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Zéche

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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26 in 19 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Zéche

Bd. 4, Sp. 1662
Die Zéche, plur. die -n, ein Wort, welches vornehmlich in folgenden nahe verwandten Bedeutungen gebraucht wird. 1. Eine Zunft, Innung; eine noch in vielen Oberdeutschen Städten, z. B. zu Strasburg, übliche Bedeutung, wo daher Zechgenossen, Zunftgenossen, der Zechenältester, der Handwerksältester, u. s. f. ist. Daher rühret es vermuthlich auch, daß die Handwerksgesellen den Tag, an welchem sie ihre vierteljährigen Zusammenkünfte halten, an manchen Orten den Zechtag nennen; ob er gleich auch von dem damit gemeiniglich verbundenen Zechen den Nahmen haben kann. 2. Im Bergbaue ist es die Zunft, oder Gesellschaft der Gewerken, und das ihr verliehene Feld, es sey nun eine Fundgrube, oder ein Stollen, oder auch eine oder mehrere Maßen. Eine solche Zeche bestehet aus 32 Theilen, oder 128 Kuxen. Von der Gewerkschaft wird es indessen, wie es scheinet, am seltensten gebraucht; am häufigsten von dem ihr verliehenen Felde und den dazu gehörigen Grubengebäuden. Daher, eine Zeche bauen, darauf arbeiten lassen; sie befahren, besichtigen; bestätigen, dem Muther in Lehne geben; sie liegen lassen, nicht mehr auf selbiger bauen, u. s. f. 3. Die Reihe und Ordnung, wie ein Geschäft die Glieder einer Gemeinde, oder geschlossenen Gesellschaft trifft, ohne Plural; eine noch in vielen Gegenden auf dem Lande, besonders Obersachsens, übliche Bedeutung. Das Vieh um die Zeche, oder, nach der Zeche hüthen, nach der Reihe, S. Zechhuth, Zechbrache. Die Bauern nach der Zeche zur Frohne fordern, nach der Reihe. Bey dem Bothschaftgehen zur Frohne ist die ordentliche Zeche zu halten, die Reihe. Die Zeche ist an das Dorf N. N. die Reihe trifft dasselbe. Auf den Dörfern in Meissen theilt man die Frohnfuhren, welche nach der Reihe geschehen, in die große und kleine Zeche; jene betrifft die Pferdner und ganzen Bauern, ingleichen die weiten Fuhren, diese die Häusler, Gärtner und Kothsassen, ingleichen die nahen Fuhren. Lessing gebraucht einmahl davon das Wort umzechig: sie wissen wohl, ihre Herrschaft über mich ist umzechig, mehrere üben ihre Herrschaft über mich nach der Reihe aus; welches Wort wohl wenigen selbst in Meissen verständlich seyn wird, weil Zeche in dieser Bedeutung daselbst nur auf dem Lande üblich ist. 4. Eine Gesellschaft zusammen reichlich trinkender Personen, ein Gelag. In dieser Bedeutung scheinet Canitz dasselbe zu gebrauchen: Manch geheimes Blatt, das durch die Zechen fleugt.[]Indessen ist es in dieser Bedeutung im Hochdeutschen seltener, indem es am häufigsten figürlich sowohl von den Kosten einer Trinkgesellschaft überhaupt, als auch von eines jeden Antheil dazu besonders, gebraucht wird, in welchem Verstande es denn gewöhnlich nur im Singular üblich ist. Der Wirth macht die Zeche, wenn er die Rechnung für das macht, was seine Gäste bey ihm verzehret haben. Die Zeche bezahlen müssen, für andere bezahlen, und figürlich, für andere büßen müssen. Seine Zeche bezahlen, seinen Antheil. Um die Zeche spielen. Einem die Zeche schenken, borgen, den Betrag dessen, was er verzehret hat. Anm. Da dieses Wort, so viel ich weiß, weder in den ältern Schriften, noch im Niederdeutschen, und in andern verwandten Sprachen vorkommt, so ist dessen Abstammung schwer mit Gewißheit zu bestimmen. Im Böhmischen Bergbaue ist zwar Cech und Cecha, in der zweyten Bedeutung üblich; allein, es ist hier, so wie andere Bergwerkswörter, unstreitig aus dem Deutschen aufgenommen. In der letzten Bedeutung könnte man es von dem folgenden Verbo zechen herleiten; allein, mir scheint doch die allgemeinere Bedeutung einer Gesellschaft die herrschende, und die Verwandtschaft mit zechen zu entfernt zu seyn. Frisch glaubte, es stamme von zehen her, weil vielleicht die ältesten Gewerkschaften aus zehn Personen bestanden hätten. Mit mehr Wahrscheinlichkeit könnte man es als ein Intensivum von ziehen ansehen, obgleich die Verbindung zwischen dem Ziehen und einer geschlossenen Gesellschaft freylich noch dunkel ist.
3936 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZËCHEstswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    ZËCHE stswf. reihenfolge, ordnung, in welcher etwas zech um (reih um) geht vgl. Schmeller 4,219. Haltaus 2144. — daß nac…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    zecheF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    zeche , F. Vw.: s. sech (3)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zéche

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Zéche , plur. die -n, ein Wort, welches vornehmlich in folgenden nahe verwandten Bedeutungen gebraucht wird. 1. Eine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zeche

    Goethe-Wörterbuch

    Zeche [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zeche

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zeche , eigentlich Gilde, Zunft; im Bergwesen das. einer Gesellschaft verliehene Feld, aus 32 Z. ntheilen od. 128 Kuxen …

  6. modern
    Dialekt
    Zechef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Zeche f. : ' was man im Wirtshaus verzehrt und die daraus entstehenden Kosten ', Zech (dseχ) [mancherorts, Müller Dietsc…

  7. Sprichwörter
    Zeche

    Wander (Sprichwörter)

    Zeche 1. Bey vollen Zechen vnd bey Nacht wird wenig Ehr' vnd Zucht gebracht. – Petri, II, 45. 2. Bezahlt ein jeder seine…

  8. Spezial
    Zeche

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ze|che f. (-,-n) 1 (Rechnung) cunt (d’ostaria) m. 2 (Verzehr) consumaziun (-s) f. 3 (Bergwerk) mineora (-res) f. ▬ die Z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zeche

85 Bildungen · 40 Erstglied · 43 Zweitglied · 2 Ableitungen

zeche‑ als Erstglied (30 von 40)

zecheinkommen

DWB

zeche·inkommen

-einkommen , n. , einkommen der zeche 3 a: aus dem z. sollen alle pfarrlichen onera prästiert werden Augsb. 1629 A. Birlinger kirchenspr. 15…

zechemeister

BMZ

zeche·meister

zechemeister stm. freiberger stdtr. 290. gewiss sind hierunter diejenigen meister gemeint, die das münchen. stdtr. bezeichnet als solche, di…

zechenältester

DWB

zechen·aeltester

zechenältester , m. , handwerkszunftältester: zechenältister tribunus plebis Golius onom. Colon. 113 ; Hübner 31 4, 1001 b ; Krünitz 241, 79…

zechenbuch

DWB

zechen·buch

-buch , n. , ein buch, in welches von dem revierbeamten bergpolizeiliche anordnungen eingetragen werden ( zu zeche 8): Veith bergwb. 585 ; d…

zecheneisen

DWB

zechen·eisen

-eisen , n. , ein hammer, welcher mit dem zeichen des hammerwerksbesitzers versehen ist, um das stabeisen damit zu zeichnen: Krünitz 241, 79…

zechenen

KöblerMhd

zech·enen

zechenen , sw. V. nhd. zechen Q.: AvaLJ (1. Drittel 12. Jh.) E.: s. zechen (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (zechenen)

Zechenhalle

RhWB

zechen·halle

Zechen-halle Saargeb. f.: Haus, in dem sich die Bergleute vor der Einfahrt versammeln.

zechenhaus

DWB

zechen·haus

-haus , n. , gewerkschaftshaus einer zeche (= zeche 8), früher auch huthaus genannt, worin sich die bergleute zum gebet versammelten und die…

zechenholz

DWB

zechen·holz

-holz , n. , holz für die grubenzimmerung, jetzt dafür grubenholz: Krünitz , Voigtel, Beil, Veith 252 . —

Zechenhuppler

ElsWB

Zeche n huppler [Tséχahùplər Obhergh. ] m. auf den Zehen gehender Mensch.

zechenmeister

DWB

zechen·meister

-meister , m. , 1) vorgesetzter der bergleute einer zeche, der über einnahme und ausgabe rechnung führt, knappschaftsältester: Hübner 4, 100…

zechenrauch

DWB

zechen·rauch

-rauch , m. , 1) hüttenrauch ( s. th. 4, 2, 1998), beim rösten, schmelzen und anderen hüttenmännischen processen entstehendes staub-, dampf-…

zechenregister

DWB

zechen·register

-register , n. , zechenbuch, das der steiger über die täglichen arbeiten führt: A. v. Schönberg 1, 188 ; Minerophilus 726; Hübner 4, 1002 a …

zechenschuld

DWB

zechen·schuld

-schuld , f. , bergschuld: die schulden, welche der zehenden, die gewercken und andere zu fordern haben Minerophilus 725; welcher schichtmai…

zechensohle

DWB

zechen·sohle

-sohle , f. , auch verhaus- oder werksohle: Scheuchenstuel idiot. d. österr. berg- u. hüttenspr. 227 . —

zechenstübel

DWB

zechen·stuebel

-stübel , n. , kleine im gestein ausgehauene kammer zur verwahrung des berggezähes: Krünitz 241, 79 . —

zechentheil

DWB

zechen·theil

-theil , m. : eine zeche hat 32 zechentheile oder 128 kuxe Krünitz 241, 79 . —

zeche als Zweitglied (30 von 43)

Amtszeche

DRW

amts·zeche

Amtszeche Zunfthaus ein schuknecht wegen einiger in der amtszeche ausgegossener harten worte 1665/6 Gutzeit,Livl. Nachtr. I 37

gemeinzeche

DWB

gemein·zeche

gemeinzeche , f. im bergbau, eine zeche die von einer ganzen stadtgemeinde gebaut wird. Adelung.

hantwerkærezeche

KöblerMhd

hantwerkære·zeche

hantwerkærezeche , st. F., sw. F. nhd. „Handwerkerzeche“, Handwerkerverband Q.: DRW (1405) E.: s. hantwerkære, zeche W.: nhd. DW- L.: DRW

hornzëche

BMZ

horn·zeche

hornaffe hornbîle hornblâse hornblâser hornblâst hornboge hornbruoder horndôn horndôʒ hornschal horngeschelle hornsëge hornslange hornval ho…

Müllerzeche

DRW

müller·zeche

Müllerzeche, f. wie Mülleramt vgl. Müllergilde, Müllerzunft [Besorgnis] daß ... der wiennerischen haupt-muͤller-zunft, dero von alters her, …

nachzeche

DWB

nach·zeche

nachzeche , f. nach der eigentlichen zeche noch fortdauerndes zechen: nachzech, repotium Dief. gl. 493 b ( v. j. 1521); unsere nachzechen, a…

Nikolauszeche

DRW

nikolaus·zeche

Nikolauszeche, f. Standesorganisation der in und um Wien seßhaften Musiker, benannt nach dem Schutzheiligen Nikolaus vgl. Nikolaizechbruder …

Pfarrzeche

DRW

pfarr·zeche

Pfarrzeche, f. (Stiftungs-) Vermögen einer Pfarrkirche (I), auch dessen Verwaltung die pfleger der pfarrzech zue sant Volrich 1444 LeibdingA…

Rezeßzeche

DRW

Rezeßzeche, f. ein Bergwerksteil, aus dessen Ertrag der Rezeß (VI) abgebaut wird es soll auch keinem schichtmeister über drey zechen, darauf…

Richerzeche

Wander

richer·zeche

Richerzeche Die Richerzeche. Dieser Ausdruck hat weder mit Richter, noch mit regnum etwas zu thun, sondern bezeichnet die Genossenschaft der…

Riemerzeche

DRW

riemer·zeche

Riemerzeche, f. wie Riemeramt die riemer cech 1676 MHungJurHist. IV 2 S. 527 Faksimile

Salzfertigerzeche

DRW

salzfertiger·zeche

Salzfertigerzeche, f. Zunft, Bruderschaft der Salzfertiger wohllöblichen salzfertiger- und schuffsleutzech 1604 K. Burke, Liebfrauen Schiffl…

Schiffleutzeche

DRW

Schiffleutzeche, f. religiöse Vereinigung, Bruderschaft der Schiffmänner (II) des geben wir den zechbrudern ... in der oftgenanten schefleut…

Schiffmüllerzeche

DRW

schiffmüller·zeche

Schiffmüllerzeche, f. Handwerkszunft der Schiffmüller damit gedachte schiff-muͤller-zech zu Aspern bey solcher ihrer verneuert und confirmir…

Schleiferzeche

Wander

schleifer·zeche

Schleiferzeche Doas îs noch îwer d' Schlaif'rzäche. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 455. Ausruf der Verwunderung und des Staunens.

Schlosserzeche

DRW

schlosser·zeche

Schlosserzeche, f. wie Schlosserhandwerk [zu dieser landtsimposition gibt] die schlosser cech jahrlichn fl. 7 1676 MHungJurHist. IV 2 S. 527…

Schneiderzeche

Wander

schneider·zeche

Schneiderzeche Eine Schneiderzeche machen. – Frischbier 2 , 3371. Eine Zeche zu gleichen Theilen bezahlen. In der Regel sagt man: »Wir wolle…

Schreiberzeche

DRW

schreiber·zeche

Schreiberzeche, f. Gemeinschaft, Bruderschaft der Notare und ggf. weiterer Amtsleute zechmaister der schreiberzech auf dem neuen khärner ...…

schrībærezeche

KöblerMhd

schrībære·zeche

schrībærezeche , st. F. nhd. Schreiberzeche, Gemeinschaft der Notare Q.: DRW (1383) E.: s. schrībære, zeche (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 3…

Ableitungen von zeche (2 von 2)

gezeche

DWB

gezech , gezeche II , n. , verbalsubstantiv zu zechen in dessen neuerer bedeutung, vgl. zechgelage . 1 1) diese entwicklung des verbums geht…

verzëche

BMZ

verzëche ? swv. ob mich ein frunt verzechen tet Wolk. 22,5,22.