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wein

nhd. bis nhd. · erste Belege seit 8./9. Jh. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Alle 17 Wörterbücher
Anchors
20 in 17 Wb.
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79
Verweise raus
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Treffer Präfix
2.078 in 33 Wb.
Knoten 1-Hop
200
Komposita
0+
Sprachstufen
9

Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)

wein m.

Bd. 28, Sp. 820

wein , m. got. wein Feist 313 , ahd. wîn Graff 1, 886 , asächs. wîn Heyne Hel. 4 387, anord. vín Fritzner 3, 949 , ags. wín Bosworth-Toller 1230 b , anl. wîn Franck-Wijk 795 a , afries. wîn Richthofen 1151 . auf den jüngeren sprachstufen überall vorhanden. gemeingerm. entlehnung aus lat. vīnum: Kluge in Pauls grundr. 2 1, 416, das auch in allen rom. sprachen fortlebt: rum. vin, it. vino, engad. friaul. franz. vin, prov. kat. vi, span. vino, port. vinho. aus dem germ. ist finn. viina ( jetzt ' branntwein ') entlehnt: Karsten idg. forsch. 26, 249 . urheimat des weinstocks sind die west- und südh…

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wein

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    wein s. Lexer wagen, Lexer wëgen, Lexer weinen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    weinN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wein , N. Vw.: s. wēne* L.: Lü 569a (weinen/wein[e?])

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wein

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Wein , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, der Saft der Weintrauben, so bald er gego…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wein

    Goethe-Wörterbuch

    Wein [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Wein , lat. vinum , bezeichnet im eigentlichen Sinne des Wortes diejenigen geistigen Flüssigkeiten, welche aus den zucke…

  6. unbekannt
    Wein

    Wander (Sprichwörter)

    Wein 1. Abgelegener Wein macht ungelegene Köpfe. 2. Allezeit Wein oder Wasser trinken ist nicht lustig. – Froschm., BVI.…

  7. modern
    Dialekt
    Weinm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wein m. : 1. a. 'alkoholisches Getränk aus dem Saft von Trauben', Wei (wai, wḁi) [mancherorts NWPf SOPf vereinzelt übr. …

  8. Spezial
    Wein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wein m. (-[e]s,-e) 1 (Getränk) vin (vins) m. 2 (Weintrauben, Weinrebe) üa f. ▬ er trinkt reinen Wein al bër vin blot ; j…

  9. unbekannt
    weinst. N. (a)

    Köbler Got. Wörterbuch

    wein , st. N. (a) nhd. Wein ne. wine ÜG.: gr. οἶνος, ἐσμυρνισμένος οἶνος (= wein miþ smwrna); ÜE.: lat. vīnum Q.: Bi (34…

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Wortbildung

Komposita mit wein

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Lesefassung · zusammengeführt aus DWB + Pfeifer

Was wein war, ist und bedeutet hat

Eine Bekleidung, die mit den Jahrhunderten an den Beinen hochgewandert ist — von der Wade über das Knie bis zur Hüfte. Der Name aber blieb derselbe, seit dem 9. Jahrhundert.

Im Althochdeutschen, im 9. und 10. Jahrhundert erstmals belegt, bezeichnet hosa noch nicht die Hose, wie wir sie kennen. Glossen geben das lateinische tibialia wieder — eine Bedeckung des Unterschenkels — und ocrea, einen Beinschiener oder Stiefelschaft. Was wir heute Hose nennen, hieß noch bruoch: das pruoh, das die Schamteile bedeckte und kürzer oder länger zum Oberschenkel hinabreichte.

„hose, f., meist plur. hosen, femoralia. vom ahd. pruoh, mhd. bruoch unterschieden, welches die um die schamtheile gehende, nach art unserer schwimmhosen verfertigte und kürzer oder länger zum oberschenkel hinabreichende beinbekleidung bezeichnet, drückt hose allgemein die bedeckung des unterschenkels aus." — Grimm, DWB Bd. 10, Sp. 1837

Das Mittelhochdeutsche kennt die hose bereits paarweise — die Lexer-Belege zeigen, dass „hosen" als Plural die Regel ist, nicht der Singular. Und sie wandert schon: bei Notker bedeckt sie noch den Fuß und die Wade, bei Konrad von Würzburg reicht sie schon zum Knie. Im Mittelniederdeutschen mit dem typischen Längezeichen hōse, ergänzt um Komposita, die das Stück Stoff in seine handwerkliche Welt einbetten: hosenmaker, hosenbant, hosenstrick.

Der etymologische Befund verbindet hose mit Wörtern, die zunächst weit weg scheinen. Die indoeuropäische Wurzel ist *(s)keu- „bedecken, umhüllen" — und sie steckt auch in Haus, Haut, Hort, Hütte, Scheune, Schuh. Pfeifer rekonstruiert eine s-Erweiterung *(s)keus-, aus der germanisches *husōn- wird, und daraus althochdeutsches hosa.

„Hose f. ‚Beinkleid', ahd. hosa (9./10. Jh.), mhd. hose, asächs. hosa, mnd. mnl. hōse, aengl. hosa, anord. hosa führen auf ie. *(s)keus-, eine s-Erweiterung der mehrfach weitergebildeten und verbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‚bedecken, umhüllen'." — Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Die entscheidende Wanderung passiert im 16. Jahrhundert. Bis dahin teilte sich die Beinbekleidung in zwei Stücke: bruoch für oben, hose für unten. Ende des Mittelalters verschmelzen sie — und der Name bruoch verschwindet mit dem Stück. Die hose bedeckt jetzt das, was sie vorher nicht bedeckte. Das Wort bleibt, das Ding wandert. Adelung und Campe schreiben im 18. Jahrhundert nur noch von der Hose, plur. die -n als „enge Bekleidung der Beine und der Geschlechtstheile" — als wäre das schon immer so gewesen.

In den modernen Mundarten überlebt der Plural als Norm. Das Pfälzische Wörterbuch verzeichnet die Hose ausdrücklich als f. Pl.: in pfälzischer Mundart heißt es „die Hose anziehe", auch wenn nur ein Stück gemeint ist. Im Norden — Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch — konkurriert das Wort mit dem niederdeutschen Büx, im Rheinischen mit Buks. Aber überall: dasselbe alte ie. *(s)keu-, dasselbe „bedecken".

Zwei Quellen nebeneinander

DWB ↔ Pfeifer

Der historische Voll-Eintrag (Grimm) und die etymologische Komprimierung (Pfeifer) im direkten Vergleich.

Grimm DWB

Bd. 10, Sp. 1837 · 1854–1961

wein , m. got. wein Feist 313 , ahd. wîn Graff 1, 886 , asächs. wîn Heyne Hel. 4 387, anord. vín Fritzner 3, 949 , ags. wín Bosworth-Toller 1230 b , anl. wîn Franck-Wijk 795 a , afries. wîn Richthofen 1151 . auf den jüngeren sprachstufen überall vorhanden. gemeingerm. entlehnung aus lat. vīnum: Kluge in Pauls grundr. 2 1, 416, das auch in allen rom. sprachen fortlebt: rum. vin, it. vino, engad. friaul. franz. vin, prov. kat. vi, span. vino, port. vinho. aus dem germ. ist finn. viina ( jetzt ' branntwein ') entlehnt: Karsten idg. forsch. 26, 249 . urheimat des weinstocks sind die west- und südhänge des Kaukasus am Schwarzen Meer, nur hier bringt er ohne kultur edle früchte: Candolle urspr. d. kulturpfl. 236 . der wein heiszt georg. gwino, mingrel. gwini, lasisch gini, aus pontischen sprache…

Pfeifer etym.

Etym. Wb. d. Deutschen

Wein m. Die Bezeichnung für das alkoholische Getränk und für die Trauben, aus denen es gewonnen wird, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. wīn, mnl. nl. wijn, engl. wine (nur für das Getränk), anord. vīn, schwed. vin, got. wein wird schon früh (zuerst wohl für das gehandelte Getränk, danach für die Kulturpflanze und deren Früchte) entlehnt aus lat. vīnum n. ‘Wein’, diesem entsprechend auch im Germ. weithin mit neutralem Genus (got. aengl. anord. schwed. dän.). Auf dt. Gebiet setzt sich nach anfänglichem Wechsel zwischen Neutr. und Mask. (ahd. asächs.) maskulines Genus wohl unter dem Einfluß von afrz. frz. vin durch. Die Herkunft des lat. Wortes ist nicht gesichert. Es kann mit griech. ó͞inos (οἶνος, mundartlich auch *ϝοῖνος), armen. gini (aus *u̯oinii̯o-), alban. (tosk.) verë, (geg.) ve…