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Unschlitt

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Adelung
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Unschlitt

Bd. 4, Sp. 887
Das Unschlitt, des -es, plur. car. ein nur in manchen Sprecharten, besonders Ober-Deutschlandes, übliches Wort, den Talg zu bezeichnen. Daher das Unschlittlicht, ein Talglicht. Das Unschlittamt zu Nürnberg ist ein obrigkeitliches Amt, welches aus drey Abgeordneten des Rathes, einem Amtmann aus den Patriciis, einem Schreiber und einem Unschlittschauer bestehet, und in welches die Fleischer alles ihr Unschlitt oder Talg liefern, die Lichtzieher und Seifensieder aber ihr Bedürfniß von demselben nehmen müssen. Das Wort wird in den gemeinen Mundarten sehr verstellet, indem es bald Unschlitt, bald Unschlicht, Inschlicht, Inschlitt, Inselt, Insel, Angels. Insil, und in einigen Gegenden, z. B. im Osnabrückischen, gar Ungel lautet, nach welcher Form auch bey dem Apherdian Ungelkerze ein Talglicht ist. Diese Unbeständigkeit in der Aussprache macht die Abstammung schwer und ungewiß. Indessen ist am wahrscheinlichsten, daß die Form Ungel der Quelle am nächsten kommt, indem dieselbe mit ungere, Unguentum, verwandt ist, und einen fetten schmierigen Körper bedeutet. Die Gaumen- und Zischlaute werden häufig mit einander verwechselt, daher Ungel und Insel nur als verschiedene Mundarten eines und eben desselben Wortes angesehen werden müssen, woraus denn in härtern Mundarten Unschlitt, Inschlicht geworden. Diese letzte Form hat den Frisch verleitet, es für ein aus Ungel und Licht zusammen gesetztes Wort zu halten, und es eigentlich durch ein Talglicht zu erklären, welches aber wider allen Sprachgebrauch ist. Im Dänischen ist Ister, Schmalz.
1549 Zeichen · 14 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unschlitt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Unschlitt , des -es, plur. car. ein nur in manchen Sprecharten, besonders Ober-Deutschlandes, übliches Wort, den Tal…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unschlitt

    Goethe-Wörterbuch

    Unschlitt [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unschlitt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Unschlitt , s. Talg .

  4. modern
    Dialekt
    Unschlittn., m.

    Pfälzisches Wb.

    Un-schlitt n., m. : 1. 'festes, minderwertiges Fett, bes. von Rindern, Schafen, Ziegen; Nieren-, Darmfett, Talg', Inschl…

  5. Sprichwörter
    Unschlitt

    Wander (Sprichwörter)

    Unschlitt Wegen des Unschlitts leckt die Katze den Leuchter.

  6. Spezial
    Unschlitt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|schlitt n. (-[e]s,-e) (Talg) sëi m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unschlitt

56 Bildungen · 56 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unschlitt

un- + schlitteln

unschlitt leitet sich vom Lemma schlitteln ab mit Präfix un-, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

unschlitt‑ als Erstglied (30 von 56)

Unschlitt+äcker

PfWB

Unschlitt + -äcker Pl. : ehem. FlN, a. 1740/49: Unschlittäcker [GdArch. NW-Mußb, Schuldbuch S. 544]. —

unschlittamt

DWB

unschlitt·amt

unschlittamt ( in Nürnberg, wohin die fleischer ihr u. abliefern u. woher lichtzieher u. seifensieder ihr u. beziehen muszten ) Adelung , Kr…

unschlittartig

DWB

unschlitt·artig

-artig Kurz an Mörike, briefwechsel 35 . anderseits brandunschlitt ( Staub-Tobler 1, 348 ), brust-, grün-, nieren-, rücken-, geisz-, hirsch-…

unschlittgeld

DWB

unschlitt·geld

-geld abgabe von unschlitt Fischer 6, 216 ; vergütung für beleuchtung an bergleute Jacobsson 4, 487 a ; unseltgeld Minerophilus bergw. lex. …

unschlittgesicht

DWB

unschlitt·gesicht

-gesicht ( vgl. talglümmel , -valten Schambach 224 a ) H. P. Sturz 2, 407 ; inschelgesicht Askenasy Frankfurt 143 . bist am unschlittwagen v…

unschlitthausz

DWB

-hausz sebaria Kramer (1700) 1, 641 a ; unschlittsherr ( beim u.- amt ) allg. haush. lex. (1749) 2, 444 a ; unschlittkerze Lexer 2, 1939 ; F…

unschlittig

PfWB

unschlittig Adj. : ' den Geschmack von Unschlitt, schlechtem Fett habend '. Es schmeckt inschelich [ RO-Semb ].