Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
abtrennen
abtrennen
trennen Vb. ‘eine Verbindung lösen, (ein Ganzes) auseinanderbringen, in seine einzelnen Bestandteile zerlegen, unterscheiden, absondern’, reflexiv ‘auseinandergehen’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb ahd. -trennen in inttrennen ‘zerreißen’ (10. Jh.), mhd. trennen, mnl. trennen ‘Streit haben’, (mit r-Metathese) ontternen, onttornen, nl. tornen, tarnen ‘auftrennen’ kann als mit jan-Suffix gebildetes Kausativum zum starken Verb ahd. -trinnan (in in(t)trinnan ‘fliehend entkommen, sich flüchten, abtrünnig sein’, 10. Jh., zitrinnan, 9. Jh.), mhd. trinnen ‘davongehen, sich absondern’ (s. abtrünnig) aufgefaßt werden. Dazu vgl. ahd. anttrunn(e)o ‘Heimatloser, Verbannter, Abtrünniger’ (8. Jh.), mhd. trünne ‘laufende Schar, Schwarm, Rudel’, ahd. trennila ‘Wirbel, Kreisel’ (11. Jh.), ursprünglich ‘abgespaltenes Stammstück als Scheibe, Rad’, -trennilōn in thuruhtrennilōn ‘umhertreiben’ (8. Jh.), ahd. trendila (11. Jh.), mhd. trendel, trindel ‘Kugel, Kreisel’, mnd. trendel, trindel ‘Scheibe’, trent, trint, tront, trunt ‘(kreis-, ei- oder scheiben)rund’, trent ‘Rundung, die ringsumfassende Linie, Grenze’, aengl. trinda ‘runder Klumpen, Ball’, schwed. (aus dem Mnd.) trind ‘rund’. Die Wortgruppe läßt sich (mit nn aus nu̯) auf ie. *drenu̯ō, *dṛnu̯ō zurückführen, eine mit Nasalinfix erweiterte Bildung von ie. *der(e)u- zu der unter zehren, zerren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’. – Trennung f. ‘das Trennen, das Getrenntsein’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. trenne ‘Trennung, Spaltung’. trennbar Adj. ‘so beschaffen, daß es abgetrennt werden kann’ (um 1700); untrennbar Adj. (Mitte 18. Jh.). abtrennen Vb. ‘völlig trennen, (los)lösen, losreißen, absondern, (durch eine Trennlinie) abgrenzen’, mhd. abetrennen.