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wede

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wede f.

Bd. 27, Sp. 2814
wede, weed, weet, f. künstlich angelegter teich, viehtränke, pferdeschwemme. ein im hd. auf das fränk. und schwäb.-alem. beschränktes wort, seit dem anfang des 14. jahrh. belegt, nur wenig in die nhd. schriftsprache eingedrungen. es gehört mit wat, n. 'furt' und wate, f. 'furt', auch 'teich' (sp. 2570) zu waten. das vorauszusetzende ahd. *watî ist wol ursprünglich abstracte bildung zu dem causativum ahd. *watjan, mhd. weten, eig. waten machen, das vieh zur schwemme oder tränke führen; aus der bedeutung 'schwemmung, tränkung des viehs' ist dann erst die lokale von 'wasserbehälter wo dies geschieht', dann überhaupt die von 'künstlich angelegter wasserbehälter' hervorgegangen. diese verallgemeinerung erscheint aber nicht häufig (für natatoria Siloe der vulgata Joh. 9, 7, s. auch Alberus), fast immer wird an benutzung durch das vieh gedacht (etwas ferner liegt die bedeutung in der stelle bei Johann v. Würzburg). entsprechend ist ndl. wed, n., tränke, ursprünglich wol f. wie noch vläm. wedde De Bo2 1185 (auch Kramer [1719] 260 hat wedde). wfries. wâd, waed, n. Dijkstra 3, 394. das mhd. wete hat sich lautlich im schwäb.-alem. und fränk. verschieden gestaltet, dort ist die kürze des vokals der ersten silbe erhalten geblieben (daher doppelschreibung des t), hier ist eine verlängerung des e eingetreten. 11) im schwäb.-alem. ist das ursprüngliche i der zweiten silbe z. th. erhalten: wettin ulmische urkunde v. 1374 bei Schmid 520; desgelychen sol ain wetti in der statt gemacht werden das ältere recht der reichsstadt Rottweil § 334 Greiner; man fiengs wasser in, als man ettwan in den dörfern thut, da man wettinen hat ... es was ein gemein wetti Keisersberg evang. 62a bei Schmidt els. mda. 420a; roszwettin Röttenberger urbar von 1544 s. 378 bei Schmeller 2, 1045; von der höhe des berges Sion ersihet man den brunnen und die wettin Siloah, unden im thal Rauwolf reisz (1582) 341 (schaffwettin 332). sonst wette: der schmid soll mich nicht mer beschlagen, ich will in dye wette nit mer watten oder reiten Keisersberg brös. 2, 27a; und als man den wagen, daruf er gefaren, wuosch in der wette zuo Samaria, leckten die hund sin bluot derab Zwingli 1, 648; die wette, und die wasserteüchel, damit er wasser in die statt geleytet hat Züricher bibel, 4. (2.) n. 20, 20; verschonend auch dem vech nit, so man es zuo der wette oder wäschen oder sunst zuo trencken frt Forer fischb. 184a; aquarium, träncke, wette Golius onomast. 60; wette und schwämme, da man das vych inn schwämbt oder erwäschet, piscina, aquarium Maaler 490b; wette, teich, schwemme Dentzler 349. auch bei Kilian 666b wette, drencke, aquarium, lacus. jetzt aus dem elsäss. nicht mehr verzeichnet; schwäb. wette Schmid 520. Birlinger wb. z. volksthüml. 92; in Basel wetti, schweine- entenweiher Seiler 314 (daneben schwetti, das, mit wette ursprünglich nicht verwandt, es z. th. im alem. verdrängt hat, s. schwette th. 9, 2608). 22) im ostfränkischen kommt wet(e) vor: dar zu aigenlich hat er driu hundert bürge und stet dar inne; manic tieffe wet (bucht?) von meres fluot da flget. J. v. Würzburg Wilh. v. Österreich 6118 Regel; wenne sô müeste ich haben zustœrt bürge, dörfer und stete mit den klœstern, ûʒ der wete ir ros heimlich trinkent. H. v. Trimberg Renner 4372 Ehrismann; zunechst vorm hausz ein quellender pronn, mit plöchern verslossen, dapey ein wet oder trenck, die iren sprung vom selben pronnen hab verhandl. über Thomas v. Absberg 515 Baader. zu Rotenburg a. d. T. sind 5 grosze wassersammlungen oder weden Schmeller 2, 1045. die rheinfränkische form ist wed(e): und er gesprach: du sunder wang in Siloe die weden gang (Joh. 9, 7 in natatoria Siloe) und wesche dich. md. evangelienwerk aus S. Paul 124b (Schönbach, sitzungsber. d. Wiener ak. 137, 155); das husz mit dem schiebersteindache, das da stet by der alden wede Baur hess. urk. 4, 129; den mergelern, die gedienet haben in der wede by sant Martha, 2 firtel wyns schencken Bücher berufe der st. Frankfurt 84a (1492); bey der wedt soll er ein starck thur machen lassen das reiszbuch (der Kurpfalz) 1504, 63 Weech; natatoria Siloe, das ist die schwemm oder wedt geystlich strasz (1521) c 4b; die wede auf dem roszmarkt zu Frankfurt Diefenbach-Wülcker 896 (1502). 33) in md. und nordd. wörterbüchern wird das wort seit Alberus häufig angeführt: piscina, lacus, lacusculum, ein weed i. aquae receptaculum, da mann waszer hat, wann sunst in den heyszen tagen wenig waszers ist dict. Zz 2a; wede oder tränck, aquarium Emmelius nomencl. 32; aquarium, weet oder tränck Zehner (1622) 156; weed oder schwemme, natatile Reyher thesaurus (1686) O 4a; wed, weet Schottel 1441. Stieler 2453; wede, träncke und schwemme Rädlein 1035; weet (als landschaftlich) Steinbach 2, 985; wäde Frisch 2, 413c. Adelung nennt das wort nicht, Campe führt nur wette als schwäb. an. das wort lebt als wēd in der Pfalz Autenrieth 150. Lenz vgl. wb. 76, am Mittelrhein wät, wēt, wiet Kehrein 439, südl. Kurhessen wede v. Pfister 331, Wetterau und Vogelsberg wêd Crecelius 909, in Unterfranken wäid, wäd, wed Ruckert 92 und in Henneberg wêd Reinwald 2, 318. Spiesz 277. Hertel 254 führt es auch aus Gierstädt nordöstlich von Gotha an, sonst begegnet es im ostmd. nicht, doch heiszt es im ungrischen bergland wäte Schröer 212. auf nd. boden führt nur weth in einer Magdeburger urkunde von 1314, Höfers urk. 102.
5417 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wedeswf.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * wede swf. Watt EvSPaul

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wedeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    wede , F. Vw.: s. wēide* (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wedef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    wede , weed , weet , f. künstlich angelegter teich, viehtränke, pferdeschwemme. ein im hd. auf das fränk. und schwäb.-al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wede

237 Bildungen · 137 Erstglied · 98 Zweitglied · 2 Ableitungen

wede‑ als Erstglied (30 von 137)

wedebên, bein

LW

wede-bên, -bein, n. Schlüsselbein, spatula, subursum, subarsa, subircus, crus.

wedeke?

KöblerMnd

wedeke? , N. Vw.: s. wēdeke*

Wedekind

Meyers

wede·kind

Wedekind , 1) Georg Wilhelm, Freiherr von, Forstmann, geb. 28. Juli 1796 in Straßburg, gest. 22. Jan. 1856 in Darmstadt, studierte seit 1812…

wedel 4

KöblerAfries

wedel 4 , st. M. (a) nhd. Wedel, Weihquast ne. holy-water sprinkler Hw.: vgl. ae. waþol, weþel, as. wethil*, ahd. wadal* Q.: W, H E.: germ. …

Wedel1

PfWB

Wedel 1 m. : 1. 'Schwanz', von Kuh, Hase usw., Wedel (wēdəl) [ Lambert Penns 175 Don-Neufutok], Weddel [ Lambert Penns 175]; Dim. Weddele [ …

Wedel2

PfWB

 Wedel 2 m. : ' Mondwechsel '. a. 1581: Zeicht einer auß der gemeinen, der wedel vnd wasmandt darauß ist [PfWeist. 43 (KU-A'glan)]; vgl. Wa…

wedelaffe

DWB

wedel·affe

wedelaffe , m. callithrix, affengattung mit behaartem schwanze Oken 7, 1759 . —

wedelartig

DWB

wedel·artig

wedelartig , adj. : wenn sie mit ihren scharreisen, gestielten messerklingen, rechen, kleinen spaten und hacken und wedelartigen besen einhe…

Wedel, Benj

DWBQVZ

Wedel, Benj. s. nachrichten, geheime.

wedelblume

DWB

wedel·blume

wedelblume , obd. wadelblume, f. ackerwucherblume und grosze gänseblume, chrysanthemum segetum und leucanthemum Unger-Khull 613 a . —

wedelbüchse

DWB

wedel·buechse

wedelbüchse , obd. wadelbüchs, f. schnupftabaksdose, aus deren durchlöchertem deckel ein einem rattenschwanz ähnliches lederstreifchen herau…

wedelbüschel

DWB

wedel·bueschel

wedelbüschel , m. : wo ... die ( die zwergfarren ) ihre wedelbüschel aus allen ritzen strecken Löns auf der wildbahn 89 . —

wedelbusch

DWB

wedel·busch

wedelbusch , m. : fast wie stammlose palmenkronen bilden die ... wedelbüsche der schildfarren ... eine fast tropisch zu nennende scenerie Ro…

wedelei

DWB

wede·lei

wedelei , f. fuchsschwänzerei ( s. wedeln 4 d ): der für die kleinen wedeleien des erwerbslebens zu grosz gewesen war, kam sich eher als nic…

wedelen

Lexer

wede·len

wadelen , wedelen swv. ib. intr. schweifen, schwanken, flattern, fliessen Ath. Lanz. zû des clôstirs portin werde gesezzit ein wîsir altherr…

wedeler

DWB

wede·ler

wedeler , m. 1 1) einer der wedel anfertigt Scherz-Oberlin 1916 . Bücher berufe d. st. Frankfurt 131 (1392 bis 1409 wideler, wedeler, weddel…

wedeleⁿ

Idiotikon

wedeleⁿ Band 15, Spalte 464 wedeleⁿ 15,464

Wedeleⁿbock

Idiotikon

Wedeleⁿbock Band 4, Spalte 1133 Wedeleⁿbock 4,1133

Wedeleⁿdrāt

Idiotikon

Wedeleⁿdrāt Band 14, Spalte 1446 Wedeleⁿdrāt 14,1446

Wedeleⁿholz

Idiotikon

Wedeleⁿholz Band 2, Spalte 1263 Wedeleⁿholz 2,1263

Wedeleⁿtotz(eⁿ)

Idiotikon

Wedeleⁿtotz(eⁿ) Band 13, Spalte 2273 Wedeleⁿtotz(eⁿ) 13,2273

Wedeleⁿtütschi

Idiotikon

Wedeleⁿtütschi Band 13, Spalte 2192 Wedeleⁿtütschi 13,2192

wede als Zweitglied (30 von 98)

briuwede

KöblerMhd

*briuwede , st. N. Vw.: s. ge- E.: s. briuwe W.: nhd. DW-

buowede

KöblerMhd

*buowede , st. N. Vw.: s. ge- E.: s. bū W.: nhd. DW-

dröuwede

KöblerMhd

*dröuwede , st. N. nhd. Drohen Vw.: s. ge- E.: s. drouwe W.: nhd. DW2-

ruowede

KöblerMhd

*ruowede , st. N. Vw.: s. ge- E.: s. ruowe

twede

KöblerMhd

*twede , Adj. Vw.: s. ge- E.: s. getwede

vrüewede

KöblerMhd

*vrüewede , sw. F. nhd. Frühe E.: s. vruo W.: nhd. DW- L.: FB 446a (*vruide) Son.: mnd. vruide MinnerII (um 1340) (FB *vriude)

Schwede

RDWB1

Schwede m übertr. , umg. Du alter ~ !: Привет, старик! Ну ты подумай!; Нет, ну это же надо!

afbūwede

KöblerMnd

afbūwede , sw. M. nhd. Abbau, Bebauung einer Bergwerksgrube Hw.: s. afbūwe E.: s. af, buwede L.: Lü 4b (afbuwede)

alwede

KöblerMnd

alwede , N. Vw.: s. ā̆loē

anebeschouwede

MWB

ane·beschouwede

anebeschouwede stF. ‘Betrachtung, Anschauung’ unde hast gevestinet mich in anebescouwede diner [interl. zu et confirmasti me in conspectu tu…

anegeschouwede

MWB

ane·geschouwede

anegeschouwede stF. ‘Anblick’ wan sin gotlich angeschoͮwide ist ain paradys PrGeorg 251,10 App. MWB 1 237,40; Bearbeiter: Diehl

anegeschöuwede

KöblerMhd

anegeschöuwede , st. F. nhd. Anblick Q.: SGPr (1250-1300) (FB angeschouwede) E.: s. ane, geschöuwede W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 237 (anegescho…

aneschouwede

MWB

ane·schouwede

aneschouwede stF. ‘Betrachtung’ in der aneschouwede des almahtigen gotes so choment die heiligen engele froliche PrWack 11,38; nieht ist got…

anschouwede

Lexer

an-schouwede stf. anschauung in der ansch des almahtigen gotes Wack. pr. 11,38 ;

berǖwede

KöblerMnd

berǖwede , Part. Prät. Vw.: s. berǖwet*

beschouwede

BMZ

beschouwede , beschöude stf. 1. anschauung, anblick. der hât mit Israhêl gotes pescouwide Genes. fundgr. 83,19. daʒ sie nehein ubil in ir be…

beschöuwede

KöblerMhd

beschöuwede , st. F. Vw.: s. beschouwede

bewede

MNWB

° bewede („De pascuis que waldemene seu b. vulgariter appellantur” 1321, Seibertz, Wfäl. Ub. Nr. 585.) S. bouwet.

boiwede

KöblerMnd

boi·wede

boiwede , Sb. nhd. Ernte Hw.: s. buwete (2) E.: s. buwete (2)? L.: Lü 59b (boiwede)

bouwede

KöblerMnd

bou·wede

bouwede , F., N. nhd. Ernte, Erntezeit, schnittreifes Korn Hw.: s. bow, bōt (2) E.: s. būwen? L.: MndHwb 1, 336 (bouw), MndHwb 1, 336 (bouwe…

bowede

KöblerMnd

bowede , F., N. Vw.: s. bouwede

brouwede

KöblerMnd

brouwede , N. Vw.: s. brūwede

brûwede

MNWB

bru·wede

brûwede , brûwete , brouwete , brouwt , n. , dasselbe.

brūwede

KöblerMnd

brū·wede

brūwede , N. nhd. Brau, Bräu, soviel man auf einmal braut Hw.: s. brūw, brūwete, brūde (1), brūde (2) L.: MndHwb 1, 362 (brūwede), Lü 67b (b…

Ableitungen von wede (2 von 2)

bewede

MNWB

° bewede („De pascuis que waldemene seu b. vulgariter appellantur” 1321, Seibertz, Wfäl. Ub. Nr. 585.) S. bouwet.

¹gewêde

MNWB

1 gewêde , n. , Gewand, Kleidung; ridderlĩk gew.