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Balken

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 19 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Balken

Bd. 1, Sp. 700
Der Balken, des -s, plur. ut nom. sing. Diminutivum Bälkchen, Oberdeutsch Bälklein. 1) Eigentlich, ein viereckt behauenes Stück Bauholz, welches im Bauen auf seiner langen Fläche ruhet, und gemeiniglich durch die Tiefe eines Gebäudes gehet; zum Unterschiede von einem Ständer, Hauptholze, einer Schwelle u. s. f. Einen Balken einlegen, einziehen. Er lügt, daß sich die Balken biegen, figürlich, und im gemeinen Leben, für sehr lügen. 2) In weiterer und figürlicher Bedeutung. (a) Verschiedene Arten eines langen starken Holzes. An einer Wage heißt die Querstange, woran sich die Wageschalen befinden, der Wagebalken. Der Balken an einem Pfluge, der an andern Orten der Grengel heißt, ist ein langes mit Löchern durchbohrtes Holz, welches der Deichsel an einem Wagen gleichet. So auch der Eggebalken u. s. f. (b) In der Mathematik ein Körper, dessen Breite und Dicke einander gleich, die Länge aber um ein Ansehnliches größer ist. (c) In der Wapenkunst, der mittlere Theil eines zwey Mahl gespaltenen Schildes, wenn die zwey äußern Plätze einerley Tinctur haben. Ingleichen wird derjenige Platz, welchen in einem mit verschränkten Wapen angefüllten Schilde die Quartiere einnehmen, eine Reihe, oder ein Balken genannt. (d) In den Scheuern, der Raum über den Balken, die Emporscheune; so wie in Niedersachsen, besonders auf dem Lande, der Kornboden, der Balken genannt wird. (e) In der Landwirthschaft einiger Gegenden sind Balken die Zwischenräume zwischen den Furchen; von der Ähnlichkeit der Gestalt. Anm. Balken, bey dem Tatian balco,n. Biälke, Schwed. Balk, und im Diminutivum Bjälke, Engl. Balk, Polnisch Balka, stammet, dem Wachter zu Folge, von πελεκειν, behauen, nach dem Frisch aber von bären, tragen, her, weil r und l in vielen Mundarten verwechselt werden; indem z. B. die spätern Griechen ohne Unterschied βαρκα und βαλκα, für Barke, oder Fahrzeug sagen. Allein beyde Ableitungen sind noch nicht so deutlich, daß man nicht eine bessere mit Danke annehmen sollte. Die Sylbe ken gehöret nicht zur Wurzel, sondern ist vielleicht ein Merkmahl des Niedersächsischen Diminutivi. Balken würde also zu Pfahl, Latein. Palus, im alten Französ. Bail, Baille, gehören. In dem Lateine der mittlern Zeiten kommt Ballium, und Bailleium mehrmahls für einen umpfählten Platz vor. S auch Bohle und Bollwerk. In den alten Mundarten kommt dieses Wort[] selten, und vielleicht nur ein einziges Mahl bey dem Tatian vor. Die Gothen gebrauchen statt dessen anza und thrams, S. Tram, Kero hepret, die Angelsachsen aber beam, Baum. In den Statuten der Stadt Aquila im Königreiche Napoli bey dem Carpentier bedeutet Balcha Rohr. Das Ital. Palco, ein Gerüst, Bühne, ist unstreitig aus dem Deutschen entlehnet.
2704 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    balkenswv.

    Nachträge (Lexer)

    balken swv. s. ûf balken 2,1687.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    balkensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    balken , sw. V. nhd. Balken legen, mit Balken versehen (V.), mit Balken stützen, Haus mit Stockwerken aufbauen Vw.: s. b…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Balken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Balken , des -s, plur. ut nom. sing. Diminutivum Bälkchen, Oberdeutsch Bälklein. 1) Eigentlich, ein viereckt behauen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Balken

    Goethe-Wörterbuch

    Balken in frühen Belegen auch -ck-; ‘Balke’ 50,396 Var 1 vierkantig behauener Baumstamm, Kantholz, meist verwendet als S…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Balken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Balken (Hirnschwiele, trabs cerebri, corpus callosum ) wird in der Anatomie der Theil des menschlichen Gehirns genannt, …

  6. modern
    Dialekt
    Balken

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Balken Band 1, Spalte 1,952–954

  7. Sprichwörter
    Balken

    Wander (Sprichwörter)

    Balken 1. Auch in dicke Balken kommt der Wurm. 2. Aus Einem Balken wird kein Haus und aus Einer Blume kein Strauss. ( Se…

  8. Spezial
    Balken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bal|ken m. (-s,-) 1 (vierkantiges Bauholz) tre (tres) f. 2 (Dachbalken) rogorënt (-nc) m. , degorënt (-nc) m. 3 (Trägerb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit balken

223 Bildungen · 137 Erstglied · 84 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von balken 2 Komponenten

bal+ken

balken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

balken‑ als Erstglied (30 von 137)

Balkenegge

SHW

Balken-egge Band 1, Spalte 551-552

Balkenwatz

SHW

Balken-watz Band 1, Spalte 551-552

Balkenäg'

MeckWB

Balkenäg' f. Balkenegge, s. Äg' 2 (Sp. 223).

balkenanker

DWB

balken·anker

balkenanker , m. eisenwerkstück mit ankerförmig getheilten enden, um balken in eine seitenmauer zu festigen.

Balkenbaum

RhWBN

balken·baum

Balken-baum -ō- Bo-Merten Trippelsd m.: Langbalken zum Versperren des Scheunentors.

Balkenbeil

PfWB

balken·beil

 Balken-beil n. : a. 1761: 1 Balken Beyl [Lein Gbl. 1911, S. 76 (RO-Gonb)].

Balkenbœhn

MeckWB

balken·boehn

Balkenbœhn m. Balkenboden: dree Stänners ut den Balkenbœhn Wo. V. 2, 1519; 1520.

Balkenbrand

WWB

balken·brand

Balken-brand heimlich gebrannter Branntwein (Schnaps) vor allem nach dem 2. Weltkriege ( Tek Li , Hal Bh ).

Balkenbred

WWB

balken·bred

Balken-bred „Bodenbrett (beim Wagen)“ (Frgb.) ( Tek Kv , Wie Bh ).

Balkenbrei

RhWB

balken·brei

Balken-brei MGladb , Kref , Kemp , Heinsb-OBruch , Klevld m.: ein aus Wurstbrühe u. Mehl, meist Buchweizenmehl gekochter steifer Brei. Das W…

Balkenbrī

WWB

balken·bri

Balken-brī. Balkenbrëi Bor Ba ( Bh Bo Di ). Pannas; Speise aus Wurstbrühe, von Resten beim Wurstmachen. „ He het Backen, es wenn he stännig …

balkendick

MeckWB

balken·dick

balkendick Adj. dick wie ein Balken, bildlich von dichtem Nebel oder großer Dunkelheit: 't wir balkendick allgem; vgl. balkendüüster.

Balkendräger

MeckWB

Balkendräger m. Balkenträger, Bezeichnung für einen Scheidengänger, der mit dem Grenzpfahl, den er zu seinen Lebzeiten heimlich verrückt hat…

Balkendrō¹se

WWB

balken·drose

Balken-drō¹se ⟨ -› dro¹se ‹ ( Kos Ow , Mün Kö , Münsterl), -„ dräöse “ ( Stf Bo ), -drūse ( Jostes 50) ⟩ Im Frühjahr litten die Pferde ( Stf…

Balkendüᵉre

WWB

Balken-düᵉre. -› döªr ‹ 1. Bodentür am Hintergiebel des Hauses. — 2. Tür zum Aufgang des Bodens Alt Hb.

balkendǖster

WWB

balken·duester

balken-dǖster stockdunkel ( Lüb Gb Lb To Wp , Min Bh Fr Kh Sh Wu , Hal Lo Vm , Dor Köppen, WoeN ). → Hiᵉmelbalkendǖster , pik- , stok- .

balkendüüster

MeckWB

balken·dueuester

balkendüüster Adj. stockfinster allgem.; wohl ohne Beziehung auf die Dunkelheit des Bodens im Hause ( s. Balken 2 ); vielleicht balken- für …

balken als Zweitglied (30 von 84)

Ägenbalken

MeckWBN

Wossidia Ägenbalken m. wie Äg'balken Gü, Ma, Ro, Schw; Äg'tenbalken Sta Stargard@Bargensdorf Barg .

bebalken

KöblerMnd

beb·alken

bebalken , sw. V. nhd. Balken einziehen, mit Balken versehen (V.) E.: s. be, balken L.: MndHwb 1, 154 (bebalken)

Bindbalken

Adelung

bind·balken

Der Bindbalken , richtiger Bindebalken, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Zimmerleuten, ein Balken, welcher durch die ganze Breite eines G…

Brückenbalken

Adelung

bruecken·balken

Der Brückenbalken , des -s, plur. ut nom. sing. die horizontalen Querbalken einer Brücke, auf welchen die Bedeckung von Bohlen ruhet, und we…

Bunkerbalken

MeckWBN

bunker·balken

Wossidia Bunkerbalken m. Balken über dem Bunker der Windmühlen, in dessen Lager das oberste Ende der Königswell läuft Ro.

dachbalken

DWB

dach·balken

dachbalken , s. dachschwelle . dachbalk Henisch 630 zeigt die alte bessere form balke an.

darrbalken

DWB

darr·balken

darrbalken , m. balken oder eiserne stäbe, worauf die darrbreter liegen in den malzdarren oder schmelzhütten Frisch 1, 186 .

Egebalken

Adelung

ege·balken

Der Egebalken , des -s, plur. ut nom. sing. die langen starken Hölzer in einer Ege, worin die Zähne befestiget sind.

Finderbalken

Wander

finder·balken

Finderbalken Finderbalken und Diebsbalken stehen nächst beisammen. – Graf, 363, 434. Das Sprichwort wird dahin verstanden, dass manches Find…

Firstbalken

Adelung

first·balken

Der Firstbalken , des -s, plur. ut nom. sing. der oberste Balken in einem Dache, in dessen Firste.

grundbalken

DWB

grund·balken

grundbalken , m. 1) zu grund I A gehörig: der balken ' vor dem gerinne ' im mühlwasser ( s. grundbaum 1, fachbaum) Krünitz 20, 256 ; so bere…

hackbalken

DWB

hack·balken

hackbalken , m. der oberste balken am hintertheil des schiffes, worauf der hackbord ruht. vgl. hacke 1, b.

Hahnenbalken

Adelung

hahnen·balken

Der Hahnenbalken , des -s, plur. ut nom. sing. der Balken oben im Giebel des Hauses, welcher die Dachsparren unter der Spitze verbindet, und…

hauptbalken

DWB

haupt·balken

hauptbalken , m. trabs praecipua, der balken der den hausbau vorzüglich stützt: wenn im haus die hauptbalken nicht eingezäpft sein, so hat d…

Hausbalken

Campe

haus·balken

Der Hausbalken , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Balken im Hause. I N. D. sagt man sprichwörtlich, vom Hausbalken einen Besenstiel machen, f…

hebebalken

DWB

hebe·balken

hebebalken , m. balken über einer zugbrücke zum aufziehen derselben. Jacobsson 2, 239 a .

heckbalken

DWB

heck·balken

heckbalken , m. der obere letzte balken im hintertheile eines schiffes, welcher über das ganze -schiff reicht, in der mitte auf den hinterst…

Ableitungen von balken (2 von 2)

bebalken

KöblerMnd

bebalken , sw. V. nhd. Balken einziehen, mit Balken versehen (V.) E.: s. be, balken L.: MndHwb 1, 154 (bebalken)

verbalken

DWB

verbalken , verb. mit balken versehen, verbinden Campe 5, 264 .