_etym

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…

Unbilligen

Campe

Unbilligen , v. intrs . unbillig finden, unbillig nennen. Moerbeek. »Doch wäre auch dieses nicht zu unbilligen .« Wegner. D. Unbilligen. D. …

verbilligen

LDWB2

ver|bil|li|gen vb.tr. lascé do le prisc, smendrí le prisc, arbassé le prisc. ▬ eine Ware verbilligen lascé do le prisc de na marcianzia.