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zeche

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zeche f.

Bd. 31, Sp. 422
zeche, f. form: ahd. noch unbezeugt, erscheint zeche im mhd. reich vertreten. die endungen des plur. zeigen wol stets schwache, die des sing. meist starke form; doch tritt -en im dat. bei Neidhart 168 Haupt und später gelegentlich neben häufigerem -e auf; so auch einmal zur zechen Luther 34, 1, 479 W., der sonst regelmäszig die form zeche gebraucht; in einem österr. denkmal von etwa 1470 steht von der zechen wegen neben dem dat. zech (Lexer 3, 1038); später, durch den reim bedingt, noch bei B. Krüger bäur. richt. 14, und sogar noch bei Rachel sat. ged. 42 ndr. dem starken sing. kommt weithin auf obd. gebiet seit dem 14. jahrh. der abfall des -e zu: der zæch 1362 mon. boica 13, 189; in der zech Terenz (1499) 48a; stets zech bei H. Sachs, Murner, Fischart, S. Franck, Wickram, W. Spangenberg u. a.; doch gelegentlich auch, zumeist als reimwort, bei B. Krüger Clawert 59 ndr.; Ringwaldt warheit v. 246; Rollenhagen froschm. M 3b; bis ins 19. jahrh. hält sich diese kurzform in österr. schriften: Nestroy ges. w. 1, 151; graf Pocci lust. komödienb. 75, wogegen md. schriftsteller sie meiden, so Mathesius, die Schlesier, Thomasius; Gottsched sprachk. 174 verlangt ausdrücklich die form zeche, und Göthe und sein kreis gebrauchten diese ausnahmslos; auch Grillparzer und G. Keller lassen zech nicht mehr zu. das offene e wird in bairischen und schweizerischen denkmälern bis ins 17. jahrh. mit Ae bezeichnet und ist im heutigen bair. dialekt in ö übergegangen. schwäb. gelegentlich zich Schmid 548. lat. texte übernehmen das wort: in zecha 1248 Schmeller2 2, 1078; fraternitatem, quam vulgus appellat cecham 1257 ebda. im mnd. entspricht teche, f., das aber keine spuren in den nd. mdaa. hinterlassen hat; nur in der südl. mark Brandenburg ist eine wol durch mnd. tegede, m., zehnte, beeinfluszte form techte, f., reihenfolge nachgewiesen. das wort geht dem nld. ab. bedeutung: einer germ. wurzel tEhw-, tEgw- entspringen einerseits ahd. gizechôn in ordnung bringen, herstellen, färben, mhd. zechen anordnen, verfügen, veranstalten, zu stande bringen, ags. geteohhian meinen, bestimmen, anordnen, mhd. zeche, f., anordnung, reihenfolge, zunft, gesellschaft, ags. teohh, f. (?), schar, generation, mnd. teche, f., reihenfolge, ordnung, gewerkschaft, bergwerk (Lübben-Walther 400a), anderseits got. gatêvjan ordnen, têva, f., ordnung. auch im altn.gewährung scheint der germ. stamm vertreten und im ags. tîþ, tygþ gewährung mit d-suffix fortgebildet zu sein; auszerhalb des germ. ist anschlusz an griech. δοκέω, δόξα, διδάσκω und lat. decet, decus, doceo, disco möglich, so dasz der begriff des geziemenden, der ordnung der ursprüngliche wäre. aus diesem lassen sich über reihenfolge alle mhd. und nhd. bedeutungen ableiten. eine schwierigkeit ergibt sich nur bei deren abgrenzung gegen einander. 11) anordnung, veranstaltung, einrichtung; mhd.: daz ist ein fremdiu zeche Wolfram Parz. 5, 21; sonst selten: (gott ...) hat scharpff augen, welche rechen der bösen menschen grobe zechen J. Frischlin Sus. 276; ergebnis: er enrûchte, mit weler hande zeche er ûz dem strîte quam Herbort 13932; 22) abwechselnde reihe, besonders in diensten und pflichten: 2@aa) sie vorhten, diu zeche (die reihe, gebraten zu werden) gienge an si Wolfram Willehalm 286, 25; want in do trat di zeche (die reihe, wache zu halten) an Jeroschin 22241 Str.; wolan jetzt ist an mir die zech Spreng Il. 215a; wann die zech und räihe an mir war, das ich gest haben solt Lindener katzipori 62; von schmieden: zech werchen. von ainer zech auf die ander oberpfälz. 1463 Schmeller2 2, 1079; mhd. ze zeche, von zeche, zechen (Lexer 3, 1037), bes. umbe die zeche Schmeller, auch umzech Bernd spr. i. Posen 330 der reihe nach; nach der zeche nach der reihe K. Bruns volksw. d. prov. Sachs. 76b; gezeche übereinkömmlich, landesüblich Pfister nachtr. 343 (th. 4, 1, 6918); reihe, in der frohndienste zu leisten sind, botengänge, fuhren (für die gebiete Obersachsens und östlich bis Posen bezeugt); kleine zeche gilt bei nahen fuhren und für kossäten, gärtner, häusler, grosze zeche bei weiten fuhren und für pferdner und ganze bauern: Adelung wb. 4, 1662; Krünitz 241, 79; K. Bruhns 76b; bes. Müller-Fr. 2, 694a nach J. G. Klingner samml. z. dorf- u. bauernrechte (1749) 1, 82. 125; obersächs. noch ganz geläufig: zechüm tanzen, ümzechtig beim flegeldreschen zuschlagen, aus einem teller essen, in den bauernhäusern schule halten Müller-Fr. 2, 694b; schles.: zechum D. Stoppe n. fab. 165; sie sungen bald umzech, bald mit einander J. v. Besser schr. 2, 662 König; legten umzech den kopf auf des andern schos R. Lubenau beschr. d. reisen 58; Schemoniek Elbinger mda. 41; botenzeche ordnung, in welcher das botenlaufen die pflichtigen trifft Ulm 1728 Schmid 544; dasz man ... die ratsherren anhalten sollte, dasz sie selbst nach der zeche und zur frOehne predigen mszten Rabener w. 2, 142; in der Niederlausitz und angrenzenden bezirken, auch Preuszen (Frischbier 2, 489a) auch eine reihenfolge, in der die bauern anstatt eines hirten das gemeine vieh hüten; von dieser zechhut waren nur der pastor und der schulmeister befreit: Zinck öc. lex. 3332; Haltaus 2144; Noel Chomel 8, 2389; Frisch 2, 466c; Scherz-Ob. 2087; ich sagt ihm (dem pfarrer) offt mit groszem wtn, er solt die ochsen helffen htn und alle zechen nehmen an Ringwaldt christl. warnung H 4b; hierher läszt sich die schlesische ra. z. geben jem. bescheid thun, nachkommen Wander sprw.-lex. 5, 515 stellen; auch in der württ. umgangssprache und mda. noch lebendig (s. Fischer 6, 1070), während die schriftsprache schon zu Adelungs zeiten diese bedeutung von z. nicht mehr kannte, vgl. Adelung wb. 4, 1662; 2@bb) bezirkseintheilung auf grund solcher dienste oder anderer pflichten; α) so sind nach Schmeller2 2, 1078 in einigen salzburgischen gerichten die bauerngüter und ortschaften in rotten und mehrere rotten in zechen vereinigt; β) aus vertretern des adels, der in z-n gegliedert war, wurde der senat (in Genua) ... gebildet v. Alten hdb. f. heer u. flotte 4, 150; in Köln waren die geschlechter der reichen bürger in der richerzeche vereinigt, s. K. Hegel städte u. gilden 2, 333; γ) die stadt ist in zwanzig zechen eingetheilt Schwan nouv. dict. 2, 1090, wohl aus der eintheilung in zünfte zu verstehen; 33) vereinigung zu gemeinsamem zweck und auf gemeinsame kosten, die germanische bundbrüderschaft fortsetzend (s. K. v. Amira grdr. d. germ. rechts3 187); 3@aa) gemeinsame kasse einer religiösen genossenschaft, bes. das vermögen einer kirche; dann die körperschaft selbst als verwaltungskörper: tertium talentum empta eleemosina erogetur pauperibus in zecha 1248 mon. boica 4, 284; gewisse geldopfer sollen der zæch, in die zaech vervallen sein 1362 ebda 23, 189; Schmeller2 2, 1077; zahlreiche nachweise bei Fischer 6, 1070: eim garten, der ... in die z. gechaufft wart Augsburg 1298; der z. pfleger ze Sant Mauricien hie ebda 1341; in die genossenschaft (z.) der Augustiner aufgenommen 1367; also ward der f. mit der z. zuo Sant Moritzen ains ..., wan f. ain prediger machen wöl, der soll der z. fueglich sein, und sol wider der z. willen kainer gemacht werden Augsb. chron. 5, 94; vgl. ferner chron. dtsch. städte 32, 324; A. Birlinger kirchenspr. 15, 58b; Lexer 3, 1037; österr. weisth. 10, 35; ein schiff ohne ruder, ein zech ohne bruder, ... ein mensch ohne lehr, seynd alle nicht weit her A. a s. Clara mercks Wien 70; die verwaltung des vermögens verlangte einrichtungen und verwalter; daher eine reihe von zusammensetzungen wie zechamt, -geld, -leute, -meister, -pfleger, -probst, -schrein; 3@bb) die gleichen einrichtungen bei weltlichen verbänden und diese selbst; der ausdruck z. meint hier zunächst die ordnung einer gemeinsamen kasse und geregelter beiträge der mitglieder; später kann die gemeinsame rechnungsführung schwinden; α) die handwerkerzunft, -innung: tribus, zech, zunft Aventin bei Schmeller2 2, 1078; zu des zeiten haben die znfft odder zAechen der brgerschafft zu Augsprug angefangen J. Herold chron. erzbisch. Mainz 76b; verh. d. schles. fürst. u. stände 2, 154 Palm; in was zech oder zunfft sie gehörig Guarinonius grewel 525; yede zunfft oder zech hat ain besunder haws und trinkstuben, dorinn sy trinkhen und essen und ir kurtzweil treyben sommer und wintter Lad. Suntheim württ. vierteljahrshefte 1884, 129; zunfft und zechen sind verwand, eines zwiefach nur genant Logau sinnged. 35 Eit.; zech der fleischhackher (zu Passau) Schmeller; überall veraltet, nur in Siebenbürgen noch gebräuchlich: Kramer Bistritz 141; in dieser bedeutung ins slav. gedrungen; β) zusammenkunft zu gemeinsamer übung und nachfolgendem schmaus bei den meistersingern: hierauff sol ihn die gesellschaft der singer, so diszmal darbey sein, an derselbigen zech frey halten Puschmann meisterges. 29 ndr.; (die tabulatur) wird in ihren zusammenkünften oder zechen fleiszig abgelesen Gottsched crit. hist. 3, 403; auch eine vereinigung, gesellschaft schlechthin: Aesopus under der zäch der siben weisen meister sagt gar ein schöns pöszlin Forer Gesners thierb. 53b; ist doch so gewisz, dasz auch Arabs und Plinius (neben Ptolemäus) in der zech (der alten geographen) seind, und andere alten mer S. Franck weltb. (1542) vorr. 3b; γ) eine gewerkschaft zur gemeinsamen ausbeutung einer erz- oder kohlengrube; wie bei allgemeiner versammlung der z. zu Eisenärzt bei Traunstein auf einer schiefertafel über kosten und gewinn die z. gemacht wird, s. Aurora v. 1804, 245 (Schmeller); z. heiszt soviel als eine gewerckschafft, die belehnung hat, es sey eine fundgrube oder stolln, ohne oder mit einer oder etlichen maasen Minerophilus bergw.-lex. 723; s. 8; 44) der kostenantheil der theilnehmer von dauernden oder einmaligen veranstaltungen; 4@aa) der mitglieder einer kirchlichen z.: haben aber dy gemain priester ... gleiche zech missen geben chron. dtsch. städte 15, 87; 4@bb) die einmalige, freiwillige gabe der hauswirte an den gemeindehirten: welcher (hirt) ... underschlecht (eigenes vieh mitweiden läszt), der ist den lohn verfahlen, nemblich von dreyen haubten alweg ein laib und ein ganze z., und von ainem oder zway haubten ein halben laib und halbe z. schwäb. 1490 Fischer; ebda noch modern, bes. kirchweihzech; s. auch c; 4@cc) eines hochzeitsmahles im wirtshaus, das die gäste zumeist selbst bezahlen müssen; die theilnehmer sitzen in die (der) z., an die z., gehen in die z.; dem wirte wird vorher mitgetheilt, wieviel personen in der z. sitzen werden; zwei nachbarn thun sich zu gemeinsamer berechnung zusammen und sitzen in die z., essen aus einem teller; werden die kosten umgelegt, oder sind die gäste zechfrei, so nutzen einzelne die gute gelegenheit aus; diese sitzen, liegen in der z.; so dann das mahl selbst z. genannt; modern schwäb.: Fischer 6, 1071; badclaidt und zech zur hochzeitt Nürnberg 1420 chron. dtsch. städte 2, 5; die z. verrufen Fischer; Birlinger wb. z. volkstüml. 95; weiber sollen eines züchtigen wandels seyn auff hochzeiten und zechen buch d. liebe 290c; krummschnabel frech ... tummelt sich weidlich bei der zech (vogelhochzeit) A. v. Arnim w. 21, 263; auch die portion kann z. heiszen, und der pfarrer erhält vom hochzeitsessen 2 z-n ungekochten fleisches: Fischer (zu b); 55) gemeinsamer schmaus, gelage, aus dem germ. gildi, dem opfergelage der bundbrüderschaft, erwachsen; 5@aa) die entwicklung geht von einem fall, ähnlich dem unter 4 c beschriebenen, aus: Laelius ... wolte darauff uns drey ... bereden, das wir die dische zusammen stoszen und in eine zech stehen solten, dann Laelius kundte rechtschaffen mit sauffen, wan es ihn nichts kostete Moscherosch ges. 2, 211, wobei der letzte satz nur meint, dasz Lälius infolge seiner trunkfestigkeit bei gleichem kostenantheil der gröszere antheil an getränken zufallen werde; nach Schmeller2 2, 1077 vereinigten sich an der oberen Isar die burschen mit ihren mädchen aus einer nachbarschaft beim tanze gewöhnlich in einer z., d. h. sie bezahlten, was sie verzehrten, gemeinschaftlich; faciamus zecham vel symbolum (d. h. gemeinsame kasse) pro emendo vino Schmeller; symbolum die zech oder bezahlung, so ein jeder an der zech gibt Zehner nom. 369; abstine a ludis et zechijs laicorum 15. jahrh. Schmeller; unter der predigt soll kein wirth einiges getränk verkaufen, noch zechen halten oder verstatten Bayreuth ebda; wer in ainer z. ist oder sind umb den win 14. jahrh. Fischer 6, 1071; straaff deinen nAechsten nit in der zAech bibel (Zürich 1531) Jes. Sir. 32, 39 (Luther: schilt ... beim wein); der was in eines burgers hausz, so bier feil hatte, zur zech Kirchhof wendunmuth 1, 274 Öst.; apud me potaturus est er wird bey mir eine zechen halten oder zechen B. Faber 640a; zur zech laden invitare aliquem poculis Reyher p 2 vb; zechen ... das ist sauffen, daher zeche oder gelag Gueintz rechtschr. 166; doch versteht man unter z. auch das essen: im bad zech halten ... ist ein unzüchtig, üppig ... wesen W. H. Ryff spiegel 110b; convictus, compotatio ..., convivium Alberus u 2a; ja Platons dialogtitel συμπόσιον übersetzt Fischart geschichtkl. 17 ndr. mit zech; auch convivium wird so wiedergegeben: hab ich dir gesagt, wie ich Rhodium rüret in der zech (quo pacto Rhodium tetigerim in convivio) Terenz (1499) 48a; Luther 18, 706 W.; wie alle götter an einer zech haben ein wunderlich gesprech H. Sachs 7, 42; 8, 393 K.; imbisz oder zech Achacius Sleidani chron. 255a; aptare convivium ein maal zuorüsten, ein zAech anrichten Frisius 109a; comessatio schlemmerey, prassz, schlamm, sausz, schlaafftrunck, zAech 254b; symposion Calepinus XI ling. 1435b; zech, malzeit, un banquet Hulsius-Rav. 426a; die gemeinsamen z-n wurden in stuben gehalten, wobei die stubenmeister die aufsicht führten: Fischer; Marperger küchendict. 1139b spricht von einem symposiarcha oder magister convivii, der, durch das los erwählt, acht auf die gasterei haben und alles dazu anschaffen muszte; begrebnuszzechen, syben z-n und dreissigst z-n (totenmahle am begräbnistag, dem 7. und 30. tage nach dem todesfall) Fischer; häufig neben ürte: beim weyn, ürten oder zächen Frisius 28b; kömpt dem wirte ein freund, so mus der hauszgnosz kommen und bette herleihen, mit in die z. sitzen und den gast mit z. und örten helffen frey halten Mathesius Syr. 2, 86a; ra.: Hans in allen gassen, Zacheus in allen zechen, ürthen und kirchweihen S. Franck sprw. (1541) 2, 206a; da hab ich meine zeche bier, und jedes zahlet mir noch geld genung vor meinen tantz Henrici ernsth. ged. 3, 463; er habe ... denen bauren für freye z. ein viertel ... bier ... in der stube getragen Leipz. avanturieur 1, 112; dim.: compotatiuncula ... zAechlein ... mahlzeit Apherdianus 181; 5@bb) die zum schmaus und gelage versammelte gesellschaft, bei engerem zusammenschlusse am besten als club zu bezeichnen: sie verpindent sich zusamen an ein zech, dieweil das fasz ein tropfen hat chron. dtsch. städte 3, 168; gesellschaft und z. Mathesius Syr. 151b; ein zech voller und toller bauren beym wein oder bier beysammen sitzen Dannhawer cat. 1, 130; zu keinem unzüchtigen spiel und vollen z. Reinicke fuchs (1650) 127; geh, sprach sie, in die truncknen zechen Günther ged. 220; manch geheimes blatt, das durch die zechen fleucht, Canitz ged. 95; die drei letzten belege eher hierher als zu a; z. eine gesellschafft von freunden, die zusammen halten und jeder vor sich sein theil erleget, a club Ludwig teutsch-engl. 2563; zöch eine gesellschaft von zöchbuemán, die gemeinschaftlich zechen Stelzhamer bei Schmeller2 2, 1077; 66. ort einer gemeinsamen zeche, wirtshaus: in den z-n singet man von mir Luther ps. 69, 13 (vielleicht zu 5); einem vollen bauren, welcher am tisch sitzt in der z. 29, 642 W.; soll ... in kain offen z., weder in trinkstuben ... noch weurzheuser nit sitzen 16. jahrh. bei Fischer 6, 1071; zecham vel tabernam civium fecerunt Felix Faber de civitate Ulmensi 26; geht zur gesellschaft hin, durchwandert alle zechen Günther ged. (1735) 534; in einer zech oder wirtshause J. Prätorius philos. colus 198; tabern des originals Trimberg renner 11 312 Ehr. wird durch z. im Frankf. druck (1549) 58b ersetzt; 77) die wirtsrechnung; a) eig.: zunächst die auf den einzelnen umgelegte allgemeine: köchin, heb die zwen thaler auff, dasz ich nit mit der zech entlauff H. Sachs 17, 84 G.; zum getrencke haben sie einen pfennig neben den andern gelegt zu gleicher zechen Agricola sprw. (1534) F 2b; derselbig bezalt die zech für uns alle Wickram 2, 245 lit. ver.; sein zech zahlen pagar la sua parte del collatione Hulsius 281a; er bezahlte seinen antheil an der z. Jung-Stilling s. schr. 1, 130; ich habe die z. nicht helffen zahlen nom. lat. - germ. (Hamb. 1634) 405; ein grosze z. J. Prätorius glückstopf 497; eine z. ... anschreiben lassen pol. maulaffe 89; öfter: ankreiden lassen; die z. ausspielen (, so dasz einer die ganze rechnung bezahlen musz) H. Beck verirrungen 57; sie nicht wusten, was man ihnen morgen vor ein zech machen würde Grimmelshausen 4, 828 K.; die rechnung der einzelnen gäste: (der) kellner, der hinten an der tafel steht und die z-n macht Göthe III 3, 135 W.; darauf hielten, dasz jeder nur seine z. bezahlte 26, 273 W.; seine z. berichtigt er jeden abend E. th. A. Hoffmann 2, 131 Gr.; b) redensarten und sprichwörtliche wendungen; das sprichwort es musz ein schlimmer wirt sein, der nicht eine zeche borge, meint, ein unrecht zwar eine zeitlang verschmerzen, aber nicht völlig vergessen können: Jablonski lex. 1428a; Th. Höck blum. 22 ndr.; daraus zu verstehen: meinestu, das er nicht könne ein zech borgen, und hinder sie komen mit der straffe, wenn sie der sünde lengest vergessen haben? Luther 36, 617 W.; gott kan einem wol ein zech borgen Eyering prov. 2, 684; nicht mehr als eine z. borgen wollen Lessing 17, 346 M.; sych riemen, loben bey den yrten, die zech selb machen vor den wirtten Murner mühle v. 1213; auch: die zech vor der yrthen machen F. Franck sprw. (1545) 1, 3b; und: ich machte aber die z. ohn den wirth Grimmelshausen Simplic. 248 ndr., d. h. sich verrechnen; die letzte fassung noch geläufig; häufig auch die ra. die z. bezahlen, auch mit der haut bez. im sinne von ausbaden, büszen und die z. bez. müssen für andere büszen: ob du (der uinterkönig) schon hast ein guten muth mit deinen ketzern werth, die zech muszt du bezahlen theuer Opel-Cohn dreisz. krieg 63; S. Franck sprw. (1541) 1, 128b; Baiern soll die z. bezahlen Gentz schr. 2, 223; mhd. dafür die z. gelten; dem wolff (mit dem dicken prügel) ein bona dies zu geben und die zech zu machen ollapatrida 293 Wiener ndr.; einem noch eine z. schuldig seyn (rache, vergeltung) Kramer teutschit. 2, 1428a; 88) aus 3 δ entwickelt sich der begriff des besitzes einer bergmännischen gewerkschaft, des ihr verliehenen feldes: so viel feld, als eine gewerckschafft in der belehnung hat A. v. Schönberg berginform. (1693) 2, 109; insbes. die grube: bey der gruben oder zechen Bech Agricola 21; die, insofern sie nur wert besitz, wenn sie fündig ist, auch fundgrube heiszt: Mathesius Syr. 34a; die auszerhalb des zugewiesenen feldes liegenden flächen werden nach maszen (s. th. 6, 1731) zugetheilt: sich nicht ... unbedacht auff alle unfndige massen und z-n legen Bech Agricola vorr. 2; nach altem recht wurden der gesamtwert oder gewinn einer z. in 128 antheile oder kuxe (s. th. 5, 2912) zerlegt; doch gab es auch eigenthum an bergwerken; solche gruben besaszen erbstollen; z. erbwürdig befinden (abbaufähig) A. v. Schönberg berginf. 2, 110; eine z. wird bestätigt (dem muther in lehen gereicht) G. Junghans gräublein ertz (1680) F 3c; z. belegen (darauf arbeiten lassen) 109; bauen (dass.); befahren (besichtigen) Voigtel wb. 3, 681b; Junghans F 3c: eine z. wird frey gefahren (freigemacht), eine z. uffnehmen (muthen), verlochsteinen (oberirdisch abstecken); auflässige z., wofür die gewerken keine zubusze mehr geben, so dasz der bergbetrieb eingestellt werden musz: alte gruben oder auflOessige z-n P. Albinus meiszn. bergchron. (1590) 15; dasselbe bedeutet: einer z. den rücken kehren Hertwig bergbuch 427b, d. r. bieten 327b, abkehren von einer grube A. v. Schönberg 2, 4, mit einer z. schicht machen Veith bergwb. 410; verliegen auf der z.: wenn man mit schaden und in kosten bauet Hertwig 402b; A. v. Schönberg 2, 110: eine z. schnuppet, wenn sich die guten ertze verlieren; eine z. fAelt ins freye, 1) wenn in 3 schichten nicht darauff gearbeitet wird, 2) so sie in 4 quartalen nicht verrecesset wird, so ist sie frey und mag sie muthen wer da will Junghans F 3c; erstickte (ertrunkene) z-n Schröer mda. d. ung. bergl. 330; bildl.: da ich mit dem stollen meiner ergebenheit in die z. ihrer angenehmen freundschaft unvermuthet durchschlägig worden Gottsched anmuth. gel. 3, 294; dim.: gott bescheret im ein eigen zechlein Mathesius Sar. 24b.
20916 Zeichen · 485 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZËCHEstswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    ZËCHE stswf. reihenfolge, ordnung, in welcher etwas zech um (reih um) geht vgl. Schmeller 4,219. Haltaus 2144. — daß nac…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    zecheF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    zeche , F. Vw.: s. sech (3)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zéche

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Zéche , plur. die -n, ein Wort, welches vornehmlich in folgenden nahe verwandten Bedeutungen gebraucht wird. 1. Eine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zeche

    Goethe-Wörterbuch

    Zeche [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zeche

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zeche , eigentlich Gilde, Zunft; im Bergwesen das. einer Gesellschaft verliehene Feld, aus 32 Z. ntheilen od. 128 Kuxen …

  6. modern
    Dialekt
    Zechef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Zeche f. : ' was man im Wirtshaus verzehrt und die daraus entstehenden Kosten ', Zech (dseχ) [mancherorts, Müller Dietsc…

  7. Sprichwörter
    Zeche

    Wander (Sprichwörter)

    Zeche 1. Bey vollen Zechen vnd bey Nacht wird wenig Ehr' vnd Zucht gebracht. – Petri, II, 45. 2. Bezahlt ein jeder seine…

  8. Spezial
    Zeche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ze|che f. (-,-n) 1 (Rechnung) cunt (d’ostaria) m. 2 (Verzehr) consumaziun (-s) f. 3 (Bergwerk) mineora (-res) f. ▬ die Z…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zeche

85 Bildungen · 40 Erstglied · 43 Zweitglied · 2 Ableitungen

zeche‑ als Erstglied (30 von 40)

zecheinkommen

DWB

zeche·inkommen

-einkommen , n. , einkommen der zeche 3 a: aus dem z. sollen alle pfarrlichen onera prästiert werden Augsb. 1629 A. Birlinger kirchenspr. 15…

zechemeister

BMZ

zeche·meister

zechemeister stm. freiberger stdtr. 290. gewiss sind hierunter diejenigen meister gemeint, die das münchen. stdtr. bezeichnet als solche, di…

zechenältester

DWB

zechen·aeltester

zechenältester , m. , handwerkszunftältester: zechenältister tribunus plebis Golius onom. Colon. 113 ; Hübner 31 4, 1001 b ; Krünitz 241, 79…

zechenbuch

DWB

zechen·buch

-buch , n. , ein buch, in welches von dem revierbeamten bergpolizeiliche anordnungen eingetragen werden ( zu zeche 8): Veith bergwb. 585 ; d…

zecheneisen

DWB

zechen·eisen

-eisen , n. , ein hammer, welcher mit dem zeichen des hammerwerksbesitzers versehen ist, um das stabeisen damit zu zeichnen: Krünitz 241, 79…

zechenen

KöblerMhd

zech·enen

zechenen , sw. V. nhd. zechen Q.: AvaLJ (1. Drittel 12. Jh.) E.: s. zechen (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (zechenen)

Zechenhalle

RhWB

zechen·halle

Zechen-halle Saargeb. f.: Haus, in dem sich die Bergleute vor der Einfahrt versammeln.

zechenhaus

DWB

zechen·haus

-haus , n. , gewerkschaftshaus einer zeche (= zeche 8), früher auch huthaus genannt, worin sich die bergleute zum gebet versammelten und die…

zechenholz

DWB

zechen·holz

-holz , n. , holz für die grubenzimmerung, jetzt dafür grubenholz: Krünitz , Voigtel, Beil, Veith 252 . —

Zechenhuppler

ElsWB

Zeche n huppler [Tséχahùplər Obhergh. ] m. auf den Zehen gehender Mensch.

zechenmeister

DWB

zechen·meister

-meister , m. , 1) vorgesetzter der bergleute einer zeche, der über einnahme und ausgabe rechnung führt, knappschaftsältester: Hübner 4, 100…

zechenrauch

DWB

zechen·rauch

-rauch , m. , 1) hüttenrauch ( s. th. 4, 2, 1998), beim rösten, schmelzen und anderen hüttenmännischen processen entstehendes staub-, dampf-…

zechenregister

DWB

zechen·register

-register , n. , zechenbuch, das der steiger über die täglichen arbeiten führt: A. v. Schönberg 1, 188 ; Minerophilus 726; Hübner 4, 1002 a …

zechenschuld

DWB

zechen·schuld

-schuld , f. , bergschuld: die schulden, welche der zehenden, die gewercken und andere zu fordern haben Minerophilus 725; welcher schichtmai…

zechensohle

DWB

zechen·sohle

-sohle , f. , auch verhaus- oder werksohle: Scheuchenstuel idiot. d. österr. berg- u. hüttenspr. 227 . —

zechenstübel

DWB

zechen·stuebel

-stübel , n. , kleine im gestein ausgehauene kammer zur verwahrung des berggezähes: Krünitz 241, 79 . —

zechentheil

DWB

zechen·theil

-theil , m. : eine zeche hat 32 zechentheile oder 128 kuxe Krünitz 241, 79 . —

zeche als Zweitglied (30 von 43)

Amtszeche

DRW

amts·zeche

Amtszeche Zunfthaus ein schuknecht wegen einiger in der amtszeche ausgegossener harten worte 1665/6 Gutzeit,Livl. Nachtr. I 37

gemeinzeche

DWB

gemein·zeche

gemeinzeche , f. im bergbau, eine zeche die von einer ganzen stadtgemeinde gebaut wird. Adelung.

hantwerkærezeche

KöblerMhd

hantwerkære·zeche

hantwerkærezeche , st. F., sw. F. nhd. „Handwerkerzeche“, Handwerkerverband Q.: DRW (1405) E.: s. hantwerkære, zeche W.: nhd. DW- L.: DRW

hornzëche

BMZ

horn·zeche

hornaffe hornbîle hornblâse hornblâser hornblâst hornboge hornbruoder horndôn horndôʒ hornschal horngeschelle hornsëge hornslange hornval ho…

Müllerzeche

DRW

müller·zeche

Müllerzeche, f. wie Mülleramt vgl. Müllergilde, Müllerzunft [Besorgnis] daß ... der wiennerischen haupt-muͤller-zunft, dero von alters her, …

nachzeche

DWB

nach·zeche

nachzeche , f. nach der eigentlichen zeche noch fortdauerndes zechen: nachzech, repotium Dief. gl. 493 b ( v. j. 1521); unsere nachzechen, a…

Nikolauszeche

DRW

nikolaus·zeche

Nikolauszeche, f. Standesorganisation der in und um Wien seßhaften Musiker, benannt nach dem Schutzheiligen Nikolaus vgl. Nikolaizechbruder …

Pfarrzeche

DRW

pfarr·zeche

Pfarrzeche, f. (Stiftungs-) Vermögen einer Pfarrkirche (I), auch dessen Verwaltung die pfleger der pfarrzech zue sant Volrich 1444 LeibdingA…

Rezeßzeche

DRW

Rezeßzeche, f. ein Bergwerksteil, aus dessen Ertrag der Rezeß (VI) abgebaut wird es soll auch keinem schichtmeister über drey zechen, darauf…

Richerzeche

Wander

richer·zeche

Richerzeche Die Richerzeche. Dieser Ausdruck hat weder mit Richter, noch mit regnum etwas zu thun, sondern bezeichnet die Genossenschaft der…

Riemerzeche

DRW

riemer·zeche

Riemerzeche, f. wie Riemeramt die riemer cech 1676 MHungJurHist. IV 2 S. 527 Faksimile

Salzfertigerzeche

DRW

salzfertiger·zeche

Salzfertigerzeche, f. Zunft, Bruderschaft der Salzfertiger wohllöblichen salzfertiger- und schuffsleutzech 1604 K. Burke, Liebfrauen Schiffl…

Schiffleutzeche

DRW

Schiffleutzeche, f. religiöse Vereinigung, Bruderschaft der Schiffmänner (II) des geben wir den zechbrudern ... in der oftgenanten schefleut…

Schiffmüllerzeche

DRW

schiffmüller·zeche

Schiffmüllerzeche, f. Handwerkszunft der Schiffmüller damit gedachte schiff-muͤller-zech zu Aspern bey solcher ihrer verneuert und confirmir…

Schleiferzeche

Wander

schleifer·zeche

Schleiferzeche Doas îs noch îwer d' Schlaif'rzäche. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 455. Ausruf der Verwunderung und des Staunens.

Schlosserzeche

DRW

schlosser·zeche

Schlosserzeche, f. wie Schlosserhandwerk [zu dieser landtsimposition gibt] die schlosser cech jahrlichn fl. 7 1676 MHungJurHist. IV 2 S. 527…

Schneiderzeche

Wander

schneider·zeche

Schneiderzeche Eine Schneiderzeche machen. – Frischbier 2 , 3371. Eine Zeche zu gleichen Theilen bezahlen. In der Regel sagt man: »Wir wolle…

Schreiberzeche

DRW

schreiber·zeche

Schreiberzeche, f. Gemeinschaft, Bruderschaft der Notare und ggf. weiterer Amtsleute zechmaister der schreiberzech auf dem neuen khärner ...…

schrībærezeche

KöblerMhd

schrībære·zeche

schrībærezeche , st. F. nhd. Schreiberzeche, Gemeinschaft der Notare Q.: DRW (1383) E.: s. schrībære, zeche (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 3…

Ableitungen von zeche (2 von 2)

gezeche

DWB

gezech , gezeche II , n. , verbalsubstantiv zu zechen in dessen neuerer bedeutung, vgl. zechgelage . 1 1) diese entwicklung des verbums geht…

verzëche

BMZ

verzëche ? swv. ob mich ein frunt verzechen tet Wolk. 22,5,22.