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beuten

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 9 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Verweise raus
19

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

beuten

Bd. 1, Sp. 1753
beuten , wie schon bei beute gesagt wurde, erscheint nicht in reinmittelhochdeutschen denkmälern, zuerst im passional, und stimmt in seinem lautverhalt zu fremden wortformen. das altn. bŷta bedeutet sowol commutare als distribuere, das schw. byta mutare, permutare, partiri, imn. bytte herscht die vorstellung von tauschen, wechseln. mit recht leitet Ihre aus der des vertheilens auch die der beute, praeda, es geht ans beuten, an die beute, will sagen ans austheilen des gewonnenen, genommenen, geraubten guts, welches nun in andere hände kommt, seinen herrn wechselt (vgl.ausbeuten). nicht anders ist das nd. büten, nnl. buiten, beides tauschen und erbeuten. Die bedeutung von austheilen zeigt sich auch im passional: diz geben unde diz bûten. K. 27, 22; so wie von tauschen, verkehren, handeln: daʒ si mit cristenlûten treib alsô manic bûten. K. 32, 4; daʒ Paulus solde bûten aldâ mit den lûten. H. 190, 25; häufiger die von rauben, im krieg erbeuten, streiten und zanken: und lieʒe hie dit bûten unde daʒ jemerlîche leben, deme ich sô lange bin ergeben. H. 32, 27; man begonde vaste bûten. K. 42, 8; ir urlouge und ir bûten. K. 386, 2; durch ir unrehteʒ bûten. K. 596, 30; daʒ (gut) wolde sîn vil bôser mût alleʒ zû im bûten. K. 639, 75; sich hûb dâ michel bûten. K. 668, 86; doch verdienen noch andere stellen dieses gedichts nähere erwägung, als ihnen hier gewidmet werden kann. Henisch sp. 355. 358 vermischt beuten und bieten, indem er neben letzterem ein ganz falsches beuten offerre, largiri (wie neben biegen ein beugen) ansetzt; man braucht nur das [] nnl. bieden und buiten zu vergleichen, um die verschiedenheit beider wörter zu gewahren. auch Dasypodius führt 303c beuten für bieten (indicare, liceri) auf, und gar kein beuten praedari; Maaler 65d hat das subst. beut, nicht das verbum beuten, so ungewohnt musz es damals noch hochdeutschem ohr gewesen sein. 11) beuten = tauschen, wechseln erscheint nur bei Luther (doch nicht in der bibel) und Mathesius: diser psalm ist mir lieber, denn des bapsts, Türken, keiser und aller welt ehre, gut und gewalt, wolt auch gar ungerne umb disen psalmen mit ihnen allesampt beuten. 5, 43b. br. 4, 66; aber dennoch bin ich ein partekenhengst gewest und durch die schreibfedder so fern komen, das ich itzt nicht wolt mit dem türkischen keiser beuten, das ich sein gut solt haben und meiner kunst emperen. 5, 184a; könde ichs thun, so wolt ich mit euch beuten. tischr. 350a; und da schon gewerbe gewesen, hat man da gewechselt oder gebeutet, und wahr an wahr gestochen oder partirt. Math. 161b. spätere haben diese bedeutung nicht mehr, auch Stieler nicht, Frisch 1, 90d kann sie nur aus nd. büchern beibringen. 22) beuten = praedari, praedam agere, capere: weisheit von trunken leuten und widergeben nach peuten. fastn. sp. 1337; sollen sie um ihr mishandlung gestraft und aufs wenigst ihr hab und gut gebeutet (eingezogen) werden. landfr. von 1521. 15; dieselb sache nam er, gieng davon und liesz die andern beuten, was sie wolten. Kirchhof wendunm. 101a; mag wol schwert, hunger, pestilenz dem niemals satten tod ein tausend seelen beuten. Weckherlin 198; um Deutschland stund es noch so wol, da Deutschland nur war gerne voll, als da es triegen, buhlen, beuten gelernet hat von fremden leuten. Logau 1, 7, 16; raubt und beutet, was jeder find. Jac. Vogels ungr. schlacht s. 39; weil mir ein landsmann sagte, dasz man unter den Brandenburgischen ehe als unter den kaiserlichen, indem sie der Montecuculi gar zu scharf in ordre hielte, etwas beuten könte. ped. schulf. 209; die kriegsleute stehlen nicht, sondern sie beuten; auf beuten ausreiten; ein pferd beuten, equum praemiari. Stieler 141; beutet man doch im gefecht hornvieh und gemästetes kleinvieh. Voss; sandte die ganze reiterei gegen die zerstreuten beutenden feinde. Stolberg 8, 364. man sagt heute lieber beute machen und erbeuten. Verkennen läszt sich nicht, dasz zwischen beute, beuten und dem sp. 1157—59 verhandelten batte, batten eine gewisse analogie stattfindet, beidemal scheint ein unhochdeutsches T zu uns vorgedrungen und sich geltung erworben zu haben; beidemal wäre nach dem von der sprache sonst eingehaltnen gang ein hochdeutches Z zu erwarten gewesen. dort aber wurde gesucht, die störung durch annahme eines organischen ahd. T, dem alts. D entsprach, zu entfernen; wie wenn derselbe fall auch hier schein gewönne? dann bliebe nichts anders übrig, als die vorhin an Henisch getadelte vereinbarung von beuten und bieten gutzuheiszen, und aus diesem auch jenes abzuleiten. tauschen beruht auf gegenseitigem bieten und annehmen, bieten ist praebere = praehibere, hinhalten, darreichen, und praeda nicht aus prehendere, vielmehr (wie praes, praedis) aus prae dare zu deuten, was aber in praedari rauben, praedo räuber umschlug, gerade wie bieten praebere in beuten, nehmen, rauben. der tausch und wechsel wurden zu streit und raub. Kann solche versetzung der begriffe sich rechtfertigen, so wäre anzunehmen, einmal dasz neben dem ahd. piotan offerre auch ein schwaches piutan, pûtan praet. pûtta praedari, neben mhd. bieten ein biuten praet. bûtte bestehen konnte, wiewol sie nicht vorkommen, auszer zuletzt im passional; dann aber, dasz die nd. und nord. dialecte ihr büten und bŷta aus dem hd., mit beibehaltnem T, erborgt hätten. In den umfang der wurzel bieten scheinen nun aber auch die folgenden gleichlautenden verba zu fallen, die wegen ihrer abweichenden bedeutung bisher gesondert aufgestellt wurden.
5487 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beuten

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Beuten , verb. reg. act. 1) Von Beute, praeda, Beute machen, ein nur im Oberdeutschen übliches Wort, welches auch bey de…

  2. modern
    Dialekt
    beuten

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    beuten Band 2, Spalte 2,446

  3. Sprichwörter
    Beuten

    Wander (Sprichwörter)

    Beuten Seit das Beuten aufgekommen ist, gibt es keine Diebe mehr.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beuten

19 Bildungen · 7 Erstglied · 10 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von beuten

be- + uten

beuten leitet sich vom Lemma uten ab mit Präfix be-.

beuten‑ als Erstglied (7 von 7)

beutenhacke

DWB

beuten·hacke

beutenhacke , f. eine axt zum aushauen der wilden bienenstöcke oder beuten. Frisch 91 a schreibt beuthacke; peuthacke. weisth. 3, 897.

beutenheide

DWB

beuten·heide

beutenheide , f. silva in qua propter examina silvestrium apum alvearia in arboribus suspensa sunt. Frisch führt die beutenheide bei Storkau…

beutenleim

DWB

beuten·leim

beutenleim , m. die masse, womit von den bienen alle ritze der beute verklebt werden, sonst vorstosz, vorwachs, propolis genannt. s. DWB bet…

beuten als Zweitglied (10 von 10)

abbeuten

DWB

abbe·uten

abbeuten , depraedari, als beute davon tragen: auch den wilden mehr victalien abzubeuten. H. Staden b ii; den wilden ( leuten ) pfeffer und …

anbeuten

DRW

anbeuten durch den Verkauf schlechter Waren betrügen RhWB. I 671

ausbeuten

DWB

aus·beuten

ausbeuten , praedam dividere: rauben, plündern und ausbeuten. Dan. 11, 24 ; etlich juden fraszens gelt, das man in es nit nemmen und auszpeu…

erbeuten

DWB

erbe·uten

erbeuten , capere, praedam agere: erbeutetes geld, erbeutete schiffe; old hend ir muot etwas zerbüten nach uwern bruch und kriegesrecht? tra…

freibeuten

DWB

frei·beuten

freibeuten , praedari, nnl. vrijbuiten: ja wenn man so freibeuten wollte. Tieck tischler 2, 80 .

Inbeuten

Wander

Inbeuten Dat Inböten 1 kümmet dürer, osse dat Backen. ( Waldeck. ) – Curtze, 339, 18. 1 ) Einheizen, von beuten, Feuer anlegen. (Vgl. Grimm,…

straszenbeuten

DWB

straszen·beuten

straszenbeuten , n. , subst. inf. von beuten rauben ( teil 1, 1753), ' auf der strasze rauben ': nach vollendten kriege ... soll man das vol…

verbeuten

DWB

ver·beuten

verbeuten , verb. , verstärktes beuten mit transitivem gebrauche ( s. theil 1, 1754), mhd. verbiuten, md. verbûten, mnd. vorbuten, zahlreich…

zubeuten

DWB

zubeuten , v. : diesen brieff hat er auss eigner kunst nit gemacht, sondern andere haben freylich zugebeutet P. Apherdianus methodus discend…

Ableitungen von beuten (2 von 2)

erbeuten

DWB

erbeuten , capere, praedam agere: erbeutetes geld, erbeutete schiffe; old hend ir muot etwas zerbüten nach uwern bruch und kriegesrecht? tra…

verbeuten

DWB

verbeuten , verb. , verstärktes beuten mit transitivem gebrauche ( s. theil 1, 1754), mhd. verbiuten, md. verbûten, mnd. vorbuten, zahlreich…