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unsinnig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsinnig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1397
unsinnig, adj. adv. , gth. zu sinnig. ahd. unsinnig; mhd. unsinnec, -sinnic; mnd. unsinnich; mnl. onsinnich; nl. onzinnig. vgl.n. afsindig, schwed. ursinnig. unsunig Diefenbach gl. 301a (wie unsünn S. Brant narrenschiff 38, 54; unbesünnigkeit sp. 357). eyn onsyndiger Diefenbach gl. 615b (unsindekeit 300a). on-, ohnsinnig S. Münster cosmogr. 239; M. Herr feldbau 58a; Campe ('milder als unsinnig'); unüblich. vgl. aber-, ab-, after-, blöd-, dumm-, dumpf-, eitel-, grimm-, hart-, hinter-, irr-, schwach-, schwer-, stumpf-, taub-, tief-, tob-, toll-, trüb-, über-, ur-, wahn-, wider-, wirbel-, wirrsinnig; halb-, hirn-, mondunsinnig; unbesinnig, -besinnt, -besonnen, -ersinnig; unsinniglich; unsinnlich. 11) unsinn 1, sinnig 1 entsprechend, geisteskrank; mhd. wb. 2, 2, 317a, 1; Lexer 2, 1937; mnd. wb. 5, 78a; mnl. wb. 5, 930, 1; nl. wb. 10, 2241 I a; Höfler 651a; Staub-Tobler 7, 1070, 1; Fischer schwäb. wb. 6, 220, 1; Schmeller 2, 295; els. wb. 2, 362b, 1; Crecelius 849; heute durch irre, irr-, wahnsinnig, geistesgestört, -krank verdrängt. synonym: nit sinnig Fischer 5, 1416; taub 4; toll (Eulenspiegel 33 ndr.); vgl.: sie siht sich wütend um und fällt daselbsten nieder, als wann sie närrisch wer, unsinnig, rasend, toll, darzu besessen auch und böser geister voll D. v. d. Werder rasend. Roland (1636) 10, 34. psychiatrisch: er wird maniacus, u. Parac. 2, 330 H.; Aetius schreibet, dasz der thymian gut sey den trawrigen, unsinnigen und melancholischen menschen Hohberg georgica 3, 560b; substantiviert Petr. de Crescentiis v. ackerbaw 62a; unsinnigenhäuslein (1700) narrenhäuslein im spital Fischer 6, 221; Schütze holstein. id. 1, 268. von besessenheit: arreptitius gemma (1508) b 4b; der besessenen, unsinnigen hexen und hexenmeister im titel der daemonomania von Fischart; mnl. wb. 5, 931; von säuen N. Manuel krankheit d. messe 227, 25 B.; lunaticus Diefenbach gl. 339b; hirnunsinnig, mondunsinnig Höfler 651a. im rechtsleben: Staub - Tobler 7, 1070; mnd. wb. 5, 78a; der u. ist und der wüst ist, der so thumb ist, dasz er sein gut in ander leut gewalt hat gegeben, die mögen ihr leut nicht frei lassen Meichszner land- u. lehenrecht (1566) 15a; 3. mögen die unsinnigen oder die tobsüchtigen nicht testieren, denn sie vernünfftiger sinn und verstands mangeln notariatbuch (1588) 14a. allgemein: ain unsiniger mensch, der lunaticus ist, hat ettwan clar underzüg seiner synn und vernunfft Keisersberg 7 schwerter (1510) a a 6a; der unsinnig Aiax Garg. 119 neudr.; ich bin ... weder u., noch ist mir das schelmstück eingefallen, mich so zu stellen Hippel kreuz- u. querzüge 2, 167; substantiviert: Göthe 19, 66 W. gern in redensartlichen wendungen: 5. Mos. 28, 34; disses leydts möcht eyner wol u. werden Aymon (1535) b 4b; fantaseyen, denen ich ... bis zum unsinnigwerden nachhängen muszte Bräker 1, 235; der künig wolt u. werden, als er disz höret S. Franck chron. Germ. (1538) 121b; wüten und doben als die unsinnigen Judas Nazarei 36 ndr.; dasz ich meines stands und beruffs sol warten und nicht wie ein unsinniger mensch zum stock und stein lauffen theatrum diab. 92b; er gebärdete sich gleich einem unsinnigen A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 454; die schafe rennen wie u. gegen die dornhecken an Brehm tierleben (1890) 1, 449; G. Hauptmann weber 88; so dasz ich vor entzücken und verliebtheit hätte u. werden mögen Gaudy 2, 122; hab ... mich ... u. spindisirt Ayrer 478, 31 K.; u., u. machen sie mich! E. Th. A. Hoffmann 4, 7 G.; halbunsinnig werden Sandrub kurzweil 54 ndr.; bist du vol oder unsinnich? H. Sachs 2, 7, 12 K.; jung, bist u.? Tieck 1, 187. von thieren: der unsinnigen hundt Bock kreutterbuch 9; J. Grimm mythologie 3, 191; von pferden, hennen, rindern u. s. w. J. Walther pferde- u. viehzucht (1658) 141; Sebiz feldbau 102; 51. auch schwachsinnig: (von alten kamelen) Eppendorff Plinius 56. heute dafür toll, tollwütig, kollerig u. a. 'inanimatus, insensatus': Notker 2, 179, 21 P.; das glück ... ist u. A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) e 2b; sie rauften sich wie unsinniges vieh Laukhard leben 4, 13; vgl. 7. 22) wie unsinn 2 von vorübergehenden störungen; von sinnen, seiner sinne nicht mächtig, bewusztlos: darnach wolt ich auch gern, das du glawbist, das Christus, wie wol er bey nacht, unter und nach dem essen disses alles geredt, gethan und eyngesetzt hat, nit wie ander menschen sey truncken oder u. gewest Luther 8, 507 W.; unsinnig vol (bis zur bewusztlosigkeit betrunken) Ayrer 65, 13 K.; unsinnige trunkenheit Staub-Tobler 7, 1071; unsinniges fieber Höfler 651a; wiewol das ist, dasz von der erden auch viel ding sind, die da u. machen als cicuta, als crocus Parac. 2, 169 H.; es tantzet keiner, er sey dann u. Abr. a S. Clara etwas f. alle 2, 145; Sirene aber rief gar liebend und Klarin ward u. und trieb das flügelrosz ... gegen den rand des felsens Brentano 5, 349. veraltet. individuell: heute fiel mir recht auf, wie doch eigentlich der mensch das unsinnige (die mutter gottes als gegenstand bildlicher darstellung, ein gegenstand, vor dem einem die sinne so schön stillstehn), wenn es ihm nur sinnlich vorgestellt werden kann, mit freuden ergreift Göthe III 1, 282 W.; vgl. 5. 33) unsinn 3 entsprechend, zornig, wütend, grimmig, erbittert, rasend u. ä.; gs. sinnig 7 a, b und sinn 8; vgl. hirnwütig: herr got in deiner unsinnigkait oder grimen wöllest mich nit urtailen, neque in ira tua corripias me ps. 6, noch in deinem zoren wöllest mich nit strafen. denn versteestu in recht, wenn dir anfacht das herz zuo erzittern vor der unsinnigen tobhayt gottes, in der er ewigklich straft die verdampten Keisersberg spinnerin (1510) e 2c; u. wider den glauben Fischer schwäb. wb. 6, 221; mnl. onsinnich up (feindselig gesinnt gegen) wb. 5, 931; in diesen bedd. veraltet; siehe, also thustu, unsinniger, wutender bapst Luther 8, 166 W.; ich hab es selber gesehen und erfaren, wie doll, rasig und u. sie (die bauern) sind gewesen 16, 386 W.; hat er das wort gottes, so wird der teuffel erst u. und bringt yhn darumb 17, 1, 220 W.; die andern sind unsynnig druber 19, 136 W.; wenn die weiber unsinnig wern, so ist nit gut bey in zu hausen H. Sachs 6, 132, 2 K.; unsinnige teuffel Fischart jesuiterhütlein 765 H., geister Treuer Dädalus (1675) 1, 864; fanaticus, ein schwärmer, unsinnig Spanutius (1720) 251; adv.: da laufft der riese gantz toll und u. herum volksb. v. geh. Siegfried 75 ndr.; und ... sie mit diesem ihrem sohne sich verzweifflend und u. ins meer gestürzet Birken ostl. lorbeerhayn 11; Werther warf sich u. (in höchster, leidenschaftlichster bewegung) vor sie hin Göthe 19, 176 W.; von nichtpersönlichem: ochsen oder büffeln, aufgerichtet oder in raschem laufe dargestellt, in der spr. der älteren heraldik Querfurth crit. wb. der herald. terminologie 165; 175; aus einer sollichen ungestuomen und unsynnigen herschafft A. v. Eyb d. schr. 1, 13, 23; der hölln unsinnge pforten Angelus Silesius seelenlust 296 ndr.; goldbegierde Lohenstein Arm. 1, 95b; das meer, ... so es recht erzürnet ist, zeigt es sich fast u. Abr. a S. Clara etwas f. alle 2, 8; bestrebungen Bodmer v. d. wunderbaren 96, wut E. M. Arndt (1892) 1, 142; sie reiszen mich fort im wilden, unsinnigen drehen Fouqué gefühle 1, 163. abgeschwächt, 'ausgelassen, närrisch': ain versamlete bursch der fasznachtbutzen, die dantzen, springen, gumpen und u. sein Nas antipap. eins u. hundert 2, 256a; [ob hier die ahd. gl. 4, 72, 33 überlieferte erklärung impostor anschlusz findet, bleibt zweifelhaft; bloderer, unsinniger schreyer, redner, sonderlich am gericht, rabula, linguax, blatero, gerro Henisch 422, 67 ] der unsinnige donnerstag, montag, die drei unsinnigen tag (vor oder in der fastnacht), die unsinnige (taube) woche Staub-Tobler 7, 1071; Fischer 6, 221; Schmeller 2, 295; Scherz-Oberlin 1852; der unsinnig (der donnerstag) Schöpf 676; vgl. unselig II 1 a γ; κορυβαντεῖς ... die unsynnigen pfaffen und schlotterköpfe Eppendorff Plinius 207; maenades ... diejenigen unsinnigen weiber ... Amaranthes frauenzimmerlex. 1186; Wieland Agathon 1, 7; behüt, lieber gott, woher kommt so viel närrisches und unsinniges gesinde! (hexentanz) Br. Grimm sagen 1, 174; Horn wird täglich unsinniger Göthe IV 1, 160 W.; dem unsinnigen tantz Parac. 1, 254 c, bossen Guarinonius 30, gebräuche Wieland Agathon 1, 7. 44) im höchsten grade thöricht, unklug, unverständig, verkehrt (unsinn 4; sinnig 2, 6, 7); hebes, incompositus. bemerkenswert ist die stärke des ausdrucks: o got, wie blind, ja u. sein wir christen worden! Luther 6, 241 W.; wer sich selbst lobt, der ist ein narr. wer sich selbst schendet, der ist u. Tappius (1545) f 7 β; hertzog H. .., den seine rähte zum narren und schier gar u. machten Rätel Curäi chron. (1607) 344; ein mann, der sich eigenwillig, ungeschickt, ja u. benimmt Göthe 7, 212 W.; so weisen diese ausdrücke fast auf bed. 1 zurück; gefühlsbetont: blind, blind, blind, toll, toll, toll, töricht, töricht, töricht und unsynnig ist das volck! Luther 10, 1, 1, 497 W.; denn was sol ein solcher unsinniger schlingel (pferdeschinder) bey einem solchen vernünfftigen thiere machen? J. Walther pferde- u. viehzucht (1658) 19. yedoch seind die ... christen hierinne (in der verabscheuung der lehren anderer) gar u. S. Franck Turckey (1530) h 4b; ich bin so u. nicht, die strenge methode ... an unsern deutschen schriftstellern zu tadeln Nicolai litbriefe 6, 242; der reichstag war u., weil er eine verfassung geben sollte, obgleich ein guter theil seiner mitglieder noch heute nicht weisz, was eine constitution ist G. Freytag 15, 109; substantiviert: Moscherosch gesichte 2, 41; Herder 16, 419. von thieren: Th. Müntzer schutzrede (1524) 36 ndr.; Sebiz feldbau 305. von nichtpersönlichem aller art: dem unsinnigen hirn Luther 11, 295 W., trinkgesetz Harsdörffer gesprechspiele 3, 148, tausch Lehmann florileg. 1, 234, sinnreichheit (wortspiel) J. Prätorius glückstopf 26, leben G. Arnold ketzerhist. 12a, zumuthen v. Loen kl. schr. 1, 60, enthusiasmus (ohne kritische verstandesbethätigung) Göthe IV 23, 242 W., streich M. Meyr a. d. Ries 2, 234, die unsinnigsten speculationen M. Beer 654; substantiviert: kan auch etwas unsinnigers erdacht werden G. L. Hartmann fluchspiegel 51. vgl. umsinnich dumm, ungeschickt els. wb. 2, 362b. insbesondere ketzerisch, gottlos (ä. spr.): Tschudi chron. 2, 44; weil die gottlosen ... sich ... nicht bessern, sondern toller und unsinniger werden A. Pape bettel- u. garteteuffel (1586) c 6b; Nigrinus papist. inquisition (1589) 153; ein creuzfart wider die unsinnigen Preuszen Hennenberger landtafel (1595) 422; die unsinnigen und unglaubigen hertzen J. Arnd nachfolge Christi (1631) 30. undeutlich: die neuen, verfluchten, unsinnigen götzen Brentano 6, 354. 55) unsinn 5 entsprechend, nonsensical, die höchste stärke des tadels bezeichnend; vgl. sinnlos, widersinnig, wahnwitzig. nicht von personen: der Banise, Aurora und noch andern weit unsinnigeren romanen J. J. Schwabe belustigungen 2, 185; folianten Cronegk 2, 141, fehler Lessing 8, 61 M., geschwätz J. Fr. Löwen 4, 268, tracht Herder 17, 372, gedanke Göthe III 1, 207 W., formel 40, 344 W., hexen- und gespenstergeschichten Adelung magazin 2, 4, 34, maszregeln Varnhagen v. Ense tageb. 1, 5, Hegelsche afterweisheit Schopenhauer 1, 558 G., frage G. Freytag 2, 295, die unsinnigsten urteile H. Heine 5, 188 E. in sinnlosen, ja unsinnigen klängen Göthe th. 10, 1, 1193; Sanders syn. (1882) 44; wortspielend: sinnige und unsinnige (vgl. 7 u. sinnreich) ketzereyen Göthe IV 27, 237 W.; nein! was sollte ich mit dem unsinnigen zeuge machen! Nicolai Nothanker 1, 114. substantiviert: über das unsinnige eines officiellen befehls Laube 1, 324; das unsinnigste glauben Ebner-Eschenbach 5, 43; aufs unsinnigste O. Jahn Mozart 4, 248. in Rom ist nichts so u., als dasz es nicht glauben finden sollte Gaudy 13, 139. 66) steigernd, bes. als kraftausdruck; s. sinnig 7, Schöpf 676, und vgl. blödsinnig, wahnsinnig 3, toll I 3, unselig II 5, sinnlos u. dgl. die älteren beispiele behalten noch manches von inhaltlicher bed., während die jüngeren rein formaler steigerung zustreben (nl. wb. 10, 2242 I b 1 ende): in welches weybs unsinniger liebe Ph. also versuncken Stumpf chron. 251a; geschrei J. Prätorius Blockesberges verrichtung 13; er habe mit unsinniger leidenschaft drein geschlagen Göthe 22, 30 W.; ich fing darauf an, ein unsinniges (unsinnig reichhaltiges) mittagsmahl zu bestellen 21, 157 W.; K., von der unsinnigsten eitelkeit gestachelt Geigers Göthejahrb. 6, 73; der brief mag ein tolles, unsinniges stück arbeit gewesen sein E. Th. A. Hoffmann 6, 136 Gr.; es wäre für ihn eine ganz unsinnige ehre Holtei erz. schr. 14, 122; ich hab damals ein unsinnigen haarbeutel ghabt Nestroy 1, 76; die unsinnige hitze macht unsinnigen durst, der unsinnige durst macht ein trinken, das auch nicht alle tage sinnig bleibt Dahn weltuntergang (1889) 125; beliebt: ein unsinniges geld kosten Holtei erz. schr. 27, 44; unsinnige zinsen Polenz Grabenhäger 2, 256; ausgaben, kosten; adverbial: nachdem die tolle quaal, die mich so lange zeit unsinnig hat gerissen, ... die (diese) nacht sich enden müssen A. Gryphius trauerspiele 330 P.; sich u. zerarbeiten Lavater physiogn. fragm. 1, 88; das ärgert mich u. Nestroy 3, 43; u. grosz, viel Fischer schwäb. wb. 6, 221; so u. empfindlich Lavater verm. schr. 2, 21; u. verliebt (vgl. bis zum unsinn) Göthe 22, 229 W.; u. kostbar schr. d. Götheges. 16, 242; u. fleiszig J. Grimm an Gervinus 2, 52; das ist recht u. schön gesagt Caroline 1, 112 W.; was unsinniges zusammentanzen u. ä., Staub-Tobler 7, 1071. ungewöhnlicher: die fruchtbaren felder stehen grün und still, indesz auf dem breiten wege wildes gebüsch und staudenmassen wie u. von blüthen glänzt Göthe 31, 151 W. (III 1, 337: indesz das wilde gebüsch auf dem wege wie u. von blüten war). 77) mischungen. in maa. tritt volksetymologische vermischung mit unselig ein; Fischer schwäb. wb. 6, 221 (unsinniger und unseliger donnerstag; unsinnigen- und unseligenhäuslein; unsinniggang; vgl. unselig II 1 a); der unsinnig, der teufel els. wb. 2, 362b; vgl. unselig II 2 a. auch die bedd. schieben sich durcheinander; so im wortspiel: sinnige und unsinnige ketzereyen s. 5; so hat er (Demokritus) lauter unsinnige (vgl. 3 begeisterte, 6) poeten auf dem Parnasz haben wollen, wie Horaz spricht: excludit sanos Helicone poetas Gottsched crit. dichtk. 45; und auch sonst: sie rauften sich wie unsinniges vieh Laukhard leben 4, 13 (bed. 1, 3); ich durchstrich unsinnigerweise ganz Berlin E. Th. A. Hoffmann 6, 127 Gr. (bed. 2, 3); der sein geld so u. verschwendete Klinger 3, 198 (bed. 4, 5, 6); das unsinnige ding (tonstück) heist prästo Herder 22, 182 (bed. 3, 4, 5); das mag nun wohl der grund sein, weshalb das wetter sich so u. anstellt Moltke 6, 96 (bed. 3, 4); in schelte u. ausruf: o ir unsinnigen von Galath erste d. bibel 2, 147, 39; unsinniger, frecher bursche! bist du hergekommen, uns zu beschimpfen? A. G. Meiszner Alcibiades 1, 137; unsinniger hauf! Göthe 15, 49 W.; der unsinnige tropf lügt sich zum schelm Ebner-Eschenbach 5, 73; Pansner schimpfwb. 74a. 88) sinnig 8 a entsprechend, insensibilis: Tauler predigten 301, 1 V.; serm. (1508) 75b. dafür heute unsinnlich; s. d.
15336 Zeichen · 412 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unsinnig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unsinnig , -er, -ste, adj. et adv. Unsinn habend, und darin gegründet, als der Gegensatz des jetzt veralteten sinnig. 1.…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unsinnig

    Goethe-Wörterbuch

    unsinnig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unsinnig

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    unsinnig [ùnsenik Su. ; sənik M. ; ùnseniχ Wh. ] Adj. 1. toll. Er macht wie u. er gebärdet sich wie verrückt Su. 2. zor…

  4. Spezial
    unsinnig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|sin|nig adj. 1 assurd (-rg, -a) 2 zënza significat 3 (unvernünftig) irajonor (-s, -a) 4 (verrückt) mat (mac, mata) 5 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsinnig

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unsinnig 3 Analysen

un- + sinnig

unsinnig leitet sich vom Lemma sinnig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+sinn+-ig unsinn+-ig

Zerlegung von unsinnig 2 Komponenten

uns+innig

unsinnig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unsinnig‑ als Erstglied (3 von 3)

unsinnigen

DWB

unsin·nigen

unsinnigen , verb. , insanire, wie unsinnen. mhd. unsinnigen Hugo v. Trimberg renner 15274 var.; mnd. unsinnigen: so sie ( die menschen ) un…

unsinnigkeit

DWB

unsinnig·keit

unsinnigkeit , f. , in wenigen fällen gth. der sinnigkeit oder mangel daran, meist der entwicklung des adj. unsinnig folgend. ahd. unsinnich…

unsinniglich

DWB

unsinn·iglich

unsinniglich , adv. , gth. v. sinniglich. mhd. unsinneclîchen, adv.; unsinniclich, adj. Laubacher Barlaam 13231. unsinnenklichen N. v. Wyle …

Ableitungen von unsinnig (1 von 1)

unsinnige

DWB

unsinnige , f. , amentia, rabies Frisius 1070 a ; 933 b ; Staub-Tobler 7, 1071 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unsinnig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unsinnig/dwb?formid=U09943
MLA
Cotta, Marcel. „unsinnig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unsinnig/dwb?formid=U09943. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unsinnig". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unsinnig/dwb?formid=U09943.
BibTeX
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