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Adder

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
9 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Adder f.

Bd. 1, Sp. 67
Wossidia Adder (addə, arrə) Pl. Addern f. 1. Natter, coluber natrix Niem. Idiot. 1; volkssprachlich nur für giftige Schlangen (meist Kreuzotter) im Unterschied zu Snak (Ringelnatter oder Blindschleiche) gebraucht; das Volk empfindet eine natürliche Scheu diesem Tier gegenüber, das nicht allein durch seinen giftigen Biß abschreckt, sondern auch den Kühen das Euter aussaugen soll. a. Allerlei magische Handlungen empfiehlt daher die Volksmedizin als Heil- und Schutzmittel; so soll man nach dem Biß nicht eher unter ein Dach gehen, bis die Wunde gestillt ist WaWaren@SpeckSpeck; oder man muß vor Sonnenaufgang einen Frosch aufschneiden, ihn auf einen Stock stecken und trocknen lassen und hernach damit die Wunde bestreichen RoRostock@Nienhagen b. DoberanNienhD; wenn man den verletzten Fuß in ein gegrabenes Loch stellt und eine Kröte (Schorfpogg) hineinsetzt, saugt diese das Gift aus der Wunde Lu; häufig wird das Umbinden der Wunde mit einem seidenen Faden, der z. B. um den Patenzettel gewickelt war (Wa), mit einem Band vom Brautschleier (HaHagenow@MoraasMor), oder mit einem Lappen vom blauen Kittel (wobei man erst nach Sonnenuntergang nach Hause gehen darf WaWaren@Groß GievitzGGiev) empfohlen; das der Natter abgeschnittene und auf die Wunde gelegte Fleischstück heilt diese HaHagenow@DöbbersenDöbb; als Schutzmittel gilt z. B. das Hineinlegen einer Johannisblume in den Schuh LuLudwigslust@TewswoosTewsW oder das Streuen von Schnupftabak an der Raststätte; weitere Belege s. Bartsch 2, 452; meist wendet man zugleich magische Formeln an, z. B.: Ik güng œwer den Sann; Dor lag Adder un Schlang; Ik slög dor midden mank, Dat alles van anner sprang Bartsch 2, 455; mit zweifelhafter, wohl durch den Schulunterricht vermittelter mythologischer Anspielung: Odin un Berchta gingen œwer Water, dor wiren väl Addern un Slangen; Odin güng tau rechte Hand, Berchta güng tau linke Hand; 'womit alles Gift verschwand' (Pa) Wo. Sa.; vgl. Bartsch 2, 453. b. In Rdaa., besonders im Vergleich: 'dar werdt en de snde ... bitterer alse adderengalle' Gry. Both. Ez. B 5a; süht giftig as 'ne Adder ut Reut. 5, 244; von lebhafter Gemütserregung: as wenn em ded 'ne Adder steken, Flüggt hei tau Höcht 7, 51; de oll Herr flüggt vör Schreck in En'n, As wenn em hadd 'ne Adder staken 5, 434; übertreibend übertragen vom Zischen der Otter, so vom Atemlosen: dee kem up 'n Hoff ruptaupuusten as 'ne Adder Wa; vom Übersatten: dee puust as 'ne Adder ebda; un pust dorbi as 'ne Adder Reut. 4, 427 u. ö.; un so pust't he un so blös't he, As 'ne Arrer hinner 'n Förste! Hey. Punsch. 142; von atemloser Hast: jilsen (zischen) as 'ne Adder HaHagenow@RedefinRed; vom schlechten Charakter: in em lewt 'ne lege Adder Gild. Bolt 59; eine ernste Erfahrung in humorvoller Umschreibung: wenn man sick 'ne Fru nimmt, dat 's grad, as wenn 'n 'ne Katt ut 'n Sack vull Addern rutsöcht Wa. c. Über die Sprüche, die das Volk der Adder in den Mund legt, vgl. Wo. V. 2, 113 f.; in volkstümlicher Lautmalerei: lauter Snarren (aus Addern) un Snälditzen (für Älditzen Eidechsen), hadd de Jung seggt, as he 'ne Pogg hüppen seg Wa; dor wier nicks as Schnarren, Schnœkern un Schnaditzen SchwSchwerin@GadebuschGad; dor wier allerhand Oort Getreid: Slangen, Slarrern un Släditzen Wa. 2. Im SO. die Peitschenschnur, am oberen Ende dick und unten spitz zulaufend; nach der Ähnlichkeit mit dem Reptil benannt, wie denn auch aus dem Strelitzschen eine Ähnlichkeit im Gebrauch berichtet wird, daß nämlich Knaben früher wohl eine gefangene Adder beim Kopf nahmen und sie wie eine Peitsche durch die Luft schlugen; in MaMalchin@TeterowTet machten sich die Jungen Peitschen aus Binsen, die sie gleichfalls Addern nannten; derb: ümmer rup mit de Adder up 't Schiethus (Hinterteil des Pferdes) Wa. — Vielfach in FN.: Adderbarg, -block, -brauk, -horst, -kuhl, -kuhlbarg, -moor, -ort, -sandgrube, -soll, -wisch. — Br. Wb. 1, 5; Da. 2a; Dä. 3a; Me. 1, 44; Mi 1a; Ri. 2; Teu. 1, 57.
3787 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    adderKonj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    adder , Konj. nhd. oder Hw.: s. edder E.: s. ahd. odo (Kluge) L.: MndHwb 1, 12 (adder), MndHwb 1, 14 (āder)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    AdderDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Х Die Adder , Mz. die — n, ein bösartiges Kind, besonders Mädchen; vermuthlich aus Otter verbildet. N. D. Sie glüht, S…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Adder

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Adder , soviel wie Kreuzotter.

  4. modern
    Dialekt
    Adderf.

    Mecklenburgisches Wb.

    Adder (addə, arrə) Pl. Addern f. 1. Natter, coluber natrix Niem. Idiot. 1; volkssprachlich nur für giftige Schlangen (me…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit adder

56 Bildungen · 39 Erstglied · 16 Zweitglied · 1 Ableitungen

adder‑ als Erstglied (30 von 39)

Adderblō¹me

WWB

adder·blome

Adder-blō¹me. Atterblōme Weidenröschen, Epilobium angustifolium ( Ben Koch 341). — Syn. Fetke, Fīffingerkrūd , Fossteªrt , Hǟregoªdesfinger …

adderbunt

MeckWB

adder·bunt

adderbunt bunt wie ein Adder ; von einer Kuh, die wie ein Tiger von unten nach oben gestreift ist Gü Kobr .

adderengift

KöblerMnd

adder·en·gift

adderengift , F. nhd. Natterngift Hw.: s. adderenvörgift E.: s. adder (2), gift W.: s. nhd. Ottergift, Otterngift, F., Otterngift, Ottergift…

adderenslechte

KöblerMnd

adder·en·slechte

adderenslechte , N. nhd. Natterngezücht Hw.: s. adderengeslechte, addergeslechte, adderslechte E.: s. adder (2), slechte (1) L.: MndHwb 1, 1…

adderent

MNWB

adder·ent

adderêren , adderêringe , adderent s. adherêren , adherêringe, adherent.

adderenvörgift

KöblerMnd

adderenvörgift , F. nhd. Natterngift Hw.: s. adderengift E.: s. adder (2), vörgift (2) L.: MndHwb 1, 12 (adder[e]nvorgift)

Addergebr¹desel

WWB

Adder-ge-bro¹desel. Addergebrodsel Natterngezücht, Brutnest von Schlechtigkeiten ( Ben Hi ). ¶ Nl. (Statenbibel) addergebroedsel.

addergeslechte

KöblerMnd

adder·geslechte

addergeslechte , N. nhd. Natterngezücht Hw.: s. adderengeslechte, adderenslechte, adderslechte E.: s. adder (2) L.: MndHwb 1, 12 (adder[e]n[…

Addergift

MeckWB

adder·gift

Addergift n. Schlangengift; soll schneidenden Geräten wie Messer, Sensen Schärfe verleihen; von einer scharfen Sense: dor möt Addergift vörs…

addergris

MeckWB

adder·gris

addergris grau wie eine Natter; als Scheltwort: sonn Addergrisen Wa.

Adderh¹neken

WWB

Adder-ho¹neken. Adderhontken ein Mädchen, das sich gern putzt ( Osn Klön ), eine Frau, die sehr fein sein will ( Osn Strodtm ); einschmeiche…

Adderhut

MeckWB

adder·hut

Adderhut f. Schlangenhaut; muß heimlich aufgenommen, in Brot verbacken und so den Kühen eingegeben werden, damit ihre Nachgeburt vonstatten …

adderig

WWB

adderig. adderich nörgelig, nichts recht zu machen Bbr Wu . Dä Rui es addach der Hund ist knurrig ( Hfd Hf ). Hǫi is ’n gantsen addrigen Min…

Adderkönig

MeckWBN

adder·koenig

Wossidia Adderkönig m. Schlangenkönig: toletzt is de Snakkönig un de Adderkönig ankamen Wo. Sag. 1, 149.

adderkouwen

KöblerMnd

adder·kouwen

adderkouwen , sw. V. nhd. wiederkauen, wiederholen E.: s. adder (1), kouwen L.: MndHwb 1, 12, MndHwb 1, 15 (āderkouwen)

Adderley

Meyers

adder·ley

Adderley (spr. ädderlĭ), Sir Charles Bowyer , s. Norton .

Addermei

WWB

adder·mei

Adder-mei. Addermai Tüpfelfarn, Polypodium vulgare ( Asd Gegend Ad).

adder als Zweitglied (16 von 16)

pladder

KöblerMnd

*pladder , N. nhd. Klatsch, Geschwätz, Geplapper Vw.: s. ge- E.: s. pladderen

brondhladder

KöblerAfries

brondhladder , F. Vw.: s. brandhladder*

fermelvadder

MNWB

fermelvadder , m. , Zeuge, Zeugin bei der Firmung, Firmelpate, -patin.

fladder

DWB

fladder , s. flatter .

gepladder

MNWB

gepladder , n. , Geklatsche, Geschwätz.

gevadder

MNWB

gevadder , gevādere , m. ; f. , Taufzeuge, Pate, Gevatter; Patin, Gevatterin; im weiteren Anrede an Bekannte, Befreundete, s. noch vadder. K…

Kamervadder

MeckWBN

kamer·vadder

Wossidia Kamervadder m. Gutsherr mit dem Titel Kammerherr: Kammervadder Wa Waren@Rogeez Rog .

Muddervadder

MeckWBN

mudder·vadder

Wossidia Muddervadder m. Muttervater, Großvater mütterlicherseits: Hadd sinen Mutter-Vader gripen laten Reut. 5, 153.

Pläg'vadder

MeckWBN

Wossidia Pläg'vadder m. Pflegevater S. Neum. Volksm. 90.

Ableitungen von adder (1 von 1)

Addere

WWB

Addere Natter ⟨ Addere ( Asd Lo , Mep Am ), Adder ( Hag Hg f., Dor Köppen, Bek Abeler ä., Osn KlönA f. Strodtm, Lin KösterB f., Ben Ad Hi n.…