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verfallen

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Campe
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17 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Verfallen ntr, intrs

Bd. 5, Sp. 287b
Verfallen, v. unregelm. (s. Fallen). I) ntr. mit sein. 1) I seinem Zustande so verändert und verschlimmert werden, daß Theile desselben davon fallen, oder auch, daß es ganz über den Haufen fällt. Das Haus verfällt immer mehr. Eine verfallene Burg. Eine verfallene Mauer. »Der Brunnen war verfallen.« Sir. 50, 3. Uneigentlich, in immer schlechtern Zustand gerathen, so daß es gar nicht mehr dasjenige ist, und schwer oder gar nicht mehr in den vorigen Stand gesetzt werden kann. Die guten Sitten verfallen immer mehr. »Die verfallende Buchdruckerei.« Denis. Man sagt dafür lieber, in Verfall gerathen oder kommen. Ein Kaufmann ist verfallen, wenn er in so schlimmen Zustand gerathen ist, daß er sich nicht mehr halten, nicht bezahlen kann (er macht Banquerott). (R.) I weiterer Bedeutung, auch von der Gestalt. Sie verfällt immer mehr, sie verliert an gutem Aussehen, an Fülle immer mehr. »Meine Gestalt ist ganz verfallen.« Ps. 6, 8. »Daß euch die Angesichte verfallen, und der Leib verschmachte.« 3 Mos. 26, 16. Ehemahls gebrauchte man es in noch engerer Bedeutung für sterben, umkommen. »Euer Leiber sollen in der Wüste verfallen.« 4 Mos. 14, 29. 32. Man sagte auch Todes verfallen, Todes wegen verfallen und Todes halben verfallen. 2) I einen Zustand, welcher als ein Übel betrachtet wird, unvermuthet gerathen; wofür man auch das einfache fallen gebraucht, und wo ver den Begriff verstärkt. I Sünde und Laster verfallen. I Strafe verfallen, straffällig werden, wofür man auch wol allein sagt, verfallen. Er ist verfallen I weiterer Bedeutung, wo der Begriff des Übels wegfällt, der Begriff des Unvermutheten, Ungefähren aber hervorsticht, heißt auf etwas verfallen, mit den Gedanken zufällig darauf gerathen, einen Einfall haben. Wie verfällst Du darauf? Ih bin zum Geschenk für sie auf Blumen verfallen, weil sie dieselben so sehr liebt. 3) Von etwas weg, auf ein Anderes zu, nach einem Andern hin fallen, gerathen, kommen oder gelangen; dem Einen verloren gehen und dem Andern zufallen. I der Schifffahrt verfällt ein Schiff, wenn es von seinem Laufe abfällt oder abtreibt, wo zugleich der Begriff des [] Versehens, Verirrens Statt findet. Schiffe, welche nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung segeln wollen, verfallen oft auf die Brasilischen Küsten. Ein Pfand verfällt, wenn es vom Eigenthümer, der es nicht zu rechter Zeit einlöset, an den Ihaber fällt, d. h. sein Eigenthum wird. Ein verfallenes Pfand. Ein Lehen verfällt, wenn es durch versäumte Lehensempfängniß oder durch unterlassene Lehenspflichten dem Lehnsherrn anheim fällt. Eine Waare ist verfallen, aus dem Besitz dessen, der sie führt gleichsam gefallen, wenn der darauf gelegte Zoll davon nicht entrichtet ist. »Sein Haus soll dem Gericht verfallen sein, um der That willen,« dem Gericht anheim gefallen. Esra 6, 11. »— und fraget darumb ainen gelerten wisen, waz sie verfallen ware seid si guot mit uibel gilt.« Gesta Romanorum. — Jetzo bleibt mir nichts, Als zu bekennen, daß ich dir als Schuldner Verfallen bin mit meiner ganzen Habe. Schiller. (R.) Die schöne Locke, dieses seidne Haupt Verfallen schon den finstern Todesmächten. Ders. Vergl. Verwirken, welches thätlich ist und machen, daß etwas verfällt, bezeichnet. Uneigentlich und ungut ist es zu sagen, einem etwas verfallen sein, für, ihm mit etwas verfallen sein. »Das ist das Schuldopfer, das er dem Herrn verfallen ist.« 3 Mos. 5, 19. Sie sollten Habe, Geld und Land verfallen sein. Opiz. Ehemahls gebrauchte man es auch für verloren gehen, unwirksam sein. »Es ist keines von allen seinen Worten verfallen.« 1 Kön. 8, 56. 4) Gleichsam bis zu Ende fallen, vergehen. Die Zeit ist verfallen, ist vergangen, verstrichen, von einer bestimmten Zeit, nach deren Verlauf etwas geschehen soll oder sollte, z. B. eine Zahlung, Lieferung  Ein Wechsel ist verfallen, wenn die Zeit, nach welcher er bezahlt werden muß, verflossen ist. 5) * * Von einem verfallenden oder einfallenden Dinge verschüttet werden. Sind durch den Dampf erstickt, verfallen durch die Wände. Opiz. II) intrs. in der Fechtkunst, den Stoß mit der Zweiten hoch ablenken, daß derselbe über unsern Kopf weggehet. Man verfällt, sowol wenn der Gegner auswendig, als auch, wenn er inwendig stößt. D. Verfallen.
4235 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verfallen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verfallen , verb. irreg. neutr. S. Adelung Fallen , welches das Hülfswort seyn erfordert, und nach Maßgebung sowohl der …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verfallen

    Goethe-Wörterbuch

    verfallen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    verfallen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    verfalle n 1. durch Hinfallen zu Grunde gehen, verderbt werden, zerfallen allg. Er het s ganz Gsicht v. Str. 2. fällig s…

  4. Sprichwörter
    Verfallen

    Wander (Sprichwörter)

    Verfallen 1. Wilt verfallen, so verfall nach Gold; wilt je liegen, so thu es Ehren halben; wilt in die Hell, so thus vmb…

  5. Spezial
    verfallen1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    ver|fal|len 1 vb.intr. 1 (baufällig werden) jí en rovina, jí en malora, tomé adöm 2 (geraten, sich preisgeben) tomé (tom…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verfallen

8 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verfallen

ver- + fallen

verfallen leitet sich vom Lemma fallen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verfallen 2 Komponenten

ver+fallen

verfallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verfallen‑ als Erstglied (1 von 1)

verfallen als Zweitglied (6 von 6)

altverfallen

DWB

alt·verfallen

altverfallen , vetustate obsitus: doch alt und halbverfallen ist das haus — nein in das altverfallne laszt mich ziehn. Göthe 9, 382 .

anverfallen

DRW

anverfallen was jetwäders in der ee erblich anvervallt 1559 SGallenOffn. II 564 Faksimile

halbverfallen

DWB

halb·verfallen

halbverfallen , part. : halbverfallene burgen; halbverfallene gänge ( eines schlosses ). W. Hauff phantas. im Bremer ratskeller.

heimverfallen

PfWB

heim·verfallen

heim-verfallen st. : 'anheimfallen', vgl. PfWB heimfallen 2. a. 1563: Wer es unterläßt, den Waldfrevler anzuzeigen, der soll der gemein in d…

todverfallen

DWB

tod·verfallen

todverfallen , partic. dem tode, dem untergange verfallen: dich warnen wollt' ich, dein kind den tod-verfallnen ( Burgunden ) zu verbinden. …

unverfallen

DWB

unver·fallen

unverfallen , part. adj. adv.; nl. onvervallen. zu verfallen 4: guet, das unvorfallen ist stadtrecht v. Eisenach 49; unverfallener peinliche…

Ableitungen von verfallen (1 von 1)

unverfallen

DWB

unverfallen , part. adj. adv.; nl. onvervallen. zu verfallen 4: guet, das unvorfallen ist stadtrecht v. Eisenach 49; unverfallener peinliche…