zeche,
f. form: ahd. noch unbezeugt, erscheint zeche
im mhd. reich vertreten. die endungen des plur. zeigen wol stets schwache, die des sing. meist starke form; doch tritt -en
im dat. bei Neidhart 168
Haupt und später gelegentlich neben häufigerem -e
auf; so auch einmal zur zechen Luther 34, 1, 479
W., der sonst regelmäszig die form zeche
gebraucht; in einem österr. denkmal von etwa 1470
steht von der zechen wegen
neben dem dat. zech (Lexer 3, 1038);
später, durch den reim bedingt, noch bei B. Krüger
bäur. richt. 14,
und sogar noch bei Rachel
sat. ged. 42
ndr. dem starken sing. kommt weithin auf obd. gebiet seit dem 14.
jahrh. der abfall des -e
zu: der zæch 1362
mon. boica 13, 189; in der zech
Terenz (1499) 48
a;
stets zech
bei H. Sachs, Murner, Fischart, S. Franck, Wickram, W. Spangenberg
u. a.; doch gelegentlich auch, zumeist als reimwort, bei B. Krüger
Clawert 59
ndr.; Ringwaldt
warheit v. 246; Rollenhagen
froschm. M 3
b;
bis ins 19.
jahrh. hält sich diese kurzform in österr. schriften: Nestroy
ges. w. 1, 151; graf Pocci
lust. komödienb. 75,
wogegen md. schriftsteller sie meiden, so Mathesius,
die Schlesier, Thomasius; Gottsched
sprachk. 174
verlangt ausdrücklich die form zeche,
und Göthe
und sein kreis gebrauchten diese ausnahmslos; auch Grillparzer
und G. Keller
lassen zech
nicht mehr zu. das offene e
wird in bairischen und schweizerischen denkmälern bis ins 17.
jahrh. mit Ae
bezeichnet und ist im heutigen bair. dialekt in ö
übergegangen. schwäb. gelegentlich zich Schmid 548.
lat. texte übernehmen das wort: in zecha 1248 Schmeller
2 2, 1078; fraternitatem, quam vulgus appellat cecham 1257
ebda. im mnd. entspricht teche,
f., das aber keine spuren in den nd. mdaa. hinterlassen hat; nur in der südl. mark Brandenburg ist eine wol durch mnd. tegede,
m., zehnte, beeinfluszte form techte,
f., reihenfolge nachgewiesen. das wort geht dem nld. ab. bedeutung: einer germ. wurzel tEhw-, tEgw-
entspringen einerseits ahd. gizechôn
in ordnung bringen, herstellen, färben, mhd. zechen
anordnen, verfügen, veranstalten, zu stande bringen, ags. geteohhian
meinen, bestimmen, anordnen, mhd. zeche,
f., anordnung, reihenfolge, zunft, gesellschaft, ags. teohh,
f. (?),
schar, generation, mnd. teche,
f., reihenfolge, ordnung, gewerkschaft, bergwerk (Lübben-Walther 400
a),
anderseits got. gatêvjan
ordnen, têva,
f., ordnung. auch im altn. tê
gewährung scheint der germ. stamm vertreten und im ags. tîþ, tygþ
gewährung mit d-
suffix fortgebildet zu sein; auszerhalb des germ. ist anschlusz an griech. δοκέω,
δόξα,
διδάσκω und lat. decet, decus, doceo, disco
möglich, so dasz der begriff des geziemenden, der ordnung der ursprüngliche wäre. aus diesem lassen sich über reihenfolge alle mhd. und nhd. bedeutungen ableiten. eine schwierigkeit ergibt sich nur bei deren abgrenzung gegen einander. 11)
anordnung, veranstaltung, einrichtung; mhd.: daz ist ein fremdiu zeche Wolfram
Parz. 5, 21;
sonst selten: (
gott ...) hat scharpff augen, welche rechen der bösen menschen grobe zechen J. Frischlin
Sus. 276;
ergebnis: er enrûchte, mit weler hande zeche er ûz dem strîte quam Herbort 13932; 22)
abwechselnde reihe, besonders in diensten und pflichten: 2@aa) sie vorhten, diu zeche (
die reihe, gebraten zu werden) gienge an si Wolfram
Willehalm 286, 25; want in do trat di zeche (
die reihe, wache zu halten) an Jeroschin 22241
Str.; wolan jetzt ist an mir die zech Spreng
Il. 215
a; wann die zech und räihe an mir war, das ich gest haben solt Lindener
katzipori 62;
von schmieden: zech werchen. von ainer zech auf die ander
oberpfälz. 1463 Schmeller
2 2, 1079;
mhd. ze zeche, von zeche, zechen (Lexer 3, 1037),
bes. umbe die zeche Schmeller,
auch umzech Bernd
spr. i. Posen 330
der reihe nach; nach der zeche
nach der reihe K. Bruns
volksw. d. prov. Sachs. 76
b; gezeche
übereinkömmlich, landesüblich Pfister
nachtr. 343 (
th. 4, 1, 6918);
reihe, in der frohndienste zu leisten sind, botengänge, fuhren (
für die gebiete Obersachsens und östlich bis Posen bezeugt); kleine zeche
gilt bei nahen fuhren und für kossäten, gärtner, häusler, grosze zeche
bei weiten fuhren und für pferdner und ganze bauern: Adelung wb. 4, 1662; Krünitz 241, 79; K. Bruhns 76
b;
bes. Müller-Fr. 2, 694
a nach J. G. Klingner
samml. z. dorf- u. bauernrechte (1749) 1, 82. 125;
obersächs. noch ganz geläufig: zechüm tanzen, ümzechtig
beim flegeldreschen zuschlagen, aus einem teller essen, in den bauernhäusern schule halten Müller-Fr. 2, 694
b;
schles.: zechum D. Stoppe
n. fab. 165; sie sungen bald umzech, bald mit einander J. v. Besser
schr. 2, 662
König; legten umzech den kopf auf des andern schos R. Lubenau
beschr. d. reisen 58; Schemoniek
Elbinger mda. 41; botenzeche
ordnung, in welcher das botenlaufen die pflichtigen trifft Ulm 1728 Schmid 544; dasz man ... die ratsherren anhalten sollte, dasz sie selbst nach der zeche und zur frOehne predigen mszten Rabener
w. 2, 142;
in der Niederlausitz und angrenzenden bezirken, auch Preuszen (Frischbier 2, 489
a)
auch eine reihenfolge, in der die bauern anstatt eines hirten das gemeine vieh hüten; von dieser zechhut
waren nur der pastor und der schulmeister befreit: Zinck
öc. lex. 3332; Haltaus 2144;
Noel Chomel 8, 2389; Frisch 2, 466
c; Scherz-Ob. 2087; ich sagt ihm (
dem pfarrer) offt mit groszem wtn, er solt die ochsen helffen htn und alle zechen nehmen an Ringwaldt
christl. warnung H 4
b;
hierher läszt sich die schlesische ra. z. geben
jem. bescheid thun, nachkommen Wander
sprw.-lex. 5, 515
stellen; auch in der württ. umgangssprache und mda. noch lebendig (
s. Fischer 6, 1070),
während die schriftsprache schon zu Adelungs zeiten diese bedeutung von z.
nicht mehr kannte, vgl. Adelung
wb. 4, 1662; 2@bb)
bezirkseintheilung auf grund solcher dienste oder anderer pflichten; α)
so sind nach Schmeller
2 2, 1078
in einigen salzburgischen gerichten die bauerngüter und ortschaften in rotten
und mehrere rotten
in zechen
vereinigt; β) aus vertretern des adels, der in z-n gegliedert war, wurde der senat (
in Genua) ... gebildet v. Alten
hdb. f. heer u. flotte 4, 150;
in Köln waren die geschlechter der reichen bürger in der richerzeche
vereinigt, s. K. Hegel
städte u. gilden 2, 333;
γ) die stadt ist in zwanzig zechen eingetheilt Schwan
nouv. dict. 2, 1090,
wohl aus der eintheilung in zünfte zu verstehen; 33)
vereinigung zu gemeinsamem zweck und auf gemeinsame kosten, die germanische bundbrüderschaft fortsetzend (
s. K. v. Amira
grdr. d. germ. rechts3 187); 3@aa)
gemeinsame kasse einer religiösen genossenschaft, bes. das vermögen einer kirche; dann die körperschaft selbst als verwaltungskörper: tertium talentum empta eleemosina erogetur pauperibus in zecha 1248
mon. boica 4, 284;
gewisse geldopfer sollen der zæch, in die zaech vervallen sein 1362
ebda 23, 189; Schmeller
2 2, 1077;
zahlreiche nachweise bei Fischer 6, 1070: eim garten, der ... in die z. gechaufft wart
Augsburg 1298; der z. pfleger ze Sant Mauricien hie
ebda 1341; in die genossenschaft (z.) der Augustiner aufgenommen 1367; also ward der
f. mit der z. zuo Sant Moritzen ains ..., wan
f. ain prediger machen wöl, der soll der z. fueglich sein, und sol wider der z. willen kainer gemacht werden
Augsb. chron. 5, 94;
vgl. ferner chron. dtsch. städte 32, 324; A. Birlinger
kirchenspr. 15, 58
b; Lexer 3, 1037;
österr. weisth. 10, 35; ein schiff ohne ruder, ein zech ohne bruder, ... ein mensch ohne lehr, seynd alle nicht weit her A. a
s. Clara
mercks Wien 70;
die verwaltung des vermögens verlangte einrichtungen und verwalter; daher eine reihe von zusammensetzungen wie zechamt, -geld, -leute, -meister, -pfleger, -probst, -schrein; 3@bb)
die gleichen einrichtungen bei weltlichen verbänden und diese selbst; der ausdruck z.
meint hier zunächst die ordnung einer gemeinsamen kasse und geregelter beiträge der mitglieder; später kann die gemeinsame rechnungsführung schwinden; α)
die handwerkerzunft, -innung: tribus, zech, zunft Aventin
bei Schmeller
2 2, 1078; zu des zeiten haben die znfft odder zAechen der brgerschafft zu Augsprug angefangen J. Herold
chron. erzbisch. Mainz 76
b;
verh. d. schles. fürst. u. stände 2, 154
Palm; in was zech oder zunfft sie gehörig Guarinonius
grewel 525; yede zunfft oder zech hat ain besunder haws und trinkstuben, dorinn sy trinkhen und essen und ir kurtzweil treyben sommer und wintter Lad. Suntheim
württ. vierteljahrshefte 1884, 129; zunfft und zechen sind verwand, eines zwiefach nur genant Logau
sinnged. 35
Eit.; zech der fleischhackher (
zu Passau) Schmeller;
überall veraltet, nur in Siebenbürgen noch gebräuchlich: Kramer
Bistritz 141;
in dieser bedeutung ins slav. gedrungen; β)
zusammenkunft zu gemeinsamer übung und nachfolgendem schmaus bei den meistersingern: hierauff sol ihn die gesellschaft der singer, so diszmal darbey sein, an derselbigen zech frey halten Puschmann
meisterges. 29
ndr.; (
die tabulatur) wird in ihren zusammenkünften oder zechen fleiszig abgelesen Gottsched
crit. hist. 3, 403;
auch eine vereinigung, gesellschaft schlechthin: Aesopus under der zäch der siben weisen meister sagt gar ein schöns pöszlin Forer
Gesners thierb. 53
b; ist doch so gewisz, dasz auch Arabs und Plinius (
neben Ptolemäus) in der zech (
der alten geographen) seind, und andere alten mer S. Franck
weltb. (1542)
vorr. 3
b;
γ)
eine gewerkschaft zur gemeinsamen ausbeutung einer erz- oder kohlengrube; wie bei allgemeiner versammlung der z.
zu Eisenärzt bei Traunstein auf einer schiefertafel über kosten und gewinn die z.
gemacht wird, s. Aurora v. 1804, 245 (Schmeller); z. heiszt soviel als eine gewerckschafft, die belehnung hat, es sey eine fundgrube oder stolln, ohne oder mit einer oder etlichen maasen
Minerophilus bergw.-lex. 723;
s. 8; 44)
der kostenantheil der theilnehmer von dauernden oder einmaligen veranstaltungen; 4@aa)
der mitglieder einer kirchlichen z.: haben aber dy gemain priester ... gleiche zech missen geben
chron. dtsch. städte 15, 87; 4@bb)
die einmalige, freiwillige gabe der hauswirte an den gemeindehirten: welcher (
hirt) ... underschlecht (
eigenes vieh mitweiden läszt), der ist den lohn verfahlen, nemblich von dreyen haubten alweg ein laib und ein ganze z., und von ainem oder zway haubten ein halben laib und halbe z.
schwäb. 1490 Fischer;
ebda noch modern, bes. kirchweihzech;
s. auch c; 4@cc)
eines hochzeitsmahles im wirtshaus, das die gäste zumeist selbst bezahlen müssen; die theilnehmer sitzen in die (der) z., an die z., gehen in die z.;
dem wirte wird vorher mitgetheilt, wieviel personen in der z. sitzen
werden; zwei nachbarn thun sich zu gemeinsamer berechnung zusammen und sitzen in die z.,
essen aus einem teller; werden die kosten umgelegt, oder sind die gäste zechfrei, so nutzen einzelne die gute gelegenheit aus; diese sitzen, liegen in der z.;
so dann das mahl selbst z.
genannt; modern schwäb.: Fischer 6, 1071; badclaidt und zech zur hochzeitt
Nürnberg 1420
chron. dtsch. städte 2, 5; die z. verrufen Fischer; Birlinger
wb. z. volkstüml. 95; weiber sollen eines züchtigen wandels seyn auff hochzeiten und zechen
buch d. liebe 290
c; krummschnabel frech ... tummelt sich weidlich bei der zech (
vogelhochzeit) A. v. Arnim
w. 21, 263;
auch die portion kann z.
heiszen, und der pfarrer erhält vom hochzeitsessen 2 z-n
ungekochten fleisches: Fischer (
zu b); 55)
gemeinsamer schmaus, gelage, aus dem germ. gildi,
dem opfergelage der bundbrüderschaft, erwachsen; 5@aa)
die entwicklung geht von einem fall, ähnlich dem unter 4
c beschriebenen, aus: Laelius ... wolte darauff uns drey ... bereden, das wir die dische zusammen stoszen und in eine zech stehen solten, dann Laelius kundte rechtschaffen mit sauffen, wan es ihn nichts kostete Moscherosch
ges. 2, 211,
wobei der letzte satz nur meint, dasz Lälius infolge seiner trunkfestigkeit bei gleichem kostenantheil der gröszere antheil an getränken zufallen werde; nach Schmeller
2 2, 1077
vereinigten sich an der oberen Isar die burschen mit ihren mädchen aus einer nachbarschaft beim tanze gewöhnlich in einer z.,
d. h. sie bezahlten, was sie verzehrten, gemeinschaftlich; faciamus zecham vel symbolum (
d. h. gemeinsame kasse) pro emendo vino Schmeller;
symbolum die zech oder bezahlung, so ein jeder an der zech gibt Zehner
nom. 369; abstine a ludis et zechijs laicorum 15.
jahrh. Schmeller; unter der predigt soll kein wirth einiges getränk verkaufen, noch zechen halten oder verstatten
Bayreuth ebda; wer in ainer z. ist oder sind umb den win 14.
jahrh. Fischer 6, 1071; straaff deinen nAechsten nit in der zAech
bibel (
Zürich 1531)
Jes. Sir. 32, 39 (Luther: schilt ... beim wein); der was in eines burgers hausz, so bier feil hatte, zur zech Kirchhof
wendunmuth 1, 274
Öst.; apud me potaturus est er wird bey mir eine zechen halten oder zechen B. Faber 640
a; zur zech laden
invitare aliquem poculis Reyher p 2 v
b; zechen ... das ist sauffen, daher zeche oder gelag Gueintz
rechtschr. 166;
doch versteht man unter z.
auch das essen: im bad zech halten ... ist ein unzüchtig, üppig ... wesen W. H. Ryff
spiegel 110
b;
convictus, compotatio ..., convivium Alberus u 2
a;
ja Platons dialogtitel συμπόσιον übersetzt Fischart
geschichtkl. 17
ndr. mit zech;
auch convivium wird so wiedergegeben: hab ich dir gesagt, wie ich Rhodium rüret in der zech (
quo pacto Rhodium tetigerim in convivio)
Terenz (1499) 48
a; Luther 18, 706
W.; wie alle götter an einer zech haben ein wunderlich gesprech H. Sachs 7, 42; 8, 393
K.; imbisz oder zech Achacius
Sleidani chron. 255
a;
aptare convivium ein maal zuorüsten, ein zAech anrichten Frisius 109
a;
comessatio schlemmerey, prassz, schlamm, sausz, schlaafftrunck, zAech 254
b;
symposion Calepinus
XI ling. 1435
b; zech, malzeit,
un banquet Hulsius-Rav. 426
a;
die gemeinsamen z-n
wurden in stuben gehalten, wobei die stubenmeister die aufsicht führten: Fischer; Marperger
küchendict. 1139
b spricht von einem symposiarcha oder magister convivii, der, durch das los erwählt, acht auf die gasterei haben und alles dazu anschaffen muszte; begrebnuszzechen, syben z-n und dreissigst z-n (
totenmahle am begräbnistag, dem 7.
und 30.
tage nach dem todesfall) Fischer;
häufig neben ürte: beim weyn, ürten oder zächen Frisius 28
b; kömpt dem wirte ein freund, so mus der hauszgnosz kommen und bette herleihen, mit in die z. sitzen und den gast mit z. und örten helffen frey halten Mathesius
Syr. 2, 86
a;
ra.: Hans in allen gassen, Zacheus in allen zechen, ürthen und kirchweihen S. Franck
sprw. (1541) 2, 206
a; da hab ich meine zeche bier, und jedes zahlet mir noch geld genung vor meinen tantz Henrici
ernsth. ged. 3, 463; er habe ... denen bauren für freye z. ein viertel ... bier ... in der stube getragen
Leipz. avanturieur 1, 112;
dim.: compotatiuncula ... zAechlein ... mahlzeit Apherdianus 181; 5@bb)
die zum schmaus und gelage versammelte gesellschaft, bei engerem zusammenschlusse am besten als club zu bezeichnen: sie verpindent sich zusamen an ein zech, dieweil das fasz ein tropfen hat
chron. dtsch. städte 3, 168; gesellschaft und z. Mathesius
Syr. 151
b; ein zech voller und toller bauren beym wein oder bier beysammen sitzen Dannhawer
cat. 1, 130; zu keinem unzüchtigen spiel und vollen z.
Reinicke fuchs (1650) 127; geh, sprach sie, in die truncknen zechen Günther
ged. 220; manch geheimes blatt, das durch die zechen fleucht, Canitz
ged. 95;
die drei letzten belege eher hierher als zu a; z. eine gesellschafft von freunden, die zusammen halten und jeder vor sich sein theil erleget,
a club Ludwig
teutsch-engl. 2563; zöch eine gesellschaft von zöchbuemán, die gemeinschaftlich zechen Stelzhamer
bei Schmeller
2 2, 1077; 66.
ort einer gemeinsamen zeche, wirtshaus: in den z-n singet man von mir Luther
ps. 69, 13 (
vielleicht zu 5); einem vollen bauren, welcher am tisch sitzt in der z. 29, 642
W.; soll ... in kain offen z., weder in trinkstuben ... noch weurzheuser nit sitzen 16.
jahrh. bei Fischer 6, 1071; zecham vel tabernam civium fecerunt Felix Faber
de civitate Ulmensi 26; geht zur gesellschaft hin, durchwandert alle zechen Günther
ged. (1735) 534; in einer zech oder wirtshause J. Prätorius
philos. colus 198; tabern
des originals Trimberg
renner 11 312
Ehr. wird durch z.
im Frankf. druck (1549) 58
b ersetzt; 77)
die wirtsrechnung; a)
eig.: zunächst die auf den einzelnen umgelegte allgemeine: köchin, heb die zwen thaler auff, dasz ich nit mit der zech entlauff H. Sachs 17, 84
G.; zum getrencke haben sie einen pfennig neben den andern gelegt zu gleicher zechen Agricola
sprw. (1534) F 2
b; derselbig bezalt die zech für uns alle Wickram 2, 245
lit. ver.; sein zech zahlen
pagar la sua parte del collatione Hulsius 281
a; er bezahlte seinen antheil an der z. Jung-Stilling
s. schr. 1, 130; ich habe die z. nicht helffen zahlen
nom. lat. - germ. (
Hamb. 1634) 405; ein grosze z. J. Prätorius
glückstopf 497; eine z. ... anschreiben lassen
pol. maulaffe 89;
öfter: ankreiden lassen; die z. ausspielen (,
so dasz einer die ganze rechnung bezahlen musz) H. Beck
verirrungen 57; sie nicht wusten, was man ihnen morgen vor ein zech machen würde Grimmelshausen 4, 828
K.; die rechnung der einzelnen gäste: (
der) kellner, der hinten an der tafel steht und die z-n macht Göthe III 3, 135
W.; darauf hielten, dasz jeder nur seine z. bezahlte 26, 273
W.; seine z. berichtigt er jeden abend E.
th. A. Hoffmann 2, 131
Gr.; b)
redensarten und sprichwörtliche wendungen; das sprichwort es musz ein schlimmer wirt sein, der nicht eine zeche borge,
meint, ein unrecht zwar eine zeitlang verschmerzen, aber nicht völlig vergessen können: Jablonski
lex. 1428
a; Th. Höck
blum. 22
ndr.; daraus zu verstehen: meinestu, das er nicht könne ein zech borgen, und hinder sie komen mit der straffe, wenn sie der sünde lengest vergessen haben? Luther 36, 617
W.; gott kan einem wol ein zech borgen Eyering
prov. 2, 684; nicht mehr als eine z. borgen wollen Lessing 17, 346
M.; sych riemen, loben bey den yrten, die zech selb machen vor den wirtten Murner
mühle v. 1213;
auch: die zech vor der yrthen machen
F. Franck
sprw. (1545) 1, 3
b;
und: ich machte aber die z. ohn den wirth Grimmelshausen
Simplic. 248
ndr., d. h. sich verrechnen; die letzte fassung noch geläufig; häufig auch die ra. die z. bezahlen,
auch mit der haut bez.
im sinne von ausbaden, büszen und die z. bez. müssen
für andere büszen: ob du (
der uinterkönig) schon hast ein guten muth mit deinen ketzern werth, die zech muszt du bezahlen theuer Opel-Cohn
dreisz. krieg 63; S. Franck
sprw. (1541) 1, 128
b; Baiern soll die z. bezahlen Gentz
schr. 2, 223;
mhd. dafür die z. gelten; dem wolff (
mit dem dicken prügel) ein bona dies zu geben und die zech zu machen
ollapatrida 293
Wiener ndr.; einem noch eine z. schuldig seyn (
rache, vergeltung) Kramer
teutschit. 2, 1428
a; 88)
aus 3
δ entwickelt sich der begriff des besitzes einer bergmännischen gewerkschaft, des ihr verliehenen feldes: so viel feld, als eine gewerckschafft in der belehnung hat A. v. Schönberg
berginform. (1693) 2, 109;
insbes. die grube: bey der gruben oder zechen Bech
Agricola 21;
die, insofern sie nur wert besitz, wenn sie fündig
ist, auch fundgrube
heiszt: Mathesius
Syr. 34
a;
die auszerhalb des zugewiesenen feldes liegenden flächen werden nach maszen (
s. th. 6, 1731)
zugetheilt: sich nicht ... unbedacht auff alle unfndige massen und z-n legen Bech
Agricola vorr. 2;
nach altem recht wurden der gesamtwert oder gewinn einer z.
in 128
antheile oder kuxe (
s. th. 5, 2912)
zerlegt; doch gab es auch eigenthum an bergwerken; solche gruben besaszen erbstollen; z. erbwürdig befinden (
abbaufähig) A. v. Schönberg
berginf. 2, 110; eine z. wird bestätigt (
dem muther in lehen gereicht) G. Junghans
gräublein ertz (1680) F 3
c; z. belegen (
darauf arbeiten lassen) 109; bauen (
dass.); befahren (
besichtigen) Voigtel
wb. 3, 681
b; Junghans F 3
c: eine z. wird frey gefahren (
freigemacht), eine z. uffnehmen (
muthen), verlochsteinen (
oberirdisch abstecken); auflässige z.,
wofür die gewerken keine zubusze mehr geben, so dasz der bergbetrieb eingestellt werden musz: alte gruben oder auflOessige z-n P. Albinus
meiszn. bergchron. (1590) 15;
dasselbe bedeutet: einer z. den rücken kehren Hertwig
bergbuch 427
b,
d. r. bieten 327
b, abkehren von einer grube A. v. Schönberg 2, 4, mit einer z. schicht machen Veith
bergwb. 410; verliegen auf der z.: wenn man mit schaden und in kosten bauet Hertwig 402
b; A. v. Schönberg 2, 110: eine z. schnuppet, wenn sich die guten ertze verlieren; eine z. fAelt ins freye, 1) wenn in 3 schichten nicht darauff gearbeitet wird, 2) so sie in 4 quartalen nicht verrecesset wird, so ist sie frey und mag sie muthen wer da will Junghans F 3
c; erstickte (
ertrunkene) z-n Schröer
mda. d. ung. bergl. 330;
bildl.: da ich mit dem stollen meiner ergebenheit in die z. ihrer angenehmen freundschaft unvermuthet durchschlägig worden Gottsched
anmuth. gel. 3, 294;
dim.: gott bescheret im ein eigen zechlein Mathesius
Sar. 24
b.