Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
ze
astrinzaAWB, astrinze-ze und, wahrscheinlich hierher gehö-
rig, astriz(a)AWB, astritz, erst 13. Jh. ostriz (s. u.), nur
im Nom. Sg. belegt, in den Gl. einmal 11. Jh.,
sonst 12.–14. Jh.: dem Wort, das in der Form
astrenza (astrinza) zweimal lat. astricum (bzw.
asstricium) glossiert, entspricht lautlich nhd.
(A)Strenze (aber botanisch nicht die heutige
‚Strenze‘= Astrantia maior L., sondern die
‚Meisterwurz‘= Peucedanum ostruthium L.,
nach Marzell, Wb. d. dt. Pflanzennamen I, 506);
außerdem lautet das lat. Lemma von ahd.
astrenza an 6 Stellen (longa) aristolocia, -cium,
-gia, heute volksetym.
‚Osterluzei‘(Aristolochia
clematitis L.), deren sprachlicher Anklang (auch
astra-, astrolocia sind bezeugt) das Zusammen-
werfen verursacht haben dürfte; einmal, in der
Form astriza 3, 475, 15, glossiert die ahd. Voka-
bel lat. leontopodios ⋅i⋅ pes leonis
‚Edelweiß‘,
während diese ahd. Form sonst lat. astritia,
-ium, -cia, -cium glossiert. Wenn so auch Glos-
sen wie ahd. astriz(a), astritz, zu denen noch ein
literarischer Beleg astriz(z)a kommt aus der Be-
schreibung des Paradieses in der Wien-Millstät-
ter Genesis (hrsg. von V. Dollmayr v. 503),
Ende des 11. Jh.s, hierher gestellt werden, so
375 ast – astrenzaS376
spricht dafür die häufige Entwicklung der En-
dung -enza (< *-antia) nicht nur zu -inza,
-inze, sondern auch zu -iz(z)a, -iz, -itz, vgl. Peg-
nitz < Beginze, Pagenza, Pagancia u. a. (H.
Krahe, PBB 67 [1944], 382 ff.). Die erst mhd.
auftauchende Form ostriz mit o-, Gl. 3, 593, 59.
598, 26, mag auf mdartl. Aussprache beruhen
(vgl. [ǫʃtrentsǝ] Jutz, Vorarlb. Wb. I, 137 u. a.)
und könnte ihrerseits zu den Latinisierungen
ostritium, -utium etc. geführt haben, genau so
wie astriz etc. lat. astritium, -ia nach sich zog,
vgl. Mittellat. Wb. I, 1111.